Ärztinnen und Ärzte – FAQs

Allgemeines zur Meldepflicht

Wer muss an das Bayerische Krebsregister melden?

Alle Ärztinnen und Ärzte in Kliniken und Praxen, die einen Beitrag zu Diagnose und Therapie einer Tumorerkrankung einer Patientin oder eines Patienten erbracht haben oder behandlungsrelevante Änderungen im Krankheitsverlauf (auch bei Rezidiven) berichten können.

An wen melde ich?

Die Meldung erfolgt an das Regionalzentrum, in dessen Einzugsbereich die Klinik/Praxis des Melders liegt. Die Zuweisung orientiert sich weitgehend an den jeweiligen Regierungsbezirken.

Wann muss ich melden?

Alle Meldeanlässe sind seit dem 01.04.2017 meldepflichtig.
Die Meldefrist bezieht sich auf den jeweiligen Meldeanlass und beträgt zwei Monate nach dem Leistungsdatum (Datum des Meldeanlasses, z.B. Datum der Diagnose, Datum der OP, usw.).

Was muss ich melden?

Gesetzlich definierte Meldeanlässe:

  • Erstmalige - auch ausschließlich klinisch - gesicherte Diagnose einer Krebserkrankung (keine Verdachtsdiagnose)
  • Art und Zeitpunkt des Beginns und des Abschlusses einer therapeutischen Maßnahme
  • Änderungen im Krankheitsverlauf wie z.B. Tumorprogression oder Remission, Diagnose von Rezidiven und Metastasen sowie Tod eines Patienten/ einer Patientin; dies schließt die erstmalige Meldung der Gesamtbeurteilung des Tumorstatus nach Abschluss der Therapie ein, auch bei Tumorfreiheit.
  • Pathologinnen und Pathologen sind ebenfalls separat dazu verpflichtet, histologische, labortechnische oder zytologische Befunde zu einer Krebserkrankung (zu dem Primärtumor sowie zu den Rezidiven und Metastasen) dem Krebsregister zu melden.
Relevante Diagnosen: siehe Tabelle "Zu meldende Diagnosen"

Welche Inhalte sind zu melden?

Die zu meldenden Merkmale sind bundesweit einheitlich von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) im Onkologischen Basisdatensatz festgelegt:
Information über den ADT-GEDIK-Basisdatensatz

Bei jeder Meldung sind in Abhängigkeit des Meldeanlasses bestimmte Inhalte aus dem Basisdatensatz zu übermitteln. Eine Meldung besteht somit immer aus

  • Melder-Stammdaten
  • Patienten-Stammdaten
  • Daten zu dem eigentlichen Meldeanlass
  • Bei Therapie- und Verlaufsmeldungen ist zusätzlich anzugeben, auf welche Tumorerkrankung sich die Meldung bezieht
Welche Daten zu dem jeweiligen Meldeanlass erwartet werden, kann dem zutreffenden Meldebogen (Liste der Meldebögen) entnommen werden.

Was ist der erste Schritt zur Meldetätigkeit?

  • Als Erstmelderin oder Erstmelder wenden Sie sich zunächst an das für Ihre Praxis zugehörige Regionalzentrum. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Seite "Über uns - Kontakt".
  • Ihr zuständiges Regionalzentrum wird mit Ihnen anschließend alle wichtigen Schritte durchgehen. Hierbei wird z.B. erklärt, in welcher Form (Papier oder elektronisch) Sie an das Regionalzentrum melden können und welche Inhalte wichtig sind.
  • Einmalig wird von niedergelassenen Meldern die Betriebsstättennummer (BSNR) und die lebenslange Arztnummer (LANR) oder von Meldern aus der Klinik das Institutionskennzeichen sowie die relevanten Kontakt- und Bankverbindungsdaten für die anschließende Vergütung der Meldung benötigt.
  • Zur besseren Übersicht bekommen Sie eine Meldebroschüre ausgehändigt bzw. können diese herunterladen (Meldebroschüre zur Krebsregistrierung in Bayern).

Wie kann ich meine Meldungen übermitteln?

  • Vorzugsweise elektronisch in einem definierten XML-Format. Viele Klinik- und Praxisinformationssysteme unterstützen den Export eines solchen Datensatzes.
  • In Papierform durch Ausfüllen der Meldebögen (Liste der Meldebögen), die als FAX oder per Post gesendet werden können. Arztbriefe, in denen die Inhalte, die über den nach Art. 4 BayKRegG definierten Meldeanlass hinausgehen unkenntlich gemacht wurden, dürfen noch übergangsweise versendet werden. Eine Übermittlung von Arztbriefen, die weitergehende personenbezogene Informationen enthalten (z.B. nicht-onkologische Diagnosen und Therapien, Angaben zu psychiatrischen Erkrankungen, personenbezogene Angaben zum sozialen Umfeld) sind nicht zulässig. Eine unzulässige Datenübermittlung stellt einen datenschutzrechtlichen und ggf. auch strafrechtlich relevanten Rechtsverstoß dar, der mit Blick auf die besondere Schutzbedürftigkeit von Gesundheitsdaten besonders schwer wiegt.
  • Die Einrichtung eines Meldeportals zur komplett elektronischen Übermittlung ist in Bearbeitung. Setzen Sie sich für weitere Informationen mit Ihrem Regionalzentrum in Verbindung.

Können Meldungen auch rückwirkend erfolgen?

Meldungen zu den genannten Meldeanlässen können rückwirkend erfolgen, eine gesetzliche Meldepflicht besteht für Leistungen (Meldeanlässe) ab dem 01.04.2017.

Wie kann ich wichtige Materialien für die Krebsregistrierung erhalten?

  • Die Informationsfaltblätter für Patientinnen und Patienten, neben Deutsch auch in Englisch, Türkisch und Braille-Schrift erhältlich, können beim LGL telefonisch (Tel. 09131 6808-2922) oder per E-Mail (zkfr@lgl.bayern.de) angefordert werden. Als PDF-Dokumente sind sie ebenfalls auf der Homepage des Bayerischen Krebsregisters abzurufen: Information für Patientinnen und Patienten.
  • Die Meldebögen sind als PDF-Dokumente auf der Homepage des Bayerischen Krebsregisters abrufbar: Liste der Meldebögen

Datenschutz, Informationspflicht und Widerspruch

Was ist die Informationspflicht?

Das BayKRegG (Bayerisches Krebsregistergesetz) Art. 4, Abs. 2 legt fest, dass die Patientin oder der Patient über die Krebsregistermeldung informiert werden muss. Mit dieser Information werden auch die Pflichten aus der EU-Datenschutzgrundverordnung erfüllt.

Wer ist verpflichtet die Patientin oder den Patienten zu informieren?

  • Die verantwortlich behandelnde medizinische Einheit, die erstmalig eine Meldung abgibt, hat den betroffene Patientin oder den betroffenen Patienten unverzüglich über die Meldung an das Bayerische Krebsregister zu unterrichten.
  • Bei einer einwilligungsunfähigen Person ist die personensorgeberechtigte oder die betreuende Person zu unterrichten.
  • Sonderfall Pathologie/Labormedizin
    • Pathologinnen und Pathologen müssen die Patientin oder den Patienten aufgrund des fehlenden Patientenkontaktes nicht über die Meldung unterrichten.
    • Stattdessen sollte die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt über die erfolgte Meldung bzw. über noch nötige Information der Patientin oder des Patienten informiert werden. Hierfür können sie folgenden Textbaustein auf dem Befundbericht verwenden:

      Dieser Befund wurde gemäß Art.4 des BayKRegG an das zuständige Regionalzentrum des Bayerischen Krebsregisters (BKR) gemeldet. Meldepflichtig sind alle Ärzte/Ärztinnen und medizinische Einrichtungen, die ab dem 01.04.2017 einen Beitrag zu Diagnose und Therapie einer Tumorerkrankung erbracht haben oder behandlungsrelevante Änderungen im Krankheitsverlauf berichten können. Die verantwortlich behandelnde medizinische Einheit hat bei erstmaliger Meldung die betroffene Person zu unterrichten, dass - sowie außerdem auf Verlangen welche - Daten gemeldet werden. Zusammen mit der Unterrichtung ist die Person über ihr Recht zu belehren, der dauerhaften Speicherung ihrer Identitätsdaten im BKR zu widersprechen.
      www.krebsregister.bayern.de bzw. www.lgl.bayern.de/gesundheit/krebsregister/index.htm

    • Die Nennung der Einsenderangaben (Name und Anschrift) auf dem Meldebogen “Histologischer, labortechnischer oder zytologischer Befund“ entlastet Pathologen/ Pathologinnen von der Informationspflicht und ermöglicht Nachrecherchen des Regionalzentrums bei fehlenden klinischen Angaben.

Was sollte bei der Patientenunterrichtung beachtet werden?

  • Die Unterrichtung der Patientin oder des Patienten über die Krebsregistermeldung muss unverzüglich erfolgen.
  • Die Unterrichtung und die Belehrung über Auskunfts- und Widerspruchsrecht dürfen nur unterbleiben, wenn die betroffene Patientin oder der betroffene Patient den Grundsätzen der ärztlichen Aufklärungspflicht entsprechend wegen der Gefahr einer andernfalls eintretenden Gesundheitsverschlechterung über das Vorliegen der Krebserkrankung nicht unterrichtet worden ist.
  • Wird die betroffene Patientin oder der betroffene Patient nach der Übermittlung ihrer oder seiner Daten über die Krebserkrankung aufgeklärt, sind die Unterrichtung und Belehrung unverzüglich nachzuholen.

Was ist Inhalt der Patientenunterrichtung?

  • Zusammen mit der Unterrichtung, dass die Daten an das Krebsregister weitergeleitet werden, ist die Person über ihr Widerspruchsrecht nach BayKRegG Art. 5 zu belehren.
  • Weiterer Inhalt sollte das Recht auf Auskunft sein. Dieses beinhaltet, dass die Patientin oder der Patient jederzeit vom Bayerischen Krebsregister (am LGL) Auskunft über die von ihr oder ihm persönlich gespeicherten Daten bekommen darf.
  • Zur Unterstützung der Unterrichtung können Sie das Patienteninformationsfaltblatt des Bayerischen Krebsregisters nutzen, das die datenschutzrechtlich notwendigen Inhalte der Unterrichtung verständlich aufzeigt.

Wie ist bei einem Widerspruch vorzugehen?

  • Ist die Patientin oder der Patient mit der langfristigen Speicherung ihrer oder seiner personenidentifizierenden Angaben nicht einverstanden, ist ein Widerspruch einzureichen.
  • Der Widerspruch kann jederzeit erfolgen und muss von der Patientin oder dem Patienten schriftlich und unterschrieben eingereicht werden.
  • Der Widerspruch ist ausschließlich auf Basis einer aktiven, formellen Willensbekundung (Widerspruchsformular PDF) an die Vertrauensstelle des Bayerischen Krebsregisters oder das zuständige Regionalzentrum gültig. Die Angabe "Patient hat widersprochen" auf dem Meldebogen reicht hierfür nicht aus.
  • Der Widerspruch entbindet die Melderin oder den Melder nicht von ihrer oder seiner Meldepflicht.
  • Die Identitätsdaten werden gelöscht, sobald sie für Zwecke der verpflichtenden Qualitätssicherung, Abrechnung oder auf Grund anderer gesetzlicher Vorschriften nicht mehr benötigt werden.

Wie sind Fälle zu behandeln, in denen die Patientin oder der Patient nicht (mehr) über die Meldepflicht der Krebsregistermeldung unterrichtet werden kann, weil z.B. Zweifel an ihrer oder seiner Einwilligungsfähigkeit bestehen oder er/sie bereits verstorben ist?

Bei einwilligungsunfähigen Patientinnen oder Patienten ist eine personensorgeberechtigte oder eine betreuende Person zu unterrichten, dass Daten gemeldet werden (Art. 4, BayKRegG). Zusammen mit der Unterrichtung ist die Person über ihr Widerspruchsrecht nach Art. 5 zu belehren.

Verschiedene Konstellationen sind insbesondere im Sonderfall einer verstorbenen Patientin oder eines verstorbenen Patienten möglich:

  • Angehörige/ Vertrauenspersonen sind greifbar: die Angehörigenunterrichtung ist nicht gesetzlich vorgegeben, aber kann genutzt werden, um dem mutmaßlichen Wunsch des Verstorbenen Rechnung tragen zu können.
  • es sind keine Angehörige oder Vertrauenspersonen greifbar: die Unterrichtung kann nicht mehr umgesetzt werden.

Bitte berücksichtigen Sie, dass die Erfüllung der Unterrichtungspflicht des Behandelnden gegenüber dem Patienten unabhängig von der gesetzlichen Meldepflicht an das Bayerische Krebsregister besteht. Eine Registermeldung ist in jeder der vorgenannten Konstellationen gesetzlich vorgeschrieben.

Fragen zu Patientendaten

Sollte ich auch Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz in anderen Bundesländern melden?

  • Alle Patientinnen und Patienten, die in Bayern behandelt werden und/oder wohnen sind zu melden, unabhängig davon, ob der Wohnsitz in Bayern, in anderen Bundesländern oder im Ausland liegt.
  • Als Adresse ist der Erstwohnsitz der Patientin oder des Patienten anzugeben, nicht die Gastadresse, der Zweitwohnsitz oder ähnliches.
  • Im Interesse der Qualitätssicherung sind auch Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz im Ausland zu melden. Eine Abrechnung von Meldevergütungen mit ausländischen Krankenkassen ist jedoch nicht möglich, so dass keine Vergütung ausgezahlt werden kann.

Wie gehe ich damit um, wenn mir das Institutionskennzeichen der Krankenversicherung und/oder die Versichertennummer der Patientin oder des Patienten nicht vorliegt?

  • Die Mitteilung des Versichertenstatus der Patientin oder des Patienten zum Zeitpunkt der Leistungserbringung ist erforderlich, damit eine Meldevergütung angefordert werden kann. Bei gesetzlich Versicherten werden dafür das Institutskennzeichen (IK) der Krankenversicherung und die Versichertennummern der Versicherten benötigt. Bei PKV-Versicherten reicht die Angabe der Versicherung (IK) und ggf. die Beihilfeinformationen (Beihilfenummer und –festsetzungsstelle). Die Angabe „privat“ oder „Selbstzahler“ ist nicht ausreichend.
  • Die Angaben zum Versichertenstatus zum Leistungszeitpunkt müssen bei jeder Meldung übermittelt werden.
  • Falls Sie keine Information zu der Krankenversicherung einholen können, ist das Feld für das IK mit den vorgegebenen Ersatzkodes zu füllen (s.u.). Die Vergütung ist dann in der Regel allerdings nicht möglich.

    Liste der Ersatzkodes
    Selbstzahler 970000011
    Kostenträger ohne IK Nummer (z. B. Gefängnisinsasse) 970001001
    Asylbewerber 970100001
    Privatversichert, Kasse unbekannt 970000022
    keine Angabe zum Kostenträger 970000099

Spezielle Fragen zu Meldeanlässen

Welche Primärtumore sind separat zu melden?

  • Liegen Tumore in unterschiedlichen Organen vor oder handelt es sich um unterschiedliche systemische Erkrankungen, müssen alle Meldeanlässe zu diesen Tumoren separat gemeldet werden.
  • Wenn dasselbe Organ betroffen ist, aber dort Tumore mit unterschiedlichen Histologien vorliegen, müssen diese Meldeanlässe ebenfalls separat gemeldet werden.
  • Liegen in einem Organ mehrere Tumore gleicher Histologie vor, sind die Meldeanlässe zusammenzufassen.
  • Bei Tumoren des Kolons (C18) oder der Haut (C44) ist jede Sublokalisation auf der 4. Stelle separat als Neuerkrankung zu erfassen.
  • Sind bei paarigen Organen beide Seiten betroffen, sind diese als separate Primärtumoren zu behandeln. Paarige Organe sind in nachfolgender Tabelle aufgeführt (Ausnahme Ovar-Tumoren mit übereinstimmendem Tumorgewebe, Wilmstumoren der Niere und Retinoblastom): Tabelle zu paarigen Organen

Was ist bei Meldung eines histologischen, labortechnischen oder zytologischen Befundes zu beachten?

  • Meldungen aus Pathologischen Instituten sowie aus hämatologischen Laboren sind für Krebsregister Voraussetzung sowohl für eine vollzählige Registrierung als auch eine vollständige Dokumentation. Angaben zu Tumorsitz und –morphologie, zu Größe und Ausbreitung der Erkrankung, zu behandlungs- und prognoserelevanten Tumormerkmalen sowie zur lokalen Tumorfreiheit nach operativer Therapie sind für die Charakterisierung von Krebserkrankungen unverzichtbar.
  • Für Meldungen von Pathologischen Instituten gibt es neben der Möglichkeit einer elektronischen Meldung auch einen gesonderten Meldebogen. Pathologinnen und Pathologen sind dazu verpflichtet, histologische, labortechnische oder zytologische Befunde zu einer Krebserkrankung dem Krebsregister zu melden.
  • Wegen des fehlenden Patientenkontaktes entfällt in diesem Fall die direkte Unterrichtung der Patientin oder des Patienten. Über die Meldung an das Bayerische Krebsregister und das Widerspruchsrecht der Patientin oder des Patienten siehe „Wer ist verpflichtet die Patientin oder den Patienten zu informieren?“.

Wer soll die Diagnosemeldung abgeben?

  • Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, die oder der als erstes eine gesicherte Diagnose stellt ist zur Diagnosemeldung verpflichtet. Diese Diagnose kann durch histologische Befunde gesichert werden, dieses ist aber nicht zwingend erforderlich, wenn eine klinische Beurteilung bereits eine sichere Diagnose erlaubt.
  • Die Meldung des Befundes der histologischen Untersuchung ist keine Diagnosemeldung und entbindet die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt nicht von der Pflicht, eine Diagnosemeldung abzugeben.

Was ist bei Meldung von Operationen zu beachten?

  • Jede Operation ist für jeden Primärtumor separat zu melden.
  • Alle im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durchgeführten operativen Eingriffe (wie z.B. Resektion, Nachresektion sowie evtl. komplikationsbedingte Eingriffe) sollen zusammengefasst gemeldet werden. Falls der zeitliche Abstand mehr als 2 Monate beträgt, ist auch eine separate Meldung möglich.
  • Nur tumortherapeutische Operationen sind zu melden - auch bei palliativer Intention, wie z.B. Bougierung.
  • Nicht meldepflichtig sind Meldungen zur Therapieplanung sowie nichttumortherapeutische operative Eingriffe wie z.B. diagnostische Laparoskopie oder Portanlage.
  • Für die Meldebögen des Bayerischen Krebsregisters gilt: Bei Tumordiagnose und OP´s geben Sie bitte sowohl die Codes als auch die Freitextangaben an. In diesen Fällen und bei TNM-Angaben sind die zugehörigen Datums- und Versionsfelder (des OPS und des TNM) für die Zuordnung der Informationen in den korrekten Kontext unbedingt notwendig.
  • Die Versionsfelder sind – um Ihnen das Ausfüllen zu erleichtern – mit der aktuellen Version vorbelegt; bitte unbedingt ändern, falls sich Ihr Eintrag auf eine andere Version bezieht.

Was ist bei Meldung von Strahlentherapien zu beachten?

  • Jede tumorspezifische Strahlentherapie ist für jeden Primärtumor separat zu melden. Im Hinblick auf die Meldepflicht innerhalb von 2 Monaten nach Leistungserbringung sind bei länger andauernder Strahlentherapie Beginn und Ende getrennt zu melden.
  • Strahlentherapeutische Behandlungen, die im zeitlichen Verlauf getrennt sind und einen anderen Behandlungsansatz haben, werden separat gemeldet (z.B. Bestrahlung Primärtumor + Lymphabfluss, nach Behandlungspause Bestrahlung einer Metastase).

Was ist bei der Meldung systemischer Therapien zu beachten?

  • Wirkt eine systemische tumortherapeutische Therapie gleichzeitig auf unterschiedliche Primärtumoren, ist die Therapiemeldung für jeden Primärtumor separat erforderlich.
  • Zu melden sind Beginn und Ende der tumortherapeutischen Behandlung je Tumor bzw. der abwartenden Strategie wie z.B. „wait and see“.
  • Im Hinblick auf die Meldepflicht innerhalb von 2 Monaten nach Leistungserbringung sind bei länger andauernden (länger als 2 Monate) systemischen Therapien der Beginn und das Ende zwei getrennte Meldeanlässe.
  • Eine grundsätzlich neue Therapie wie z.B. bei Protokollwechsel oder „Second line“ ist ebenfalls auf separaten Meldebögen zu melden und vergütungsfähig. Dagegen ist der Wechsel einer Substanz oder der Dosis innerhalb eines Therapieprotokolls, z.B. bei Unverträglichkeit, kein eigener Meldeanlass.
  • Nichttumortherapeutische Therapien wie z.B. Therapien von Folgeerkrankungen und von Nebenwirkungen, wie z.B. Medikamente gegen Übelkeit sowie Angaben zur Therapieplanung und –empfehlung, sind nicht meldepflichtig.

Welche Änderungen im Krankheitsverlauf sind zu melden?

  • Änderungen im Krankheitsverlauf, z.B. bei Tumorstatusänderungen wie Remission oder Teilremission, Auftreten eines Rezidivs oder einer Metastase, müssen gemeldet werden.
  • Eine etwaige histologische Befundung z.B. einer Metastase ist durch die Befunderin oder den Befunder separat als „Histologischer, labortechnischer oder zytologischer Befund“ zu melden, entbindet aber die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt nicht von der Pflicht, eine Verlaufsmeldung abzugeben.
  • Nachsorgen, bei denen keine Änderungen im Krankheitsverlauf zu berichten sind, sind nicht meldepflichtig. In Absprache mit dem jeweiligen Regionalzentrum können solche Nachsorgen jedoch gemeldet werden.
  • Der Therapieerfolg von Strahlen- und systemischen Therapien soll im angemessenen Abstand vom Therapieende im Rahmen einer Verlaufsmeldung mitgeteilt werden.
  • Der Therapieerfolg von operativen Therapien kann im Rahmen einer OP-Meldung mitgeteilt werden.

Wer soll den Tod eines Krebspatienten melden?

Meldepflichtig über den Tod der Patientin oder des Patienten ist die Ärztin oder der Arzt, die oder der an Diagnostik, Therapie und/oder der weiteren Betreuung der Patientin oder des Patienten beteiligt war und

  • den Tod selber feststellt hat. Die Ausstellung der Todesbescheinigung entbindet in diesem Fall nicht von der Meldepflicht an das Bayerische Krebsregister.
  • Kenntnis von dessen/deren Tod von Dritten, z.B. einer Klinik, Hausärzten oder durch Angehörige, erlangt hat und eine Aussage zu Todesursache und Grundleiden treffen kann. Kann diese Aussage nicht getroffen werden, ist eine Meldung des Todesdatums im Sinne der zeitnahen Übermittlung an das Krebsregister wünschenswert, aber nicht vergütungsfähig.
Ärztinnen und Ärzte, die nicht aktiv an Diagnostik, Therapie und/oder weiterer Betreuung der Patientinnen oder Patienten beteiligt waren, sind nicht meldepflichtig, auch nicht bei Ausstellung der Todesbescheinigung.

Meldevergütung

Welche Meldungen werden vergütet?

Folgende Kriterien müssen erfüllt werden, damit eine Meldung vergütungsfähig ist:

  • Sie haben die gemeldete Leistung selbst erbracht.

    Es muss sich um einen im BayKRegG bzw. SGB V; § 65c Abs. 6 genannten Meldeanlass handeln, der sich auf eine meldepflichtige Diagnose bezieht.

  • Die Meldung muss vollständig sein. Die Vollständigkeitskriterien finden Sie hier: PDF-Dokument über Vollständigkeitskriterien. Hierzu gehören auch die Versicherteninformationen.
  • Bei ausländischen Krankenversicherungen kann keine Meldevergütung ausgezahlt werden.
  • Die Meldung derselben Tumordiagnose durch zwei verschiedene Melder kann vergütet werden, wenn jede der beiden Diagnosemeldungen in sich vollständig ist und die zweite Diagnosemeldung einen neuen Sachverhalt beinhaltet. Mögliches Szenario ist z.B. die Diagnose einer Brustkrebserkrankung bei einer niedergelassenen Frauenärztin oder einem niedergelassenen Frauenarzt und eine zweite Diagnosemeldung aus einer Frauenklinik, in der weitergehende diagnostische Untersuchungen durchgeführt wurden. Andere Meldeanlässe können nur einmal vergütet werden.

Wie verläuft die Vergütung an die Melder?

  • Die Meldung wird zunächst an das Regionalzentrum gesendet und bearbeitet.
  • Nach der Bearbeitung werden die Meldungen in einer Forderung durch die Vertrauensstelle des Bayerischen Krebsregisters an die Krankenversicherungen übergeben.
  • Die Auszahlung der Meldevergütung wird von der Vertrauensstelle des Bayerischen Krebsregisters veranlasst, sobald die Vergütung durch die Krankenversicherungen erfolgt ist.

Ablauf der Abrechnung