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  • Was ist Doping?

    Definition

    Seit 2004 gilt die Doping-Definition der World Anti-Doping Agency (WADA), die im World Anti-Doping Code festgeschrieben ist. Danach ist Doping definiert als das Vorliegen eines oder mehrerer Verstöße gegen die Anti-Doping-Bestimmungen der WADA.

    Kurzgefasst lässt sich sagen: Unter Doping versteht man

    • den Besitz oder die (versuchte) Anwendung unerlaubter medizinischer Substanzen oder unerlaubter medizinischer Methoden,
    • den Versuch, Dopingproben zu manipulieren, sowie
    • die vorsätzliche Beihilfe bei einem (versuchten) Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen.

    Im Einzelnen werden folgende Tatbestände als Verstöße festgelegt:

    • Vorhandensein einer verbotenen Substanz, deren Metaboliten oder eines Markers in einer Probe des Athleten (z. B. Urinprobe, Blutprobe)
      (Der Nachweis von Vorsatz, Verschulden, Fahrlässigkeit oder wissentlicher Anwendung von Seiten des Athleten ist für die Begründung eines Verstoßes nicht erforderlich.)
    • Anwendung oder Versuch der Anwendung einer verbotenen Substanz oder einer verbotenen Methode durch einen Athleten
      (Der Nachweis von Vorsatz, Verschulden, Fahrlässigkeit oder wissentlicher Anwendung von Seiten des Athleten ist für die Begründung eines Verstoßes nur bei der versuchten Anwendung erforderlich.)
    • Umgehung einer Probennahme oder Verweigerung oder Versäumnis, sich einer angekündigten Probennahme zu unterziehen, die nach den Anti-Doping-Regeln zulässig wäre, ohne ausreichende Begründung
    • Meldepflichtverstöße: jede Kombination aus drei Kontroll- oder Meldepflichtversäumnissen eines Athleten im Registered Testing Pool gemäß des internationalen Standards für Dopingkontrollen und Untersuchungen innerhalb von zwölf Monaten
    • Unzulässige Einflussnahme oder versuchte unzulässige Einflussnahme auf einen Teil des Dopingkontrollverfahrens, z. B. die tatsächliche oder versuchte vorsätzliche Behinderung eines Dopingkontrolleurs, indem einer Anti-Doping-Organisation falsche Informationen gegeben oder mögliche Zeugen eingeschüchtert werden bzw. versucht wird, sie einzuschüchtern
    • Besitz einer verbotenen Substanz oder einer verbotenen Methode durch einen Athleten oder einen Athletenbetreuer, es sei denn es wird der Nachweis erbracht, dass der Besitz aufgrund einer medizinischen Ausnahmegenehmigung (Therapeutic Use Excemption, TUE) oder aus einem anderen annehmbaren Grund erfolgt
    • Inverkehrbringen oder versuchtes Inverkehrbringen von verbotenen Stoffen oder verbotenen Methoden
    • Verabreichung oder versuchte Verabreichung von verbotenen Substanzen oder verbotenen Methoden bei Athleten im Rahmen von Wettkämpfen oder Verabreichung oder versuchte Verabreichung von verbotenen Substanzen oder verbotenen Methoden, die außerhalb von Wettkämpfen verboten sind, bei Athleten außerhalb von Wettkämpfen
    • Beihilfe: Hilfe, Ermutigung, Anleitung, Anstiftung, Konspiration, Verschleierung oder sonstige vorsätzliche Beihilfe bei einem Verstoß oder versuchten Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen
    • Verbotener Umgang: Umgang eines Athleten in beruflicher oder sportlicher Funktion mit einem Athletenbetreuer, der gesperrt ist oder dem ein Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen nachgewiesen bzw. der deshalb verurteilt wurde

    Rechtliches zum Thema Doping

    Bis Ende des Jahres 2015 war das Verbot von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport im Arzneimittelgesetz geregelt. Am 18.12.2015 trat jedoch das Gesetz gegen Doping im Sport (Anti-Doping-Gesetz) in Kraft.

    Das Gesetz dient der Bekämpfung des Einsatzes von Dopingmitteln und Dopingmethoden im Sport, um die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler zu schützen, die Fairness und Chancengleichheit bei Sportwettbewerben zu sichern und damit zur Erhaltung der Integrität des Sports beizutragen.

    Wie bisher ist es verboten, ein Dopingmittel herzustellen, mit ihm Handel zu treiben, es zu veräußern, abzugeben oder sonst in den Verkehr zu bringen oder es zu verschreiben. Ebenso ist es verboten, ein Dopingmittel oder eine Dopingmethode zum Zwecke des Dopings im Sport bei einer anderen Person anzuwenden sowie ein Dopingmittel in nicht geringer Menge zu erwerben oder zu besitzen.
    Maßgeblich für die Einstufung als Dopingmittel oder Dopingmethode ist die Anlage I des Internationalen Übereinkommens gegen Doping im Sport, die im Wesentlichen mit der Verbotsliste der WADA übereinstimmt.

    Im Gegensatz zu den bisherigen Regelungen des Arzneimittelgesetzes ist durch das neue Anti-Doping-Gesetz auch das Selbstdoping strafbar geworden. Damit werden erstmals gezielt Leistungssportlerinnen und Leistungssportler erfasst, die beabsichtigen, sich mit dem Doping Vorteile im organisierten Sport zu verschaffen. Zudem wurde die Strafbarkeit für Hintermänner, die Doping initiieren und ermöglichen, verschärft. Somit können sich insbesondere auch Trainer, Betreuer, (Mannschafts-)Ärzte und Funktionäre nach dem Anti-Doping-Gesetz strafbar machen.

    Schließlich wurde der Austausch personenbezogener Daten zwischen der Nationalen Anti-Doping Agentur, den Gerichten und Staatsanwaltschaften erstmals gesetzlich geregelt, so dass die Strafverfolgungsbehörden bei einem Verdacht auf einen Dopingverstoß leichter als bisher ermitteln können.

    Verstöße gegen das Anti-Doping-Gesetz können mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder mit Geldstrafe geahndet werden. In besonders schweren Fällen sind Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren möglich. Dies liegt z. B. vor, wenn die Gesundheit einer großen Zahl von Menschen gefährdet ist, ein Dopingmittel an eine Person unter 18 Jahren abgegeben wird oder ein banden- oder gewerbsmäßiges Handeln vorliegt.

    Neben dem Leistungssport gelten die Bestimmungen des Anti-Doping-Gesetzes insbesondere auch für das Doping im Freizeit- und Breitensport. Dopingpraktiken sind hier vielleicht sogar weiter verbreitet als im Leistungssport, da es weniger Kontrollen gibt. Zudem ist die Gefahr von Gesundheitsschäden für die dopenden Sportler höher, da sie meist nicht so intensiv ärztlich überwacht werden wie Profi- und Leistungssportler.

    Verbotene Substanzen und Methoden

    Ausführliche Informationen zu verbotenen Substanzen und Methoden sowie deren Einsatz im Breitensport finden Sie in den folgenden Artikeln: