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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Gesundheitsversorgung in Bayern

Der Begriff der Gesundheitsversorgung beinhaltet alle Maßnahmen zum Erhalt, zur Förderung und Wiederherstellung der Gesundheit. Hierunter fallen kurative Interventionen ebenso wie Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention bis hin zur Rehabilitation und Palliativversorgung [1]. Entsprechende Leistungen werden von unterschiedlichen Berufsgruppen und Akteuren im Gesundheitswesen erbracht. Viele Bereiche der Gesundheitsversorgung sind auf gesetzlicher Ebene oder durch untergesetzliche Normen geregelt.

Der demografische Wandel, die steigende Lebenserwartung, medizinische Innovationen sowie gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen im Krankheitsspektrum stellen große Herausforderungen an eine bedarfsgerechte, flächendeckende und wohnortnahe Gesundheitsversorgung in Bayern. Es ist daher erforderlich, die Gesundheitsversorgung mit angemessenen, wirksamen und ökonomisch vertretbaren Maßnahmen weiterzuentwickeln und neue Strategien zu identifizieren.

Die Ebenen und Strukturen der Gesundheitsversorgung in Bayern werden durch das Sachgebiet GE 6 "Versorgungsqualität, Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystemanalyse" in Anlehnung an den Public Health Action Cycle (Problembestimmung, Strategieformulierung, Umsetzung, Bewertung) [2] analysiert. Epidemiologische Methoden dienen der Beschreibung und Analyse der Strukturen und sind Voraussetzung für eine wissensbasierte Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung, um Über-, Unter- und Fehlversorgung zu vermeiden und Chancengleichheit zu ermöglichen. Bei der Betrachtung der Gesundheitsversorgung ist ein zentraler Aspekt die Qualität der Versorgung. Neben der Struktur- und Prozessqualität interessiert insbesondere, in welcher Hinsicht und in welchem Umfang die Patienten profitieren (Ergebnisqualität). Die Bewertung der Versorgungsqualität ist komplex und vielschichtig.

Beratung, Unterstützung und Vernetzung

Das Sachgebiet GE 6 entwickelt gemeinsam mit den Akteuren Strategien und Maßnahmen (weiter), deren Einsatz in der Praxis zur Förderung und nachhaltigen Sicherung der Gesundheit der Bevölkerung Bayerns beitragen. Im Fokus stehen dabei ambulante Strukturen auf den Ebenen Land, Bezirk, Landkreis und Gemeinde. Ferner unterstützt es die an der Gesundheitsversorgung Bayerns beteiligten Akteure durch eine kostenfreie fachliche Beratung im Hinblick auf den Aufbau, die Weiterentwicklung und Vernetzung von Strukturen und steuert Impulse für die Versorgungsgestaltung bei.

In diesem Kontext wurde zum einen die Fachliche Leitstelle zur Beratung und Unterstützung der Gesundheitsregionenplus etabliert. Diese begleitet die Entwicklung der Gesundheitsregionenplus, berät fachlich und fördert den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Gesundheitsregionenplus.

Zum anderen wurde das Kommunalbüro für ärztliche Versorgung eingerichtet, welches das Kompetenzzentrum und Ansprechpartner für Kommunen in Belangen der ärztlichen Versorgung ist. Es berät und unterstützt bayernweit Kommunen hinsichtlich ihrer potentiellen Handlungsoptionen zum Erhalt und zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung im Sinne einer "Hilfe zur Selbsthilfe".

Weiterhin ist die Förderstelle Innovative medizinische Versorgungskonzepte am Kommunalbüro für ärztliche Versorgung angesiedelt. Im Rahmen der Fördersäule Innovative medizinische Versorgungskonzepte bietet die Förderstelle neben Verwaltungsaufgaben potentiellen Antragstellern Hilfestellung bei der Erstellung von Projektanträgen. Zudem gibt sie wichtige Impulse zur Weiterentwicklung der innovativen Versorgungskonzepte.

Gesundheitssystemanalyse und Versorgungsforschung

Wissenschaftliche Grundlage für die Beratungs- und Unterstützungsleistungen ist die Gesundheitssystemanalyse. Sie befasst sich mit dem Bedarf, der Inanspruchnahme, mit Ressourcen, Strukturen, Prozessen und Ergebnissen von systemisch organisierter Gesundheitsförderung, Krankheitsprävention, -bekämpfung und -bewältigung. Gegenstände der Analysen sind Gesundheitssysteme, Subsysteme, Organisationen und Programme auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene [3]. Die Gesundheitssystemanalyse weist dabei große Schnittmengen zur Gesundheitsversorgungsforschung auf.

Primäres Ziel der Versorgungsforschung ist es, Optionen für eine bessere und effizientere Gesundheitsversorgung im Alltag zu entwickeln. Zentrale Fragestellungen der Gesundheitsversorgungsforschung beinhalten unter anderem:

  • die Sicherung und Entwicklung der Versorgungsqualität,
  • die angemessene Erreichbarkeit von Gesundheitsversorgungseinrichtungen,
  • die Verbesserung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit in der ambulanten und stationären Leistungserbringung,
  • die Kooperation der Gesundheitsberufe,
  • die Ermittlung des Fachkräftebedarfs im Gesundheitsbereich,
  • ökonomische Folgeabschätzungen im Bereich der Gesundheit.

Um die Gesundheitsversorgungsforschung weiter zu stärken, hat der Freistaat Bayern beschlossen, eine Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheitsversorgungsforschung (LAGeV) aufzubauen und eine "Informationsplattform Versorgungsforschung" eingerichtet. Im Rahmen der LAGeV werden Kompetenzen von Akteuren des Gesundheitswesens und der Versorgungsforschung gebündelt. Sowohl die LAGeV als auch die Informationsplattform Versorgungsforschung basieren auf einer langfristig angelegten Bayerischen Gesundheitsstrategie zur Gesundheitsversorgungsforschung.

Literatur

[1] Pfaff H: Versorgungsforschung - Begriffsbestimmung, Gegenstand und Aufgaben. In: Pfaff H, Schrappe M, Lauterbach KW, Engelmann U, Halber M (Hrsg.): Gesundheitsversorgung und Disease Management - Grundlagen und Anwendungen der Versorgungsforschung. Bern: Verlag Hans Huber 2003; 13-23.

[2] Rosenbrock R, Hartung S: Public Health Action Cycle/Gesundheitspolitischer Aktionszyklus. 2010. Verfügbar unter: http://www.bzga.de/leitbegriffe/?id=angebote&idx=163&marksuchwort=1 [Stand: 17.06.2015].

[3] Schwartz FW, Busse R: Denken in Zusammenhängen: Gesundheitssystemforschung. In: Schwartz F, Badura B, Leidl R, Raspe H, Siegrist J (Hrsg.): Das Public Health Buch. München: Urban & Fischer 2000; 385-411.

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