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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Arbeitspsychologie

Was ist Arbeitspsychologie?

Die Arbeitspsychologie ist ein Teilgebiet der angewandten Psychologie und beschäftigt sich schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Erleben und Verhalten von Menschen bei der Arbeit. Dabei wird untersucht welche Rolle hierbei die Arbeitsaufgabe, die Arbeitsbedingungen, aber auch personale Voraussetzungen spielen. Zusammenfassend geht es um die Beschreibung, Analyse, Bewertung, Erklärung und Vorhersage menschlicher Arbeitstätigkeiten. Diese Analyse der psychologischen Bedingungen für sicheres Arbeiten und die menschengerechte Gestaltung von Arbeitsprozessen spielen eine zentrale Rolle im Arbeitsschutz. Neben der Arbeitstätigkeit an sich, bestehen auch zahlreiche Wechselwirkungen, die sich auf das Erleben und Verhalten von Beschäftigten auswirken, wie z.B. Motivation, Arbeitszufriedenheit, Kommunikation und Führung. Somit betrifft der Arbeitsschutz auch Fragen der Organisationspsychologie. In der betrieblichen Praxis lässt sich eine Trennung dieser beiden Teildisziplinen nicht aufrechterhalten, da Fragen des Arbeitsschutzes sowohl die Arbeits- als auch die Organisationspsychologie betreffen (A&O-Psychologie).

Wie wirkt Arbeit auf den Menschen?

Unser Alltag wird erheblich durch die Arbeit und den Beruf beeinflusst. Welche Bedeutung die Arbeit für den Menschen hat, welche Wirkungen und Folgen entstehen, wird schon seit langem in der Arbeitspsychologie untersucht. So wirkt sich nicht nur die persönliche Gesundheit auf die individuelle Leistungsfähigkeit bei der Arbeit aus – auch die Arbeit wirkt sich auf die Gesundheit aus. Durch die Arbeitstätigkeit wird der Tag strukturiert, man ist in Kontakt mit anderen Menschen und erfährt soziale Anerkennung. So sichert eine Arbeitstätigkeit nicht nur eine Grundlage für die finanzielle Existenz, sondern wirkt auch erfüllend und sinnstiftend. Schlechte Arbeitsbedingungen können jedoch die Gesundheit gefährden. Der Arbeitgeber ist daher gesetzlich verpflichtet im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung auch eine Beurteilung der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz durchzuführen und die Beschäftigten vor sogenannten psychischen Fehlbelastungen zu schützen.

Was hat das mit Psychologie zu tun?

Schon seit längerer Zeit vollzieht sich in der Arbeitswelt auch aufgrund des technischen Fortschrittes und der Globalisierung ein umfassender Wandel. Die Digitalisierung und Flexibilisierung nehmen zu und gleichzeitig steigen auch die Komplexität und Verdichtung der Arbeit. Für die Gestaltung menschengerechter Arbeit müssen daher neben den physischen Anforderungen auch die psychischen Anforderungen immer stärker berücksichtigt werden. Dafür sind unter anderem Kenntnisse über menschliche Lern- und Gedächtnisprozesse notwendig. Zum Beispiel erfordert die Entwicklung benutzergerechter Software umfassende Kenntnisse über kognitive Prozesse der menschlichen Informationsverarbeitung. Nur wenn Bedürfnisse und Fähigkeiten des Menschen berücksichtigt werden, ist eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit möglich – so wie das Arbeitsschutzgesetz sie einfordert.

Wo finde ich weiterführende Informationen zu diesem Thema?

Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie Informationen zu verschiedenen Themen psychischer Belastung am Arbeitsplatz. Dazu gehört auch gesetzliche Verpflichtung aller Arbeitgeber zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung - bei welcher seit 2013 auch psychische Belastungen erfasst werden müssen. Werden psychische Fehlbelastungen am Arbeitsplatz nicht rechtzeitig identifiziert und ihnen mit adäquaten Maßnahmen begegnet, kann es zu psychischen und physischen Fehlbeanspruchungsfolgen kommen. Mobbing und Burnout sind zwei besonders bekannte Beispiele, wie sich ungünstige Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit von Beschäftigten auswirken können. Aber beispielsweise auch Rückenschmerzen und Herzkreislauf-Erkrankungen können sich als Folge von Stress am Arbeitsplatz manifestieren.