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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Hautkrebs und UV-Strahlung

Aktion "Sonne(n) mit Verstand"

Wer seine Haut übermäßig lange und schutzlos der Sonne und ihrer ultravioletten Strahlung aussetzt, riskiert nicht nur vorzeitige Hautalterung, sondern schadet auch seiner Gesundheit. Speziell in der Freizeit und beim Freizeitsport kommt es zu längeren Aufenthalten in der Sonne. Hier ist jeder betroffen. Kinderhaut ist dabei besonders gefährdet.

Möglichkeiten zur Vorbeugung gegen gesundheitliche Schäden stellt die Aktion "Sonne(n) mit Verstand" der Bayerischen Staatsregierung unter Federführung des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege vor.

Webangebot der Aktion "Sonne(n) mit Verstand"

Fachinformationen zu Hautkrebs und UV-Strahlung

Das maligne Melanom, auch „schwarzer Hautkrebs“ genannt, ist eine bösartige Neubildung der Haut (ICD-10 C43). Die Exposition gegenüber ultravioletter Strahlung (UV-Strahlung) gilt als der wichtigste exogene Risikofaktor. Insbesondere kurze, intensive UV-Belastungen sind beim malignen Melanom von Bedeutung.

Zu den sonstigen bösartigen Neubildungen der Haut (ICD-10 C44) zählen der Basalzellkrebs und der Stachelzellkrebs, beide auch als „weißer Hautkrebs“ bezeichnet. Diese Tumore treten überwiegend an sonnenexponierten Stellen am Kopf auf und metastasieren in der Regel nicht. Eine langjährige Belastung durch UV-Strahlung ist eine wesentliche Ursache.

Neuerkrankungen (Inzidenz)

Malignes Melanom

  • Im Jahr 2014 gab es in Deutschland 10.910 Neuerkrankungsfälle bei Männern und 10.310 bei Frauen. Dies entspricht einem Anteil von 4,4% (Männer) bzw. 4,5% (Frauen) aller bösartigen Neubildungen.
  • In Bayern erkrankten im Jahr 2014 1.708 Männer und 1.456 Frauen an malignem Melanom der Haut.
    Die altersstandardisierte* Neuerkrankungsrate lag 2014 in Bayern bei den Männern bei 20,0 Fällen pro 100.000 Einwohner, bei den Frauen bei 17,0 Fällen pro 100.000 Einwohner. In Deutschland betrug sie 2014 bei den Männern 19,5 Fälle pro 100.000 Einwohner, bei den Frauen bei 18,6 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Sonstige bösartige Neubildungen der Haut

Die altersstandardisierte* Inzidenzrate betrug in Bayern bei den Männern 41,7 Fälle pro 100.000 Einwohner und bei den Frauen 25,2 Fälle pro 100.000 Einwohner im Jahr 2014. Beim weißen Hautkrebs ist von einer Untererfassung durch das Krebsregister auszugehen.

Alters- und Geschlechtsunterschiede

Malignes Melanom

In Bayern war im Jahr 2014 im jüngeren und mittleren Erwachsenenalter (15 – 49 Jahre) die Inzidenz des malignen Melanoms bei Frauen höher als bei Männern im Gegensatz zu den Altersgruppen ab 50 Jahren, in denen die Inzidenz bei Männern höher lag.

balkendiagramm

 

Abbildung 1: Altersspezifische Inzidenz von malignem Melanom in Bayern 2014. Datenquelle: Krebsregister Bayern.

Bezüglich der Inzidenz des malignen Melanoms (C43) in den einzelnen Regierungsbezirken Bayerns wies Mittelfranken im Jahr 2014 mit 24,1 Fällen pro 100.000 Einwohner die höchste Inzidenzrate auf, Schwaben die niedrigste mit 11,8 Fällen pro 100.000. Bayernweit lag die durchschnittliche Inzidenzrate bei 18,2 Fällen pro 100.000.

Balkendiagramm

 

Abbildung 2: Altersspezifische Inzidenz von malignem Melanom in den Regierungsbezirken Bayerns 2014. Datenquelle: Krebsregister Bayern

Sonstige bösartige Neubildungen der Haut

Die Neuerkrankungsrate für weißen Hautkrebs ist im mittleren Erwachsenenalter bei Frauen minimal höher als bei Männern. In den Altersgruppen ab 55 Jahren ist die Inzidenz bei Männern deutlich höher.

Sterblichkeit (Mortalität)

Malignes Melanom

  • In Deutschland starben im Jahr 2014 insgesamt 3.074 Menschen am malignen Melanom (1.804 Männer, 1.270 Frauen). Auch die altersstandardisierte* Sterblichkeit lag bei Männern etwas höher als bei Frauen (Männer 2,9 pro 100.000 gegenüber Frauen 1,7 pro 100.000).
    *Altersstandardisierung: Ermöglicht den Vergleich von Bevölkerungen mit unterschiedlicher Altersstruktur, indem verzerrende Alterseinflüsse beseitigt werden. In dieser Publikation wird als Referenz stets die Europastandardbevölkerung von 1966 verwendet. (Quelle: Krebsregister Bayern)
  • In Bayern waren im gleichen Jahr 496 Sterbefälle zu verzeichnen (299 Männer, 197 Frauen). Die altersstandardisierte* Sterblichkeit lag hier mit 3,2 Fällen pro 100.000 bei den Männern und 1,8 Fällen pro 100.000 bei den Frauen etwas höher als im Bundesdurchschnitt.
  • Das mittlere Erkrankungsalter in Bayern lag 2014 für Frauen bei 60 Jahren, bei Männern bei 66 Jahren. Das mittlere Sterbealter lag in Bayern bei 74 (Frauen) bzw. 72 (Männer). Deutschlandweit wiesen 2013/2014 Frauen im Alter von 15 - 54 Jahren höhere Erkrankungsraten auf als Männer. In den höheren Altersgruppen weisen Männer sowohl höhere Erkrankungs- als auch Mortalitätsraten auf.
  • Die relative 5-Jahres-Überlebensrate (die einen Vergleich mit der Durchschnittsbevölkerung liefert) steigt seit vielen Jahren. Sie lag 2014 in Bayern bei 93% (Männer) bzw. 95% (Frauen).

Zeitliche Trends bei Inzidenz und Mortalität

  • Seit den 1980er-Jahren hat sich in Deutschland die Häufigkeit des malignen Melanoms mehr als verdreifacht. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren jedoch nicht fortgesetzt. Die Inzidenz des weißen Hautkrebses stieg bis 2009 ebenfalls an, fiel jedoch seither wieder ab.
  • Die Mortalität des malignen Melanoms blieb in den letzten Jahren in Deutschland wie auch in Bayern nahezu unverändert. Dies trifft auch für die Mortalität des weißen Hautkrebses in Bayern zu.

Liniendiagramm

Abbildung 3: Inzidenz und Mortalität bei Männern. Datenquellen: Krebsregister Bayern, Statistisches Bundesamt

Liniendiagramm

Abbildung 4: Inzidenz und Mortalität bei Frauen. Datenquellen: Krebsregister Bayern, Statistisches Bundesamt

Ursachen für den Inzidenzanstieg im langjährigen Vergleich sind sowohl eine höhere Exposition gegenüber UV-Strahlung (z. B. veränderte Urlaubsgewohnheiten, Besuch von Solarien etc.) als auch eine verstärkte Aufmerksamkeit gegenüber verdächtigen Hautveränderungen und intensivierte Früherkennung.

 

UV-Strahlung in Bayern

Die für die Haut wirksame UV-Belastung hängt von vielen Faktoren ab, z. B. der Jahreszeit, der Entwicklung der Ozonschicht, der Bewölkung, der Aufenthaltshöhe usw. Dabei ist die UV-Belastung in Süddeutschland, vor allem im Alpenraum, in der Regel höher als im übrigen Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht seit April 2005 täglich aktuell den UV-Index mit 3-Tages- Vorhersage im Internet.

Zur UV-Index Vorhersage

Prävention

Die Inzidenz von Hautkrebs kann vor allem durch Expositionsvermeidung sowie durch geeignete Schutzmaßnahmen reduziert werden. Bezüglich des malignen Melanoms ist eine Reduktion der UV-Belastung bereits im Kindesalter von besonderer Bedeutung.

Vor dem Hintergrund, dass das Hautkrebsrisiko steigt, je früher ein Mensch UV-Strahlung ausgesetzt wird und daher Kinder und Jugendliche durch UV-Strahlung besonders gefährdet sind, besteht seit dem 4. August 2009 ein Nutzungsverbot von Solarien für Minderjährige.

Krebsfrüherkennung

Früherkennung ermöglicht die rechtzeitige Behandlung des Hautkrebses. Beim schwarzen Hautkrebs kommt es dabei darauf an, ihn vor der Bildung von Metastasen zu erkennen. Dann bestehen gute Heilungschancen. Beim häufigeren, aber weniger gefährlichen weißen Hautkrebs trägt die Früherkennung dazu bei, dass die Entfernung schonender durchgeführt werden kann. Seit 1. Juli 2008 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs bei dem Hausarzt / der Hausärztin, das so genannte „Hautkrebs-Screening“.
Aktuellen Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung zufolge nahmen im Jahr 2011 18% der anspruchsberechtigten Männer und 19,4% der anspruchsberechtigten Frauen in Deutschland am Hautkrebsscreening teil. Da der Anspruch auf Hautkrebsscreening einem Zwei-Jahres-Rhythmus folgt, nehmen derzeit also ca. 40 % der Anspruchsberechtigten das Früherkennungsangebot an.

Quellen