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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Wintersonne - Schutz vor UV-Strahlen

Auch vor Wintersonne schützen - beim Sonnenbaden in der Karibik wie auch beim Wintersport im Gebirge.

Der jahreszeitlich bedingte schwache Eigenschutz der Haut vor den schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlen muss im Winter von außen durch Anwendung von Sonnenschutzmitteln in besonderem Maße unterstützt werden.

Beim Wintersport sollten für das Gesicht Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor verwendet werden. Cremes sind bei niedrigen Temperaturen grundsätzlich zu bevorzugen, da sie mehr Fettkomponenten und weniger Wasser enthalten und bei Kälte besser als dünnflüssige Lotionen schützen. Für die Lippen sind spezielle Pflegestifte mit UV-Schutz am besten geeignet. Die Haut an den Lippen ist besonders dünn und verfügt über keinen Eigenschutz durch Pigmentierung. Diese Hautzellen sind daher der UV-Strahlung völlig schutzlos ausgeliefert.

In höheren Berglagen ist der Schutz der Haut besonders wichtig, da die Intensität der UV-Einstrahlung wesentlich erhöht ist. Die UV-Strahlung nimmt pro 1000 Höhenmeter um 15 % zu und wird durch Reflexion am Schnee noch weiter verstärkt.

Wenn im Winterurlaub die eisige Kälte in unseren Breiten gegen karibische Wärme eingetauscht werden soll, sind die sonnenentwöhnten Körperteile wie Rumpf, Rücken, Arme und Beine langsam an die intensive Sonneneinstrahlung zu gewöhnen. Nach den statistischen Auswertungen der Dermatologen zeigt sich das maligne Melanom, auch der schwarze Hautkrebs genannt, am häufigsten an Körperstellen, die im Jahresverlauf am wenigsten der Sonne ausgesetzt sind und wo sich daher die stärksten Sonnenbrände entwickeln. Neben einer schützenden Kleidung und einem bevorzugten Aufenthalt im Schatten während der ersten Tage sind Sonnenschutzmittel das Mittel der Wahl, um die Haut vor schädigender UV-Strahlung zu schützen.

Die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln wird international durch den Lichtschutzfaktor angegeben. Er wird experimentell an der Haut von Probanden ermittelt und gibt an, um welchen Faktor man (theoretisch) länger in der Sonne bleiben kann als mit ungeschützter Haut, ohne dabei einen Sonnenbrand zu bekommen. Zur Bestimmung dieses Zahlenwertes wird eine unphysiologisch hohe Schichtdicke von 2 mg pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen, was in der Praxis einem Verbrauch von 30 bis 40 ml eines Lichtschutzmittels für eine einmalige Anwendung am ganzen Körper entsprechen würde. Da die Verbraucher erfahrungsgemäß nur rund ein Drittel dieser Menge auftragen, sind die angegebenen Lichtschutzfaktoren im Vergleich zu den in der Praxis erreichten Lichtschutzfaktoren zu hoch, was bedeutet, dass der deklarierte Lichtschutzfaktor bei der üblichen Verwendung nicht erreicht wird. Daher wird empfohlen, die Schutzzeit nur bis zu etwa einem Viertel auszunutzen, um sowohl die Entstehung von Sonnenbrand zu vermeiden als auch das Risiko lichtbedingter Spätfolgen weitgehend zu minimieren. Dabei ist auch darauf zu achten, das Sonnenschutzmittel wiederholt aufzutragen, um den Lichtschutzfilm, der durch Schwitzen und Abrieb "Löcher" bekommt, wieder zu vervollständigen und damit den Schutz aufrechtzuerhalten.