Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Aufgaben/Zuständigkeiten

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist die zentrale Fachbehörde für den gesundheitlichen Verbraucherschutz in Bayern. Das LGL nimmt als interdisziplinäre Fachbehörde eine Vielzahl von Aufgaben wahr:

Untersuchungen

Reagenzgläser mit verschiedenfarbigen Flüssigkeiten

Das LGL untersucht Lebens- und Futtermittel auf Authentizität und Herkunft, auf Rückstände und Kontaminanten, auf gesundheitliche Risiken, korrekte Kennzeichnung und Zusammensetzung. Die mehreren hunderttausend Untersuchungen jährlich sollen helfen, mögliche Risiken für die Bevölkerung vorausschauend einzuschätzen und zwischen berechtigten und unnötigen Befürchtungen zu differenzieren.

Neben den klassischen Laboranalysen untersucht das LGL auch die gesundheitliche Situation der Bevölkerung in Bayern, erhebt Daten zur Beschreibung bzw. Überwachung von Risiken, die auf die menschliche Gesundheit wirken und entwickelt und bewertet Präventions- und Handlungskonzepte.

Das LGL untersucht auch Tiere auf Parasiten, Bakterien und Viren. Es forscht nach Tierseuchenerregern, entwickelt Impfstoffe zur Verhinderung von Krankheiten und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Tiergesundheit.

Außerdem untersucht das LGL die Sicherheit von Produkten, wirkt präventiv mit bei der Erhaltung der Gesundheit und Sicherheit im Arbeitsleben und schafft die fachliche Grundlage für die Arbeit der Gewerbeaufsicht.

Die über 1.100 Mitarbeiter des LGL unterstützen die bayerischen Vollzugsbehörden der amtlichen Lebensmittelüberwachung, des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, des amtlichen Veterinärwesens, des Arbeitsschutzes und der Marktüberwachung.

Projekt- und Forschungsarbeit

Das Landesinstitut für Lebensmittel, Lebensmittelhygiene und Kosmetische Mittel (LH), die Landesinstitute Tiergesundheit I (TGI) und Tiergesundheit II (TG II), das Landesinstitut für Gesundheit (GE), das Landesinstitut Arbeitsschutz und Produktsicherheit; umweltbezogener Gesundheitsschutz (AP) sowie das Landesinstitut Rückstände, Kontaminanten und Bedarfsgegenstände (RK) betreiben anwendungsorientierte Forschung. Sie sind wissenschaftlich ausgerichtet und decken das gesamte Spektrum von der Ermittlung des Forschungsbedarfs über die Durchführung eigener Projekte bis zur Beteiligung an Forschungsprojekten Dritter ab. Das LGL ist dadurch wichtiger Impulsgeber für Themen im Bereich Gesundheit und Verbraucherschutz in Bayern. Das LGL bildet Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und Hochschulen und ist damit stark in wissenschaftliche Netzwerke eingebunden.

Risikoanalyse, Risikomanagement und Risikokommunikation

Die Labore der Landesinstitute am LGL untersuchen jedes Jahr mehr als 80.000 Proben: von A wie Aromastoffe über P wie Pflanzenschutzmittel bis Z wie Zoonosen. Zu den wichtigsten Untersuchungen zählt die Überwachung von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen. Darüber hinaus ist das LGL Kontaktstelle Bayerns für alle Meldungen im Rahmen des EU-Schnellwarnsystems für Lebens- und Futtermittel.
Die Abteilung Planung und Lenkung Lebensmittelsicherheit (PL) unterstützt die Kreisverwaltungsbehörden bei Kontrollaufgaben. Darüber hinaus werden übergeordnete Aufgaben wie zum Beispiel die Einrichtung einer Fachgruppe Zoonosen und die Entwicklung eines Kontrollplans Bayern übernommen.
PL wertet interne und externe Informationen zur Lebensmittelsicherheit mit dem Ziel aus, frühzeitig potenzielle Risiken zu erkennen und zu bewerten und stellt so ein noch schnelleres und effektiveres Risikomanagement sicher.

Weiterer Baustein des Risikomanagements ist die Gutachtertätigkeit. Die Fachkollegen des LGL schreiben Gutachten für das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV), die Regierungen und die Behörden in den Landkreisen und kreisfreien Städten vor Ort und bilden damit eine Schnittstelle zum Vollzug. Allein im Bereich der Lebensmittelüberwachung erstellt das LGL Jahr für Jahr rund 75.000 Gutachten.


Für ein verlässliches und effektives System des Risikomanagements steht außerdem die Stabsstelle Präsidialbüro, Koordination und Strategie. Neben der Risikoabschätzung und -kommunikation ist hier auch der Bereich Forschungskoordination angesiedelt. Zur Risikokommunikation gehört die fachlich fundierte und verlässliche Information von Behörden, Verbrauchern, Verbänden und Medien durch Pressemitteilungen, Jahresberichte, Internet, Newsletter, Veranstaltungen und Fachpublikationen.

Überwachung

Das LGL überprüft Untersuchungslabore für Trinkwasser und ist in Bayern "Unabhängige Stelle" nach der Trinkwasserverordnung.

Das LGL führt den größten Teil der Blutalkoholuntersuchungen in Bayern durch. Jedes Jahr werden mehrere Tausend Blutproben untersucht.

Das LGL überprüft Laboratorien (Prüfeinrichtungen), erteilt Bescheinigungen für Gute Laborpraxis (GLP) und stellt Informationen für Laboratorien (Prüfeinrichtungen) zur Verfügung.

Die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) ist dem LGL nachgeordnet und zur Aufsicht unterstellt (vgl. Art. 5a Abs. 1 GDVG).

Darüber hinaus übt das LGL für bestimmte gesetzliche Aufgaben (§ 11 Abs. 3 GesVSV) auch die Fachaufsicht über die Kreisverwaltungsbehörden (KVB) aus. Hierbei handelt es sich um solche Aufgaben, bei denen eine enge Zusammenarbeit zwischen der KBLV und den KVB) erforderlich ist bzw. eine gesetzliche Aufgabe arbeitsteilig wahrgenommen wird.

Aus- und Fortbildung

Die Akademie für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (AGL) im LGL bietet ein umfassendes Programm zur Aus-, Fort- und Weiterbildung für den öffentlichen Gesundheits- und Veterinärdienst, die Lebensmittelüberwachung und die Gewerbeaufsicht.