Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Umweltmedizin

Die Umweltmedizin ist ein interdisziplinäres Querschnittsfach und befasst sich in Theorie und Praxis mit den gesundheitsbezogenen Aspekten der Mensch-Umwelt-Beziehung.

Unterschieden werden umweltbedingte, d. h. durch Umweltfaktoren verursachte Erkrankungen und Gesundheitsbeschwerden, sowie umweltbezogene, d.h. durch Umweltfaktoren mitbeeinflusste Beschwerdebilder. Zu den Symptomkomplexen, bei denen von den Betroffenen oft eine umweltmedizinische Ursache vermutet wird, zählen zum Beispiel die Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS), die Elektrosensibilität (EHS) sowie das Sick Building Syndrom (SBS).

Arbeitsschwerpunkte der Umweltmedizin betreffen u.a. die

  • Abschätzung und Bewertung umweltbedingter und -bezogener Gesundheitsrisiken
  • vergleichende Risikoanalyse und -bewertung sowie die Risikokommunikation
  • die Erarbeitung wissenschaftlicher Grundlagen für eine gesundheitsförderliche Gestaltung der Umwelt
  • Ableitung von Präventionsstrategien
  • Begutachtung von (Anlagen)-Immissionen mit umweltmedizinischer Relevanz

Im Vordergrund der praktischen Umweltmedizin steht die Diagnose, Behandlung und Prävention von Krankheiten, die mit biologischen, chemischen und bzw. oder physikalischen Umweltfaktoren in Verbindung gebracht werden:

Arbeitsschwerpunkte der praktischen Umweltmedizin betreffen u.a. die

  • individualmedizinische Expositionsermittlung
  • interdisziplinäre Diagnostik
  • individualmedizinische Beratung und Betreuung
  • individualmedizinische Begutachtung

Betroffene Patient*innen in Bayern können sich für die individuelle Beratung bei umweltmedizinischen Fragestellungen an die folgenden umweltmedizinischen Ambulanzen an universitären Fachzentren wenden:

Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial und Umweltmedizin,
Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München
Pettenkoferstr. 8a
80336 München
Institut für Umweltmedizin,
Universitätsklinikum Augsburg
Stenglinstraße 2
86156 Augsburg
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin,
Klinikum der Universität Erlangen-Nürnberg
Henkestraße 9-11
91054 Erlangen

Da bei der Versorgung von Patient*innen mit vermuteten umweltmedizinischen Beschwerdebildern und Patient*innen mit Myalgischer Encephalomyelitis/ Chronic Fatigue Syndrom (ME/CFS) Übereinstimmungen vorliegen, werden an dieser Stelle die Anlaufstellen für ME/CFS-Betroffene mit angeführt.
Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene:

MRI Chronisches Fatigue Centrum (MCFC)
Parzivalstraße 16
80804 München

Betroffene Erwachsene mit Verdacht auf können sich an das Charité Fatigue Centrum der Universitätsmedizin Berlin wenden. Dem LGL ist keine vergleichbare Einrichtung für Erwachsene in Bayern für dieses Beschwerdebild bekannt.

Charité Fatigue Centrum Campus
Virchow-Klinikum
Augustenburger Platz 1 (Geländeadresse Südstr. 2)
13353 Berlin

Interessierten Personen wird empfohlen, sich bei der jeweiligen Anlaufstelle zu erkundigen, welche Unterlagen für eine Vorstellung benötigt werden.