Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Importproben vom Flughafen München – Untersuchungsergebnisse 2009

Hintergrund der Untersuchung

Über den Flughafen München werden Lebensmittel aus verschiedenen Ländern außerhalb der Europäischen Union nach Bayern eingeführt.

Nach Artikel 15 der VO (EG) Nr. 882/2004 vom 29. April 2004 über amtliche Kontrollen zur Überprüfung der Einhaltung des Lebensmittel- und Futtermittelrechts sowie der Bestimmungen über Tiergesundheit und Tierschutz sollen Lebensmittel nicht tierischer Herkunft bei der Einfuhr in die EU regelmäßig durch die zuständige Behörde kontrolliert werden.

Um die Belastungssituation solcher Importproben mit Pflanzenschutzmittelrückständen zu überwachen, wurden diese verteilt über das ganze Jahr untersucht.

Der vorliegende Beitrag zeigt die Ergebnisse der im Jahr 2009 analysierten Importproben, die am Flughafen München entnommen wurden.

Zusammenfassung

Im Rahmen der fortgesetzten Schwerpunktuntersuchung analysierte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) im Jahr 2009 insgesamt 121 Importproben. Sie stammten aus elf verschiedenen Herkunftsländern, größtenteils aus Thailand (67), Ägypten (11) und der Dominikanischen Republik (8), gefolgt von Uganda (7).

Am häufigsten wurde Gemüse (74 Proben) untersucht, insbesondere frische Kräuter wie Basilikum und Koriander und Fruchtgemüse, vor allem Auberginen, Bohnen, Chili- und Okraschoten. Das Obst (45 Proben) umfasste im Wesentlichen Mangos und Papayas, aber auch weitere exotische Früchte wie zum Beispiel Pitahaya (Drachenfrucht). Neben dem frischen Obst und Gemüse wurden je eine Probe Ingwer und getrocknete Goji-Beeren zur Untersuchung vorgelegt.

24 % der untersuchten Proben waren rückstandsfrei, 44 % wiesen Rückstände unterhalb der zulässigen Höchstmengen auf und bei immerhin 32 % waren die Höchstmengen überschritten (Abbildung 1).

Das Tortendiagramm zeigt, dass im Untersuchungszeitraum 24 % der Proben keine Rückstände, 44 % der Proben Rückstände unterhalb der Höchstmengen und 32 % Rückstände über den Höchstmengen enthielten.

Abbildung 1: Anteil rückstandshaltiger Importproben vom Flughafen München (2009)

Ergebnisse im Detail

Einen Gesamtüberblick über die Rückstandssituation der Importproben vom Flughafen München gibt Tabelle 1. Mit Ausnahme von Thailand und Ägypten sind die Probenzahlen je Herkunftsland so gering, dass statistische Aussagen nicht immer abzuleiten sind. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass aus den verschiedenen Herkunftsländern unterschiedliche Produkte kommen.

Insgesamt wurden 90 verschiedene Pflanzenschutzmittel 323-mal nachgewiesen. Pro Probe wurden im Gesamtdurchschnitt 2,7 Rückstände festgestellt, der mittlere Rückstandsgehalt lag bei 0,60 mg/kg. Der höchste Einzelrückstand betrug 10,6 mg/kg für das Insektizid Thiacloprid in einer Probe Minze aus Israel bei einer zulässigen Höchstmenge von 3 mg/kg. In 106 Fällen (33 %) waren die Gehalte der einzelnen Rückstände geringer als 0,01 mg/kg. Die Gehalte von 13 Rückständen (4 %) lagen über 1 mg/kg. Diese hohen Rückstände traten für das Insektizid Profenofos sowie das Fungizid Prochloraz mehr als einmal auf. Betroffen waren vor allem frische Kräuter.

Damit sind die untersuchten Importproben vom Flughafen München insgesamt als stark belastet anzusehen. Der Anteil an Überschreitungen von Höchstmengen ist mit 32 % vergleichsweise hoch und nahm im Vergleich zum Jahr 2008 ebenso wie der durchschnittliche Rückstandsgehalt pro Probe zu.

Von den 39 Proben (32 %) mit Rückständen über den zulässigen Grenzwerten waren zehnmal thailändische Kräuter betroffen.

Tabelle 1: Ergebnisübersicht der Importproben vom Flughafen München (2009)
Herkunftsland Gesamt-zahl ohne R mit R kleiner als HM mit R größer als HM verschie-dene
Stoffe
Anzahl R pro Probe1) Gehalt R pro Probe1) (mg/kg)
Ägypten 11 0 10 1 17 2,5 0,36
Bangladesch 2 1 0 1 3 1,5 0,03
Brasilien 2 0 1 1 7 4,0 0,46
China 2 0 1 1 21 11,5 0,74
Dominikanische Republik 8 3 5 0 10 1,8 0,05
Indien 5 0 2 3 9 3,2 0,10
Israel 6 0 2 4 23 4,8 5,72
Jemen 2 2 0 0 0 0,0 0,00
Pakistan 2 2 0 0 0 0,0 0,00
Thailand 67 11 28 28 65 2,9 0,46
Uganda 7 7 0 0 0 0,0 0,00
ungeklärt 7 3 4 0 5 0,9 0,02
Gesamt 121 29 53 39 90 2,7 0,60
24% 44% 32%
2008 zum Vergleich 55 19 21 15 59 2,8 0,36
35% 38% 27%
R = Rückstand; HM = Höchstmenge; 1) Durchschnitt

Insgesamt wurden sieben Proben exotischer Früchte und Ingwer aus ökologischem Landbau untersucht. Alle stammten aus Uganda. Bei keiner dieser Proben wies das LGL Rückstände nach.

Die verschiedenen untersuchten Obst- und Gemüsearten sowie die unterschiedliche Herkunft der Proben beeinflussen das Gesamtergebnis und erschweren einen direkten Vergleich. Daher sind in Tabelle 2 die Einzelergebnisse für verschiedene Erzeugnisse mit nennenswerten Probenzahlen abgebildet. Für die einzelnen Erzeugnisse zeigten sich durchaus sehr unterschiedliche Belastungssituationen.

Bei Mangos enthielt fast jede dritte Probe Rückstände über den Höchstmengen. Bei Papayas wies jede fünfte Probe überhöhte Rückstände auf. Von vier Proben Drachenfrüchte waren bei drei die zulässigen Höchstmengen überschritten. Der durchschnittliche Rückstandsgehalt lag bei Mangos mit 0,46 mg/kg deutlich über dem von Papayas und den weiteren untersuchten Obstarten.

Basilikum und Koriander wiesen überdurchschnittlich hohe Rückstandsgehalte auf (1,45 mg/kg und 0,80 mg/kg). Bei acht von zwölf Basilikum-Proben und vier von elf Koriander-Proben stellte das LGL Überschreitungen der zulässigen Höchstmengen fest. Der betroffene Koriander stammte aus Thailand, der Basilikum aus Thailand (sechsmal) und Israel (zweimal; Tabelle 3). Überhöhte Rückstände lagen bei jeweils zwei von acht Auberginen- und Bohnen-Proben sowie bei sechs von acht Chili-Proben vor, die allesamt mit der Herkunft Thailand deklariert waren. Bei den Chilischoten betrug der durchschnittliche Rückstandsgehalt 0,64 mg/kg, bei den Auberginen und Bohnen war dieser mit 0,07 mg/kg und 0,18 mg/kg geringer. Auch bei den Okraschoten war der Gehalt pro Probe mit 0,10 mg/kg eher niedrig, dennoch enthielten drei von sieben Proben überhöhte Rückstände.

Bei Gemüse überschritten noch die Rückstände in zwei Proben Minze aus Israel die zulässigen Höchstmengen und in einer Probe Frühlingszwiebeln aus Ägypten. Diese Proben wiesen auch recht hohe Gesamtgehalte auf, sodass beim sonstigen Gemüse der durchschnittliche Rückstandsgehalt bei 1,39 mg/kg lag.

Tabelle 2: Ergebnisübersicht für verschiedene Erzeugnisse
Erzeugnis Gesamt-zah ohne R mit R kleiner als HM mit R
größer als HM
verschie-dene Stoffe Anzahl R pro
Probe1)
Gehalt R pro Probe1) (mg/kg)
Obst 45 15 20 10 34 1,7 0,21
33% 45% 22%
Mango 16 2 9 5 14 2,0 0,46
Papaya 10 6 2 2 7 0,8 0,07
sonstige 19 7 9 3 24 1,9 0,06
Gemüse 74 13 33 28 75 3,1 0,83
18% 44% 38%
Basilikum 12 1 3 8 27 3,2 1,45
Koriander 11 0 7 4 29 4,5 0,80
Aubergine 8 1 5 2 12 2,4 0,07
Bohne 8 0 6 2 18 3,4 0,18
Chilischote 8 0 2 6 27 5,8 0,64
Okraschote 7 2 2 3 11 2,4 0,10
sonstige 20 9 8 3 28 1,7 1,39
andere Produkte 2 1 0 1 16 8,0 0,68
50% 0% 50%
R = Rückstand; HM = Höchstmenge; 1) Durchschnitt

Die unzulässig hohen Gehalte der Pflanzeschutzmittelrückstände stammten vor allem von Insektiziden (gegen Insekten) und Akariziden (gegen Milben), aber auch von Nematiziden (gegen Fadenwürmer) und Fungiziden (gegen Pilze) sowie von einem Insektenabwehrmittel. Die Höchstmengenüberschreitungen bezogen sich größtenteils auf „allgemeine“ Höchstmengen im Bereich der Bestimmungsgrenze, da bei den entsprechenden Stoffen eine spezielle Regelung nicht vorliegt.

Bei allen Höchstmengenüberschreitungen wird eine toxikologische Risikoabschätzung durchgeführt. Dazu wird am Beispiel eines Kindes von zwei bis unter fünf Jahren überprüft, in welchem Ausmaß bei einem einmaligen Verzehr die akute Referenzdosis (ARfD) ausgeschöpft ist. Bei einer Überschreitung des ARfD-Wertes können gesundheitliche Risiken nicht mehr mit Sicherheit ausgeschlossen werden. In solchen Fällen wird eine differenziertere toxikologische Bewertung vorgenommen und über das europäische Schnellwarnsystem (RASFF) eine entsprechende Mitteilung an die Mitgliedstaaten gegeben. Bei den hier vorgestellten Ergebnissen war dies bei keiner der Proben notwendig.

Tabelle 3: Importproben vom Flughafen München mit Überschreitungen der Höchstmengen (2009)
Erzeugnis Herkunftsland Anzahl
R > HM
Wirkstoff Gehalt in mg/kg HM in mg/kg ARfD-Ausschöpfung
(%)
Aubergine Thailand 1 Dimethoat (A, I, N) 0,085 0,02 58
Aubergine Thailand 1 EPN (I) 0,040 0,01 nicht festgelegt
Basilikum Thailand 2 Diazinon (A, I)
Dicofol (A)
0,085
0,34
0,01
0,02
0
0
Basilikum Thailand 3 Carbendazim (F)
Chlorfluazuron (I)
Cypermethrin (A, I)
1,59
0,23
2,99
0,1
0,01
2
5
nicht festgelegt
1
Basilikum Thailand 2 Ametryn (H)
Dichlorvos (A, I)
0,011
0,023
0,01
0,01
nicht festgelegt
0
Basilikum Thailand 1 Chlorpyrifos (A, I, N) 0,071 0,05 0
Basilikum Thailand 1 Profenofos (I) 0,15 0,05 0
Basilikum Thailand 1 Sulfotep (A, I) 0,013 0,01 0
Basilikum Israel 3 Acetamiprid (I)
Emamectin (I)
Thiamethoxam (I)
0,061
0,034
0,054
0,01
0,01
0,05
0
nicht festgelegt
0
Basilikum Israel 2 Imidacloprid (I)
Triadimenol (F)
9,24
0,12
2
0,1
8
0
Bohne Thailand 2 Chlorpyrifos (A, I, N)
Dimethoat (A, I, N)
0,063
0,51
0,05
0,02
0
38
Bohne Thailand 2 Acephat (I)
EPN (I)
0,077
0,13
0,02
0,01
1
nicht festgelegt
Chilischote Thailand 1 Carbaryl (A, I) 0,38 0,05 13
Chilischote Thailand 1 Chlorpyrifos (A, I, N) 0,51 0,5 7
Chilischote Thailand 2 Famoxadon (F)
Metalaxyl (F)
0,032
0,64
0,02
0,5
0
2
Chilischote Thailand 2 Profenofos (I)
Propiconazol (F)
1,16
0,12
0,05
0,05
0
0
Chilischote Thailand 2 Difenoconazol (F)
Fipronil (A, I
0,66
0,018
0,05
0,005
0
0
Chilischote Thailand 1 Dicofol (A) 0,06 0,02 nicht festgelegt
Drachenfrucht Thailand 2 Carbaryl (A, I)
Dimethoat (A, I, N)
0,17
0,074
0,05
0,02
2*
1*
Drachenfrucht Thailand 1 Carbendazim (F) 0,21 0,1 1*
Drachenfrucht Thailand 2 Carbaryl (A, I)
Dimethoat (A, I, N)
0,29
0,043
0,05
0,02
3*
2*
Frühlingszwiebel Ägypten 1 Profenofos (I) 3,59 0,05 62
Goji-Beere
(bezogen auf Frischgewicht)
China 1 Acetamiprid (I) 0,11 0,01 2*
Koriander Thailand 1 Prothiophos (I) 1,33 0,01 16
Koriander Thailand 1 Carbofuran (A, I, N) 0,16 0,02 0
Koriander Thailand 6 Carbofuran (A, I, N)
Chlorpyrifos (A, I, N)
Pirimiphos-methyl (A, I)
Quintozen (F)
Sulfotep (A, I)
Triazophos (A, I, N)
0,026
0,20
0,099
0,30
0,024
0,77
0,02
0,05
0,05
0,02
0,01
0,01
0
0
0
nicht notwendig
nicht festgelegt
1
Koriander Thailand 4 Carbofuran (A, I, N)
Dicrotophos (I)
Monocrotophos (A, I)
Profenofos (I)
0,67
0,67
0,015
2,62
0,02
0,01
0,01
0,05
1
nicht festgelegt
0
0
Mango Thailand 1 Prothiophos (I) 0,027 0,01 nicht festgelegt
Mango Brasilien 1 Dimethoat (A, I, N) 0,058 0,02 23
Mango Indien 1 Endosulfan (A, I) 0,073 0,05 22
Mango Thailand 1 Azoxystrobin (F) 0,31 0,2 nicht notwendig
Mango Bangladesch 1 Cypermethrin (A, I) 0,05 0,05 1
Minze Israel 3 Acetamiprid (I)
Fenpropathrin (A, I)
Lufenuron (I)
1,07
4,42
0,71
0,01
0,01
0,05
0,1*
1*
nicht notwendig
Minze Israel 3 Dimethoat (A, I, N)
Methoxyfenozid (I)
Thiacloprid (I)
5,40
0,21
10,64
0,02
0,02
3
37*
0*
24*
Okraschote Thailand 1 Dimethoat (A, I, N) 0,17 0,02 57*
Okraschote Indien 1 Triazophos (A, I, N) 0,058 0,01 38*
Okraschote Indien 1 Triazophos (A, I, N) 0,09 0,01 59*
Papaya ungeklärt 1 Carbendazim (F) 0,31 0,2 61
Papaya Thailand 2 Azoxystrobin (F)
Imidacloprid (I)
0,28
0,093
0,2
0,05
nicht notwendig
0
R = Rückstand, HM = Höchstmenge, A = Akarizid, F = Fungizid, H = Herbizid, I = Insektizid, N = Nematizid
* Abschätzung mit Unsicherheiten behaftet (Verzehrsmenge, Verarbeitungsfaktor)

Von den insgesamt 90 verschiedenen, nachgewiesenen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen sind die häufigsten Stoffe (fünfmal und häufiger) in Abbildung 2 dargestellt. Die aufgeführten Wirkstoffe wurden vor allem in frischen Kräutern und Fruchtgemüse detektiert, nachdem diese den größten Anteil am Probenspektrum ausmachten und vergleichsweise stark belastet waren.

Das Balkendiagramm zeigt häufig nachgewiesene Stoffe in Importproben vom Flughafen München. Carbendazim wurde 30-mal detektiert, gefolgt von Imidacloprid mit 24-mal. Cypermethrin wurden in 18 Proben nachgewiesen. 14-mal wurde Chlorpyrifos gefunden, je zwölfmal Azoxystrobin, Dimethoat und Profenofos. In elf Proben wurde Metalaxyl detektiert, in neun Proben Prochloraz sowie in je sieben Proben die Stoffe Carbofuran, Endosulfan und Acetamiprid. In jeweils sechs Proben waren lambda-Cyhalothrin, Difenoconazol und Pyraclostrobin und in je fünf Proben Cyprodinil, Propiconazol und Triazophos enthalten. Von den genannten Stoffen sind Acetamiprid, Imidacloprid, lambda-Cyhalothrin und Profenofos Insektizide. Cypermethrin und Endosulfan haben insektizide und akarizide Wirkung, Carbofuran, Chlorpyrifos, Dimethoat und Triazophos sind darüber hinaus auch Nematizide. Azoxystrobin Carbendazim, Cyprodinil, Difenoconazol, Metalaxyl, Propiconazol, Prochloraz und Pyraclostrobin sind Fungizide.

Abbildung 2: Häufig nachgewiesene Stoffe in Importproben vom Flughafen München (2009)

In mehr als der Hälfte der Proben hat das LGL mehrere Wirkstoffe gleichzeitig nachgewiesen. 37 Proben (31 %) enthielten zwei bis drei Rückstände und 21 Proben (17 %) vier bis sechs Rückstände. Weiterhin traten sechs Proben (5 %) mit sieben bis neun Rückständen auf. Mindestens zehn verschiedene Rückstände wiesen fünf Proben (4 %) auf (Abbildung 3).

Mit der besonders hohen Rückstandszahl von 16 fiel die Probe getrockneter Goji-Beeren auf. Deren Gesamtrückstandsgehalt betrug 1,37 mg/kg, ein Stoff lag über der zulässigen Höchstmenge. Man muss allerdings dazu sagen, dass Rückstände durch die Trocknung angereichert werden können und dadurch auch Stoffe gefunden werden, die in frischen Früchten unterhalb der messtechnischen Nachweisgrenzen liegen. Je 14 Rückstände enthielten eine Probe Chilischoten aus Thailand und eine Probe Minze aus Israel. Diese Probe Minze wurde aufgrund der Höchstmengenüberschreitungen von Dimethoat, Methoxyfenozid und Thiacloprid beanstandet. Sie wies mit 17,7 mg/kg den höchsten Gesamtrückstandsgehalt aller Proben auf. Die Chilischoten enthielten 1,15 mg/kg an Rückständen und zwei Rückstände über den zulässigen Höchstmengen.

Das Säulendiagramm der Abbildung zeigt, dass in 29 Proben keine Rückstände festgestellt wurden. Ein Rückstand wurde in 23 Proben nachgewiesen. 20 Proben enthielten zwei Rückstände, 17 Probe drei Stoffe. In elf Proben wurden vier und in sechs Proben fünf verschiedene Komponenten nachgewiesen. Sechs und sieben verschiedene Stoffe wurden je in vier Proben gefunden. In je einer Probe lagen acht und neun Rückstände vor. In fünf Proben wurden mindestens zehn Rückstände festgestellt.

Abbildung 3: Mehrfachrückstände in Importproben vom Flughafen München (2009)

Fazit

Die untersuchten Importproben vom Flughafen München sind insgesamt als stark belastet anzusehen, jedoch hat das LGL große Unterschiede zwischen den verschiedenen Erzeugnissen festgestellt.

Das untersuchte Obst erwies sich im Vergleich zum Gemüse als weniger belastet, denn die Rückstandsgehalte waren niedrig und die Grenzwerte waren seltener überschritten.

Außerordentlich häufig traten Überschreitungen der zulässigen Höchstmengen bei den frischen Kräutern Basilikum und Koriander sowie bei Fruchtgemüse auf. Die durchschnittlichen Rückstandsgehalte waren bei frischen Kräutern am höchsten, sodass diese als stark belastet einzustufen waren.

Meistens wurden die sehr niedrig festgesetzten Grenzwerte im Bereich der Bestimmungsgrenzen überschritten. Diese finden Anwendung, wenn der Einsatz der betreffenden Pflanzenschutzmittel bei den Erzeugnissen nach europäischem Recht nicht vorgesehen ist und die Erzeugerstaaten keine Importtoleranzen beantragt haben. Die akute Referenzdosis (ARfD) wurde aber stets eingehalten, sodass nach der derzeitigen Datenlage für diese Proben keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die einzelnen Rückstände zu erwarten waren.

Aufgrund der hohen Anzahl an Beanstandungen wird die Untersuchung von Importproben vom Flughafen München weiterhin fortgesetzt werden, wobei ab Ende Januar die Kontrollen bei der Einfuhr für bestimmte Erzeugnisse durch eine neue EU-Verordnung deutlich verschärft werden.

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