Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Erkrankung durch Clostridium botulinum in Lebensmitteln

Clostridium (C.) botulinum zählt zu den anaeroben (Wachstum ohne Sauerstoff) Sporenbildnern, die in der Lage sind, ungünstige Umweltbedingungen durch Ausbildung von Dauerformen, sogenannten Sporen, lange zu überleben. Können sich diese Bakterien in Lebensmitteln vermehren, so sind sie in der Lage, ein charakteristisches Protein (BoNT) mit nervenschädigender Wirkung zu bilden. Anders als bei den Lebensmittel-Intoxikationserregern Bacillus cereus, Staphylococcus aureus und Clostridium perfringens ruft dieses Toxin nicht in erster Linie eine gastrointestinale Erkrankung hervor, sondern führt unter anderem zu einer schlaffen Lähmung der quergestreiften Muskulatur, was bei nicht rechtzeitiger Behandlung den Tod des Patienten zur Folge haben kann. C. botulinum produziert sieben unterschiedliche Toxintypen (Typ A–G), wobei menschliche Erkrankungsfälle von den Toxintypen A, B, E und F beschrieben sind. C. botulinum ist im Erdboden sowie im Bodensediment von Meeren und Seen weit verbreitet. C. botulinum Typ E findet sich vor allem in kontaminiertem Fisch oder Meerestieren, C. botulinum Typ A und B in Gemüse- oder Fleischprodukten.

Als besondere Form des Botulismus wird der Säuglingsbotulismus beschrieben. Im Gegensatz zu der durch Aufnahme des bereits toxinhaltigen Lebensmittels verursachten Erkrankung bei Erwachsenen können Sporen von C. botulinum im Darm von Säuglingen auskeimen und dort Toxine bilden. Als Ursache für den Säuglingsbotulismus kommt u. a. Honig in Betracht, der als Naturprodukt C. botulinum-Sporen enthalten kann.

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Untersuchungsergebnisse

2007