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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Tiergesundheit – Aktuelles

Hasenpest in Unterfranken nachgewiesen

Bei mehreren toten Feldhasen in den Landkreisen Bad Kissingen, Haßberge und Würzburg ist eine Infektion mit Tularämie bestätigt. Diese auch als Hasenpest bekannte Krankheit wird von Bakterien verursacht und kann von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Der Erreger kommt vor allem in wildlebenden Tieren vor. Besondere Bedeutung als Reservoir hat in Deutschland vor allem der Feldhase. Eine Übertragung ist auch durch Stechinsekten und insbesondere Zecken möglich. Bei Menschen kann die Krankheit zu grippeartigen Symptomen bis hin zu Lungenentzündungen und Organversagen führen. Die Hasenpest ist zwar mit Antibiotika behandelbar, kann in seltenen Fällen aber auch zum Tod führen. Ansteckungsgefahr besteht vor allem bei intensivem Kontakt mit lebenden oder toten Wildtieren, aber auch durch den Konsum von nicht ausreichend erhitztem Fleisch ist eine Infektion möglich. In Bayern wird das Hasenpestgeschehen vom LGL seit 2007 verfolgt. Seit 2012 besteht eine Kooperation des LGL mit dem Bayerischen Jagdverband in Form eines sogenannten Feldhasenmonitorings. Von den 99 Feldhasen, die das LGL 2018 auf Tularämie untersuchte, waren 18 positiv. Beim Menschen traten 2018 54 Tularämiefälle auf, 20 davon in Bayern. Tot aufgefundene Wildtiere sollten nicht berührt werden. Bitte informieren Sie das zuständige Veterinäramt.

Weitere Informationen:

Blauzungenvirus wieder in Deutschland

Deutschland war von 2012 bis Dezember 2018 offiziell frei von der anzeigepflichtigen Tierseuche „Blauzungenkrankheit (BT)“. Im Dezember 2018 wurden jedoch Fälle von Infektionen mit dem Blauzungenvirus vom Serotyp 8 ( BTV-8) in Baden Württemberg nachgewiesen. Weitere Fälle folgten, zwischenzeitlich wurden auch Infektionen in Rheinland-Pfalz festgestellt. Einige Landkreise Bayerns sind in der Folge von Restriktionen in den gesetzlich vorgeschriebenen 150-km-Zonen um Ausbruchsbetriebe betroffen. Es gelten besondere Vorschriften für das Verbringen empfänglicher Tiere (besonders Rinder, Schafe, Ziegen). Das Virus wird durch blutsaugende Insekten, Gnitzen, übertragen. Eine Gefahr für Menschen besteht nicht.

Weitere Informationen:

Afrikanische Schweinepest auch in Belgien nachgewiesen

Mitte September 2018 meldete Belgien die ersten Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien, etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Damit hat die Tierseuche erneut einen großen Sprung nach Westen gemacht und rückt deutlich näher an Deutschland heran. Die aktuellen ASP-Viren verursachen eine schwere, fast immer tödliche Erkrankung bei Haus- und Wildschweinen. Eine Einschleppung nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit unserer Wild- und Hausschweinebestände und die Landwirtschaft. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht jedoch nicht.

Seit 2014 werden Fälle der ASP aus den baltischen EU-Mitgliedstaaten und Polen bei Wild- und Hausschweinen gemeldet. Bislang konnte die Tierseuche in der Wildschweinpopulation nicht erfolgreich bekämpft werden. Ende Juni 2017 meldete die Tschechische Republik erste Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in der Region Zlín, im Juli 2017 Rumänien Ausbrüche von ASP im Hausschwein und Ende November Polen auch Fälle im Wildschwein in der Region um Warschau. Seit April 2018 ist auch Ungarn betroffen (ebenfalls Wildschweine). In der aktuellen Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Institutes wird das Risiko einer Einschleppung der ASP nach Deutschland daher insgesamt als hoch bewertet. Es besteht insbesondere eine Gefahr der Einschleppung der Tierseuche über Personen und Fahrzeugverkehr nach Deutschland. In nicht gegarten Schweinefleischprodukten wie z. B. Salami oder Schinken bleibt der Erreger lange infektiös und kann bei unachtsamer Entsorgung von Speiseabfällen zur Infektion von Wildschweinen führen. Erhöhte Wachsamkeit ist daher nicht nur für Schweinehalter, Jäger oder Tierärzte sondern insgesamt wichtig. Wir bitten auch um die Meldung tot aufgefundener Wildschweine an die zuständigen Behörden, damit eine Untersuchung veranlasst werden kann.

Nachweis von Hämorrhagischer Septikämie bei Wildtieren in Nordbayern

In zwei Wildgehegen in Nordbayern verendeten zwischen Ende Juni und Anfang September 2017 mehrere Wildschweine und zum Teil auch Wildwiederkäuer (Damwild, Rotwild) sowie zwei Jungrinder eines benachbarten Milchviehbestandes innerhalb eines bzw. weniger Tage an Hämorrhagischer Septikämie (HS). Die bakteriologische Untersuchung der Organe erbrachte ein starkes Wachstum von Pasteurella multocida in sämtlichen untersuchten Organen. Eine weitere molekularbiologische Differenzierung der Bakterienisolate am Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) und am Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) ergab Pasteurella multocida Kapseltyp B mit HS-typischen Gensequenzen.

Tiergesundheit – Themen

Die Aufgaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf dem Gebiet der Tiergesundheit umfassen die Diagnostik von Tierkrankheiten, deren Prävention und Bekämpfung, den Tierschutz sowie die Überwachung des Verkehrs mit Tierarzneimitteln. Der diagnostische Bereich deckt neben der pathologischen Untersuchung mit dem Schwerpunkt auf landwirtschaftlichen Nutztieren ein breites Spektrum an Virusinfektionen, bakteriellen Erkrankungen und Pilzerkrankungen sowie Parasitosen ab. Daneben erreichen das LGL Aufträge aus dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutzt (StMUV) sowie Anfragen und Bitten um Unterstützung von den Regierungen und Veterinärämtern. Die Überwachung des Tierarzneimittelverkehrs bei Lebensmittel liefernden Tieren steht insbesondere aufgrund der möglichen Auswirkungen auf die Qualität der Lebensmittel und damit auf die Verbrauchergesundheit im öffentlichen Interesse. Auf dem Gebiet des Tierschutzes ist das Fachwissen des LGL bei der Beurteilung von Tierhaltungen und im Zusammenhang mit weiteren tierschutzrechtlichen Fragestellungen wie dem Tiertransport, dem Handel mit Tieren und der Tiertötung gefragt. Die Prävention von Tierseuchen wird vorrangig unterstützt. Im Tierseuchen-Verdachtsfall und bei Ausbrüchen ist die schnelle und sichere Diagnostik essenziell für eine gezielte Bekämpfung. Die Aktivitäten des LGL sollen die durch Tierseuchen bedingten wirtschaftlichen Schäden möglichst gering halten. Des Weiteren hat das LGL eine wichtige Funktion in der amtlichen Futtermittelüberwachung, unter anderem durch die behördlich angeordnete Untersuchung von Futtermittelproben und die Erstellung von Gutachten für das StMUV und die Regierung von Oberbayern.