FAQs zum Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) (African swine fever)

Was ist die Afrikanische Schweinepest und welche Tiere sind betroffen?

  • Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine virusbedingte Infektionskrankheit. Sie betrifft ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine).
  • Die Übertragung erfolgt entweder direkt von Tier zu Tier oder indirekt z. B. über kontaminierte Gegenstände. Insbesondere Speiseabfälle aus nicht gegarten Schweineprodukten (z. B. Salami, Rohschinken) stellen eine mögliche Infektionsquelle dar.
  • Eine Infektion anderer Tiere, wie zum Beispiel Jagdhunde, findet nicht statt.

Ist die ASP für den Menschen gefährlich?

Eine Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht nicht, auch nicht durch den Verzehr von Schweinefleisch. Das Virus infiziert nur Schweine.

Darf ich noch in den Wald gehen und Pilze sammeln?

Ja. Die allgemein gebotene Vorsicht gegenüber Wildtieren ist jedoch zu beachten. Im Falle eines Ausbruchs der ASP beim Wildschwein können im Rahmen der Tierseuchenbekämpfung für bestimmte Bereiche ggf. Betretungsverbote angeordnet werden. Solche Bereiche würden allerdings klar abgegrenzt und deutlich gekennzeichnet sein.

Was mache ich, wenn ich ein verendetes Wildschwein finde?

Berühren Sie den Kadaver nicht, prägen Sie sich den Fundort gut ein und melden Sie den Fund dem zuständigen Veterinäramt.

Wo ist die ASP schon ausgebrochen?

  • Die Afrikanische Schweinepest ist bisher in Deutschland noch nie aufgetreten.
  • Das eigentliche Hauptverbreitungsgebiet der ASP sind afrikanische Länder südlich der Sahara. Vermutlich wurde die ASP von Afrika aus nach Georgien eingeschleppt. Im Juni 2007 wurden die ersten ASP-Ausbrüche aus Georgien gemeldet. In der nachfolgenden Zeit breitete sich die ASP von dort weiter nach Russland und Osteuropa aus.
  • Seit 2014 tritt die Afrikanischen Schweinepest auch in den baltischen Staaten und Polen auf. Im Jahr 2017 wurden erste ASP-Fälle in der Tschechischen Republik, Moldawien und in Rumänien festgestellt, 2018 kamen Fälle in Ungarn, Bulgarien und Belgien hinzu. Bisher konnte die ASP nur in der Tschechischen Republik erfolgreich bekämpft werden.
  • Seit Ende 2019 breitet sich dieASP in Polen nach Westen hin aus und rückt damit immer näher an Deutschland heran.
  • In China und Südostasien breitet sich die ASP seit 2018 ebenfalls weiter aus.
  • Die Afrikanische Schweinepest wurde 1978 nach Sardinien eingeschleppt und tritt seitdem immer wieder bei Haus- und Wildschweinen auf. Das Seuchengeschehen konnte dort lokal begrenzt werden.

Wie ist ASP bei erkrankten Tieren (Wild- und Hausschweine) zu erkennen?

  • Die klinischen Erscheinungen können deutlich variieren. Bei Hausschweinen und bei europäischem Schwarzwild führt die Infektion mit den aktuell in Europa auftretenden Stämmen jedoch bei Ersteintrag zu sehr schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen. Durchfall und Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall, Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere können eine verringerte Fluchtbereitschaft ("Liegenbleiben in der Suhle") zeigen oder andere Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit. Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen und Geschlechter gleichermaßen und führt in nahezu allen Fällen zum Tod des Tieres innerhalb von sieben bis zehn Tagen.
  • Beim Aufbrechen der Stücke sollte auf vergrößerte, "blutige" Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden. Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum gefüllt. Das Fehlen solcher Auffälligkeiten erlaubt jedoch nicht einen Ausschluss der ASP.
  • Beim Hausschwein können Blauverfärbungen beobachtet werden.
  • Beim Vorliegen solcher nicht zu erklärenden, unspezifischen Symptome oder vermehrter Verluste im Bestand sollte die zuständige Behörde (Veterinäramt) informiert werden.

Wie wird ASP verbreitet?

Die Übertragung und Weiterverbreitung erfolgt entweder direkt von Tier zu Tier, insbesondere Blut ist sehr ansteckend, oder indirekt z. B. über kontaminierte Gegenstände. Speiseabfälle aus nicht gegarten Schweineprodukten (z. B.. Salami, Rohschinken) stellen eine mögliche Infektionsquelle dar.

Wer ist in Deutschland für vorbeugende Maßnahmen und im Falle eines Ausbruchs für die Bekämpfung der afrikanischen Schweinepest zuständig?

  • Erster Ansprechpartner vor Ort ist jeweils die zuständige Kreisverwaltungsbehörde (Veterinäramt).
  • Für die Festlegung bestimmter Restriktionsgebiete und Maßnahmen im Falle eines ASP-Ausbruchs beim Wildschwein sind in Bayern auch die jeweiligen Regierungen zuständig.

Wie und wo wird der Erreger nachgewiesen?

  • Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) kann das Erreger-Genom (ASFV-Genom) mithilfe eines spezifischen PCR-Verfahrens aus diagnostischen Proben aus dem Inland nachweisen.
  • Positive oder fragliche Befunde müssen am Nationalen Referenzlabor für ASP, dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Südufer 10, 17493 Greifswald-Insel Riems, abgeklärt werden.

Was passiert, wenn die ASP in Deutschland festgestellt wird?

  • Die entsprechenden europäischen und nationalen Rechtsvorschriften geben den rechtlichen Rahmen der Bekämpfung vor, u. a. die Verordnung zum Schutz gegen die Schweinepest und die Afrikanische Schweinepest (Schweinepest-Verordnung).
  • Beim Ausbruch in Hausschweinebeständen müssten alle Schweine der betroffenen Bestände getötet und unschädlich beseitigt werden. Es besteht ein Therapieverbot für an ASP erkrankte Tiere.
  • Im Falle eines ASP-Ausbruchs beim Wildschwein werden großflächige Restriktionszonen (gefährdetes Gebiet, Pufferzone) eingerichtet. Das Verbringen von Schweinen und Schweinefleischprodukten in und aus Restriktionszonen ist strikt reglementiert.
  • Maßnahmen zur Prävention und das Vorgehen bei einem ASP-Ausbruch sind in Bayern im ASP-Rahmenplan geregelt.

Sind im Falle des Ausbruchs von ASP Restriktionen für Milcherzeuger zu befürchten?

  • Nein, für Milcherzeuger wird es - auch innerhalb von Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet, die im Rahmen eines Ausbruchs von ASP beim Hausschwein festgelegt werden würden - grundsätzlich keine Einschränkungen geben.
  • Für die Milchabholung aus einem Ausbruchsbetrieb mit gemischter Tierhaltung gelten aber die Regelungen der Schweinepest-Verordnung. Diese gibt vor, dass Transportmittel (hier z. B. Milchsammelwagen) nur mit schriftlicher Genehmigung der zuständigen Behörde in den oder aus dem Verdachts- bzw. Ausbruchsbetrieb gefahren werden dürfen. Vor dem Verlassen des Betriebes muss eine Reinigung und Desinfektion erfolgen.
  • Liegt ein reiner Milchviehbetrieb im Sperrbezirk, so unterliegt die Milchabholung keiner Restriktion. Auch für den Bereich Futterwerbung sind keine wesentlichen Einschränkungen zu erwarten. Es ist aber möglich, dass von behördlicher Seite ein Betretungsverbot um den Fundort eines an ASP verendeten Wildschweinen sowie ein Nutzungsverbot (z. B. Ernteverbot) für bestimmte landwirtschaftliche Flächen ausgesprochen wird, soweit dies für die Bekämpfung der ASP erforderlich sein sollte.
  • Der Handel von Kälbern, Zucht- und Schlachtrindern ist auch bei Auftreten der ASP noch möglich. Dies gilt grundsätzlich auch für Zuchtrindermärkte, wobei gerade der Hygiene sowie der Reinigung und der Desinfektion von Transportfahrzeugen größtes Augenmerk zu widmen ist. Dies gilt generell und unabhängig von etwaigen Seuchengeschehen und dient unmittelbar der Prävention!
  • Im Falle eines ASP-Ausbruchs bei Hausschweinen dürfen andere Haustiere mit Ausnahme von Bienen, aus einem oder in einen Betrieb mit Schweinehaltung im Sperrbezirk oder im Beobachtungsgebiet (innerhalb von sieben Tagen seit Festlegung) nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde verbracht werden

Dürfen Eier sowie Fleisch von anderen Tieren als Haus- und Wildschweinen noch gehandelt werden, wenn der handelnde Betrieb in einer ASP-Restriktionszone (Sperrbezirk, Beobachtungsgebiet, gefährdetes Gebiet, Pufferzone) liegt?

Nach der Schweinepest-Verordnung bestehen grundsätzlich keine Beschränkungen bezüglich der Vermarktung von Eiern sowie Fleisch von anderen Tieren als Haus- und Wildschweinen.

Welche Maßnahmen ergreift Bayern zur Überwachung?

  • Um ein ASP-Seuchengeschehen frühzeitig erkennen zu können, wird in Bayern ein ASP-Monitoring bei Wildschweinen durchgeführt.
  • Krank erlegte oder verendet aufgefundene Wildschweine werden bayernweit auf ASPV-Genom untersucht. Jäger erhalten für die Probennahme bei verendet aufgefundenen Wildschweinen in Bayern eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro.
  • Die Freilandhaltungen von Hausschweinen werden in Bezug auf die Einhaltung der Vorschriften der Schweinehaltungshygieneverordnung verstärkt überwacht (Biosicherheitsmaßnahmen, Verhinderung des direkten und indirekten Kontakts zwischen Haus- und Wildschweinen durch entsprechende Einzäunung/Sicherung des Auslaufs oder Weideplatzes und der Futtermittel).

Welche vorbeugenden Maßnahmen kann jeder Einzelne treffen?

  • Melden Sie verendete oder krank erscheinende Wildschweine an die zuständige Kreisverwaltungsbehörde (Veterinäramt).
  • Beachten Sie, dass das Verfüttern von Küchen- und Speiseabfällen an Schweine (Haus- und Wildschweine) verboten ist.
  • Vermeiden Sie ein unsachgemäßes Entsorgen von Speiseabfällen. Entsorgen Sie, insbesondere unterwegs, wenn Sie Rast machen, Speiseabfälle nur in verschlossene Müllbehälter. Unter Umständen kann eine unachtsam entsorgte Brotzeit mit virushaltiger Wurst bereits zur Infektion von Wildschweinen führen.

Was können Landwirte tun, um ihre Bestände vor einer Ansteckung zu schützen?

  • Landwirte sollten die allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen sowie die Bestimmungen der Schweinehaltungs-Hygieneverordnung konsequent beachten.
  • Beim Auftreten akuter Krankheitsanzeichen, die nicht klar einer anderen Erkrankung zugeordnet werden können und insbesondere auf Antibiotikagabe nicht ansprechen, sind geeignete Proben zur Abklärung einer möglichen ASP-Infektion an das LGL zu senden. Hoftierärzte, aber auch Landwirte werden nachdrücklich gebeten, verstärkt Proben (hier insbesondere EDTA-Blutproben, aber auch darüber hinaus gehendes Probenmaterial) zur diagnostischen Abklärung von fieberhaften Allgemeininfektionen, Aborten oder vermehrten Todesfällen in schweinehaltenden Betrieben einzusenden. Die Mitarbeit der Schweinehalter ist entscheidend für ein funktionierendes Frühwarnsystem.

Was haben insbesondere Personen oder Berufsgruppen wie Jäger, in der Landwirtschaft tätige Personen, Tierärzte, Viehhändler oder Transporteure zu beachten?

  • Speiseabfälle dürfen nicht an Schweine verfüttert werden (Verbot!) und müssen sachgerecht (in verschlossene Müllbehälter) entsorgt werden.
  • Meldung von verendeten oder krank erlegten Wildschweinen an die zuständige Kreisverwaltungs- und Jagdbehörde. Insbesondere dann, wenn mehrere Stücke verendet aufgefunden werden.
  • Probennahme bei verendeten, verunfallten oder krank erlegten Wildschweinen in Absprache mit der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde. Im Rahmen des Ethylendiamintetraazetat-Monitorings bei Wildschweinen in Bayern sollen alle verendet aufgefundenen Wildscheine auf ASPV untersucht werden. Die Jagdausübungsberechtigten in Bayern erhalten für diese Beprobung von Wildschweinen auf ASP eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro.
  • Einhaltung von Hygienemaßnahmen bei der Wildschweinjagd, besonders im Hinblick auf Aufbruchmaterial, und ggf. Desinfektionsmaßnahmen vor Ort. Besondere Vorsicht und Hygiene ist mit Gegenständen, die Schweißkontakt hatten, geboten, da insbesondere das Blut infizierter Schweine hoch ansteckend ist.
  • Strikte Einhaltung von Bestandshygienemaßnahmen (Biosicherheitsmaßnahmen) und Vermeidung des direkten Kontakts mit Personen und Haustieren insbesondere, wenn Schweinehalter gleichzeitig auch Jäger sind und insbesondere nach Jagdreisen in von ASP betroffenen Ländern.

Welchen Beitrag können Jäger gegen die Ausbreitung der Krankheit leisten?

  • Jäger sollten auf vermehrt auftretendes Fallwild achten und von verendeten Wildschweinen in Absprache mit der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde Proben zur Untersuchung auf ASPV-Genom, entnehmen. Sogar in Verwesung befindliche Stücke können in der Regel noch untersucht werden. Bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde können geeignete Tupfer für die Probenahme bezogen werden. Besonders vorsichtig sollte mit Gegenständen umgegangen werden, die mit Schweiß von Schwarzwild Kontakt hatten, da das Blut infizierter Tiere hoch ansteckend ist. Dazu gehören z. B. Stiefel, Lappen, Wildwannen, Messer und Kleidungsstücke.
  • Die baltischen und osteuropäischen Staaten sind jagdtouristisch attraktive Reiseländer. Jagdtrophäen und Schwarzwildprodukte aus von ASP betroffenen Ländern stellen ein erhebliches Risiko für die Einschleppung der Tierseuche nach Deutschland dar. Gleiches gilt für die bei der Jagd verwendeten Kleidungsstücke und Gegenstände. Daher sind alle Jäger aufgerufen, bei Teilnahme an Jagden in den von der ASP betroffenen Gebieten besonderen Wert auf hygienische Maßnahmen zu legen. Das Mitführen unverarbeiteter Trophäen sowie von Fleisch aus diesen Regionen ist verboten.

Warum kann das Mitbringen von Fleischprodukten aus anderen Ländern zu einer Ausbreitung der Tierseuche führen?

Das Virus der Afrikanischen Schweinepest ist außerordentlich widerstandsfähig. Nicht nur frisches, sondern auch gefrorenes, gepökeltes oder geräuchertes Fleisch sowie Wurstwaren können für Haus- und Wildschweine über lange Zeit infektiös sein. Um ein Einschleppen von Tierseuchen (also nicht nur ASP) zu vermeiden, ist das Mitbringen von Fleisch, Fleischerzeugnissen und Milch aus Nicht-EU-Ländern (Drittländern) untersagt. In jedem Fall sollten Reisende dafür sorgen, dass Speisereste nur in fest verschlossenen Müllbehältern entsorgt werden.

Was müssen Transportunternehmen beachten, wenn sie aus von ASP betroffenen Ländern kommen?

Da das Virus der Afrikanischen Schweinepest sehr widerstandsfähig ist, stellt die potenzielle Einschleppung über Transportfahrzeuge, die aus von ASP betroffenen Gebieten zurückkehren, ein Risiko dar. Solche Transporter, die aus Russland, Weißrussland oder der Ukraine in das Gebiet der Europäischen Union zurückkehren und die nach EU-Recht vorgeschriebene Reinigung und Desinfektion des Fahrzeuges nicht nachweisen können, müssen dies spätestens an der EU-Außengrenze nachholen. Auch Fahrzeuge, die landwirtschaftliche Betriebe in EU-Mitgliedstaaten, angefahren haben, sind danach unbedingt zu reinigen und zu desinfizieren.

Gibt es einen Impfstoff?

Nein, derzeit gibt es keinen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest.

Darf ich Wildschweine aus einem anderen EU-Mitgliedstaat nach Deutschland verbringen?

Nein. Bereits jetzt ist das Verbringen von Wildschweinen innerhalb der EU allgemein verboten.

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