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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Tiergesundheit – Aktuelles

Afrikanische Schweinepest in der Tschechischen Republik

Ende Juni 2017 meldete die Tschechische Republik erste Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in der Region Zlín im Osten des Landes. Damit rückt die Tierseuche deutlich näher an Deutschland und Bayern heran. Die aktuellen ASP-Viren verursachen eine schwere, fast immer tödliche Erkrankung bei Haus- und Wildschweinen. Eine Einschleppung nach Deutschland hätte schwere Folgen für die Gesundheit unserer Wild- und Hausschweinebestände und die Landwirtschaft. Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht jedoch nicht.

Seit 2014 werden Fälle der ASP aus den baltischen EU-Mitgliedstaaten und Polen bei Wild- und Hausschweinen gemeldet. Bislang konnte die Tierseuche in der Wildschweinpopulation nicht erfolgreich bekämpft werden. In den letzten Wochen haben auch die Ausbrüche bei Hausschweinen in Polen weiter zugenommen. Ende Juli 2017 meldete auch Rumänien die ASP im Hausschwein. In der aktuellen Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Institutes wird das Risiko einer Einschleppung der ASP nach Deutschland daher insgesamt als hoch bewertet. Es besteht insbesondere eine Gefahr der Einschleppung der Tierseuche über Personen und Fahrzeugverkehr nach Deutschland. In nicht gegarten Schweinefleischprodukten wie z.B. Salami oder Schinken bleibt der Erreger lange infektiös und kann bei unachtsamer Entsorgung von Speiseabfällen zur Infektion von Wildschweinen führen. Erhöhte Wachsamkeit ist daher nicht nur für Schweinehalter, Jäger oder Tierärzte sondern insgesamt wichtig. Wir bitten auch um die Meldung tot aufgefundener Wildschweine an die zuständigen Behörden, damit eine Untersuchung veranlasst werden kann.

Nachweis von Hämorrhagischer Septikämie bei Wildtieren in Nordbayern

In zwei Wildgehegen in Nordbayern verendeten zwischen Ende Juni und Anfang September 2017 mehrere Wildschweine und zum Teil auch Wildwiederkäuer (Damwild, Rotwild) sowie zwei Jungrinder eines benachbarten Milchviehbestandes innerhalb eines bzw. weniger Tage an Hämorrhagischer Septikämie (HS). Die bakteriologische Untersuchung der Organe erbrachte ein starkes Wachstum von Pasteurella multocida in sämtlichen untersuchten Organen. Eine weitere molekularbiologische Differenzierung der Bakterienisolate am Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) und am Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) ergab Pasteurella multocida Kapseltyp B mit HS-typischen Gensequenzen.

Tiergesundheit – Themen

Die Aufgaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf dem Gebiet der Tiergesundheit umfassen die Diagnostik von Tierkrankheiten, deren Prävention und Bekämpfung, den Tierschutz sowie die Überwachung des Verkehrs mit Tierarzneimitteln. Der diagnostische Bereich deckt neben der pathologischen Untersuchung mit dem Schwerpunkt auf landwirtschaftlichen Nutztieren ein breites Spektrum an Virusinfektionen, bakteriellen Erkrankungen und Pilzerkrankungen sowie Parasitosen ab. Daneben erreichen das LGL Aufträge aus dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutzt (StMUV) sowie Anfragen und Bitten um Unterstützung von den Regierungen und Veterinärämtern. Die Überwachung des Tierarzneimittelverkehrs bei Lebensmittel liefernden Tieren steht insbesondere aufgrund der möglichen Auswirkungen auf die Qualität der Lebensmittel und damit auf die Verbrauchergesundheit im öffentlichen Interesse. Auf dem Gebiet des Tierschutzes ist das Fachwissen des LGL bei der Beurteilung von Tierhaltungen und im Zusammenhang mit weiteren tierschutzrechtlichen Fragestellungen wie dem Tiertransport, dem Handel mit Tieren und der Tiertötung gefragt. Die Prävention von Tierseuchen wird vorrangig unterstützt. Im Tierseuchen-Verdachtsfall und bei Ausbrüchen ist die schnelle und sichere Diagnostik essenziell für eine gezielte Bekämpfung. Die Aktivitäten des LGL sollen die durch Tierseuchen bedingten wirtschaftlichen Schäden möglichst gering halten. Des Weiteren hat das LGL eine wichtige Funktion in der amtlichen Futtermittelüberwachung, unter anderem durch die behördlich angeordnete Untersuchung von Futtermittelproben und die Erstellung von Gutachten für das StMUV und die Regierung von Oberbayern.