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  • Geschäftsstelle Nationaler Impfplan

    Logo Nationale Lenkungsgruppe Impfen

    Die Geschäftsstelle Nationaler Impfplan (NIP) ist eine von Bund und Ländern getragene neue Einrichtung, welche von der Gesundheitsministerkonferenz beschlossen wurde. Sie unterstützt die im Mai 2016 gegründete Nationale Lenkungsgruppe Impfen (NaLI) bei der Umsetzung des Nationalen Impfplans und möchte zur Aufklärung über das Impfwesen in Deutschland beitragen.

    Was sind die Aufgaben der Geschäftsstelle Nationaler Impfplan?

    Die Geschäftsstelle Nationaler Impfplan

    • unterstützt die im Mai 2016 gegründete Nationale Lenkungsgruppe Impfen darin, Entscheidungen zu fachlichen und politischen Themen rund ums Impfen zu treffen.
    • beantwortet Fragen zum Nationalen Impfplan und zum Impfwesen in Deutschland oder leitet sie an die zuständigen Institutionen weiter.
    • erstellt und aktualisiert einen Internetauftritt mit umfassenden und unabhängigen Informationen zum Thema „Impfen in Deutschland“.
    • leistet Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit rund um das Thema Impfen.
    • beruft die Sitzungen der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen ein und bereitet sie vor.
    • hat ihren Sitz am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen.

    Warum gibt es die Geschäftsstelle Nationaler Impfplan?

    Deutschland ist im Bereich Gesundheit – und so auch im Impfwesen – föderal strukturiert, d. h. die Umsetzung von Impfzielen ist im wesentlichen Aufgabe der einzelnen Bundesländer. Zugleich übernehmen aber auch nationale Behörden und Institutionen wichtige Aufgaben, wie z. B. die Ständige Impfkommission ( STIKO) am Robert Koch-Institut mit der Erstellung der nationalen Impfempfehlungen, das Bundesgesundheitsministerium mit Gesetzesvorlagen (z. B. Präventionsgesetz), der gemeinsame Bundesausschuss mit der Festlegung von durch Kassen bezahlten Impfungen und viele mehr.

    Wichtige Impfziele, wie z. B. die Elimination der Masern und Röteln, konnten bislang in Deutschland nicht erreicht werden – trotz insgesamt großer Fortschritte beim Impfschutz der Bevölkerung. Es ist daher eine enge, abgestimmte Zusammenarbeit von Bund, Ländern und weiteren wichtigen Akteuren erforderlich. Die Gesundheitsminister beschlossen aus diesem Grund die Durchführung der 1. Nationalen Impfkonferenz im Jahr 2009. Als Ergebnis dieser Konferenz wurde der Nationale Impfplan von allen wichtigen Akteuren der Länder und des Bundes erstellt und bei der 2. Nationalen Impfkonferenz im Jahr 2011 vorgestellt sowie von der Gesundheitsministerkonferenz beschlossen.

    Der Nationale Impfplan (www.nationale-impfkonferenz.de/veroeffentlichungen) liefert eine transparente Übersicht über das komplexe Impfwesen und über die vereinbarten Impfziele in Deutschland. Bei den im 2-jährigen Turnus stattfindenden Nationalen Impfkonferenzen wurde der aktuelle Stand der Umsetzung des Nationalen Impfplans beleuchtet und im Jahr 2015 um einen gemeinsamen Nationalen Aktionsplan zur Masern- und Rötelnelimination ergänzt. Zugleich fehlte jedoch ein Gremium, welches sich kontinuierlich dieser wichtigen Aufgabe der Priorisierung von gemeinsamen Impfzielen, Abstimmung gemeinsamer Aktionen und der entsprechenden Überarbeitung des Impfplans annahm.

    Im Jahr 2013 legte daher die Gesundheitsministerkonferenz fest, dass eine Nationale Lenkungsgruppe Impfen eingerichtet werden soll. Mitglieder sind Vertreter der Gesundheitsministerien der Länder, des Bundesgesundheitsministeriums und von nationalen Institutionen und Verbänden (siehe unten unter Nationale Lenkungsgruppe Impfen). Zugleich wurde die Einrichtung einer Geschäftsstelle Nationaler Impfplan mit zwei von Bund und Ländern getragenen Stellen beschlossen, die die Nationale Lenkungsgruppe Impfen unterstützt. Im Rahmen eines Interessensbekundungsverfahrens wurde von den Gesundheitsministern der Bundesländer der Sitz der Geschäftsstelle am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) beschlossen.

    Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenzen zum Nationalen Impfplan und zur Geschäftsstelle Nationaler Impfplan

    Flussdiagramm, Chronologie der Ereignisse

    Abbildung2: Historische Entwicklung der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen und der Geschäftsstelle Nationaler Impfplan.

    Nationaler Impfplan – Was ist das?

    • Der Nationale Impfplan informiert über die komplexe Organisation des deutschen Impfwesens. Er schafft Transparenz für die Fachwelt und die Öffentlichkeit.
    • Der Nationale Impfplan enthält Ziele wie das Impfwesen in Deutschland verbessert werden kann. Gleichzeitig enthält der Plan Maßnahmen, wie diese Ziele erreicht werden können.
    • Die Gesundheitsministerien der Länder, die Bundesbehörden, der Spitzenverband der Krankenkassen, die Ständige Impfkommission, die Bundesärztekammer, wissenschaftliche Instituten und weitere Experten entwickelten den Nationalen Impfplan.
    • Die Nationale Lenkungsgruppe Impfen schreibt den Nationalen Impfplan stetig weiter fort.
    • Politische Entscheidungsträger von Bund und Ländern unterstützen und fördern die Entwicklung des Nationalen Impfplans.
    • Ein neuer Bestandteil der Fortschreibung des Nationalen Impfplans ist der im Jahr 2015 erstellte Nationale Aktionsplan 2015-2020 zur Elimination der Masern und Röteln in Deutschland.

    Dokumentation:

    Was macht die Nationale Lenkungsgruppe Impfen?

    Die im Mai 2016 gegründete Nationale Lenkungsgruppe Impfen (NaLI) ist ein Gremium auf nationaler Ebene. In der NaLI tauschen sich bundesweit wichtige am Impfen beteiligte Akteure und Institutionen untereinander aus und stimmen sich zur Umsetzung des Nationalen Impfplans und zu prioritären Impfzielen ab.
    Die Zusammensetzung der NaLI wurde von der Gesundheitsministerkonferenz 2013 festgelegt und im Beschluss der Arbeitsgemeinschaft der obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) im November 2015 konkretisiert:

    In der NaLI wirken als Mitglieder oder Ständige Gäste mit:

    • Vertreter der Gesundheitsministerien der 16 Bundesländer, mindestens Vertreter der fünf Länder mit Bezug zur aktuellen Nationalen Impfkonferenz
    • Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit seinen nachgeordneten Behörden
      • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
      • Robert Koch-Institut (RKI)
      • Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
      • Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut (STIKO)
    • Kassenärztliche Bundesvereinigung
    • GKV-Spitzenverband (gesetzliche Krankenversicherungen)
    • Bundesärztekammer
    • Verband der Privaten Krankenversicherung
    • Gemeinsamer Bundesausschuss

    Die Aufgaben der NaLI:

    • Steuerungs- und Lenkungsgruppe.
    • Themen und Impfziele zu priorisieren.
    • Vorstellung der aktuellen Themen und Impfziele der NaLI bei den Nationalen Impfkonferenzen.
    • Maßnahmen zur Umsetzung des Nationalen Impfplans vorzuschlagen.
    • Arbeitsgruppen einzusetzen, die wichtige Impfthemen bearbeiten.
    • Den Nationalen Impfplan fortzuschreiben.
    • Die landesspezifischen Umsetzungsgremien in den einzelnen Bundesländer zu kontaktieren (z.B. Landesarbeitsgemeinschaften Impfen) und sich für die Umsetzung, Kontrolle und Evaluation der gemeinsam vereinbarten Strategien und Ziele einzusetzen.
    • Mindestens zwei Mal zwischen den Nationalen Impfkonferenzen zu tagen.
    Diagramm zur Veranschaulichung von Zusammenhängen bzw.zusammenhängenden Gremien oder Organisationseinheiten

    Abbildung 3: Vom Bund in die Länder: Umsetzung des Nationalen Impfplans

     

    Impfstrategien der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen

    Regionale Ausbrüche von Masern oder Keuchhusten weisen auf noch bestehende Impflücken in Teilen der Bevölkerung hin. Ursachenanalyse, die Identifikation von Risikogruppen und von Impfhindernissen sowie die gemeinsame Umsetzung von Lösungen sind Ziele der seit Mai 2016 bestehenden Nationalen Lenkungsgruppe Impfen (NaLI). Zeitgleich wurde eine Geschäftsstelle der NaLI am LGL eingerichtet, 2017 fand die sehr gut besuchte und erfolgreiche 5. NIK (nationale Impfkonferenz) in Oldenburg statt, bei deren Schwerpunktsetzung und Durchführung die NaLI-Geschäftsstelle am LGL eng eingebunden war. Empfehlungen aus dieser Konferenz werden umgehend in der NaLI aufgegriffen und gemeinsam mit Ärzteverbänden und weiteren Akteuren umgesetzt.

    NaLI-Ziele: Masernelimination und einfacher Zugang zur Impfung

    Deutschland hat sich zu dem Ziel der WHO bekannt die Masern auszurotten. Hierzu ist eine Impfquote (zwei Masernimpfungen) von mindestens 95 % in der Bevölkerung nötig. Aktuell liegt sie bei den Schulanfängern mit 92,2 % noch knapp darunter, größere Impflücken bestehen zudem noch bei Jugendlichen und Erwachsenen sowie bei Kleinkindern, welche die Impfungen oft später als empfohlen erhalten. In Verbindung mit der hohen grenzübergreifenden Mobilität kann es so immer wieder zu Masernausbrüchen kommen. Daher engagiert sich eine Arbeitsgruppe der NaLI besonders bei der Verbesserung des Masern-Impfschutzes. Angeregt wird unter anderem ein vereinfachter Zugang zur Impfung. Impfungen werden in der Regel von den Kassen erstattet, wenn sie von der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut (STIKO) empfohlen sind. Allerdings ist es in einigen Bundesländern nicht möglich, dass beispielsweise der Kinderarzt die Eltern auf Kosten der Krankenkasse gleichzeitig mit dem Kind impft, sie müssten hierzu den Hausarzt aufsuchen. Solche Hindernisse sollen abgebaut werden. Auch die unkomplizierte Vervollständigung des Impfschutzes beim Betriebsarzt soll erleichtert werden. Die Umsetzung dieser gesetzlich bereits beschlossenen Möglichkeit durch entsprechende Verträge mit den Krankenkassen wird aktuell durch eine NaLI-Arbeitsgruppe begleitet.

    Ein weiterer Schwerpunkt der NaLI ist die Entwicklung eines standardisierten Ausbruchsmanagements für Masern- und Röteln. Aktuell hat daher die NaLI den Generischen Leitfaden für das Management von Masern- und Rötelnfällen und -ausbrüchen in Deutschland herausgegeben.

     

    Kontakt

    Geschäftsstelle Nationaler Impfplan (NIP)
    Koordination der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen (NaLI)

    Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
    Eggenreuther Weg 43
    91058 Erlangen

    Ansprechpartner:

    Dr. Maria-Sabine Ludwig, MPH

    PD Dr. Jens Milbradt

    Dr. Eva Gottwald, Dipl.-Biol.

    Dr. Uta Nennstiel (Sachgebietsleitung GE4)

    Tel.: 09131 6808-2490 bzw. -2489

    Fax.: 09131 6808-2379
    E-Mail: nali@lgl.bayern.de

    Bitte beachten Sie: Eine Auswahl von möglichen Adressaten zu allgemeinen und speziellen Fragen zum Impfen finden Sie hier in der Mediathek am Ende dieser Seite. Individuelle Fragen zum Impfen kann nur der behandelnde Arzt beantworten.

    Links mit weiterführender Information zum Thema Impfen

    Zur Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

    Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit und für die umfassende gesundheitsbezogene Information der Bevölkerung, auch zum Thema Impfen, zuständig. Sie hat dafür eine eigene Informationswebseite bereitgestellt:
    www.impfen-info.de
    www.impfen-info.de bzw. http://www.impfen-info.de/mediathek/fragen-antworten/

    Zum Robert Koch Institut

    Das Robert Koch Institut (RKI) ist ebenfalls eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Die Kernaufgaben des RKI sind die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten.Es informiert und berät in erster Linie die Fachöffentlichkeit, aber auch zunehmend die breitere Öffentlichkeit, auch zum Thema Impfen
    http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/impfen_node.html

    Zur Ständigen Impfkommission

    Ebenfalls am RKI angesiedelt ist das unabhängige Expertengremium, die Ständige Impfkommission (STIKO), welche auf wissenschaftlicher Grundlage Empfehlungen für die notwendigen Schutzimpfungen in Deutschland erarbeitet. Die aktuell geltenden Empfehlungen finden Sie hier:
    http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen_node.htm

    Zum Paul-Ehrlich-Insitut

    Das Paul-Ehrlich-Insitut (PEI) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Das PEI prüft und bewertet Impfstoffe für die Anwendung am Menschen, um ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis der auf dem deutschen Markt zugelassenen Impfstoffe sicherzustellen. Auf seinen Internetseiten bietet das PEI eine Auflistung aller in Deutschland zugelassenen Impfstoffe und gibt auch Antworten zu Fragen von Inhaltsstoffen von Impfungen und möglichen Impfnebenwirkungen.
    http://www.pei.de/DE/infos/patienten/impfstoffe-impfungen/impfstoffe-impfungen-node.html

    Zum Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

    http://www.bmg.bund.de/themen/praevention/impfungen.html

    Zum Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

    Die vom G-BA jährlich neu erlassene Schutzimpfungsrichtlinie regelt den Anspruch von gesetzlich Krankenversicherten auf Leistungen für Schutzimpfungen

    https://www.g-ba.de/informationen/richtlinien/60/

    Zur Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)

    http://www.kbv.de/html/5505.php

    Zum Deutschen Grünen Kreuz e.V.

    https://dgk.de/

    Zum European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)

    http://ecdc.europa.eu/en/healthtopics/immunisation/Pages/index.aspx

    Zum Impfbrief

    kostenpflichtiger unabhängiger Newsletter zum Impfen: http://www.impfbrief.de/

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