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  • Silber

    Silber ist ein Metall, das in der Natur in Form von metallischen Körnern, Nuggets oder als Mineralien wie z. B. Kupfersilberglanz vorkommt. Anhand der Größe der Teilchen kann das metallische Silber in Nanosilber und Mikrosilber unterteilt werden. Von Nanosilber wird dann gesprochen, wenn die Teilchen in wenigstens einer Dimension einen Durchmesser von weniger als 100 Nanometern haben. Bei Mikrosilber liegt die Größe der Teilchen dagegen im Mikrometerbereich. Ein menschliches Haar hat zum Vergleich eine Dicke von mindestens 50 Mikrometer.

    Nanosilber und seine Verwendung

    Bei Nanosilber entscheidet nicht nur die Partikelgröße über physikalische, chemische und biologische Eigenschaften, sondern vielmehr die Oberflächenstruktur, die Art der Partikel (freie einzelne Partikel oder Partikelansammlungen) und die Verteilung und Bindung der Partikel an das Produktmaterial.
    Nanosilber ist vor allem aus der Werbung bekannt: ein Beispiel hierfür ist Silberwasser (kolloidales Silber). Kolloidales Silber enthält Partikel mit Größen von 2 bis 500 nm, also nicht nur Nanosilber. In der Alternativmedizin gilt kolloidales Silber als „natürliches Antibiotikum“. Da Fachleute bei Einnahme von Silberwasser aber keine positiven Wirkungen auf die menschliche Gesundheit sehen, ist es nicht zugelassen.
    Ferner werden Nanosilber-haltige Socken in der Werbung angepriesen. Der Einsatz von Nanosilber in Textilien wie z. B. Sportbekleidung oder Socken soll Bakterien am Wachstum hindern und die mit der bakteriellen Zersetzung von Schweiß verbundene Geruchsentwicklung unterdrücken. Vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wird diese Verwendung als unnötig bzw. sogar als kritisch angesehen. Befürchtet wird, dass Bakterien gegen Silber-Ionen resistent werden können.

    Silber - ein Mittel gegen Bakterien und Pilze

    Feinstverteiltes Silber und Nanosilber können das Wachstum von Bakterien hemmen, gewisse Erreger sogar abtöten. Deshalb werden Medizinprodukte mit direktem Haut- oder Schleimhautkontakt (z. B. Wundauflagen, Katheter, Drainageschläuche) mit Silber beschichtet. Darüber hinaus dienen Kunststoffe, die mit Silber beschichtet sind, als Wand- und Deckenpanelen in sensiblen Hygienebereichen wie Küchen, Lager- und Kühlräumen bzw. in Kühlregalen und Gefriertheken in der Lebensmittelindustrie.
    In der Vergangenheit wurde Silber verbotenerweise sogar Speiseeis zugesetzt, um Bakterien am Wachstum zu hindern.
    Ein Produkt, das Bakterien und Pilze in ihrem Wachstum hemmen bzw. töten kann, wird als Biozidprodukt bezeichnet. So gehören auch Produkte mit silberhaltigen Wirkstoffen zu den Biozidprodukten. Den Verkauf sowie die Verwendung solcher Produkte regelt die Verordnung (EU) Nr. 528/2012 (Biozid-Verordnung). Biozidprodukte müssen zugelassen werden. Bei der Europäischen Behörde für Chemikaliensicherheit (ECHA) werden im Zulassungsverfahren Sicherheit und Umweltverträglichkeit der verschiedenen silberhaltigen Wirkstoffe in den unterschiedlichen Verwendungsbereichen geprüft. So gibt es beispielsweise zugelassene silberhaltige Flächendesinfektionsmittel oder Wasserbett-Konditionierer. Eine Datenbank zur Meldung von Biozidprodukten listet weitere Anwendungsmöglichkeiten auf.

    Kann Silber bzw. Nanosilber die Gesundheit schädigen?

    Die Europäische Kommission beurteilt Silber, einschließlich Nanosilber, als wenig gesundheitsschädlich. Auch die Untersuchungen am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unterstützen diese Aussage.
    Nur wenn der Mensch über einen längeren Zeitraum große Mengen an Silber (im Gramm-Bereich) aufnimmt, kommt es zu einer ins Graue gehenden Verfärbung von Schleimhäuten, Haut und Nägeln. Sichtbar wird dieses Phänomen am Zahnfleisch, in der Augenbindehaut und vor allem in Hautbereichen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Ob es sich bei der Färbung um eine gesundheitsschädliche Wirkung oder nur um eine unerwünschte Veränderung ohne Krankheitswert handelt, ist nicht eindeutig geklärt. Von Betroffenen wird zudem über Nachtblindheit geklagt, was aber in medizinischen Untersuchungen nicht bestätigt werden konnte.

    Quellen und weiterführende Literatur

    Bayerisches Landesamt für Umwelt 2016 Abschlussbericht Mobilität und Verhalten von Nanopartikeln in der Umwelt
    Technische Universität München Kaum Silbernanopartikel in bayerischen Gewässern (PDF, 166 KB)
    Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (Wissenschaftlicher Ausschusses „Neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken“ (SCENIHR) 2014 Opinion on Nanosilver: safety, health and environmental effects and role in antimicrobial resistance. 6th plenary of 10 -11 June 2014 (PDF, 1.02 MB)
    Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) (2017) Exposure assessment of Nano-Silver (AgNP): Case Study.Series of Safety of Manufactered Nanomaterials No 74 ENV/JM/MONO(2016)55(PDF, 940 KB)