Daten zur Influenzasaison 2019/20 – Grippeerkrankungen in Bayern

Influenzaüberwachung in Bayern – Das Bayern Influenza Sentinel (BIS)

Um zeitnahe Daten zur aktuellen Influenzazirkulation in Bayern zu erhalten, wurde am LGL ein Netzwerk von niedergelassenen Allgemein-, Haus-, und Kinderärzte aus Bayern gebildet, die zusammen in einem Sentinel, dem BIS, die Influenzaviren-Aktivität in Bayern erfassen und überwachen. Die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte schicken Abstrichtupfer von zufällig ausgewählten Patienten mit Symptomatik einer akuten respiratorischen Erkrankung (ARE) zur kostenfreien Diagnostik ans LGL. Diese Daten ergänzen die virologische Überwachung des Meldewesens durch das IfSG. Zusätzlich melden die Ärzte wöchentlich die Häufigkeit der ARE direkt an das RKI (syndromische Überwachung, siehe unten).

Aktuelle Berichterstattung aus dem BIS, Stand KW06 2020

In KW 06 wurden 87 Abstriche von Patienten mit akuter Atemwegsinfektion am LGL untersucht. 55 dieser Proben enthielten Influenzaviren (41 Influenza A-, 11 Influenza B-Nachweise und 3 Doppelinfektionen mit Influenza A und B).

Die weitere Subtypisierung der Influenza A-Nachweise ergab 28-mal A(H1N1)pdm09. Bei weiteren 16 Influenza A Nachweisen und den Influenza B Nachweisen ist die Subtypisierung/Differenzierung noch ausstehend.

Die Positivenrate liegt bei 63% (95% KI [52;73]). Die Grippewelle hat in Bayern nach Definition der AGI mit KW 2/2020 begonnen.

Liniendiagrammzur Entwicklung des positiven Nachweises an Influenza-Viren; x-Achse Kalenderwochen y-Achse links Zahl der Proben, y-Achse rechts Positivrate in %, Balken mit unterschiedlichen Subtypen des Influenza-Virus

Respiratorische Synzytial Virus (RSV)

In KW 06 wurden 16 Proben von Kindern (≤ 5 Jahre) mit akuter Atemwegsinfektion auf RSV untersucht. In drei Proben konnte RSV A nachgewiesen werden.

Liniendiagramm zum Respiratorischen Synzytial Virus

Influenzasaison 2019/2020

Mit dem Influenza-Wochenbericht zur 40. Kalenderwoche (KW) 2019 beginnt die neue Influenzasaison 2019/20 und damit die wöchentliche Berichtserstattung.

Influenza Wochenbericht der AGI für Deutschland:
Aktualität der AGI-Daten

Auszug aus dem Influenza-Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) für die Kalenderwoche 06 2020

Zusammenfassende Bewertung der epidemiologischen Lage:

Die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) ist in der 6. Kalenderwoche (KW) 2020 bundesweit gestiegen, die Werte des Praxisindex lagen insgesamt im Bereich deutlich erhöhter ARE-Aktivität.

Im Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren wurden in der 6. KW 2020 in 138 (66 %) von 210 Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert, darunter 32 Proben mit Influenza A(H1N1)pdm09-, 50 Proben mit Influenza A(H3N2)- und zehn Proben mit Influenza B-Viren. Die Influenza-Positivenrate lag bei 43 % (95 %-Konfidenzintervall 36 bis 50 %).

Für die 6. Meldewoche (MW) 2020 wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 20.629 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das Robert Koch-Institut übermittelt (Datenstand: 11.2.2020).

Die Influenza-Aktivität ist im Vergleich zur Vorwoche weiter angestiegen.

Aktualisierungen und weitere Informationen finden Sie unter: https://influenza.rki.de/

IfSG Meldedaten zur Influenzasaison 2019/2020

Aktuelle Meldungen nach IfSG in Bayern

Für die 06. Meldewoche 2020 wurden in Bayern laut alter Referenzdefinition 4.738 Influenzafälle bzw. mit neuer Referenzdefinition 7.540 Influenzafälle nach Infektionsschutzgesetz durch die Gesundheitsämter an das LGL übermittelt.

Insgesamt erhöht sich damit die Gesamtfallzahl der Saison 2019/20 (ab MW 40 2019) auf 12.364 Fälle nach alter Referenzdefinition bzw. auf 18.327 nach neuer Referenzdefinition.

Die Grafik stellt alle an das LGL übermittelten Influenzameldungen im Verlauf der Influenzasaison im Vergleich zu den Vorjahren dar. Die Bewertung der Fälle erfolgt nach der alten (durchgezogene Linie) und nach der neuen (gestrichelte Linie) Referenzdefinition.

Alte Referenzdefinition (gültig bis 31.12.2018): klinisch-epidemiologisch und klinisch-labordiagnostisch bestätigte Erkrankungen.

Neue Referenzdefinition (gültig ab 01.01.2019): klinisch-epidemiologisch und klinisch-labordiagnostisch bestätigte Erkrankungen, sowie alle labordiagnostisch nachgewiesenen Infektionen mit nicht erfülltem oder unbekanntem klinischen Bild.

LiniendiagrammBild vergrössern

Abb.:Epidemiologische Verlaufskurve aller gemeldeten Fälle im Vergleich zu den Vorjahren

Statistische Daten siehe Übersicht Meldepflichtige Infektionserkrankungen