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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Semicarbazid

Gläser mit Konfitüre

Was ist Semicarbazid?

Semicarbazid entsteht aus Azodicarbonamid, einem Treibmittel, das bei der Herstellung der Deckeldichtungen für vakuumdicht verschlossene glasverpackte Lebensmittel verwendet wurde. Seit 2015 ist die Verwendung von Azodicarbonamid verboten.

Erkenntnisse über die Toxizität von Semicarbazid sind nur unzureichend vorhanden. Selbst bei ungünstigen Ernährungsgewohnheiten und besonders empfindlichen Gruppen (Säuglinge) kann eine akut toxische Wirkung, wie sie im Tierversuch durchaus nachgewiesen wurde, mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden.

Ob die bei Mäusen nachgewiesene Karzinogenität (krebsauslösende Wirkung) bei hohen Dosen auch im niedrigen Dosisbereich relevant werden kann, lässt sich derzeit nicht sicher beantworten. Uneinheitliche Befunde zur mutagenen (erbgutverändernden) Wirkung sprechen zwar eher dagegen, dennoch kann die Substanz auf der Basis des derzeitigen Wissens nicht für unbedenklich erklärt werden. Nach dem Vorsorgeprinzip ist daher die technisch mögliche Minimierung von Semicarbazid in Lebensmitteln anzustreben.

Wo wurde Semicarbazid gefunden?

Semicarbazid war den Lebensmittelbehörden zunächst nur als Abbauprodukt der verbotenen Nitrofuran-Antibiotika in Fleisch bekannt. Mitte 2003 wurde es erstmals in Deckeldichtungen von sogenannten Twist-off-Deckeln vakuumdicht verschlossener Schraubgläser gefunden. Es konnte nachgewiesen werden, dass es auch in die mit den Deckeln in Kontakt stehenden Lebensmittel übergeht. Von verschiedenen Lebensmittelbehörden der EU wurde es in Konzentrationen von bis zu 25 µg/kg in Babynahrung, Fruchtsäften, Konfitüren, Honig, Ketchup und Mayonnaise, eingelegtem und eingemachtem Gemüse sowie Soßen nachgewiesen.

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Allgemeine Informationen zum Thema

Untersuchungsergebnisse zu Semicarbazid in Lebensmitteln

2004