Förderprogramm zur Steigerung der medizinischen Qualität in Bayerischen Kurorten und Heilbädern

Das Förderprogramm unterstützt bayerische hochprädikatisierte Kurorte und Heilbäder sowie anerkannte Heilquellen- und Moorkurbetriebe, den Strukturwandel aktiv zu gestalten. Die zukunftsorientierte Ausrichtung steht dabei im Fokus. Ziel ist es, das eigenständige Gesundheitsprofil durch moderne und neue medizinische Konzepte besonders im Bereich Früherkennung, (betriebliche) Gesundheitsförderung und Prävention, als auch Versorgung zu schärfen sowie die medizinische Qualität im Sinne einer Ergebnisqualität weiter zu verbessern.


Aktuelles

Ambulante Vorsorgeleistung soll Pflichtleistung der Krankenkassen werden

München, 11.06.2021

Der Deutsche Bundestag hat am 11.06.2021 das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) verabschiedet. Dadurch soll die ambulante Vorsorgeleistung nach § 23 Abs. 2 SGB V künftig zur Pflichtleistung der Krankenkassen werden. Versicherte hätten somit einen gesetzlichen Anspruch auf ambulante Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten. Durch die Gesetzesänderung sollen die in den vergangenen Jahren regelmäßigen Rückgänge der ambulanten Vorsorgeleistungen gestoppt werden. Gerade in der Corona-Pandemie zeigte sich wie wichtig Gesundheit, Prävention und Gesundheitsförderung sind. Die Gesetzesänderung soll daher wieder mehr ambulante Vorsorgeleistungen ermöglichen und die Gesundheitsförderung in der Bevölkerung unterstützen. Bayern bietet mit seinen 53 hochprädikatisierten Heilbädern und Kurorten mit unterschiedlichen ortsgebundenen Heilmitteln und ortstypischen Heilverfahren beste Voraussetzungen dafür.
Das Gesetz bedarf noch der Zustimmung durch den Bundesrat am 25.06.2021.

Pressemitteilung des StMGP

Verlängerung der KuHeMo-Förderrichtlinie um zwei Jahre

München, 23.12.2020

Die Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der medizinischen Qualität in den bayerischen hochprädikatisierten Kurorten und Heilbädern sowie anerkannten Heilquellen- und Moorkurbetrieben (KuHeMo-FöR) wurde bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Die Änderungsbekanntmachung zur konsolidierten Förderrichtlinie wurde am 23.12.2020 im Bayerischen Ministerialblatt veröffentlicht. Am 31. Dezember 2020 tritt die Förderrichtlinie in Kraft und ist für weitere zwei Jahre gültig. Sie stellt somit die Fortführung des Förderprogramms ohne Unterbrechung sicher.

Ziel der Förderung ist es, die medizinische Qualität im Sinne einer Ergebnisqualität noch weiter zu verbessern. Hierbei soll stets das ortsgebundene/-spezifische Heilmittel/-verfahren berücksichtigt werden.

Die Kriterien/Indikatoren für die Steigerung der medizinischen Qualität werden maßnahmenspezifisch gemäß den Fachstandards (evidenzbasiert) festgelegt. Beispiele hierfür sind:

  • (Nachhaltige) Verbesserung des Gesundheitszustands, der Lebensqualität, des Wohlbefindens
  • Steigerung der Patientenzufriedenheit
  • Steigerung der Inanspruchnahme von wirksamen präventiven oder therapeutischen Verfahren
  • Entwicklung wirksamer neuer Behandlungsmethoden und gesundheitsfördernder Maßnahmen unter Einbezug des ortsgebundenen/-spezifischen Heilmittels/-verfahrens und deren Evaluation

Weitere Informationen zum KuHeMo-Förderprogramm erhalten Sie weiter unten ab „Ziel/Gegenstand der Förderung“.

Förderprojekt „TANDEM“ ausgezeichnet mit dem 15. Bayerischen Präventionspreis

München, 04.12.2019

Mit dem Bayerischen Präventionspreis werden seit dem Jahr 2002 durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) in Zusammenarbeit mit dem LGL beispielhafte Initiativen und herausragende Projekte im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung ausgezeichnet. Der Preis prämiert besondere Leistungen, fördert innovative Ideen und ihre Umsetzung, gibt Anregungen für neue Aktivitäten und knüpft das landesweite Netzwerk Prävention immer enger.

Der 15. Bayerische Präventionspreis wurde in Übereinstimmung mit den vier Handlungsfeldern des Bayerischen Präventionsplans in den folgenden Kategorien vergeben:

  • Prävention in Familie, Kindertagesstätte und Schule
  • Prävention in Ausbildungsstätte und Betrieb
  • Prävention im Alter
  • Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit

In diesem Jahr haben sich 106 Projekte aus ganz Bayern um den Preis beworben. Die vier ausgezeichneten Projekte erhalten ein Preisgeld in Höhe von je 2.500 Euro.
In der Kategorie „Prävention im Alter“ wurde das Projekt „TANDEM – Trainings- und Erholungstage für Tandems aus pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen im ländlichen Raum“ der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) mit Sitz in Landshut ausgezeichnet. Mit dem TANDEM-Projekt, das im Rahmen des Förderprogramms zur Steigerung der medizinischen Qualität in den bayerischen hochprädikatisierten Kurorten und Heilbädern sowie anerkannten Heilquellen- und Moorkurbetrieben (KuHeMo) gefördert wird, hat die SVLFG ein innovatives Angebot zur Gesundheitsförderung bei pflegenden Angehörigen ins Leben gerufen und somit eine Möglichkeit zur Stärkung einer besonders belasteten Personengruppe geschaffen.

Weitere Informationen zum TANDEM-Projekt erhalten Sie auf der Projekthomepage.

3 Förderprojekte in der Short-List des Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreises

das Bild zeigt das Logo des Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreises

 

München, 18.10.2019

Mit dem Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis werden außergewöhnliche Leistungen im Gesundheits- und Pflegebereich durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ausgezeichnet. Des Weiteren fördert der Preis das Networking der verschiedenen Akteure im Gesundheits- und Pflegewesen und verbreitet innovative Ideen aus diesem Bereich.

2019 wurden 170 Vorschläge eingereicht. Aus diesen hat die Jury eine „Short-List“ von 30 Nominierungen erstellt. Darunter befinden sich 3 Projekte, die im Rahmen des Förderprogramms zur Steigerung der medizinischen Qualität in den bayerischen hochprädikatisierten Kurorten und Heilbädern sowie anerkannten Heilquellen- und Moorkurbetrieben (KuHeMo) gefördert wurden. Diese 3 Projekte sind:

  • Aktiv gegen Erschöpfung und Stress (AGES) – Der Erschöpfung aktiv begegnen – Stress vermeiden, Burnout vorbeugen
  • mammaLIFE – neue Kur und Nachsorge bei Brustkrebs
  • PFLEGEprevent – Entwicklung, Durchführung und Evaluierung eines Präventionsprogrammes für Pflegekräfte

Eine Kurzbeschreibung aller 30 Projekte der „Short-List“ wird in der Broschüre zum Gesundheits- und Pflegepreis 2019 veröffentlicht.


 

Ziel/Gegenstand der Förderung

Ziel der Förderung ist es, die medizinische Qualität im Sinne einer Ergebnisqualität in den folgenden Fördersäulen weiter zu verbessern. Hierbei ist stets das ortgebundene/-spezifische Heilmittel/-verfahren zu berücksichtigen.

Fördersäule KuHeMo-Classic

  • Verbesserung bei der Durchführung von Kuren und medizinisch geprägter Aufenthalte, um den veränderten Anforderungen, Rahmenbedingungen und Erwartungen der Patienten und Teilnehmer gerecht zu werden
  • Ausrichtung der Kurorte und Heilbäder auf Zukunftsthemen in Medizin und Gesundheit (wie z. B. die Zunahme psychischer und körperlicher chronischer Erkrankungen, Multimorbidität, Betriebliches Gesundheitsmanagement und entsprechende Angebote für Selbstständige, Kleinunternehmer und Kleinstunternehmer sowie Angebote für Pflegende/pflegende Angehörige und andere), um neue Gästekreise zu erschließen

Fördersäule KuHeMo-Infrastruktur

  • Förderung von medizinisch-therapeutischen projektbezogenen Infrastrukturmaßnahmen zur Steigerung der medizinischen Qualität

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind:

  • Gemeinden, die über eine Anerkennung gemäß §§ 3 bis 8 der Verordnung über die Anerkennung als Kur- oder Erholungsort und über die Errichtung des Bayerischen Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen (BayAnerkV) vom 17. September 1991 (GVBI S. 343, ber. S. 371, BayRS 2024-1-1-I) verfügen oder die Sitz eines anerkannten Heilquellen- und Moorkurbetriebs gemäß Teil 3 des Amtlichen Verzeichnisses der anerkannten Kur- und Erholungsorte in Bayern oder eines Staatsbads sind (Nr. 1.3.1 der FöR).
  • Juristische Personen in Gemeinden nach Nr.1.3.1 der FöR, die die Kureinrichtungen verwalten (Nr. 1.3.1 der FöR)
  • Unternehmen in Gemeinden nach Nr. 1.3.1 der FöR, die überwiegend Heilverfahren wie z. B. ambulante Vorsorgeleistungen nach § 23 Abs. 2 SGB V durchführen, hierbei das ortsgebundene/-spezifische natürliche Heilmittel oder Naturheilverfahren anwenden und mit den Kostenträgern abrechnen (Nr. 1.3.2 der FöR)
  • Verbände, die mehrheitlich aus Mitgliedern bestehen, die die Voraussetzungen nach Nr. 1.3.1 der FöR erfüllen (Nr. 1.3.3 der FöR)
  • Andere Gebietskörperschaften, Verbände und sonstige Institutionen, deren Aktivitäten Zweck und Gegenstand (Nrn. 1.1 und 1.2 der FöR) der Förderrichtlinie verfolgen (Nr. 1.3.4 der FöR)

Eckpunkte der Förderung

  • Der Durchführungszeitraum beträgt höchstens 36 Monate (3 Jahre).
  • Die Zuwendung beträgt bis zu 70 % der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens jedoch 200.000 Euro.
  • Die Gesamtkosten sind durch den Förderbetrag, Eigenmittel (mind. 10 %) und ggf. Drittmittel zu decken.
  • Eine Förderung wird i. d. R. nur gewährt, wenn die abschließend festgestellten zuwendungsfähigen Gesamtausgaben 25.000 Euro überschreiten (Bagatellgrenze).
  • Abweichend hiervon müssen die zuwendungsfähigen Ausgaben für Hochbaumaßnahmen mindestens 100.000 Euro betragen.
  • Die Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Steigerung der medizinischen Qualität in den bayerischen hochprädikatisierten Kurorten und Heilbädern sowie anerkannten Heilquellen- und Moorkurbetrieben (KuHeMo-FöR) tritt mit Ablauf des 31. Dezember 2022 außer Kraft.

Postkarten: Informationen zum Förderprogramm auf einen Blick

Antragstellung und Bewilligung

Der Antrag ist hier anforderbar.

Folgende Anlagen sind dem Antrag beizulegen:

  • Projektbeschreibung, in der neben Einzelheiten zum Projekt (Titel, Ort, Beginn und Ende) vor allem Hintergrund und Ziele sowie die Bedeutung des Projekts für die medizinische Qualität in den hochprädikatisierten Kurorten und Heilbädern dargestellt werden
  • Erklärung des zuständigen Organs des Zuwendungsempfängers über die Durchführung der Maßnahme
  • Zuwendungsempfänger gemäß Nr. 1.3.2 der FöR: Stellungnahme der jeweiligen Gemeinde
  • Zuwendungsempfänger gemäß Nr. 1.3.4 der FöR: Stellungnahme der Gemeinde nach Nr. 1.3.1 oder des Verbands nach Nr. 1.3.3, deren bzw. dessen Zuständigkeitsbereich durch die beantragte Förderung berührt wird
  • Kosten- und Finanzierungsplan
  • De-minimis-Erklärung des Antragstellers (eine Vorlage ist dem Antragsformular beigefügt)

Im Einzelfall kann die Bewilligungsbehörde auf die Vorlage bestimmter Unterlagen verzichten oder weitere Unterlagen anfordern.

Der Antrag ist beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit einzureichen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist Bewilligungsbehörde.

Kontakt

Kontakt zur Förderstelle KuHeMo – Für fachliche Beratung vor Antragstellung:

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
Sachgebiet GE8: Institut für Evidenzbasierte Kurortmedizin und Gesundheitsförderung (IKOM)

Prinzregentenstraße 6
97688 Bad Kissingen

Telefon: 09131 6808-7220
Telefax: 09131 6808-7209
E-Mail: IKOM@lgl.bayern.de

Kontakt zum Fördersachgebiet – Für zuwendungsrechtliche Belange und Einreichung des Projektantrags:

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
Sachgebiet K1: Rechtsangelegenheiten, Vergabestelle

Prinzregentenstraße 6
97688 Bad Kissingen

Telefax: 09131 6808-7333
E-Mail: KuHeMo-Foerderung@lgl.bayern.de

Sonstige Hinweise

Aufgrund der Komplexität des Antragsverfahrens empfehlen wir allen potenziellen Antragstellern die Beratung des Projektconsultings in Anspruch zu nehmen und vor Einreichung eines Antrags dieses unverbindlich und kostenfrei unter IKOM@lgl.bayern.de zu kontaktieren.

Bitte beachten Sie, dass bereits begonnene Projekte nicht gefördert werden können. Entscheidend hierfür ist der Zeitpunkt der Bewilligung, nicht der Zeitpunkt der Einreichung am LGL.

Aufgrund eines mehrstufigen Begutachtungsverfahrens ist von einer mehrmonatigen Bearbeitungsdauer der Anträge auszugehen. Wir bitten dies bei Ihrer Projektplanung zu berücksichtigen.

Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie im Downloadbereich rechts.