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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Frühwarnsystem zur Erkennung von lebensmittelbedingten Risiken

Am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wird seit Februar 2014 das Projekt "System zur Früherkennung von bzw. Frühwarnung vor Risiken für die Lebensmittelsicherheit - Projekt zum Schutz der Verbraucher vor gesundheitlichen Schäden sowie vor Täuschung im Umgang mit Lebensmitteln" durchgeführt. Dieses Projekt wird mit Geldern des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) gefördert.

Das Projekt zielt darauf ab, mögliche Gefahren für die Lebensmittelsicherheit bzw. Betrugsrisiken frühzeitig zu identifizieren. Es soll die Möglichkeit eröffnet werden, präventiv zu agieren, so dass mögliche Risiken für den Verbraucher auf ein minimales Maß begrenzt werden. Über den risikoorientierten Ansatz der Lebensmittelüberwachung hinausgehend, sollen dabei auch Einflussfaktoren wie die Veränderung von Warenströmen und Preisen oder umwelt- bzw. witterungsbedingte Ernteausfälle etc. verstärkt in den Fokus genommen werden. Dadurch sollen künftige Risiken für die Lebensmittelsicherheit bzw. Betrugsrisiken möglichst frühzeitig eingegrenzt oder idealerweise verhindert werden.

Das rechtzeitige Erkennen einer potentiellen Gefahr für den Verbraucher ist essentiell für den Erfolg eines Frühwarnsystems. Um Informationen möglichst frühzeitig zu erhalten, ist ein intensiver Informationsaustausch innerhalb des LGL, aber auch mit anderen Behörden, der Wirtschaft und der Wissenschaft grundlegend. Im Rahmen des Projektes werden die folgenden Ansätze zur Informationsbeschaffung verfolgt:

  • Systematische Auswertung von vorhandenen Daten, z. B. aus der Lebensmittelüberwachung, um Trends und Signale zu erfassen und Gefahren für den Verbraucher somit schnellstmöglich zu erkennen.
  • Identifizierung und Auswertung von Einflussfaktoren, die eine Gesundheits- oder Betrugsgefahr für den Verbraucher bewirken könnten. Mögliche Faktoren sind beispielsweise Änderungen in wirtschaftlichen oder rechtlichen Rahmenbedingungen, Witterungsveränderungen, Veränderungen in Bevölkerungsentwicklung und Verzehrsgewohnheiten.
  • Aufbau von Netzwerken mit Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden, um Informationen zu möglichen Gefahren für den Verbraucher entlang der gesamten Lebensmittelproduktion (farm-to-fork) zu erhalten. Dazu ist der Informationsaustausch zwischen der Lebensmittelüberwachung und angrenzenden Bereichen (z. B. Landwirtschaft, Tiergesundheit, Futtermittel, Umweltbereich, Lebensmittelwirtschaft) von großer Wichtigkeit. Die jeweiligen Akteure verfügen dabei über unterschiedliches Spezialwissen und spezifische Informationsquellen, z. B. Einsicht in Warenströme, Marktentwicklungen, Ergebnisse aus Lebensmittel-Untersuchungen oder neue wissenschaftliche Erkenntnisse.

Die so gewonnenen Informationen werden nach weiterführenden Recherchen und einer ersten Expertenabschätzung mit Hilfe einer Risikomatrix hinsichtlich ihres Gesundheits- bzw. Betrugsrisikos bewertet. Bei hinreichendem Verdacht auf ein Gesundheits- oder Betrugsrisiko werden am LGL Expertengruppen eingerichtet, die das Thema vertieft bearbeiten. Erhärtet sich ein Verdacht, können sich zur Abklärung gezielte Probennahmen und/oder Betriebskontrollen durch die zuständigen Behörden anschließen. Dabei können sich die Kontrollen auf bestimmte Branchen, Rohstoffe, Technologien etc. oder auf einzelne Betriebe beziehen. Bestätigt sich der Verdacht auf ein Gesundheits- oder Betrugsrisiko, so werden unmittelbar die zuständigen Behörden informiert und alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um z. B. das betroffene Lebensmittel vom Markt zu nehmen oder den Verbraucher in anderer Form zu schützen.

Wenn Sie Informationen zu Veränderungen in der Lebensmittelproduktion oder bei relevanten Einflussfaktoren haben, die zu Gesundheitsgefahren oder zu einem möglichen Betrugsrisiko führen können, schreiben Sie eine Mail an fruehwarnung@lgl.bayern.de.