Untersuchung von tierischen und sonstigen Lebensmitteln im Landkreis Altötting– Untersuchungsergebnisse 2007–2018

In einem Industriebetrieb in Gendorf im Landkreis Altötting wurde Perfluoroctansäure (PFOA) in den Jahren 1968 bis 2003 produziert und noch bis 2008 zur Herstellung von Fluorpolymeren eingesetzt. Im Rahmen dieser Anwendung ist es zu einer großflächigen Kontamination der Umwelt und einer Belastung der Menschen gekommen. Als wesentliche Quelle für die interne PFOA-Belastung der Bevölkerung in diesem Bereich wurde kontaminiertes Trinkwasser festgestellt. PFOA ist biologisch nur schwer abbaubar, reichert sich in der Nahrungskette an und wird aus dem menschlichen Körper nur sehr langsam wieder ausgeschieden. Das LGL hat das Vorkommen von PFOA in Lebensmitteln und im Trinkwasser untersucht.
Die Analytik beschränkte sich anfangs auf die beiden Leitsubstanzen PFOA und PFOS, die als mengenmäßig bedeutendste Vertreter der PFAS gelten. Das LGL nahm situationsbezogen weitere PFAS in den Messumfang mit auf und prüft seit dem Jahr 2016 auf mindestens 13 Substanzen aus der Substanzklasse.
Eine Höchstmengenregelung für Rückstände von perfluorierter Substanzen in Lebensmitteln besteht nicht. Für die Beurteilung von PFAS-Rückständen prüft das LGL daher im Rahmen einer toxikologischen Bewertung, ob vom Verzehr der zu beurteilenden Lebensmittelprobe möglicherweise eine Gesundheitsgefährdung ausgehen könnte. Ist diese nicht sicher auszuschließen, ergreifen die Behörden die notwendigen Maßnahmen, um eine Gefährdung der Verbraucher auszuschließen. Zum Beispiel kann die Verwendung einer mit PFAS-belasteten Lebensmittelprobe als Lebensmittel untersagt werden.
Die folgenden Tabellen 1 und 2 zeigen chronologisch geordnet die Untersuchungsergebnisse für PFOA und PFOS in tierischen Lebensmitteln sowie Honig und Bier. Die Abkürzungen n. n. bzw. BG bedeuten nicht nachweisbar bzw. Bestimmungsgrenze. Außerdem sind Untersuchungsergebnisse, die unterhalb eines bestimmten Gehaltes sind, mit einem Kleinerzeichen (< ) gekennzeichnet. Die Abkürzungen Min bzw. Max bedeuten Minimum bzw. Maximum.

Tabelle 1: PFAS-Proben von Lebensmitteln tierischer Herkunft, Honig- und von Bier aus dem Landkreis Altötting im Zeitraum 2007 bis 2018
Entnahme-zeitpunkt Proben-zahl Art der Proben PFOA (µg/kg) PFOS (µg/kg)
Min. Max. Min. Max.
Milch
Februar/Oktober 2007 19 Rohmilch n. n. n. n. 0,04
Rindfleisch und -innereien
Juni–Dezember 2008 5 Rindfleisch n. n. 1,6 n. n.
Juli–November 2008 5 Rinderleber 1,0 8,9 n. n. 1,6
Juni–Dezember 2008 3 Rinderniere 1,3 21,5 n. n.
Oktober 2013 1 Rindfleisch 0,3 0,5  
Schweinefleisch mit Innereien
März/Juli 2010,
Juli 2011
9 Schweinefleisch n. n. 3,3 n. n.
März/Juli 2010,
Juli 2011
9 Schweineleber n. n. 6,2 n. n. 9,9
März/Juli 2010,
Juli 2011
9 Schweineniere n. n. 8,1 n. n. 1,2
Februar 2018 3 Schweinefleisch < 0,5 (BG) n. n.
Februar 2018 1 Schweineleber 7,3 4,1
Februar 2018 1 Schweineniere 4,1 n. n.
Februar 2018 1 Schweineblut 5,5 n. n.
Fleischerzeugnisse/Wurst
April 2018 5 Weißwurst n. n. < 0,5 n. n.
Lamm-,Schaf-, Ziegenfleisch und -innereien
Mai 2009 1 Ziegenfleisch n. n. n. n.
Mai 2009 1 Lamm- und Schaffleisch n. n. n. n.
April 2012 4 Lammfleisch n. n. 0,1 n. n.
April 2012 4 Lammleber n. n. 0,2 n. n.
April/Juni 2012 6 Schaffleisch n. n. n. n.
April/Juni 2012 6 Schafleber n. n. 0,4 n. n.
Geflügelfleisch und –innereien
September 2007 3 Hühnerfleisch 0,9. 1,2 n. n.
September 2007 3 Hühnerleber 0,6 2,6 n. n. 0,9
September 2008 1 Entenfleisch 6,7 0,2
September 2008 1 Entenleber 28,0 1,6
Oktober 2011/2012 2 Stockente n. n. 1,9 2,1. 4,2
Oktober 2012 1 Stockentenleber n. n. 81,5
Eier
Mai–September 2007 18 Eier (Freilauf) n. n. 25,5 n. n. 6,4
März 2010 3 Eier (Freilauf) n. n. 1,4 n. n. 0,3
September 2011 5 Eier (Freiland, Bodenhaltung) n. n. 17,8 n. n.
Februar 2012 1 Eier (Bodenhaltung) n. n. n. n.
Januar-Februar 2018 9 Eier (Freiland, Bodenhaltung) n. n. 1,7 n. n. < 0,1
Honig
September 2007/Januar 2008 5 Honig n. n. 2,5 n. n.
Bier
November 2011 2 Biere n. n. n. n.

Tabelle 2: Übersicht zu Proben von Fischen aus der Alz und aus der Teichwirtschaft im Umkreis von Gendorf
Entnahme-zeitpunkt Entnahmestelle bzw. Region Proben-zahl Art der Proben PFOA (µg/kg) PFOS (µg/kg)
Min. Max. Min. Max.
November 2006 Alz, nach Abwasser-einleitungsstelle 5 Nase, Barbe, Aitel, Äsche, Karpfen 15,0 52,5 <1,0 (BG) 7,5
Juli 2007 4 Barbe, Aitel, Forelle, Aal, Nase 1,8 15,4 1,0 18,9
November 2009 12 Aitel, Barbe, Forelle, Nase n. n. n. n. 4,2
September 2008 Umkreis Gendorf, Teichwirtschaft 5 Forelle, Karpfen < 1,0 (BG) 2,7 n. n. < 1,0 (BG)
September 2010 Alz, nach Einleitungsstelle 20 Nase, Aitel, Barbe, Karpfen, Karausche, Hecht, Rutte, Aal, Forelle n. n. n. n. 21,3
September 2011 Alz, nach Einleitungsstelle 9 Nase, Aitel, Barbe, Aal, Forelle n. n. 4,7 n. n. 17,6
August 2012 Teich im Umkreis Gendorf 1 Forelle n..n. n. n.
Oktober 2012 Alz, , Einleitungsstelle 7 Barbe, Aitel, Nase, Barsch, Giebel, Aal, Waller n. n. n. n. 5,5
Oktober 2013 Alz, Einleitungsstelle 5 Aal, Waller 0,3 0,3 3,5 9,9
April 2017 Teichwirtschaft Umkreis Gendorf 5 Forelle (Muskelfleisch) n. n. 1,3 n. n.
April 2017 Teichwirtschaft Umkreis Gendorf 4 Forelle (Leber) n. n. 2,4 n. n. 1,1
Februar 2018 Alz, nach Einleitungsstelle 5 Barbe, Aitel, Nase n. n. n. n. < 0,5 (BG) 2,4
Februar 2018 Alz, nach Einleitungsstelle 5 Leber von Barbe, Aitel, Nase n. n. <0,5 (BG) 2,6 8,5

n.n. nicht nachweisbar BG Bestimmungsgrenze < Kleinerzeichen

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die PFAS-Belastung der bisher untersuchten tierischen Lebensmittel ist überwiegend als geringfügig einzuschätzen. Fische allerdings reichern PFC aus belasteten Gewässern an. Die ausführliche Bewertung der Untersuchungsergebnisse finder man unter PFOA und PFOS in Fischen..

Hier geht es zu den Untersuchungsergebnissen der Proben von Wildschweinfleisch und-innereien sowie Wildfleisch und -innerein im Landkreis Altötting 2009-2018.