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  • Futtertiere

    Sogenannte Futtertiere werden insbesondere für carnivore (fleischfressende) Terrarientiere gezüchtet und gehalten. Verfüttert werden überwiegend wirbellose Tiere (z. B. Insekten, Mehlwürmer), aber auch Säugetiere (Mäuse, Ratten, Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen). Terrarianer betreiben entweder eigene kleine Futtertierzuchten oder erwerben die zur Verfütterung bestimmten Tiere bei gewerbsmäßigen Züchtern (Internethandel), auf Börsen und in Zoofachgeschäften. Die Tiere werden je nachdem lebend oder tot (tiefgefroren) vermarktet. Bei Haltung und Tötung der zur Verfütterung vorgesehenen Tiere gibt es teilweise erhebliche Tierschutzmängel, da die Tiere oft als "Tiere Zweiter Klasse" gelten.

    Unabhängig davon, ob es sich um Wirbellose oder Wirbeltiere handelt, gilt für diese Tiere, dass ihnen niemand ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf (§ 1 Tierschutzgesetz). § 2 Tierschutzgesetz besagt weiterhin, dass, wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen muss und die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken darf, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Rechtmäßig ist die Tötung dieser Tiere, weil das Verfüttern an ein anderes Tier als "vernünftiger Grund" im Sinne des Tierschutzgesetzes angesehen wird.

    Größtmöglicher Wert ist jedoch auf eine tierschutzgerechte Tötung zu legen, damit den Tieren nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen und Leiden entstehen. Hinsichtlich der Haltung ist zu betonen, dass ein vernünftiger Grund, der teilweise massive Einschränkungen der Lebensansprüche der Tiere bei der Haltung im Versuchstierbereich (Standardisierung) rechtfertigen kann, bei der Haltung und Zucht von Futtertieren nicht vorliegt.

    Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmmittelsicherheit (LGL) hat zum Fragenkomplex des Umgangs mit Futtertieren in der Terraristik Veröffentlichungen in zwei Zeitschriften erstellt, die Behörden und Tierhaltern eine konkrete Hilfestellung geben sollen.

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