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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Lebensmittel - Aktuelles

LGL auf Regionaltagung der Lebensmittelchemischen Gesellschaft

Gedankenaustausch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie fördern und fachliche Anregungen vermitteln – unter diesem Motto stand auch die letzte Arbeitstagung der Lebensmittelchemischen Gesellschaft (LChG), am 21. März in München. LGL-Experten und Fachleute aus Behörden, wissenschaftlichen Institutionen und der Wirtschaft präsentierten neue wissenschaftliche Ergebnisse und Methoden der Routinediagnostik. Die Bandbreite der Themen reichte dabei vom Lebensmittelrecht über Lebensmittelanalytik bis hin zu Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelqualität. Unter anderem wurden Methoden zum Nachweis gentechnisch veränderter Pflanzen oder zur Qualitätsbestimmung von Olivenöl vorgestellt.

Weitere Informationen:

Neue Verfahren in der Gentechnologie

Mit Beschluss des Bayerischen Landtags vom 21.06.2017 wurde die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, über neue Verfahren in der Gentechnologie zu berichten. Dabei sollten insbesondere die technischen Hintergründe der neuen molekularbiologischen Verfahren, wie zum Beispiel CRISPR/Cas9, beleuchtet werden. Ein weiterer Aspekt war, Anwendungsmöglichkeiten, die die „Gen-Chirurgie“ zum Beispiel in der Therapie von Erkrankungen und in der Pflanzenzucht bietet, aufzuzeigen. Nicht zuletzt sollten mögliche Risiken der neuen Verfahren, insbesondere aus ethischer und patentrechtlicher Sicht sowie aus Umweltschutz- und Verbrauchersicht, erörtert werden.

Der Bericht wurde unter maßgeblicher Mitwirkung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) erstellt und dem Bayerischen Landtag vom Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) im Einvernehmen mit weiteren Staatsministerien (StMJ, StMBW, StMWI, StMELF und StMGP) übergeben.

Zum Schutz vor Infektionen: Rohmilch vor dem Verzehr abkochen

Das LGL rät zum Schutz vor Infektionen dazu, Rohmilch vor dem Verzehr abzukochen, da in Rohmilch immer wieder Krankheitserreger vorkommen können. Dabei liegt die Gefahr hauptsächlich in einer Übertragung von Campylobacter- und EHEC-Bakterien. Die Krankheitserreger stammen in den meisten Fällen nicht unmittelbar aus der Milch, sondern gelangen beim Melken aus der Stallumgebung in die Rohmilch und lassen sich auch bei einer vorbildlichen Melkhygiene niemals gänzlich ausschließen. Durch Abkochen der Milch können Verbraucher diese Keime zuverlässig abtöten. Das LGL weist zudem darauf hin, dass die Übertragung von EHEC grundsätzlich unter anderem auch über den Verzehr von Rohmilchprodukten, z. B. Rohmilchweich- und Rohmilchschnittkäse, möglich ist.

Information zum Salmonellen-Fall bei der Firma Bayern-Ei

Der europaweite Salmonellen-Ausbruch im Sommer 2014 konnte – auch mit Hilfe verschiedener Untersuchungen des LGL auf kontaminierte Hühnereier der niederbayerischen Firma Bayern-Ei zurückgeführt werden. Die potenziell kontaminierten Eier wurden zurückgerufen, die Produktionsstätten mussten umfassend gereinigt und desinfiziert werden, die Staatsanwaltschaft verbot der Firma das Inverkehrbringen von Eiern als Lebensmittel und ermittelte. Im Zuge dieser Ermittlungen erhob die Staatsanwaltschaft Regensburg Anklage gegen den Unternehmer Pohlmann (Eigentümer von Bayern Ei).

Fipronil in Eiern

Im Sommer 2017 hatten belgische Behörden im Rahmen von Routinekontrollen Rückstände von Fipronil in Eiern aus den Niederlanden entdeckt. Nachdem bekannt wurde, dass Lieferwege belasteter Eier auch nach Bayern führten, wurden umfassende Ermittlungen eingeleitet. Das Fipronil war vermutlich in einem Desinfektionsmittel enthalten, das von einem Reinigungsunternehmen in den betroffenen Ställen verwendet wurde. Fipronil ist ein Phenylpyrazol und wird vielfach als Pflanzenschutzmittel und Biozid genutzt. Die Anwendung bei lebensmittelliefernden Tieren ist nicht erlaubt. Das LGL untersuchte neben bayerischen Eiern (roh, pasteurisiert, gekocht und gefärbt) auch Flüssigei-Produkte, Produkte mit hohem Eigehalt und Fleisch von Legehennen auf Fipronil. Zusätzlich nahm Bayern an einem bundesweiten Überwachungsprogramm teil, das Verarbeitungsprodukte betraf, die mehr als 5 Prozent Ei enthielten. In diesem Zusammenhang wurden unter anderem Teigwaren, Nudelteig, Eierkuchen sowie Eierlikör und Mayonnaise untersucht. Der Schwerpunkt lag auch hier auf bayerischen Produkten. Die Einzelheiten dazu wurden zwischen Bund und Ländern abgestimmt. Die Untersuchungsergebnisse veröffentlichte das LGL laufend auf seiner Website.

Lebensmittel – Themen

Als Lebensmittel sind alle Stoffe oder Erzeugnisse definiert, die dazu bestimmt sind oder von denen nach vernünftigem Ermessen erwartet werden kann, dass sie in verarbeitetem, teilweise verarbeitetem oder unverarbeitetem Zustand von Menschen aufgenommen werden können. Zu Lebensmitteln zählen auch Getränke, Kaugummi sowie alle Stoffe, einschließlich Wasser, die dem Lebensmittel bei seiner Herstellung oder Be- oder Verarbeitung absichtlich zugesetzt werden (Artikel 2 der VO (EG) 178/2002). Lebensmittel werden vom Menschen zum Zwecke der Ernährung oder des Genusses über den Mund aufgenommen.

Lebensmittel lassen sich nach den Hauptgruppen (Pflanzliche LM, Tierische LM, Getränke) weiter in Warengruppen gliedern. Die Untersuchungsergebnisse des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sind unter den jeweiligen Warengruppen einzusehen.

Um qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel herzustellen, werden diese meist technologisch be- oder verarbeitet. Die Technologien reichen vom Salzen und Trocknen bis zu hochtechnischen Verarbeitungen.

Verantwortlich für die Lebensmittelsicherheit ist in erster Linie der Lebensmittelunternehmer. Die amtliche Lebensmittelüberwachung kontrolliert den Lebensmittelverkehr sowie die Lebensmittelbetriebe. Stichprobenartig und risikoorientiert entnimmt die Lebensmittelüberwachung Lebensmittelproben. Diese werden am LGL mit chemischen (Lebensmittelchemie) sowie mikro- und molekularbiologischen (Hygiene) Methoden untersucht. Das LGL überprüft auch die Kennzeichnung der Proben.