Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Rückstandssituation bei Birnen im Jahr 2004

Birne

Die Rückstandssituation bei Birnen ist derzeit nicht problematisch.

Im ersten Halbjahr 2004 untersuchte das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 59 Proben Birnen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Sie stammten überwiegend aus dem Ausland, lediglich drei Proben wurden in Deutschland erzeugt.

Rückstandslage bei Birnen aus verschiedenen Herkunftsländern

27 Proben enthielten keine bestimmbaren Rückstände, bei 32 Proben lagen die nachgewiesenen Rückstände unter den zulässigen Höchstmengen. Höchstmengenüberschreitungen wurden somit in keiner Probe festgestellt.

Tabelle 1: Rückstandssituation bei Birnen im Jahr 2004
Herkunftsstaat ohne Rückstände (R) mit R unter der Höchstmenge (HM) mit R über der Höchstmenge (HM) Summe
Deutschland 2 1 3
Belgien 1 1 2
Italien 10 15 25
Niederlande 1 1
Argentinien 4 5 9
Chile 2 2 4
China 1 1
Südafrika 3 2 5
Unbekannt 5 4 9
Summe 27 32 59
46% 54%

Was wurde untersucht?

22 Proben wurden mit einer Multimethode auf ein breites Pestizidspektrum untersucht, zwölf davon zusätzlich mit einer Spezialmethode auf Rückstände von Chlormequat und Mepiquat.

37 weitere Proben wurden nur auf Chlormequat und Mepiquat geprüft. Bei diesen beiden Stoffen handelt es sich um Wachstumsregulatoren. Sie hemmen pflanzeneigene Wuchsstoffe und vermindern dadurch die Zellstreckung und das Triebwachstum. Gleichzeitig verstärken sie aber die Blütenbildung und den Fruchtansatz. Chlormequat ist in Deutschland nur im Getreideanbau als Halmverkürzungsmittel zugelassen. Mepiquat ist nicht zugelassen.

Dennoch sind diese beiden Stoffe in den vergangenen Jahren unzulässigerweise im Birnenanbau, aber auch bei anderen Produkten wie Karotten und Tomaten, zur Steigerung der Erträge eingesetzt worden. Bei den 49 auf die Wachstumsregulatoren geprüften Proben waren in 17 Fällen Rückstände von Chlormequat im Bereich von 0,001 bis 0,23 mg/kg nachweisbar. Die zulässige Höchstmenge liegt derzeit bei 0,3 mg/kg. Mepiquat wurde in keiner der Proben festgestellt.

Mehrfachrückstände

Mehrfachrückstände waren in neun Proben zu finden. Vier Proben enthielten zwei bis drei Rückstände, fünf weitere Proben vier bis sechs Rückstände (siehe Abbildung 1). Sie stammten aus Italien (4x) und Chile (1x).

Säulendiagramm: Mehrfachrückstände in Birnen aus Deutschland, EU-Staaten und Drittländern

Abbildung 1: Mehrfachrückstände in Birnen aus Deutschland, EU-Staaten und Drittländern

In den 32 rückstandshaltigen Proben wurden 19 verschiedene Stoffe insgesamt 55 mal gefunden (siehe Abbildung 3).

Am häufigsten war Chlormequat nachweisbar, gefolgt vom Pilzbekämpfungsmittel Thiabendazol und dem Insektizid Tebufenozid, das in Deutschland zur Bekämpfung von Apfel- und Schalenwickler zugelassen ist.

Abbildung 2: Nachweishäufigkeit von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen in Birnen (PDF, 12 KB)

Prozentuale Anteile der Rückstandsgehalte

Vergleicht man die insgesamt ermittelten Gehalte der einzelnen Wirkstoffe mit den festgesetzten Grenzwerten, dann liegen 69 % aller Rückstandsmengen unter einem Zehntel der nach der Rückstands-Höchstmengenverordnung (RHmV) zulässigen Höchstmengen. Bei weiteren 22 % wird die Höchstmenge zu weniger als einem Viertel ausgeschöpft (siehe Abbildung 3). Keiner der nachgewiesenen Stoffe lag über der Höchstmenge. Insgesamt ist die Rückstandssituation bei Birnen derzeit als unproblematisch zu beurteilen.

Kuchendiagramm: Prozentuale Anteile der Rückstände in Birnen an den zulässigen Höchstmengen

Abbildung 3: Prozentuale Anteile der Rückstände in Birnen an den zulässigen Höchstmengen (HM)

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