• A A A
  • Selen

    Selen ist ein chemisches Element aus der Gruppe der Halbmetalle. Es kann in anorganischer und organischer Form in der Natur vorkommen und ist in deutschen Böden sowie beispielsweise im bayerischen Grundwasser in der Regel in nur geringen Konzentrationen enthalten. Ein Beispiel für eine natürliche Selenverbindung ist Selenit, ein wasserlösliches Calciumsulfat. Weltweit wird zum Einsatz von Selen in Form von sehr kleinen Partikeln (Nanopartikeln) in der Medizin und Lebensmittelindustrie geforscht.

    Als essenzielles Spurenelement hat Selen für Pflanzen, Tiere und den Menschen eine wichtige Bedeutung. Es ist Bestandteil der Aminosäuren Selenomethionin und Selenocystein. Sie werden, entsprechend der Aminosäuren L-Methionin und L-Cystein, in Proteine eingebaut. Während für selenomethioninhaltige Proteine bisher keine physiologische Bedeutung bekannt ist, sind selenocysteinhaltige Proteine an vielen biologischen und physiologischen (Stoffwechsel-)Prozessen im Körper beteiligt.
    Die Aufnahme von Selen in Nutzpflanzen über die Wurzeln aus dem Ackerboden, hängt nach der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) vom pH-Wert des Bodens ab. Deshalb schwanken u.a. die Gehalte in den pflanzlichen Lebensmitteln je nach Anbaugebiet. Nach DGE gibt es Pflanzen, die Selen anreichern. Dazu gehören Paranüsse, Kohl- und Zwiebelgemüse. Getreidepflanzen akkumulieren dagegen kein Selen. Als bedeutendste Selen-Quellen werden Selenoaminosäuren aus tierischen Lebensmitteln wie Milch und Milchprodukten, Fleisch- und Fleischerzeugnissen oder Fisch und Fischerzeugnissen angesehen. Ob Selen aus Getreideprodukten eine relevante Belastungsquelle des Menschen darstellt, wird kontrovers diskutiert

    Zur Deckung des menschlichen Tagesbedarfs empfiehlt die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass Kleinkinder im Alter von ein bis zu drei Jahren 15 µg Selen und Erwachsenen 70 µg Selen aufnehmen sollen. Für bestimmte Personengruppen kann ein höherer Bedarf bestehen. Selenmangel ist in Europa selten.

    Bei der Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln darf Selen nach der Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel (NemV) in Verbindung mit der Richtlinie 2002/46/EG über Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden.