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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

PFOA im Landkreis Altötting

Muttermilchuntersuchungen im Landkreis Altötting

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat die Muttermilchuntersuchungen auf perfluorierte Substanzen abgeschlossen.

Ergebnisse des Human-Biomonitorings

Das LGL führte eine Human-Biomonitoring-Studie im Landkreis Altötting durch, um die interne Belastung im Blut bei Personen zu bestimmen, die in unterschiedlicher Höhe und Dauer einer PFOA-Belastung über das Trinkwasser ausgesetzt waren.

Hintergrundinformationen zum Thema PFOA

PFOA steht für Perfluoroktansäure, eine Substanz, die zur großen Gruppe der perfluorierten Alkylsubstanzen zählt (PFAS; andere Bezeichnungen sind perfluorierte Chemikalien oder Tenside, PFC oder PFT). Dabei handelt es sich um fluorierte organische Verbindungen, an deren Kohlenstoffgerüst die Wasserstoffatome durch Fluoratome ersetzt sind. Diese Chemikalien finden in einer Vielzahl von Industrie- und Konsumprodukten Anwendung.

In einem Industriebetrieb in Gendorf wurde PFOA zur Herstellung von Fluorpolymeren eingesetzt, wodurch es in Teilen des Landkreises Altötting zu einer großflächigen Kontamination der Umwelt und einer Belastung der Menschen durch kontaminiertes Trinkwasser gekommen ist.

Bereits 2006 legte das LGL umfangreiche Untersuchungsprogramme auf, um die PFOA-Gehalte zu messen. Untersucht wurden vor allem Trinkwasser und Lebensmittel.

Untersuchung von Trinkwasser

Trinkwasser wird als wichtige Quelle für die PFOA-Aufnahme angesehen. Die Trinkwasserkommission des Bundesministeriums für Gesundheit beim Umweltbundesamt hat im Jahr 2006 eine Stellungnahme zur gesundheitlichen Bewertung von PFC-Messwerten veröffentlicht, die mehrfach erweitert und aktualisiert wurde. Auf Grund einer Neubewertung verschiedener Studien wurde der für Trinkwasser im Jahr 2006 abgeleitete lebenslang gesundheitlich duldbare Leitwert in Höhe von 0,3 µg/l der Summe aus PFOA und PFOS im Jahr 2016 auf jeweils 0,1 µg/l für die Einzelsubstanzen PFOA und PFOS abgesenkt. Das LGL startete bereits 2006 ein Sonderuntersuchungsprogramm zu PFT in Trinkwasser und hat Untersuchungen bis heute fortgesetzt. Über die Ergebnisse wurde fortlaufend berichtet und die zuständigen Behörden konnten die notwendigen Maßnahmen aus den Messwerten ableiten.

Im Landkreis Altötting nahmen die Trinkwasserversorger eine Umstellung der Versorgung vor, um die Gehalte an PFOA im Trinkwasser zu reduzieren. Die jüngeren Untersuchungsergebnisse bestätigen, dass die Aufbereitung des Trinkwassers zu einem deutlichen Rückgang der Trinkwasserbelastungen führt.

Untersuchung von Lebensmitteln

Wegen ihrer Langlebigkeit sind PFC seit 2011 Bestandteil des bundesweiten Lebensmittel-Monitorings. Eine Höchstmengenregelung für Rückstände perfluorierter Tenside in Lebensmitteln besteht jedoch nicht. Der Beurteilung von PFC-Rückständen ist daher eine toxikologische Bewertung zugrunde zu legen.

Das LGL untersucht seit 2007 Lebensmittel auf eine Reihe dieser PFC, unter anderem PFOA, um Belastungsschwerpunkte zu erkennen.

PFC in Lebensmitteln

PFC in Lebensmitteln tierischen Ursprungs
Die PFC-Belastung der bisher untersuchten tierischen Lebensmittel ist überwiegend als geringfügig einzuschätzen. Fische allerdings reichern PFC aus belasteten Gewässern an. Erhöhte Gehalte treten auch bei Wildschweinen im Fleisch und besonders den Innereien auf, da sie die Substanzen auf Grund ihrer Lebensweise gut aus der Umwelt aufnehmen.

Untersuchung von Futtermitteln

Seit dem Jahr 2007 wurden Futtermittelproben vorrangig von Standorten, die sich in näherer Umgebung bekannter PFC-Eintragsquellen befinden, auf PFC-Kontaminationen untersucht.

Einzelprojekte

Gesundheitliche Aspekte zu PFOA im Raum Altötting

Einen Grenzwert für die PFOA-Belastung im Blut, bei dessen Überschreitung mit gesundheitlichen Gefahren gerechnet werden muss (HBM-II-Wert), gibt es bislang nicht. Die Human-Biomonitoring-Kommission am Umweltbundesamt veröffentlichte bisher den HBM-I-Wert von 2 µg/l Blut. Dieser Wert stellt nach Einschätzung der Kommission eine Grenze dar, ab der vermehrte Vorsorgeanstrengungen empfohlen werden, eine gesundheitliche Gefährdung ist damit nicht gleichzusetzen. Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand sind auch die im Landkreis Altötting ermittelten erhöhten PFOA-Werte nicht mit einer Gesundheitsgefährdung gleichzusetzen.

Weiterführende Informationen (Untersuchung von Blutproben auf den Ersatzstoff ADONA):

Die Krebsagentur der WHO (IARC, International Agency for the Research on Cancer) hat PFOA in Gruppe 2B eingeteilt („möglicherweise krebserregend“).

Derzeit ergeben sich für die Gemeinden Burgkirchen a. d. Alz, Emmerting, Haiming, Kastl, Markt Marktl, Neuötting, Stammham sowie den Markt Tüßling keine Hinweise auf eine relevante Erhöhung des Risikos für eine Neuerkrankung an Hoden- bzw. Nierenkrebs gegenüber dem bayerischen Durchschnitt.

Beurteilung der Krebshäufigkeit im Landkreis Altötting

Weiterführende Informationen

Perfluorierte Chemikalien (PFC), darunter PFOA, lassen sich neben dem Raum Gendorf/Altötting an verschiedenen Standorten in Bayern nachweisen. Das LGL und das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) bieten daher eine gemeinsame Infoline für Fragen zu PFC an.

Bei Fragen zu Gesundheit, Trinkwasser und Lebensmitteln stehen Ansprechpartner des LGL unter der Rufnummer 09131 6808 – 2497 oder per E-Mail an pfc@lgl.bayern.de zur Verfügung.

Bei Fragen zu Wasser, Boden, Luft, Natur erreichen Interessierte die „PFC-Infoline“ am LfU unter: 0821 9071 – 5102, oder per E-Mail an pfc-umwelt@lfu.bayern.de / www.lfu.bayern.de

Die PFC-Infoline ist für Bürger, Kommunen und Behörden erreichbar jeweils Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr und Donnerstag von 13 bis 16 Uhr.

Bitte beachten Sie: Fragen zur Situation vor Ort können meist nur das jeweils zuständige Landratsamt bzw. die zuständige Kommune beantworten. Medienvertreter können sich bei Fragen zum Thema weiterhin an die Pressestellen der Landesämter wenden.

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Allgemeine Informationen zum Thema

Beschreibungen und Ergebnisse von Einzelprojekten:

Untersuchungsergebnisse

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