Daten zur Influenzasaison 2019/20 – Grippeerkrankungen in Bayern

Influenzaüberwachung in Bayern – Das Bayern Influenza Sentinel (BIS)

Um zeitnahe Daten zur aktuellen Influenzazirkulation in Bayern zu erhalten, wurde am LGL ein Netzwerk von niedergelassenen Allgemein-, Haus-, und Kinderärzte aus Bayern gebildet, die zusammen in einem Sentinel, dem BIS, die Influenzaviren-Aktivität in Bayern erfassen und überwachen. Die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte schicken Abstrichtupfer von zufällig ausgewählten Patienten mit Symptomatik einer akuten respiratorischen Erkrankung (ARE) zur kostenfreien Diagnostik ans LGL. Diese Daten ergänzen die virologische Überwachung des Meldewesens durch das IfSG. Zusätzlich melden die Ärzte wöchentlich die Häufigkeit der ARE direkt an das RKI (syndromische Überwachung, siehe unten).

Aktuelle Berichterstattung aus dem BIS, Stand KW11 bis KW13 2020

In KW11 bis KW13 wurden 117 Abstriche von Patienten mit akuter Atemwegsinfektion am LGL untersucht. 44 dieser Proben enthielten Influenzaviren (22 Influenza A-,19 Influenza B-Nachweise und 3 Doppelinfektionen).
Die weitere Subtypisierung der Influenza A-Nachweise ergab 6-mal A(H1N1)pdm09. Bei 19 weiteren Influenza A Nachweisen und den 22 Influenza B Nachweisen ist die Subtypisierung bzw. Differenzierung noch ausstehend. Die Positivenrate ist von KW11 mit 38% (95% KI [26;50]) bis KW 13 tendenziell rückläufig. Auf Grund der geringen Probenzahl in KW13 ist die Aussagekraft eingeschränkt. Die Grippewelle hat in Bayern nach Definition der AGI mit KW 2/2020 begonnen.


Liniendiagrammzur Entwicklung des positiven Nachweises an Influenza-Viren; x-Achse Kalenderwochen y-Achse links Zahl der Proben, y-Achse rechts Positivrate in %, Balken mit unterschiedlichen Subtypen des Influenza-Virus

Respiratorische Synzytial Virus (RSV)

In KW11 bis KW13 wurden 34 Proben von Kindern (≤ 5 Jahre)mit akuter Atemwegsinfektion auf RSV untersucht. In 8 Proben konnte RSV A nachgewiesen werden.

Liniendiagramm zum Respiratorischen Synzytial Virus

Influenzasaison 2019/2020

Mit dem Influenza-Wochenbericht zur 40. Kalenderwoche (KW) 2019 beginnt die neue Influenzasaison 2019/20 und damit die wöchentliche Berichtserstattung.

Influenza Wochenbericht der AGI für Deutschland:
Aktualität der AGI-Daten

Auszug aus dem Influenza-Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) für die Kalenderwoche 16 2020

Zusammenfassende Bewertung der epidemiologischen Lage:

Die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE- und ILI-Raten) in der Bevölkerung (GrippeWeb) ist in der 16. Kalenderwoche (KW) 2020 bundesweit gesunken. Im ambulanten Bereich wurden bei Erwachsenen und Kindern im Vergleich zur 15. KW 2020 weniger Arztbesuche wegen ARE registriert. Die Werte sind in allen Altersgruppen zurückgegangen.

Im Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren wurden in der 16. KW 2020 in einer (3 %) von 29 Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert. In dieser Probe wurden RS-Viren detektiert. In keiner Probe wurden Influenzaviren nachgewiesen. Aufgrund der geringen Probenzahl ist keine Einschätzung zu zirkulierenden Viren möglich.

Für die 16. Meldewoche (MW) 2020 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 437 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das Robert Koch-Institut übermittelt (Datenstand: 21.4.2020).

Für die 16. KW 2020 wurden keine Influenza-bedingten Arztbesuche geschätzt.
Die Grippewelle der Saison 2019/20 endete nach Definition der Arbeitsgemeinschaft Influenza mit der 12. KW 2020.

Aktualisierungen und weitere Informationen finden Sie unter: https://influenza.rki.de/

Ende der Berichterstattung zur diesjährigen Influenzasaison

Mit der Ausgabe zur 16. Meldewoche endete die wöchentliche Berichterstattung des LGL zur Influenza. Während der Sommermonate werden die Daten der AGI monatlich auf den Seiten des RKI berichtet. http://www.influenza.rki.de/Wochenberichte.aspx

IfSG Meldedaten zur Influenzasaison 2019/2020

Aktuelle Meldungen nach IfSG in Bayern

Für die 16. Meldewoche 2020 wurden in Bayern laut alter Referenzdefinition 24 Influenzafälle bzw. mit neuer Referenzdefinition 145 Influenzafälle nach Infektionsschutzgesetz durch die Gesundheitsämter an das LGL übermittelt.

Insgesamt erhöht sich damit die Gesamtfallzahl der Saison 2019/20 (ab MW 40 2019) auf 36.075 Fälle nach alter Referenzdefinition bzw. auf 54.953 nach neuer Referenzdefinition.
Die Grafik stellt alle an das LGL übermittelten Influenzameldungen im Verlauf der Influenzasaison im Vergleich zu den Vorjahren dar. Die Bewertung der Fälle erfolgt nach der alten (durchgezogene Linie) und nach der neuen (gestrichelte Linie) Referenzdefinition.

LiniendiagrammBild vergrössern

Abb.:Epidemiologische Verlaufskurve aller gemeldeten Fälle im Vergleich zu den Vorjahren

Statistische Daten siehe Übersicht Meldepflichtige Infektionserkrankungen