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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Gesundheit – Aktuelles

Neuer Gesundheitsreport zu körperlicher und sportlicher Aktivität in Bayern

„Der Mensch ist ein „Bewegungswesen“ - er braucht Bewegung, um gesund zu bleiben. In Bayern ist knapp die Hälfte der Erwachsenen pro Woche mindestens 2,5 Stunden gesundheitsfördernd körperlich aktiv, wie es die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt. Weitere Daten gibt es im neuen Gesundheitsreport 2/2017 „Körperliche und sportliche Aktivität“.

Hantavirus: Gehäuftes Auftreten von Fällen in Bayern

Im Jahr 2017 kam es zu einem gehäuften Auftreten von Hantavirus-Erkrankungsfällen in Bayern. Ähnliche Häufungen traten bereits in den Jahren 2007, 2010, 2012 und 2015 auf. Bekannte Risikogebiete sind die Region um Würzburg, Teile des Bayerischen Waldes sowie die Schwäbische Alb. Sporadisch kann das Hantavirus aber auch in anderen Regionen Bayerns auftreten. Hantavirus-Erkrankungen verlaufen zumeist mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Darüber hinaus kann es auch zu einer Nierenbeteiligung bis hin zum akuten Nierenversagen kommen.

Das Hantavirus wird in Deutschland über Rötelmäuse übertragen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt entweder über die Atemwege, indem virushaltiger Staub oder Aerosole (Tröpfcheninfektion) eingeatmet werden oder durch Schmierinfektionen über die Hände nach Kontakt mit lebenden oder toten Nagetieren bzw. deren Ausscheidungen. Besondere Vorsicht ist deshalb geboten bei Tätigkeiten in Räumen , in denen Mäuse hausen(z. B. Schuppen, Keller, Dachböden, Gartenhäuschen), aber auch im Freien z. B. bei Kompost- oder Holzarbeiten. Staubentwicklung sollte bei Reinigungsarbeiten durch vorheriges Befeuchten vermieden werden. Bei sichtbarem Mäusebefall sollten Handschuhe und ggf. Mundschutz getragen werden um sich vor einer Infektion zu schützen.

Grippeimpfung

Unverändert gilt: Die Grippe ist keine harmlose Erkrankung! Anders als sogenannte "grippale Infekte" können Influenzaviren eine plötzlich auftretende, systemische Infektion mit hohem Fieber und schwerem Krankheitsgefühl und unter bestimmten Umständen lebensbedrohlichen Komplikationen verursachen.

Die WHO empfiehlt aufgrund der aktuell beobachteten Influenzavirus-Varianten für die Saison 2017/18 eine gegenüber der Saison 2016/17 bei der A(H1N1)-Komponente veränderte Zusammensetzung des Impfstoffes.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenzaimpfung insbesondere für alle Personen ab 60 Jahren, für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung bei bestimmten Grundleiden sowie für Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen. Außerdem wird Personen mit erhöhter Gefährdung und Personen, die Risikopersonen betreuen, eine Impfung empfohlen (z. B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr).

Darüber hinaus kann die Impfung auch für weitere Personen sinnvoll sein. In Bayern werden daher die Kosten der Impfung für diese nach individueller Beratung durch den Arzt meist von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Verbesserung der Pollenflugvorhersage durch das Projekt ePIN

Die ersten Haselpollen fliegen seit Mitte Februar und bilden somit den Start für die Pollensaison 2017 in Bayern. Schon wenige Pollen von Hasel, Erle oder Birke genügen, um bei Allergikern Beschwerden, z. B. in Form von einer laufende Nase, Niesen oder Juckreiz, auszulösen. Von allen allergischen Erkrankungen stellen durch Pollen verursachte Allergien den größten Anteil dar. Je besser die Informationslage über den aktuellen Pollenflug ist, desto besser können Betroffene rechtzeitig reagieren.

Mit dem vom LGL koordinierten Projekt (elektronisches Polleninformationsnetzwerk Bayern) soll weltweit erstmalig ein modernes Polleninformationsnetzwerk auf elektronischer Basis aufgebaut werden. Die Hauptziele von ePIN sind eine grundlegende Verbesserung der Qualität der Pollenflugvorhersage in Bayern, eine substantielle Verbesserung der Datenlage für die allergie- und gesundheitsbezogene Klimaforschung sowie eine langfristige Verbesserung der bayernweiten Datengrundlage zum Klimamonitoring.

Erneute Berufung zum Nationalen Referenzzentrum für Borrelien

Das Nationale Referenzzentrum (NRZ) für Borrelien ist seit 01.01.2008 am LGL angesiedelt. Im vergangenen Jahr wurde es durch den Wissenschaftlichen Beirat für Public Health Mikrobiologie des Robert Koch-Instituts evaluiert. Der Beirat und externe Gutachter haben dabei empfohlen, das NRZ weiterzuführen. Nachdem sich das Robert Koch-Institut dieser Empfehlung angeschlossen hat, erfolgte nun die erneute Berufung durch das Bundesministerium für Gesundheit für die Berufungsperiode 2017-2019. Das LGL wird damit weiterhin ein umfangreiches Leistungsangebot (Beratung, Fortbildung, Diagnostik und Forschung) zum Thema Borrelien bereithalten können.

LGL rät zu Überprüfung des Tetanus-Impfschutzes

Die Tetanus-Erkrankungen in Deutschland gingen in den letzten Jahrzenten stark zurück und liegen derzeit bei ca. zehn bis fünfzehn Fällen pro Jahr. Mit diesem Erfolg, der maßgeblich einer hohen Impfquote geschuldet ist, wächst zugleich die Gefahr, dass die Aufmerksamkeit für die auch als Wundstarrkrampf bezeichnete Krankheit bei der Bevölkerung und auch bei der Ärzteschaft abnimmt. Dabei gab es erst in jüngster Zeit einen Tetanus-Todesfall in Bayern.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ruft daher dazu auf, den individuellen Tetanus-Impfschutz zu überprüfen.


Gesundheit

Gesundheit ist ein hohes Gut, das es zu schützen, zu erhalten und wo nötig wiederherzustellen gilt. Gesundheit ist vielen Einflüssen ausgesetzt: Diese reichen vom Verhalten des Einzelnen über die medizinische Versorgungsqualität bis zu einer gesundheitsförderlichen oder auch schädigenden natürlichen, sozialen und wirtschaftlichen Umwelt.

Für die Arbeit des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ergeben sich daraus arbeits-, umwelt- und sozialmedizinische, infektiologisch-hygienische, pharmazeutische, (versorgungs-)epidemiologische, präventionsbezogene und gesundheitskommunikative Fragestellungen. Die Fachleute in diesem Bereich überwachen und beschreiben Risiken und Chancen für die menschliche Gesundheit aus der Bevölkerungsperspektive. Sie schaffen damit eine Grundlage für Risikokommunikation und Risikomanagement. Die Arbeitsweise ist interdisziplinär, multiprofessionell und von intensivem fachlichem Austausch geprägt.

Diesem Austausch dienen auch mehrere bayerische Landesarbeitsgemeinschaften, die am LGL angesiedelt sind: die Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI), die Landesarbeitsgemeinschaft Hochkontagiöse Krankheiten (LAHOK) und die Landesarbeitsgemeinschaft Multiresistente Erreger (LARE). Hinzu kommen die Task Force Infektiologie mit einer Sieben-Tage/24-Stunden-Rufbereitschaft sowie die Spezialeinheit Infektionshygiene zur Überwachung medizinischer Einrichtungen.