Status-Untersuchungen Afrikanische Schweinepest (ASP):
ASP-Früherkennungsprogramm

Verbringen von Schweinen im Seuchenfall

Die „Status-Untersuchung ASP“ ist ein freiwilliges Verfahren zur ASP-Früherkennung in Hausschweinebeständen und zur Erfüllung der Voraussetzungen für das Verbringen von Schweinen aus ASP-Restriktionszonen.

Im Falle des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) beim Wildschwein ist das Verbringen von Schweinen aus den Restriktionszonen streng reglementiert. Schweine aus dem gefährdeten Gebiet dürfen grundsätzlich nicht verbracht werden, Schweine aus der Pufferzone dürfen nicht in andere EU-Mitgliedstaaten oder Drittländer verbracht werden. Allerdings kann die zuständige Behörde in beiden Fällen (gefährdetes Gebiet und Pufferzone) Ausnahmen genehmigen, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Für eine entsprechende Ausnahmegenehmigung müssen klinische und labordiagnostische Untersuchungen von Schweinen zum Ausschluss der ASP durchgeführt werden. Es gelten unterschiedliche Bedingungen für die Verbringung von Schweinen aus dem gefährdeten Gebiet oder der Pufferzone und abhängig vom Verbringungsziel. Die Entscheidung, ob eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird, trifft die für den Betrieb zuständige Behörde auf Grundlage der rechtlichen Vorgaben und der aktuellen Seuchenlage.

Informationen zu den Verbringungsregelungen aus ASP-Restriktionsgebieten

Informationen zu den Regelungen für das Verbringen von Schweinen, Schweinefleisch und anderen Produkten bei einem ASP-Ausbruch können dem ASP-Rahmenplan des StMUV entnommen werden. Hier finden Sie eine entsprechende Übersicht:

Voraussetzungen für die Ausnahmegenehmigung zur Verbringung lebender Hausschweine

Für eine Ausnahmegenehmigung zum Verbringen von Hausschweinen aus dem gefährdeten Gebiet muss die klinische Untersuchung der Schweine auf ASP durch die zuständige Behörde (Veterinäramt) oder einen von ihr beauftragten (amtlichen) Tierarzt als auch labordiagnostische Untersuchungen von Blutproben von Schweinen (Entnahme der Proben durch den Tierarzt des Bestandes) auf das ASP-Virus zum Ausschluss der ASP in einem Bestand durchgeführt werden.

Es gibt hierfür grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  • 1. Anlassuntersuchung auf ASP (gemäß <. § 14f Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe a bzw. Abs. 3 Nr. 2 Buchstabe a bzw. Abs. 4 Nr. 2 Buchstabe a SchwPestV):
    • Blutproben von allen Schweinen oder (bei Schlachtschweinen) einer repräsentativen Stichprobe von Schweinen werden innerhalb von sieben Tagen vor jeder Verbringung auf das ASP-Virus untersucht („ASP-Handelsuntersuchung“) und
    • eine klinische Untersuchung aller zu verbringenden Schweine und bei Schlachtschweinen zusätzlich der über vier Monate alten Schweine des Bestandes erfolgt innerhalb von 24 Stunden vor jeder Verbringung
  • 2. Status-Untersuchung auf ASP (gemäß § 14f Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe b bzw. Abs. 3 Nr. 2 Buchstabe b bzw. Abs. 4 Nr. 2 Buchstabe b SchwPestV):
    • Blutproben der ersten beiden pro Kalenderwoche je Betriebsabteilung verendeten, über 60 Tage alten Schweine werden durchgehend wöchentlich auf das ASP-Virus untersucht („ASP-Früherkennungsprogramm“) und
    • klinische Untersuchungen aller Schweine des Bestandes erfolgen mind. zweimal pro Jahr im Abstand von mindestens 4 Monaten.
    • Bei Schlachtschweinen erfolgt zusätzlich eine klinische Untersuchung der über vier Monate alten Schweine des Bestandes innerhalb von 24 Stunden vor jeder Verbringung; dann dürfen auch innerhalb von 30 Tagen vor dem Verbringen Schweine in den Bestand zugekauft werden (die zugekauften Schweine wiederum dürfen allerdings erst nach frühestens 30 Tagen verbracht werden).

Anerkennung des ASP-Betriebsstatus für die Ausnahmegenehmigung zur Verbringung

Der ASP-Betriebsstatus wird anerkannt, sobald

  • die klinische Untersuchung des Bestandes im Rahmen der Betriebsinspektion bereits mindestens zweimal mit negativem Ergebnis auf ASP stattgefunden hat
  • im Rahmen der Betriebsinspektion keine relevanten Biosicherheitsmängel im Betrieb festgestellt wurden (Einhaltung der Vorgaben der Schweinehaltungs-Hygieneverordnung)
  • wöchentlich verendete Schweine (mindestens die ersten beiden über 60 Tage alten) virologisch auf ASP untersucht wurden
  • verendete Schweine wöchentlich in der HI-Tier gemeldet wurden (Todmeldungen bzw. Nullmeldungen)

Die Erlangung des Status ist somit frühestens vier Monate nach der ersten Betriebsinspektion möglich.

Für eine Verbringung aus dem gefährdeten Gebiet müssen die zu verbringenden Schweine (Schlacht- und Nutzschweine) des Status-Betriebes in jedem Fall mindestens seit 30 Tagen oder seit ihrer Geburt im Betrieb gehalten worden sein!

Für die entsprechende Ausnahmegenehmigung müssen alle erforderlichen Untersuchungen mit negativem Ergebnis auf ASP abgeschlossen sein!

Werden im Rahmen der oben genannten klinischen Bestandsuntersuchung (Checkliste Klinische Untersuchung von Schweinen im Rahmen des Freiwilligen Verfahrens Status-Untersuchung ASP (PDF, 244 KB)) Hinweise auf eine mögliche ASPV-Infektion festgestellt (z. B. Fieber über 40°C), erfolgt eine Blutprobenentnahme zur labordiagnostischen Abklärung der ASP. Untersuchungen zur Abklärung eines ASP-Verdachts bei klinisch auffälligen oder sonstigen verdächtigen Schweinen bzw. allgemein bei Vorliegen eines nicht-negativen Ergebnisses der klinischen Untersuchung in einem Bestand sind zwingend am LGL als staatliches Untersuchungslabor in Absprache mit dem zuständigen Veterinäramt zu veranlassen!

Teilnahme am ASP-Früherkennungsprogramm (Status-Untersuchung ASP)

In Vorbereitung auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen in Deutschland können Betriebe ab jetzt die für den Status erforderlichen Untersuchungen beginnen. Es ist zunächst ein Antrag beim zuständigen Veterinäramt zu stellen. Hierzu kann folgendes Formblatt verwendet werden:

Sobald der Antrag genehmigt ist, führt das Veterinäramt oder ein durch die Veterinärbehörde ermächtigter Tierarzt (z. B. Hoftierarzt) eine Bestandsinspektion mit klinischer Untersuchung des Schweinebestandes zum Ausschluss der ASP durch und überprüft die Biosicherheit im Betrieb (Checkliste zur Überprüfung der Biosicherheit in Schweinehaltungsbetrieben gemäß dem Freiwilligen Verfahren Status-Untersuchung ASP (PDF, 185 KB)). Ab dem Zeitpunkt dieser ersten Bestandsinspektion müssen im Betrieb wöchentlich Blutproben von verendeten Schweinen auf ASPV untersucht werden (Probenahme durch Tierarzt) und alle verendeten Schweinen (über 60 Tage alt) kalenderwöchentlich in der HI-Tier gemeldet werden (Todmeldungen bzw. Nullmeldungen). Die zweite Bestandsinspektion durch das Veterinäramt oder den ermächtigten Tierarzt erfolgt frühestens vier Monate nach dem ersten Besuch. Der „ASP-Betriebsstatus“ wird anerkannt, wenn zwei klinische Bestandsuntersuchungen sowie alle zwischenzeitlich wöchentlich durchgeführten Blutuntersuchungen (der verendeten Schweine) auf ASPV mit negativem Ergebnis durchgeführt wurden und in dem Betrieb keine relevanten Biosicherheitsmängel vorliegen. Um den ASP-Betriebsstatus aufrecht zu erhalten, müssen sowohl die Blutuntersuchungen als auch die Bestandsinspektionen weiterhin regelmäßig durchgeführt werden (Blut: wöchentlich, Bestandsinspektion: zweimal jährlich).

Eine Übersicht der einzelnen Schritte zur Teilnahme am Status-Untersuchung finden Sie hier:

Die Teilnahme am „Freiwilligen Verfahren Status-Untersuchung ASP“ ist nicht verpflichtend für den Tierhalter. Die Bayerische Tierseuchenkasse (BTSK) übernimmt ab dem 01.07.2020 die Kosten für die Untersuchung von Blut- und Tupferproben durch ein Untersuchungsinstitut, welche im Rahmen des Verfahrens „Status-Untersuchung“ ASP durchzuführen sind. Die Kostenübernahme erfolgt ausschließlich direkt gegenüber dem Untersuchungsinstitut. Weitere Informationen hierzu auf: www.btsk.de und im Newsletter der BTSK (PDF, 1.5 MB) zur Kostenübernahme.

Die übrigen Kosten für die Status-Untersuchung ASP (Kosten für die Betriebsinspektion und klinische Untersuchung der Schweine) sind vom Tierhalter zu tragen.

Untersuchung der Status-Blutproben

Die für den Status erforderlichen Blutproben können beispielsweise am LGL untersucht werden:

Informationen zur Entnahme von Status-Blutproben finden Sie hier:

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Status-Untersuchung ASP:

Anleitungen für die Meldungen in der HI-Tier für die Status-Untersuchung ASP finden Sie hier:

Checklisten für die Betriebsinspektion im Rahmen der Status-Untersuchung ASP:

Für weitere Fragen steht die ASP-Hotline des LGL werktags Montag bis Freitag unter 09131 6808-5700 von 8:30 bis 12:00 Uhr und von13.00 bis 15.30 Uhr zur Verfügung.