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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Tierärztliches Dispensierrecht

Das tierärztliche Dispensierrecht ermöglicht es Tierärzten, in Ausnahme von dem ansonsten geltenden Apothekenmonopol, Arzneimittel

  • direkt vom Hersteller oder Großhändler zu beziehen
  • an Tierhalter abzugeben
  • zu diesem Zweck vorrätig zu halten und
  • in beschränktem Umfang herzustellen.

Das Dispensierrecht ist dabei zwingend an eine tierärztliche Behandlung der Tiere, bei denen die Arzneimittel zur Anwendung kommen, gebunden. Der Tierarzt darf Arzneimittel also nur insoweit und nur in einer Menge verschreiben oder abgeben, wie es für die jeweilige Behandlung der von ihm betreuten Tiere erforderlich ist. Die Nutzung des tierärztlichen Dispensierrechts bedingt den Betrieb einer tierärztlichen Hausapotheke, die beim zuständigen Veterinäramt angezeigt werden muss und von diesem in regelmäßigen Abständen kontrolliert wird.

Im Rahmen des Betriebs seiner tierärztlichen Hausapotheke hat der Tierarzt eine Reihe von Vorschriften einzuhalten. Diese sind sowohl im Arzneimittelgesetz als auch in weiterführenden Regelungen wie z. B. der Verordnung über tierärztliche Hausapotheken festgehalten. Es finden sich hier unter anderem Vorgaben zur räumlichen Einrichtung einer tierärztlichen Hausapotheke sowie zur Herstellung, Prüfung und Lagerung von Arzneimitteln. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass sich nur einwandfrei beschaffene Arzneimittel in Händen des Tierarztes befinden bzw. von ihm abgegeben werden. Auch definiert der Gesetzgeber, welche Anforderungen er an die tierärztliche Behandlung als Voraussetzung für eine Arzneimittelabgabe stellt. So wird verlangt, dass eine nach dem Stand der veterinärmedizinischen Wissenschaft angemessene Untersuchung der Tiere erfolgt und der Tierarzt den Arzneimitteleinsatz wie auch den Behandlungserfolg kontrolliert.

Eine weitere Vorgabe, die der Tierarzt zu beachten hat, betrifft die Auswahl des Arzneimittels zur Behandlung. Die eingesetzten Arzneimittel müssen grundsätzlich für die behandelte Tierart und für die zu behandelnde Krankheit zugelassen sein. Erst im Fall eines Therapienotstandes, bei dem kein den genannten Kriterien entsprechendes Arzneimittel verfügbar ist, darf der Tierarzt auf andere Arzneimittel ausweichen. Bei dieser sogenannten Umwidmung von Arzneimitteln ist der Tierarzt an die rechtlich vorgegebene Umwidmungskaskade gebunden. Nach dieser muss er vorrangig in Deutschland zugelassene Tierarzneimittel einsetzen, bevor er z. B. auf in Deutschland zugelassene Arzneimittel für Menschen oder europäische Tierarzneimittel ausweichen darf.

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