Zulassung von Tierarzneimitteln

Es ist selbstverständlich, dass auch für kranke Tiere Arzneimittel zur Behandlung zur Verfügung stehen müssen. Dafür wurden von der Industrie verschiedene Medikamente speziell für Tiere entwickelt, welche die Eigenheiten der betreffenden Tierart und deren Krankheiten berücksichtigen.

Arzneimittel für Tiere müssen ebenso wie Arzneimittel für Menschen zugelassen werden. Hierfür sind viele Prüfungen durchzuführen, in denen das jeweilige Präparat auf seine Wirksamkeit, Verträglichkeit und Unbedenklichkeit getestet wird.

Für jede Tierart sind eigene Tests erforderlich, z. B. um die jeweils geeignete Dosierung festzulegen. Dabei werden nicht nur anatomische oder physiologische Besonderheiten der verschiedenen Tierarten berücksichtigt, sondern z. B. auch das Alter des Tieres, das möglicherweise einen Dosierungsunterschied bedingt. Nicht zuletzt ist auch das arttypische Verhalten der jeweiligen Tierart zu berücksichtigen. Beispielsweise reinigen sich Katzen durch Belecken des Fells und sind daher einer erhöhten Vergiftungsgefahr durch äußerlich angewandte Arzneimittel ausgesetzt. Im Rahmen der Zulassung von Arzneimitteln für Lebensmittel liefernde Tiere muss der Hersteller zudem auch die Verstoffwechslung der Wirkstoffe im Tier überprüfen.

Die aus diesen Untersuchungen, sogenannten Rückstandsprüfungen, gewonnenen Kenntnisse lassen einen Rückschluss auf die Wartezeit zu, die nach der letzten Anwendung eines Arzneimittels einzuhalten ist, bevor Lebensmittel von dem behandelten Tier gewonnen werden dürfen. Die Wartezeit dient dazu, den Verbraucher vor Tierarzneimittelrückständen in Lebensmitteln zu schützen.

Die für die Zulassung durchzuführenden Prüfungen sind mit hohen Kosten verbunden. Daher gibt es für bestimmte, selten auftretende Erkrankungen (englisch: minor uses) oder Tierarten, für deren Behandlung kein ausreichend großer Absatzmarkt für Arzneimittel gegeben ist (englisch: minor species), kaum geeignete zugelassene Arzneimittel. Zu diesen Tierarten gehören Heimtiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster, aber auch Nutztierarten wie Ziegen, Schafe, Fische oder Bienen.

Das bedeutet aber nicht, dass für diese Tiere keine Arzneimittel zur Verfügung stehen, um ihre Krankheiten lindern oder heilen zu können. In bestimmten Fällen erlaubt das Arzneimittelrecht dem Tierarzt auch nicht für die entsprechende Tierart zugelassene Arzneimittel anzuwenden. Diese Fälle sind im Arzneimittelgesetz streng reglementiert.

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