Lebensbaumlogo Geschäftsbereich lebensministerium.bayern.de

Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschung - Aktuelles

Methodenentwicklung zur Bestimmung von per- und polyfluorierten Verbindungen im Urin und in der Muttermilch

Im Projekt soll eine Methode zur Messung von per- und polyfluorierten Verbindungen (PFAS) im Urin und in der Muttermilch erarbeitet werden. Danach soll die Methode an Urinproben getestet werden. Wenn sich dies als erfolgreich gestaltet soll danach die Methode auf Muttermilch adaptiert werden.

Etablierung und Validierung des Next Generation Sequencing (NGS)- Verfahrens im Rahmen des Aufbaus eines Bayerischen Zentrums zur Genotypisierung nosokomialer Infektionserreger

Das NGS-Verfahren soll zur Genotypisierung nosokomialer Erreger am LGL etabliert und validiert werden. Dadurch wird eine genauere und umfangreichere Typisierung dieser Erreger möglich, so dass das LGL Ausbrüche von nosokomialen Erregern verfolgen und evtl. genetische Veränderungen innerhalb der Ausbruchspopulation zeitnah nachweisen kann.

LGL-Forschungsprojekt zum Nachweis von Mikroplastik in ausgewählten Lebensmitteln

Unter dem Begriff „Mikroplastik“ versteht man kleine Kunststoffteilchen primären oder sekundären Ursprungs, deren Größe häufig zwischen einem Mikrometer und fünf Millimetern angegeben wird. Seit einigen Jahren werden vermehrt Studien zum Vorkommen von Mikroplastik in der Umwelt durchgeführt. Die bisherigen Untersuchungen belegen, dass Mikroplastik praktisch ubiquitär zu finden ist. Unter anderem berichten einige Studien auch über den Nachweis von Kunststoffpartikeln in Lebensmitteln, jedoch fehlt es bisher an validen und einheitlichen Verfahren zur qualitativen und quantitativen Analyse der Kontamination von Lebensmitteln mit Mikroplastik. Das LGL entwickelt nun erstmals in einem Forschungsprojekt routinetaugliche Untersuchungsverfahren für den Nachweis von Mikroplastik in Lebensmitteln. Ziel dieses Projekts ist es, erste belastbare Daten zu Menge, Größe und Zusammensetzung der Kunststoffpartikel in verschiedenen Lebensmitteln zu erarbeiten. Diese Daten sind eine wichtige Voraussetzung für eine Bewertung des gesundheitlichen Risikos für den Menschen aufgrund der potentiellen Kontamination von Lebensmitteln mit Mikroplastik.

Analyseverfahren für die stoffliche Marktüberwachung

Im Rahmen dieses Projekts soll das analytisch-chemische Untersuchungsspektrum des LGL erweitert werden. Der Fokus wird dabei auf der Entwicklung, Optimierung und Etablierung neuer Analyseverfahren liegen. Die Auswahl und Priorisierung der zu analysierenden Parameter erfolgt in Zusammenarbeit mit den Gewerbeaufsichtsämtern (GAÄ).

Forschung am LGL

Lebensmittelchemie, Humanmedizin, Veterinärmedizin oder Molekularbiologie sind Beispiele für Tätigkeitsfelder des LGL, die einem schnellen Wandel von Methoden sowie hohem Erkenntniszuwachs unterliegen. Um seine Aufgaben im Sinne des vorsorgenden Verbraucherschutzes und zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier erfüllen zu können, führt das LGL sowohl im eigenen Hause, wie auch in Kooperation mit externen wissenschaftlichen Einrichtungen zeitlich begrenzte Forschungsvorhaben durch.

Impulse für Forschungsprojekte erhält das LGL durch:

  • besondere Auffälligkeiten bei Routineuntersuchungen
  • Beobachten der Forschungslandschaft und Auswertung neuer Forschungsergebnisse
  • Adaptation neuer Methoden für hausinterne Untersuchungen
  • Notwendigkeit zur Methodenentwicklung
  • Schwerpunktsetzungen durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) und das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP)

Durchführung und Finanzierung

Die Durchführung von Forschungsprojekten erfolgt in Form von Screening- und Reihenuntersuchungen oder auch durch die Weiterentwicklung von Methoden. Durch das hohe Untersuchungsaufkommen im LGL verfügt das Haus über einen großen Bestand an Daten und Proben, welche als wissenschaftlich interessante Materialien für externe Partner angeboten werden. Kooperationen mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen finden bereits statt. Die im LGL durchgeführten und etablierten Methoden vieler Spezialuntersuchungen können auch im Rahmen von internationalen Projekten eingebracht werden und sind hier konkurrenzfähig.

Zur Finanzierung werden z.T. eigene Haushaltsmittel verwendet. Es besteht auch die Möglichkeit, in einem kompetitiven Verfahren beim Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV), beim Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) oder anderen Fördereinrichtungen Mittel zu beantragen. Die Förderung über Drittmittel, z. B. von EU, Bund und fachspezifischen Verbänden, wird vom LGL intensiv angestrebt.

Zielsetzung

Die im LGL betriebene anwendungsorientierte Forschung stellt sicher, dass auch in Zukunft eine zeitgemäße Analytik am LGL betrieben werden kann, die kostenorientiert ist und soweit möglich alle erfassbaren Gesundheitsgefahren abdeckt. Nur auf der Basis belastbarer Daten kann die Notwendigkeit einer Vorsorgemaßnahme gegen eine mögliche Bedeutungslosigkeit eines Anfangsverdachtes abgewogen werden, und somit ein sachlich fundierter Ratschlag an die politischen Entscheidungsträger begründet werden.

Forschungsprojekte des LGL/EU-Projekte