Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Nitrat in Kohlgemüse – Untersuchungsergebnisse 2016

Zur Gattung Kohl (Brassica) gehören viele wichtige Kulturpflanzen. Zum Gemüsekohl (Brassica oleracea) zählen auch der Kohlrabi und die Kopfkohle wie Weißkohl und Wirsing, während Chinakohl eine Unterart des Rübsen (Brassica rapa) ist. Insbesondere der Weißkohl ist sehr lange lagerfähig und gilt als typisches Wintergemüse. Manche Kohlarten können Nitrat stärker als andere anreichern. Um die Nitrataufnahme des Menschen zu minimieren, wurden Höchstgehalte für besonders nitratreiches Blattgemüse wie Eisbergsalat, Rucola, Spinat und Salat (Lactuca sativa L.) festgelegt. Für Kohlgemüse gelten diese Grenzwerte jedoch nicht. 2016 untersuchte das LGL daher 64 Proben verschiedenes Kohlgemüse. Dazu gehörten Kohlrabi, Chinakohl, Weißkohl und Wirsing. Der Weißkohl wurde größtenteils in den Wintermonaten geerntet, die restlichen Kohlarten hingegen im Sommerhalbjahr. Etwa zwei Drittel der Proben stammte aus Deutschland, bei 15 Proben war kein Herkunftsland angegeben. Zwei Proben Kohlrabi kamen aus Italien, zwei Weißkohle aus Spanien sowie je ein Weißkohl aus Polen, Portugal und Österreich. Die Tabelle gibt eine Übersicht über die Nitratbelastung im untersuchten Kohlgemüse und zeigt zum Vergleich Salate, für die Höchstgehalte an Nitrat rechtlich festgelegt sind. Die Untersuchungen ergaben, dass Chinakohl und Kohlrabi mit 1.347 mg/kg bzw. 1.422 mg/kg vergleichsweise hohe durchschnittliche Nitratgehalte aufwiesen. Diese liegen sogar leicht über dem mittleren Nitratgehalt der ebenfalls im Sommer geernteten Salate (1.311 mg/kg), für die aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes in der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 Höchstgehalte für Nitrat festgelegt wurden. Weiß- und Wirsingkohl waren mit 474 mg/kg bzw. 376 mg/kg hingegen deutlich geringer belastet. So betrugen die mittleren Gehalte nur rund ein Drittel der Gehalte von Chinakohl und Kohlrabi. Auch die maximalen Gehalte waren bei Chinakohl und Kohlrabi ungefähr doppelt so hoch verglichen mit denen von Weiß- und Wirsingkohl. Da für Kohlgemüse keine Grenzwerte festgelegt sind, können Proben selbst bei hohen Nitratgehalten lebensmittelrechtlich nicht beanstandet werden. Jedoch weist das LGL bei für die Kultur außergewöhnlich hohen Nitratgehalten die Erzeuger auf eine Verbesserung der Düngepraxis hin.

Tabelle: Nitratgehalte in Kohlgemüse und Salaten im Jahr 2016
  Anzahl Proben Mittelwert
[mg/kg]
minimaler Gehalt
[mg/kg]
maximaler Gehalt
[mg/kg]
Kohlgemüse 64 962 26 2.142
Chinakohl 9 1.347 542 1.985
Kohlrabi 26 1.422 265 2.142
Weißkohl 16 474 37 1.199
Wirsingkohl 13 376 26 1.013
Salate* 60 1.661 311 4.277
Sommer 35 1.311 316 3.824
Winter 25 2.152 311 4.277

*Kopfsalat, Lollo Rosso/Bionda, Eichblatt, Romana (alle Lactuca sativa L.)