Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Heimtierhaltung

Nach den Angaben des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) e.V. und des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF) e.V. lebten in deutschen Haushalten im Erhebungsjahr 2020 34,9 Millionen Haustiere (ohne Zierfische und Terrarientiere). Verglichen mit den Angaben aus dem Jahr 2016 erfuhr diese Zahl einen Zuwachs von insgesamt 3,3 Millionen Tieren (Statista Research Department, 2022). Knapp eine Million dieser Tiere wurde in den ersten 12 Monaten seit Beginn der COVID-19-Pandemie angeschafft.

In fast der Hälfte (47 %) aller Haushalte in Deutschland werden aktuell Tiere gehalten, wobei in 13 % aller Haushalte mindestens zwei Heimtierarten vorhanden sind.
Katzen stellen mit 15,7 Millionen Tieren (2,6 Mio. in Bayern) in 26 % der Haushalte das beliebteste Haustier dar. 34 % der Katzenhalter haben sogar zwei oder mehrere Katzen. Im Vergleich unter den westeuropäischen Staaten werden somit die meisten Katzen in Deutschland gehalten (Statista Research Department, 2022). Auch die Hundepopulation erreichte 2020 mit 10,7 Millionen Hunden (1,7 Mio. in Bayern) in 21 % der Haushalte den Höchstwert in der Heimtierpopulationsentwicklung seit 2013. Der Handel kann die verstärkte Nachfrage kaum bedienen. Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) berichtete bereits Mitte 2020, dass Hundewelpen aber auch Katzen so gefragt seien, dass die Züchter die Vielzahl der Anfragen nicht mehr bewältigten. 7 % der deutschen Haushalte besitzen einen Hund und eine Katze.
Noch immer beliebt aber im Abwärtstrend sind die Kleintiere, wie z.B. Meerschweinchen, Hamster, Mäuse und Kaninchen (5,0 Millionen Tiere in 5 % der Haushalte). Die Anzahl der Fische (1,8 Millionen Aquarien in 4% der Haushalte, 1,4 Millionen Teiche in 3,0 % der Haushalte) und Ziervögel blieb in den letzten Jahren auf einem annähernd konstanten Niveau. Etwa 3,5 Millionen Wellensittiche oder Zebrafinken leben in 3 % der Haushalte. Weiterhin stark entwickelt hat sich die Zahl der Terrarien: In 2 % der Haushalte werden mittlerweile ein oder mehrere Reptilien, Amphibien oder wirbellose Tiere in 1,3 Millionen Terrarien gehalten.

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Heimtiere besonders bei Familien. So lebte Im Jahr 2020 in 66 % aller Familien mit Kindern mindestens ein tierischer Mitbewohner. Dies entspricht einem Plus von 5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Auch 32 % der Singles halten sich ein Haustier. Der Anteil an TierhalterInnen in Großstädten (über 100.000 Einwohner) stieg um 3 Prozentpunkte, verglichen mit dem Vorjahreswert, auf 26 %.

Die Haltung von Tieren im Haushalt auf kleinem Raum erfordert detaillierte Kenntnisse über die Tierart, da den Tieren in der Regel keine Wahlmöglichkeiten für ihren Aufenthaltsort, Sozialkontakte und ihr Futter bleiben. Der Satz: „Wissen schützt Tiere“ gilt hier ganz besonders. Vor dem Kauf sollten sich die zukünftigen Haustierbesitzer unbedingt ausführlich über die Haltungsbedingungen informieren und sich ihrer großen Verantwortung für die Tiere bewusst sein. Das Tierschutzgesetz fordert in § 2 vom Tierhalter u.a. die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten.

Die steigende Bedeutung der Heimtierhaltung und die Vielfalt der gehaltenen Heimtierarten schlagen sich auch in den Aufgaben des Sachgebietes Tierschutz nieder. In der Statistik des Sachgebietes nehmen Anfragen zu Heimtieren seit Jahren eine Spitzenstellung ein. Im Jahr 2021 bezogen sich 41,4 % der Anfragen auf diese Tiergruppe. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat Informationstexte zu verschiedenen Aspekten der Heimtierhaltung bei Hunden und Reptilien zusammengestellt.

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