Coronavirus – FAQs

Allgemeine Fragen

Welche aktuellen Regelungen gelten in Bayern?

Welche Erleichterungen gelten für Genesene und vollständig geimpfte Personen?

Als Grundlage für die nachfolgenden Erleichterungen gelten:

  • Es müssen die entsprechenden Nachweise vorliegen
  • die Personen dürfen keine typischen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 aufweisen und
  • bei ihnen darf keine aktuelle Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen sein.
  • Unter diesen Voraussetzungen:
  • sind diese Personen von einer Testnachweispflicht ausgenommen,
  • Ausgangssperre und Kontaktbeschränkungen entfallen.
  • Bei privaten Zusammenkünften und ähnlichen sozialen Kontakten, bei denen sowohl geimpfte oder genesene als auch sonstige Personen teilnehmen, bleiben geimpfte und genesene Personen bei der Ermittlung der Zahl der Teilnehmer unberücksichtigt.

Wie kann nachgewiesen werden, vollständig geimpft oder genesen zu sein?

Als Nachweis einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion kann beispielsweise der Bescheid des Gesundheitsamts zur Isolationsanordnung nach positiver PCR-Testung in Verbindung mit einem negativen Testnachweis bei Entisolierung herangezogen werden. Die Testung muss mindestens 28 Tage, höchstens aber sechs Monate zurückliegen.

Der Nachweis einer vollständigen Impfung gegen COVID-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff steht ab Tag 15 nach der abschließenden Impfung dem erforderlichen Testnachweis gleich. Dies kann mit dem Impfpass (sog. Impfausweis) nachgewiesen werden, in welchem die Impfung gemäß § 22 IfSG dokumentiert wird. Sollte zum Zeitpunkt der Impfung kein Impfausweis vorhanden sein oder vorgelegt werden, so erfolgt die Dokumentation durch Ausstellung einer sog. Impfbescheinigung, welche dieselben Angaben enthält. Diese ist ebenfalls zum Nachweis einer vollständigen Impfung geeignet.

Vollständig geimpfte Personen sind neben den personen, die die komplette Impfserie abgeschlossen haben, auch Personen, die nach Genesung von einer SARS-CoV-2-Infektion, die durch PCR-Testung nachgewiesen wurde, eine singuläre Impfdosis gegen COVID-19 erhalten haben.

Was sind Coronaviren?

Coronaviren sind behüllte RNA-Viren, die über ein breites Wirtsspektrum verfügen, zu dem Säugetiere, Vögel und Menschen gehören. Eine bestimmte Gruppe, die β-Coronaviren, können vom Tier auf den Menschen übertragen werden und beim Menschen auch schwerer verlaufende Erkrankungen auslösen.

Was ist eine „Variante“ und was ist eine „Mutation“?

Eine Mutation bedeutet die Veränderung des Genoms an einer Nukleotid/Basenposition Eine Variante bedeutet eine Linie von SARS-CoV-2, die sich von anderen Linien/Varianten durch ihr Mutationsprofil unterscheidet. I.d.R. unterscheiden sich Varianten durch mehrere Mutationen an verschiedenen Stellen des Virusgenoms.

Wie verbreitet sind die neuen Varianten?

Aktuell ist besonders die Dynamik der Verbreitung dieser Varianten: Variante Alpha (B.1.1.7, erstes Auftreten in Großbritannien); Variante Beta (B.1.35, erstes Auftreten in Südafrika und Variante Delta (B.1.617, erstes Auftreten in Indien) in einigen Staaten besorgniserregend. Die Variante Gamma (P.1, erstes Auftreten in Brasilien) spielt derzeit in Deutschland keine Rolle.
Man befürchtet eine leichtere Übertragbarkeit, was in letzter Konsequenz eine stärkere Belastung des Gesundheitssystems zur Folge hätte. Wir weisen auch darauf hin, dass diese sog. VOC-Varianten (VOC = „Variants of Concern“) keine abgeschlossene Gruppe darstellen, sondern fortlaufend anhand der weltweit mitgeteilten Erkenntnisse weiter beobachtet und ggf. ergänzt werden müssen.

Mutationen sind bei Viren häufige, natürlich vorkommende Ereignisse, die auch bisher schon im Laufe der Pandemie vorgekommen sind. Die Bewertung einzelner Mutationen bzw. Varianten hinsichtlich Infektiosität, Übertragbarkeit, Pathogenität, Auswirkungen auf Diagnostik und Therapie sowie die Wirkung der Schutzimpfung kann aufgrund von Sequenzierdaten nicht erfolgen, hierzu bedarf es epidemiologischer, klinischer und experimenteller in vitro- und in vivo- (Tierversuche)-Daten (Zellkulturexperimente). Weitere Informationen finden Sie hier:

Details zu den Varianten finden sich auf der Website des Robert Koch Instituts (RKI), darunter z. B.:

  • B.1.1.7: Im Dezember 2020 berichteten britische Behörden von einer neuen SARS-CoV-2-Virusvariante (B.1.1.7), die sich seit September 2020 in Großbritannien ausbreitet. Untersuchungen zufolge ist sie noch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als bisher zirkulierende Varianten. Hinweise auf eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang nicht, die grundsätzlich immer auch bestehende Möglichkeit für schwerere Krankheitsverläufe wird aufmerksam beobachtet.
  • B.1.351: Über diese Virusvariante aus Südafrika wurde ebenfalls erstmals im Dezember 2020 berichtet. Auch sie geht ersten Untersuchungen zufolge mit einer höheren Übertragbarkeit einher. Inzwischen wurden erste Studien veröffentlicht, die vermuten lassen, dass der Schutz durch neutralisierende Antikörper gegenüber dieser Variante reduziert sein könnte bei Personen, die an der ursprünglichen Variante erkrankt waren oder einen auf dieser beruhenden Impfstoff erhalten haben.
  • B.1.1.28 P.1: Diese SARS-CoV-2-Variante zirkulierte erstmals im brasilianischen Staat Amazonas und ähnelt in ihren Veränderungen der südafrikanischen Variante. Eine erhöhte Übertragbarkeit wird ebenfalls als denkbar erachtet. Eine mögliche Reduktion der Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften wird auch hier diskutiert.
  • B.1.617: Im Mai 2021 erklärte die WHO die in Indien entdeckte SARS-CoV-2 Linie B.1.617 zur besorgniserregenden Variante. Insbesondere für die Unterlinie B.1.617.2 bestehen laut der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) epidemiologische Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit. Laut PHE deuten erste Modellierungen darauf hin, dass B.1.617.2 mindestens so leicht übertragbar sei wie B.1.1.7. Eine mögliche Reduktion der Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften wird auch hier diskutiert.

Ausführliche Hintergrundinformationen finden Sie hier:

Aktuelle Zahlen finden Sie auf folgender LGL-Webseite:

Virusmutationen - Besorgniserregende Varianten (Variants of Concern - VOC)

Wieviel Prozent der positiven Tests werden auf Varianten geprüft?

Das LGL untersucht alle SARS-CoV-2 positiven Proben im Vorscreening mittels variantenspezifischen PCRs (vPCR) auf mögliche Fälle von „Variants of Concern“ (VOCs). Ergeben sich aus der vPCR-Untersuchung Hinweise darauf, dass die Variante B.1.351, B.1.1.28 oder B.1.617 (Varianten aus Südafrika, Brasilien bzw. Indien) vorkommen könnte, so werden diese Proben darüber hinaus zur Bestätigung mittels Genomsequenzierung analysiert. Dabei wird das gesamte Genom der Erregers untersucht, um so Gewissheit über die entsprechende Variante zu erhalten. Aus Gründen der Surveillance werden am LGL darüber hinaus auch wechselnde Anteile der Variante B.1.1.7 (UK-Variante) und positive Proben ohne Hinweis auf VOCs sequenziert, um Verschiebungen bei den in Bayern zirkulierenden Viruslinien rechtzeitig zu erkennen.

Wie lange dauert das Verfahren?

Die Bestimmung von Mutationen erfolgt gestuft aus initial SARS-CoV-2-positiv getesteten Proben mittels variantenspezifischer PCR, d. h. je nach Labor 24-48-96 h. Die Gesamtgenomsequenzierung ist ein sehr aufwendiges und kostenintensives Verfahren und benötigt je nach Labor und Probenumsatz zwischen ca. 7 und 14 Tagen (am LGL ca. 7 Tage).

Was ist eine Gesamtgenomsequenzierung?

Bei einer Gesamtgenom-Sequenzierung handelt es sich um eine hochauflösende Diagnostik zur Identifizierung eines Genoms, bei der die Basenabfolge im gesamten Genom ermittelt und analysiert wird.

Gibt es genug Laborkapazitäten?

PCR-basierte Untersuchungen zum Vorliegen einer SARS-CoV-2-Infektion werden derzeit in Bayern ganz überwiegend durch private Labore durchgeführt, was in den durch die Bayerische Teststrategie geschaffenen erweiterten Testkapazitäten begründet ist. In einer Reihe von privaten und staatlichen Laboren in Bayernsind die entsprechenden Untersuchungsmethoden etabliert. In einem von Gesundheitsminister Klaus Holetschek einberufenen Expertengespräch am 15. Januar wurde bereits eine enge Zusammenarbeit zwischen dem LGL und den bayerischen Universitätskliniken zur Erkennung und Überwachung auftretender Virus-Varianten in die Wege geleitet. Der Ministerrat hat darauf aufbauend am 02.02.2021 das Verbundprojekt „Bay-VOC“ beschlossen, in dem die neuen Virusvarianten molekularbiologisch, aber auch klinisch und epidemiologisch erforscht werden sollen. In diesem Kooperationsverbund können derzeit 480 Sequenzierungen pro Woche durchgeführt werden, das Ziel liegt bei 700 pro Woche, wozu gerade die technische Aufrüstung betrieben wird. Durch die Vergütung von Sequenzierungen nach der CorSurV wurde ein finanzieller Anreiz zur Sequenzierung auch für Labore im niedergelassenen Bereich gesetzt, so dass davon auszugehen ist, dass nach und nach immer mehr Labore diese Feindiagnostik durchführen werden.

Sind die Tests genau und zuverlässig?

Im ersten Schritt werden am LGL alle PCR-positiven Proben mittels variantenspezifischer PCR (vPCR) auf das mögliche Vorliegen der UK-, Südafrika-, Brasilien- und Indien-Varianten vorgescreent. Das Screening gibt erste Hinweise, die dann in einer anschließenden Sequenzierung verifiziert werden können. Von Laborseite ist eine Sequenzierung methodisch nur möglich bei Proben mit relativ hoher Viruslast. Bisher wurden am LGL über 2.300 Proben mittels Gesamtgenomsequenzierung untersucht. Dabei zeigen die Ergebnisse eine sehr hohe Übereinstimmung mit den Screening-Ergebnissen der vPCR. Bisher konnte mittels Gesamtgenomsequenzierung in 1056 Fällen die britische Variante B.1.1.7, in 268 Fällen die südafrikanische Variante B.1.351, in 36 Fällen die brasilianische Variante P.1 sowie in 15 Fällen die indische Variante B.1.617 bestätigt werden.

Was unternimmt Bayern, um Mutationen zu verhindern, um sich vor ihnen zu schützen oder ihre Ausbreitung zu verlangsamen?

Zusammenfassend lässt sich in Hinblick auf das Vorkommen von VOC sagen, dass bereits mehrere Maßnahmen beschlossen wurden, um die Varianten zukünftig rasch erkennen, deren Bedeutung in der Pandemie besser einordnen und die Infektionsschutzmaßnahmen damit gezielter einsetzen zu können. Die in die Wege geleiteten Maßnahmen sind: Die bereits erfolgte Etablierung und der künftige weitere Ausbau der Analysemethoden und -kapazitäten (Gesamtgenom-Sequenzierung und variantenspezifische PCR), die Anweisung an die Gesundheitsämter, variantenspezifische PCR bzw. bei Bedarf Gesamtgenomsequenzierung auch durch die örtlich jeweils beauftragten Privatlabore durchführen zu lassen sowie die diesbezügliche spezifische Differenzierung des Meldewesens. Wir weisen außerdem darauf hin, dass jeder zur Einhaltung der Kontaktbeschränkungen, Mindestabstände und Hygienemaßnahmen gehalten ist bzw. dazu, Möglichkeiten zu schaffen, die die Einhaltung der Maßnahmen ermöglichen (z. B. verstärktes Nutzung von Home-Office). Es kommt auf die Einhaltung der derzeitigen Empfehlungen eines/r jeden Einzelnen an. Die Minimierung von Kontakten, wodurch Infektionsketten weniger Möglichkeit haben sich weiter auszubreiten, ist die wichtigste Maßnahme, um die Infektionszahlen zu senken.

Verhalten sich die neuen Varianten anders in Bezug z. B. auf Sterblichkeit oder Krankheitsverlauf als das bisherige Virus?

Mutationen sind bei Viren häufige, natürlich vorkommende Ereignisse, die auch bisher schon im Laufe der Pandemie vorgekommen sind. Die Bewertung einzelner Mutationen bzw. Varianten hinsichtlich Infektiosität, Übertragbarkeit, Pathogenität, Auswirkungen auf Diagnostik und Therapie sowie die Wirkung der Schutzimpfung kann aufgrund von Sequenzierdaten nicht erfolgen, hierzu bedarf es epidemiologischer, klinischer und experimenteller in vitro- und in vivo- (Tierversuche)-Daten (Zellkulturexperimente). Weitere Informationen finden Sie hier:

Wer legt eigentlich fest, wie viele Proben sequenziert werden müssen?

Im Rahmen der Surveillance-Verordnung des Bundes (CoSurV) wird die Sequenzierung von bis zu 5 % aller positiven Proben vergütet. Am LGL können derzeit bis zu (rund) 180 Proben die Woche sequenziert werden. Damit liegt das LGL beim derzeitigen Aufkommen an positiven Proben am LGL über der Vorgabe des Bundes. Durch die Vergütung von Sequenzierungen nach CorSurV wurde ein finanzieller Anreiz zur Sequenzierung auch für Labore im niedergelassenen Bereich gesetzt, so dass davon auszugehen ist, dass nach und nach mehr Labore diese Feindiagnostik durchführen werden. Es besteht eine Meldepflicht der Labore an die Gesundheitsämter von Typisierungsergebnissen von Erregern einschließlich von SARS-CoV-2. Diese Meldepflicht erstreckt sich auch auf alle positiven oder negativen Ergebnisse variantenspezifischer PCR-Untersuchungen (vPCR) auf VOC sowie auf alle Ergebnisse der Sequenzierungen. Die Gesundheitsämter wiederum sind gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet, die von den Laboren gemeldeten Typisierungsergebnisse an das LGL und schließlich dem RKI zu melden. . Nach einer Präzisierung der Allgemeinverfügung zur Labormeldepflicht besteht weiterhin für die Labore in Bayern die Verpflichtung, die Anzahl der durch vPCR und Gesamtgenomsequenzierung ermittelten VOC‘s an das LGL zu melden. Eine Darstellung der Zahlen findet sich auf der LGL-Internetseite Virusmutationen - Besorgniserregende Varianten (Variants of Concern - VOC)

Wie werden die Mutationen/Varianten erfasst?

Es besteht eine Meldepflicht der Labore an die Gesundheitsämter von Typisierungsergebnissen von Erregern einschließlich von SARS-CoV-2. Diese Meldepflicht erstreckt sich auch auf alle positiven oder negativen Ergebnisse variantenspezifischer PCR-Untersuchungen (vPCR) auf VOC sowie auf alle Ergebnisse der Sequenzierungen. Die Gesundheitsämter wiederum sind gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet, die von den Laboren gemeldeten Typisierungsergebnisse an das LGL und schließlich dem RKI zu melden. Nach einer Präzisierung der Allgemeinverfügung zur Labormeldepflicht besteht weiterhin für die Labore in Bayern die Verpflichtung, die Anzahl der durch vPCR und Gesamtgenomsequenzierung ermittelten VOC‘s an das LGL zu melden. Eine Darstellung der Zahlen findet sich auf der LGL-Internetseite Virusmutationen - Besorgniserregende Varianten (Variants of Concern - VOC)

Wie sind Mutationen des SARS-CoV-2 gesundheitlich zu bewerten?

Durch die rasante pandemische Verbreitung geraten Mutationen im Genom des SARS-CoV-2-Virus zunehmend in den Fokus. Dabei lassen sich aufgrund bestimmter charakteristischer Mutationen im Virusgenom bestimmte Virusvarianten klassifizieren. Dass Viren mutieren können ist nichts Ungewöhnliches. Sie sind wie alles Leben auf unserem Planeten stets der Notwendigkeit unterworfen, sich an äußere Umwelteinflüsse anzupassen. Man sucht nach Virus-Varianten, die Veränderungen in der Übertragbarkeit, im Krankheitsbild oder der Schwere der Erkrankung bewirken, oder die auch Auswirkungen auf die gängigen Hygienemaßnahmen, auf die Diagnostik, die Therapie oder die Impfstoffe haben könnten. Aktuell ist besonders die Dynamik in der Verbreitung von drei Varianten (aus Großbritannien (Variante B.1.1.7), Südafrika (Variante B.1.351)und aus Indien – VarianteB.1.617 in einigen Staaten besorgniserregend. Man befürchtet eine leichtere Übertragbarkeit bei unverändertem Krankheitsbild, was in letzter Konsequenz eine Überbelastung von Krankenhäusern zur Folge hätte. Deshalb ist es umso wichtiger, die bekannten Hygienemaßnahmen (AHA+L-Regel) konsequent einzuhalten, um generell eine Übertragung von SARS-CoV-2 zu verhindern und eine Ausbreitung neuer, evtl. noch leichter übertragbarer Varianten einzudämmen. Ausführliche Hintergrundinformationen finden Sie auf den Seiten des Robert Koch Instituts.

Details zu den Varianten finden sich auf der Website des Robert Koch Instituts (RKI), darunter z. B.:

  • B.1.1.7: Im Dezember 2020 berichteten britische Behörden von einer neuen SARS-CoV-2-Virusvariante (B.1.1.7), die sich seit September 2020 in Großbritannien ausbreitet. Untersuchungen zufolge ist sie noch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als bisher zirkulierende Varianten. Hinweise auf eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang nicht, die grundsätzlich immer auch bestehende Möglichkeit für schwerere Krankheitsverläufe wird aufmerksam beobachtet.
  • B.1.351: Über diese Virusvariante aus Südafrika wurde ebenfalls erstmals im Dezember 2020 berichtet. Auch sie geht ersten Untersuchungen zufolge mit einer höheren Übertragbarkeit einher. Inzwischen wurden erste Studien veröffentlicht, die vermuten lassen, dass der Schutz durch neutralisierende Antikörper gegenüber dieser Variante reduziert sein könnte bei Personen, die an der ursprünglichen Variante erkrankt waren oder einen auf dieser beruhenden Impfstoff erhalten haben.
  • B.1.1.28 P.1: Diese SARS-CoV-2-Variante zirkulierte erstmals im brasilianischen Staat Amazonas und ähnelt in ihren Veränderungen der südafrikanischen Variante. Eine erhöhte Übertragbarkeit wird ebenfalls als denkbar erachtet. Eine mögl iche Reduktion der Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften wird auch hier diskutiert.
  • B.1.617: Im Mai 2021 erklärte die WHO die in Indien entdeckte SARS-CoV-2 Linie B.1.617 zur besorgniserregenden Variante. Insbesondere für die Unterlinie B.1.617.2 bestehen laut der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) epidemiologische Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit. Laut PHE deuten erste Modellierungen darauf hin, dass B.1.617.2 mindestens so leicht übertragbar sei wie B.1.1.7. Eine mögliche Reduktion der Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften wird auch hier diskutiert.

Ausführliche Hintergrundinformationen finden Sie hier:

Wieviel Prozent der positiven Tests werden auf Varianten geprüft?

Das LGL untersucht alle SARS-CoV-2 positiven Proben im Vorscreening mittels variantenspezifischen PCRs (vPCR) auf mögliche Fälle von „Variants of Concern“ (VOCs). Ergeben sich aus der vPCR-Untersuchung Hinweise darauf, dass die Variante B.1.351 oder B.1.1.28. (Varianten aus Südafrika bzw. Brasilien) vorkommen könnte, so werden diese Proben darüber hinaus zur Bestätigung mittels Genomsequenzierung analysiert. Dabei wird das gesamte Genom der Erregers untersucht, um so Gewissheit über die entsprechende Variante zu erhalten. Aus Gründen der Surveillance werden am LGL darüber hinaus auch wechselnde Anteile der Variante B.1.1.7 (UK-Variante) und positive Proben ohne Hinweis auf VOCs sequenziert, um Verschiebungen bei den in Bayern zirkulierenden Viruslinien rechtzeitig zu erkennen.

Was versteht man unter Reinfektionen an SARS-CoV-2 ?

Corona-Virus-Infektionen können kein einmaliges Ereignis darstellen, sondern eine Person kann sich u.U. ein zweites Mal mit einem CoV-2-Virus anstecken (Reinfektion). Laut Robert Koch-Institut sind drei Kategorien mit Hilfe diagnostischer Methoden zu unterscheiden:

  • Gesicherte/Bestätigte Reinfektion
  • Wahrscheinliche Reinfektion
  • Mögliche Infektion

Die Definition für die Reinfektion mit SARS-CoV-2 des RKI ermöglichen dem Gesundheitsamt die Zuordnung eines gemeldeten Falls zu einer der Kategorien.

Welche Krankheiten lösen Coronaviren aus?

Coronaviren verursachen gemeinhin Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege. Manche β-Coronaviren verursachen zoonotische Infektionen, d. h. sie werden von Tieren auf Menschen übertragen und können beim Menschen auch schwer verlaufende Infektionen, meist der Atemwege, wie z. B. MERS und SARS auslösen. Auch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 gehört zu den β-Coronaviren. Das entsprechenden Krankheitsbild wurde von der WHO als COVID-19 (coronavirus disease 2019) benannt.

Was ist zum gegenwärtigen Ausbruchsgeschehen bekannt?

Am 31.12.2019 berichtete die städtische Gesundheitskommission von Wuhan erstmals über einen Ausbruch von Pneumonien in der chinesischen Metropole Wuhan, Provinz Hubei in China. Der Ausgangspunkt des SARS-CoV-2-Ausbruchs scheint ein am 01.01.2020 geschlossener Fischmarkt in Wuhan zu sein, wo außer Fischen auch andere Tiere wie Geflügel, Fledermäuse und Wildtiere verkauft werden. Als Auslöser dieser Virus-Pneumonien wurde am 07.01.2020 das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 identifiziert. Das tierische Reservoir dieses Virus ist bisher noch unbekannt. Mittlerweile hat sich das Virus rasant auf allen Kontinenten ausgebreitet, so dass die WHO dieses Infektionsgeschehen als Pandemie einstuft.

In welchen Ländern gibt es Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2?

Ausgehend von China hat sich das Virus weltweit auf allen Kontinenten in vielen Ländern einschließlich Deutschland verbreitet. Ein solches Geschehen wird als Pandemie bezeichnet. Eine tagesaktuelle Übersicht der Fallzahlen stellt das RKI zur Verfügung. Die weltweiten Fälle stellt die WHO zusammen.

Kommt das neue CoronavirusSARS-CoV-2 auch in Bayern vor?

Nachdem Bayern als erstes Bundesland mit einem Ausbruch in einer Firma betroffen war, der auf die Stadt Wuhan zurückgeführt werden konnte, sind mittlerweile in allen Bundesländern Fälle nachgewiesen worden.

Eine tagesaktuelle Übersicht der bayerischen Fallzahlen stellt das LGL zur Verfügung.

Was versteht man unter der Reproduktionszahl?

Die Reproduktionszahl R ist ein zentraler Wert zur Beurteilung des epidemischen Verlaufs. Sie gibt an, an wie viele Personen eine mit einem Erreger infizierte Person diese Infektion in einem dafür typischen Zeitraum, dem seriellen Intervall, durchschnittlich weitergibt. Für SARS-CoV-2 wurde dieser Wert für eine Situation, in der keine Gegenmaßnahmen ergriffen und keine Impfungen verabreicht werden, vom RKI auf etwa 3 geschätzt. Das zugehörige serielle Intervall wird mit 4 Tagen angegeben.

Durch verschiedene Infektionsschutzmaßnahmen kann die Übertragungswahrscheinlichkeit herabgesetzt werden. Liegt sie unter 1, d. h. steckt ein Infizierter weniger als eine weitere Person an, kommt die Epidemie zum Erliegen. Sie kann wieder steigen, z. B. wenn sich das Verhalten in der Bevölkerung ändert, weshalb sie immer wieder neu berechnet werden muss und dann für diesen Zeitpunkt „t“ angegeben werden kann, man spricht dann von R(t). Diese Reproduktionszahl R(t) kann auf verschiedene Weisen berechnet werden:

  • HZI/PSPH-Schätzung: R(t) kann zum einen infektionsepidemiologisch an Hand typischer Krankheitsverläufe modelliert werden. Das ist der Ansatz des SECIR-Modells des Helmholtz-Zentrums für Infektiologie (Braunschweig) in Kooperation mit der Pettenkofer School of Public Health (LMU München).
  • RKI-Schätzung: R(t) kann zum anderen statistisch als Trend mit Hilfe eines sog. „Nowcastings“ berechnet werden. Dafür werden die Meldezahlen, die vier Tage auseinanderliegen (serielles Intervall), mit einer etwas anderen Methode für die Daten aus Deutschland bzw. aus Bayern verglichen.

Allerdings ist ein wesentlicher Unterschied zwischen diesen beiden Verfahren zu beachten: während die HZI/PSPH-Schätzung den Wert R(t) für den Tag angibt, an dem die Meldezahlen beim RKI verfügbar sind, legt das „Nowcasting“-Verfahren das in den Meldungen angegebene Erkrankungsdatum zugrunde, welches etwa zwei Wochen früher liegt, und versucht, das R(t) für diesen in der Vergangenheit liegenden Tag zu schätzen. Die beiden Verfahren haben damit unterschiedliche Schwerpunkte, das HZI/PSPH-SECIR-Verfahren bildet das Melde- und Übermittlungsgeschehen ab, das RKI-Nowcasting-Verfahren das vermutliche Erkrankungsgeschehen.

Wie verhalte ich mich, wenn ich an einer Atemwegserkrankung (einem grippalen Infekt) erkrankt bin?

  • Melden Sie sich frühzeitig krank.
  • Schicken Sie erkrankte Kinder nicht in eine Gemeinschaftseinrichtung (z. B.Kindergarten, Schule, Notbetreuung).
  • Beachten Sie die Husten- und Nies-Etikette
    • Beim Husten und Niesen wegdrehen von anderen Personen.
    • Husten und Niesen erfolgt in die Armbeuge oder in Einwegtaschentücher.
    • Entsorgung von gebrauchten Einwegtaschentüchern in Mülleimer.
    • Häufiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife.
  • Wenn Sie ärztliche Hilfe benötigen, vereinbaren Sie telefonisch einen Termin mit Ihrem Hausarzt und weisen Sie auf Ihre Atemwegserkrankung hin.
  • Wenn Sie
    • Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen oder Durchfall entwickeln
      • so vermeiden Sie zunächst alle nicht notwendigen Kontakte zu anderen Menschen und bleiben zu Hause!
      • Setzen Sie sich bitte umgehend telefonisch mit Ihrer Hausarztpraxis in Verbindung oder rufen Sie den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 an. Der Hausarzt oder der kassenärztliche Bereitschaftsdienst bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen.

Wie verhalte ich mich bei Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall?

Hatten Sie innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall, so kontaktieren Sie bitte umgehend das zuständige Gesundheitsamt. Dies muss in jedem Fall erfolgen – unabhängig vom Auftreten von Symptomen.

Was passiert, wenn ich positiv auf SARS-CoV-2 getestet werde ?

Wenn Ihnen Ihr Arzt ein positives Testergebnis mitteilt, wird Ihr Arzt anhand Ihres Gesundheitszustandes entscheiden, ob eine stationäre Behandlung in einem Krankenhaus notwendig ist und gegebenenfalls eine Klinikeinweisung veranlassen. Wenn dies nicht erforderlich ist, begeben Sie sich bitte unverzüglich in häusliche Quarantäne und meiden Sie Kontakte mit anderen Menschen. Halten Sie einen Mindestabstand von 1,50 m ein und tragen Sie eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil bis Sie zu Hause sind. Vermeiden Sie auch enge Kontakte zu anderen Mitgliedern Ihres Haushalts. Bei positiven Testergebnissen auf SARS-CoV-2 sind sowohl der Arzt als auch das Labor zur Meldung gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) an das Gesundheitsamt verpflichtet. Ihr zuständiges Gesundheitsamt wird sich umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen und für Sie eine häusliche Quarantäne anordnen. Das bedeutet, dass Sie Ihre Wohnung nicht verlassen und keinen Besuch empfangen dürfen. In der gesamten Zeit der häuslichen Isolation muss eine räumliche bzw. zeitliche Trennung von anderen im Hausstand des Betroffenen lebenden Personen sichergestellt sein. Eine „zeitliche Trennung“ kann z. B. dadurch erfolgen, dass die Mahlzeiten nicht gemeinsam, sondern nacheinander eingenommen werden. Eine „räumliche Trennung“ kann z. B. dadurch erfolgen, dass sich die positive Person in einem anderen Raum als die anderen Haushaltsmitglieder aufhält. Das Gesundheitsamt wird Sie zum weiteren Vorgehen beraten und Sie detailliert darüber befragen, mit welchen Personen Sie in der letzten Zeit Kontakt gehabt haben. Machen Sie hier unbedingt wahrheitsgemäße und vollständige Angaben, da eine umfassende Kontaktpersonenermittlung den Schlüssel zur Unterbrechung der Infektkette darstellt. Diese Kontaktpersonen werden ebenfalls in häusliche Quarantäne geschickt und auf SARS-CoV-2 getestet.

Unterliegen auch Säuglinge der Pflicht zur häuslichen Quarantäne?

Auch Kinder/ Säuglinge unterliegen der Pflicht zur häuslichen Quarantäne nach der EQV, wenn sich diese innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise nach Bayern in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Um dieser Quarantänepflicht zu entgehen, können auch Kinder/ Säuglinge auf COVID-19 getestet werden; ein ärztliches Zeugnis befreit auch diese von der Quarantänepflicht.

Bayerische Teststrategie- Können auch Säuglinge getestet werden?

Aktuelle Studienergebnisse aus China deuten darauf hin, dass auch Neugeborene und Kinder vor Erreichen des ersten Lebensjahres an COVID-19 erkranken können, jedoch insgesamt mit eher mildem Verlauf. Obwohl sich auch die Hinweise darauf verdichten, dass Kinder im Infektionsgeschehen insgesamt eine geringere Rolle als bisher angenommen spielen, können einer aktuellen US-amerikanischen Studie zufolge erkrankte Säuglinge eine besonders hohe Viruslast und damit eine erhöhte Ansteckungsfähigkeit haben.

Generell ist eine Testung auf SARS-CoV-2 bei Neugeborenen beziehungsweise Säuglingen möglich; ein Mindestalter für Testungen ist so gesehen nicht bekannt. Gerade für Kinder in den ersten Lebensmonaten beziehungsweise Lebensjahren bieten sich weniger belastende Verfahren zur Probenentnahme an, vor allem Abstriche aus dem Rachen.

Fragen zur Erkrankung

Welche Symptome zeigen sich bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ?

Die häufigsten klinischen Symptome einer Infektion mit SARS-CoV-2 umfassen nach derzeitigem Stand vor allem Husten und Fieber sowie schnupfenartige Symptome mit Rachenentzündung, Halsschmerzen, einer laufenden Nase, Atembeschwerden und Kurzatmigkeit. In einigen Fällen wurde auch von Durchfall sowie von Geruchs- und Geschmacksstörungen berichtet. Symptomlose Verläufe insbesondere bei jüngeren Infizierten kommen vor. Mindestens 80 % der Erkrankungen verlaufen mit milden bis moderaten Symptomen. Schwerere Erkrankungsverläufe kommen bei etwa 14 % der Patienten vor und verlaufen mit Lungenbeteiligung bis hin zur Pneumonie in etwa 3% der Fälle. In Einzelfällen ist ein akutes Lungenversagen (acute respiratory distress syndrome, ARDS) möglich, wobei es insbesondere bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen zu Todesfällen kommen kann.

Wie lässt sich eine Grippe von einer Infektion mit SARS-CoV-2 unterscheiden?

Da die Symptome sehr ähnlich sind, ist eine Unterscheidung ohne weitergehende Untersuchungen kaum möglich. Um eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzuschränken, ist es dennoch sehr wichtig, Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen, zu isolieren und labordiagnostisch abzuklären.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit von COVID-19 beträgt im Mittel 5-6 Tage mit einer Spannweite von 1 bis zu 14 Tagen.

Welche Menschen gelten als Risikopersonen bezüglich COVID-19 und welche Vorerkrankungen spielen eine Rolle ?

Die folgenden Personengruppen haben, basierend auf der aktuellen Studienlage, nach Angaben des RKI ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren, 86 % der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre alt oder älter [Altersmedian: 82 Jahre])
  • Raucher (schwache Evidenz)
  • stark adipöse (übergewichtige) Personen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • Patienten mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • Patienten mit chronischen Erkrankungen der Lunge (z. B. COPD)
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, z. B. Cortison)

Wie unterscheiden sich Allergie-Symptome (Heuschnupfen-Symptome) von Corona-Symptomen?

Mit folgender tabellarischer Gegenüberstellung möchten wir die Unterscheidung zwischen Allergie-Symptomen und Corona-Symptomen darstellen:

  Symptome einer Covid-19-Erkrankung
(nach RKI, epidemiologischer Steckbrief, Stand 18.03.21)
Symptome einer
Pollenallergie
Husten

Häufig (40%):
Trockener, anhaltender Husten

Lungenentzündung ist möglich

Allergisches Asthma mit anfallsartigem Husten möglich, dabei pfeifendes Atmen, häufig zähes, durchsichtiges Sekret

Keine Lungenentzündung

Atemnot Persistierend bis hin zur Beatmungspflichtigkeit Selten durch Asthmaanfall möglich, bei adäquater Behandlung von kurzer Dauer
Fieber Häufig (27%):
Schüttelfrost, leichtes bis starkes Fieber
Kein Fieber
Schnupfen 29% der Fälle mit Schnupfen Häufig Niesattacken, „Verstopfte“ Nase; klares, zähes bis sehr flüssiges Nasensekret
Geruchs-/Geschmackssinn

Häufig (22%):

Anhaltende Störung des Geruchs-/Geschmackssinnes

Vorübergehende Einschränkungen des Geruchssinnes infolge einer verstopften Nase, rasch verschwindend
Halsschmerzen Halsschmerzen Selten treten auch Halsschmerzen auf
Allgemeines Befinden Häufig:
Kopf-/Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Schwindel, Schläfrigkeit bis hin zu Apathie, Verwirrtheit

Lediglich Müdigkeit

Selten Gelenkschmerzen

Symptome des Verdauungssystems Möglich:
Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen , Durchfälle, Gewichtsverlust
Keine Symptome des Magen-Darm-Traktes
Hautsymptome Selten (0,2-1,2%):
Juckende, morbiliforme Ausschläge, Papeln, Rötungen, Nesselsuchtähnlich, schwere Durchblutungsstörungen
Hautekzeme mit Rötung, Juckreiz und Nesselsucht möglich
Symptome der Augen Selten:
Bindehautentzündung
Häufig:
Fremdkörpergefühl, juckende und tränende Augen
Weitere Symptome

Lymphknotenschwellung einzeln oder generalisiert

Beteiligung des Herzmuskels möglich, Ausweitung zu Lungenentzündung, Entzündung der Hirnhäute oder des Hirngewebes möglich; Komplikationen durch Blutgerinnsel in Lunge oder Organen

Kein Symptom einer Pollenallergie

Keine Beteiligung von inneren Organen außerhalb der Atemwege.

Ist das Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 bei Menschen mit Allergien erhöht?

Nach unserem derzeitigen Informationsstand besteht kein erhöhtes Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 bei Menschen mit Allergien. Auch laut der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst haben Erwachsene mit einer allergischen Rhinitis, Rhinokonjunktivitis und allergischem Asthma kein erhöhtes Risiko, sich mit Corona-Viren anzustecken und haben bei Infektion mit Sars-CoV-2 mit keinem schwereren Verlauf als „Nicht-Pollen-Allergiker“ zu rechnen. Die gleichen Aussagen treffen für Kinder und Jugendliche zu, die eine Pollenallergie haben. (Stellungnahme der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst zum Coronavirus und Pollenflug: Coronavirus und Pollenflug – eine Information der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID): Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (pollenstiftung.de)).

Welche Verhaltensempfehlungen gibt es für Pollenallergiker während der Pandemie?

Wer an Heuschnupfen-Symptomen wie juckenden Augen, triefender Nase oder Husten leidet, sollte beim Arzt klären lassen, ob es sich um eine echte Allergie handelt. Denn eine unbehandelte Pollenallergie kann zu Asthma führen. Allergietests bieten unter anderem Hausärzte, Hautärzte, Internisten und Kinderärzte an. Jeder Allergiker reagiert individuell auf den Pollenflug. Für Pollenallergiker ist zu empfehlen, den Pollenflug der jeweiligen allergieauslösenden Pflanzen über Informationsdienste (z.B.: https://epin.lgl.bayern.de/pollenflug-aktuell) im Blick zu behalten und die Dosierung von symptomlindernden Medikamenten sowie das Freizeitverhalten ggf. anzupassen. Auch nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Linderung von Pollen verursachten allergischen Beschwerden können unterstützen. Für u.a. folgende Maßnahmen sind erste Hinweise zur Wirksamkeit als unterstützenden Therapie gegeben:

  • Maßnahmen zur Linderung von allergischer Augenreizung:
    • Anwendung von künstlicher Tränenflüssigkeit
    • Auflegen von kühlenden Kompressen
    • Vorbeugende Maßnahme: Tragen einer seitlich abdeckenden Sonnenbrille als Pollenbarriere
  • Maßnahmen zur Linderung der Symptome der Nase
    • Nasenspülungen

Pollenallergiker, wie auch Personen ohne Allergien, sollten sich an die derzeitigen Maßnahmenempfehlungen des RKIs halten, um das Risiko für eine COVID-19 Infektion zu senken.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Bei leichteren Verläufen im ambulanten Setting gibt es keine evidenzbasierten Therapieoptionen. Hier muss wie bei anderen viralen Erkältungskrankheiten symptomatisch behandelt werden. Bei Zunahme von Atembeschwerden, geringer Sauerstoffsättigung im Blut und bei persistierendem Fieber sollte die mögliche Entwicklung eines schweren Verlaufs in Betracht gezogen werden. Patienten mit schwerem und kritischem Verlauf sollten frühzeitig einer intensivmedizinischen Überwachung und Versorgung zugeführt werden. Verschiedene Arzneimittel (direkt antiviral wirksame, immunmodulatorisch wirksame oder antikoagulative Substanzen) wurden und werden im Verlauf der Pandemie durch SARS-CoV-2 in Studien untersucht.

Gibt es eine Wirkung von Vitamin D im Zusammenhang mit COVID-19?

Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte liegen bislang zur Evidenz von Vitamin D bei SARS-2-Infektionen keine publizierten Ergebnisse prospektiver randomisierter klinischer Studien vor. Veröffentlichungen zu dieser Thematik lassen keine kausale Assoziation ableiten. Die nicht ärztlich begleitete Zufuhr von Vitamin D-Präparaten birgt die Gefahr einer Überdosierung von Vitamin D. Bei einer übermäßig hohen Einnahme von Vitamin D können schwere Nebenwirkungen, wie z. B. Nierensteine und Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen und Herzrhythmusstörungen die Folge sein. Die nicht ärztlich begleitete Zufuhr von Vitamin D-Präparaten sollte daher nicht unterstützt werden. Ärztinnen und Ärzte können im Rahmen ihrer Therapiehoheit die Einnahme von Vitamin D-Präparaten verordnen und fachlich begleiten.

Besteht eine gesetzliche Meldepflicht?

Gemäß dem Zweiten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 19.05.2020 besteht für Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) eine Arzt-Meldepflicht nach §6 IfSG sowie für den direkten und indirekten Nachweis von SARS-CoV und SARS-CoV-2 eine Labor-Meldepflicht nach §7 IfSG, soweit die Nachweise auf eine akute Infektion hinweisen.

Über das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) werden Erregernachweise von SARS-CoV-2 seit 01.01.2021 elektronisch an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet. Die elektronische Meldung soll eine weitere Beschleunigung des Meldeverfahrens ermöglichen.

Fragen zur Übertragung

Wird das neue Coronavirus SARS-CoV-2 auch von Mensch zu Mensch übertragen?

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist bei engem Kontakt direkt oder als Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Infektion erfolgt vor allem als Tröpfcheninfektion, also die Übertragung über Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen sowie beim Atmen und Sprechen entstehen und bei Unterschreitung des Mindestabstands von 1,5 m leicht auf die Schleimhäute von Nase und Mund gelangen. Die Ansteckungsfähigkeit wird ab 48 Stunden vor Auftreten der ersten Symptome angenommen, sie hält mehrere Tage an. Ein weiterer Übertragungsweg besteht durch Aerosole in der Raumluft. Beim Atmen und Sprechen, aber noch weitaus stärker beim Schreien und Singen werden vorwiegend kleine Partikel (Aerosol) ausgeschieden, beim Husten und Niesen entstehen zusätzlich deutlich mehr Tröpfchen. Während insbesondere größere respiratorische Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können Aerosole - auch über längere Zeit - in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Ob und wie schnell die Tröpfchen und Aerosole absinken oder in der Luft schweben bleiben, ist neben der Größe der Partikel von einer Vielzahl weiterer Faktoren, u.a. der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, abhängig.

Das Tragen einer FFP2-Maske ohne Ausatemventil oder eines Mund-Nasen-Schutzes kann das Risiko einer Übertragung durch Partikel jeglicher Größe im unmittelbaren Umfeld um eine infizierte Person reduzieren.

Ein effektiver Luftaustausch kann die Aerosolkonzentration in einem Raum vermindern. Geschlossene Räume sollten daher regelmäßig und ausgiebig gelüftet werden. Übertragungen im Außenbereich kommen insgesamt selten vor.

Die Übertragung als Schmierinfektion und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen sind zumindest theoretisch möglich.

Welche Rolle spielen Kinder im Infektionsgeschehen ?

Jüngere Menschen können sich mit SARS-CoV-2 infizieren, entwickeln aber im Vergleich zu Erwachsenen häufig nur schwache Symptome einer milden Erkältungskrankheit. Inwieweit jüngere Menschen als schwach symptomatische Virusausscheider möglicherweise eine besondere Rolle im Infektionsgeschehen spielen, ist noch nicht abschließend geklärt.

Besteht eine Infektionsgefahr durch SARS-CoV-2-Viren über das Trinkwasser?

Eine Übertragung des Coronavirus über die öffentliche Trinkwasserversorgung kann nach derzeitigem Kenntnisstand praktisch ausgeschlossen werden. Trinkwasser wird häufig aus Grundwasservorkommen gewonnen, die sehr gut gegen mikrobielle Verunreinigungen (einschließlich Viren) geschützt sind. Wird Oberflächenwasser oder oberflächennahes Grundwasser zur Trinkwassergewinnung genutzt, wird dieses mehrstufig aufbereitet und desinfiziert. Hierdurch werden Viren und andere Krankheitserreger effektiv und effizient eliminiert, dies gilt auch für Coronaviren.

Ein Eintrag über das Wasserwerkspersonal in das Wasserverteilungssystem ist bei Einhaltung der üblichen Hygienevorkehrungen unwahrscheinlich und wird nicht als Verbreitungsrisiko angesehen.

Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen sollten jedoch weiterhin befolgt werden. Beim Trinken soll der Wasserauslass, besonders an öffentlich zugänglichen Entnahmestellen, nicht mit Mund und Händen berührt und vor dem Trinken kurz gespült werden. Zur Vorbeugung trinkwasserhygienischer Probleme (z. B. Kontaminationen mit Legionellen) in nicht oder kaum genutzten Gebäuden sollten die Leitungen in den Gebäuden regelmäßig (mindestens wöchentlich) gespült werden. Wurden die Leitungen nicht oder zu wenig gespült, sind bei Wiederinbetriebnahme besondere Maßnahmen zu ergreifen.

Weitere Informationen finden Sie beim Umweltbundesamt und beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW).

Besteht eine Infektionsgefahr beim Besuch von Schwimmbädern oder Badeseen?

Das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2-Viren über das Wasser in Schwimmbädern oder Badeseen wird als gering angesehen. Möglicherweise durch Badende eingetragene Viren werden im Wasser stark verdünnt und in Schwimmbädern zusätzlich durch die Aufbereitung des Wassers entfernt. Um Infektionen über Tröpfchen und Aerosole sowie ggf. über kontaminierte Oberflächen zu verhindern, ist es – wie an anderen öffentlichen Orten – auch in Schwimmbädern und an Badeseen wichtig, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Weitere Informationen finden Sie beim Umweltbundesamt:

Geht eine Gefahr von Lieferungen oder Paketsendungen aus?

Aufgrund der bisher ermittelten Übertragungswege und der relativ geringen Umweltstabilität von Coronaviren hält es das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nach derzeitigem Wissensstand für unwahrscheinlich, dass importiere Waren wie Lebensmittel, kosmetische Mittel oder Bedarfsgegenstände und Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten.

Wie wird die Übertragbarkeit des neuartigen Coronavirus über Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände eingeschätzt?

Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege. Allerdings sind Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, theoretisch denkbar und können nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Hygieneregeln zum Umgang mit rohem Fleisch und Fleischprodukten sollten grundsätzlich eingehalten werden, auch im Hinblick auf andere möglicherweise enthaltene Krankheitserreger. Das Virus ist hitzeempfindlich. Ein etwaiges Risiko kann durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich verringert werden.
LGL: Merkblatt für den Einzelhandel und Direktvermarktung

Was ist in der Pflege bei sog. live-in-Kräfte (auch: sog. 24-Stunden-Betreuungskräfte) zu beachten?

Die häusliche Betreuung durch sog. live-in-Kräfte ist keine Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung. Aus aktuellem Anlass hat das Bundesministerium für Gesundheit aber für Personen, die ihre häusliche Betreuungssituation in eigener Initiative organisiert haben und von den Auswirkungen der aktuellen Corona-Pandemie besonders betroffen sind, sowie für andere, interessierte Personen mehrsprachige FAQ zusammengestellt.

Fragen zur Vorbeugung

Wie schütze ich mich am besten vor COVID-19?

Der sicherste Weg, um einen Schutz vor COVID-19 aufzubauen, ist die COVID-19-Impfung.

RKI: COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche weiteren Impfungen sind während der SARS-CoV-2-Pandemie wichtig?

Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen STIKO-Empfehlungen trägt während der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie zur Entlastung des Gesundheitssystems und zu einem guten allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung bei.
Wichtig: Bitte stimmen Sie einen Impftermin und das weitere Vorgehen vorab telefonisch mit dem behandelnden Arzt ab, um Sie und das Praxispersonal zu schützen.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Wie sind Werbebotschaften bei Nahrungsergänzungsmitteln zu bewerten, die einen Schutz vor dem neuen Coronavirus versprechen?

Hierbei handelt es sich um unerlaubte Aussagen, mit denen die bestehenden Unsicherheiten und die Angst der Menschen ausgenutzt wird. Es gibt keine wissenschaftliche Studie, die eine Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln gegen eine Coronavirusinfektion belegt. Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und keine Arzneimittel. Sie dienen nicht zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten und ihnen dürfen keine derartigen Eigenschaften zugeschrieben werden. Krankheitsbezogene Werbebotschaften, Heilversprechen oder Angaben, die eine Verringerung des Krankheitsrisikos suggerieren (wie z. B. „schützt vor Viren“), sind verboten.

Wie schütze ich mich vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2?

Die üblichen Hygieneempfehlungen beim Vorliegen von infektiösen Atemwegserkrankungen, wie z. B. Grippe schützen auch vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2:

  • mindestens 1,5 Meter Abstand halten.
  • Direkten Körperkontakt mit Erkrankten (Umarmung, Küsschen, Händeschütteln) vermeiden.
  • Berührung des eigenen Gesichts mit ungewaschenen Händen vermeiden.
  • Häufiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife.

Woher bekommen Bedarfsträger Persönliche Schutzausrüstung (PSA, wie z. B. FFP2/FFP3- und Schutzanzüge) sowie OP-Masken und Desinfektionsmittel?

Die Bedarfsträger vor Ort können sich im Not-Bedarfsfall an Ihre zuständige Kreisverwaltungsbehörde wenden, welche selbst wiederum die Möglichkeit einer direkten online-Bestellung beim Pandemie-Zentrallager Bayern besitzt

Was regelt die Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) und wie lange gilt sie?

Die Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) bestimmt, dass Personen, die in den Freistaat Bayern einreisen und sich innerhalb von zehn Tagen vor der Einreise in einem vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Risikogebiet aufgehalten haben, verpflichtet sind, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von zehn Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern.

Eine Verkürzung der Quarantänedauer kann durch einen negativen Coronatest frühestens nach fünf Tagen nach der Einreise erfolgen.

Die betroffenen Personen sind verpflichtet, die jeweils zuständige Kreisverwaltungsbehörde zu kontaktieren und auf ihre Verpflichtung zur häuslichen Quarantäne hinzuweisen. Die Kontaktaufnahme soll dabei vorrangig durch die
Digitale Einreiseanmeldung erfolgen.

Risikogebiet ist ein Staat oder eine Region außerhalb Deutschlands, für welche zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht. Welche Länder als Risikogebiet eingestuft werden, können Sie hier tagesaktuell abrufen:


Die EQV regelt nicht, ob eine Person überhaupt nach Deutschland/Bayern einreisen darf. Sie regelt nur, ob eine Person in Quarantäne muss, nachdem sie einreisen durfte. Die Frage der Ein- oder Ausreise regelt ausschließlich der Bund. Wenden Sie sich bei Fragen hierzu bitte an das Bundesinnenministerium:

Coronavirus: Fragen und Antworten des Bundesinnenministeriums

Telefonhotline des Bundesinnenministeriums

Die EQV gilt derzeit bis 28. März 2021 und wird – soweit erforderlich – verlängert.

Unterliegen auch Säuglinge nach der Einreise aus einem Risikogebiet der Pflicht zur häuslichen Quarantäne?

Auch Kinder/Säuglinge unterliegen der Pflicht zur häuslichen Quarantäne nach der Einreisequarantäneverordnung (EQV), wenn sich diese innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise nach Bayern in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Um dieser Quarantänepflicht zu entgehen, können auch Kinder/Säuglinge auf COVID-19 getestet werden; ein ärztliches Zeugnis befreit auch diese von der Quarantänepflicht.

Fragen zum Arbeitsschutz

Welche gesetzlichen Regelungen gelten für Beschäftigte während der Corona-Pandemie?

Grundsätzlich gelten alle Gesetze (ArbSchG, ArbZG, MuSchG, JuSchG, BioStoffV, ArbStättV und technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) und viele weitere), die vor der Coronapandemie gegolten haben, auch weiterhin. Es wurden jedoch einige ergänzende Regelungen zum besseren Schutz der Beschäftigten vor Infektionen mit SARS-CoV-2-getroffen.

Zusätzlich wurden die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (mit befristeter Gültigkeit) und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel in Kraft gesetzt. Beide Dokumente finden Sie hier:

BAuA - Umgang mit dem Coronavirus

Verordnung und Regel beinhalten Minimalanforderungen des Arbeitsschutzes in Unternehmen und ergänzen sich gegenseitig.

Das Mutterschutzgesetz gilt selbstverständlich weiterhin, jedoch gibt es ergänzende Hinweise seitens des StMAS (Corona - Informationen zum Mutterschutz).

Welche Arbeitsschutzmaßnahmen sind gesetzlich bindend zur Verringerung des Risikos einer Infektion mit SARS-CoV-2 vorgegeben?

Der Arbeitgeber hat nach Arbeitsschutzgesetz die Verpflichtung, die Gefährdungen für seine Beschäftigten am Arbeitsplatz zu ermitteln und zu beurteilen (sog. Gefährdungsbeurteilung) und Maßnahmen für die Sicherheit und zum Schutz der Gesundheit hieraus abzuleiten. Der Gesetzgeber fordert die Arbeitgeber in der Corona-Arbeitsschutzregel und -verordnung auf, speziell die Gefährdungsbeurteilung auf Risiken der Übertragung von SARS-CoV-2 zu überprüfen. Bei der Festlegung und der Umsetzung von Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes kann der Arbeitgeber einen ihm bekannten Impf- oder Genesungsstatus der Beschäftigten berücksichtigen. Er hat die Beschäftigten im Rahmen der Unterweisung über die Infektionsgefährdung und die Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) aufzuklären und über die Möglichkeit einer Schutzimpfung während der Arbeitszeit zu informieren (BAuA - Umgang mit dem Coronavirus).

Welche Maske muss ich während der Arbeit tragen und wer kommt für diese auf?

Diese Maßnahme regelt die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sehr genau:

„In Abhängigkeit vom Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung stellen, wenn:

  • Die Anforderungen an die Raumbelegung nach §2 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung nicht eingehalten werden können, oder
  • der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, oder
  • wenn Wege vom und zum Arbeitsplatz innerhalb von Gebäuden zurückgelegt werden müssen.

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass ein Schutz der Beschäftigten durch Mund-Nasen-Schutz nicht ausreichend ist und Masken mit der Funktion des Eigenschutzes notwendig sind, sind die in der Anlage bezeichneten Atemschutzmasken bereitzustellen. Dies gilt insbesondere, wenn:

  • bei ausgeführten Tätigkeiten mit einer Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist, oder
  • bei betriebsbedingten Tätigkeiten mit Kontakt zu anderen Personen eine anwesende Person einen Mund-Nase-Schutz nicht tragen muss.

Die Beschäftigten haben die vom Arbeitgeber zur Verfügung zu stellenden Masken oder mindestens gleichwertige Masken zu tragen.“

Für weitere Informationen s. BMAS - SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Ich arbeite im Gesundheitswesen/in der Altenpflege. Welche gesetzlichen Regelungen zum Arbeitsschutz gelten für mich?

Zusätzlich zu den oben genannten Regelungen, sind für Beschäftigte im Gesundheitswesen und der Wohlfahrtspflege weitere Regelungen zu beachten.

Da hier von einer erhöhten Gefährdung durch Infektionserreger ausgegangen wird, gelten insbesondere die Vorgaben der Biostoff-Verordnung, in ihrer weiteren Konkretisierung die TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“ und die relativ neue TRBA 255 „Arbeitsschutz beim Auftreten von nicht impfpräventablen respiratorischen Viren mit pandemischem Potenzial im Gesundheitsdienst“.

Bei Einhaltung dieser Technischen Regeln TRBA 250 und TRBA 255 kann der Arbeitgeber davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Verordnung erfüllt sind. Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er damit mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen.

Weiterhin sind das Infektionsschutzgesetz und die aktuelle Version der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zu beachten.

Ich habe mich am Arbeitsplatz mit Corona infiziert, welche versicherungsrechtlichen Konsequenzen hat dies?

Eine Corona-Infektion am Arbeitsplatz kann unter Umständen als Berufskrankheit anerkannt werden. Dies ist nach der Berufskrankheiten-Verordnung im Sozialgesetzbuch VII geregelt. Für Infektionen, die von Mensch zu Mensch übertragen werden, ist dies gemäß der Definition des Anhangs 1 der BKV lediglich bei Beschäftigten, die im „Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt“ waren, der Fall.

Bei Verdacht auf eine Berufskrankheit ist der behandelnde Arzt zur Meldung beim Unfallver-sicherungsträger verpflichtet. Der Betroffenen selbst kann den Verdacht ebenso selbst melden.

Für Beschäftigte anderer Branchen handelt es sich nach § 8 SGB VII um einen Arbeitsunfall, wenn die Infektion kausal auf einen Kontakt in der Arbeit zurückzuführen ist.

Eine entsprechende Meldung an den Unfallversicherungsträger muss in diesem Falle erfolgen.

Aus einer Bundestagsanfrage geht hervor, dass bis zum 20.11.2020 branchenübergreifend 9429 SARS-CoV-2-Infektionen als Arbeitsunfall gemeldet und davon 3969 Fälle anerkannt wurden. 19517 Verdachtsfälle auf ein BK 3101 (Vom Menschen auf Menschen übertragbare Infektionskrankheit) wurden angezeigt, 12837 wurden als Berufskrankheit anerkannt. Der überproportional größte Anteil von 12396 angezeigten und 8171 anerkannten BK-Fällen wurde der BG Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege gemeldet, 6813 gemeldete und 4628 anerkannte Fälle wurden bei den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand gemeldet.

Fragen zur Verpflegung in Kitas

Darf für die Kinder ein Frühstück in Buffetform zum Selbstbedienen bereitgestellt werden? Und wenn ja, ist dann ein sogenannter „Spuckschutz“ notwendig?

Ein Frühstück in Buffetform zum Selbstbedienen ist möglich, sollte jedoch nur innerhalb einer Kita-Gruppe angeboten werden. Auf den Einsatz eines „Spuckschutzes“ kann verzichtet werden, eher sollten Kinder mit milden Krankheitszeichen wie Schnupfen ohne Fieber oder gelegentlichem Husten nicht am Buffet teilnehmen. Wichtig ist außerdem, dass die Entnahme unverpackter Speisen (z. B. Obst) so durchgeführt wird, dass das Infektionsrisiko nicht erhöht wird, z.B. kann sich jedes Kind nach dem Händewaschen selbst ein Stück Obst nehmen.

Darf die Kinderpflegerin Pfannkuchen und ähnliches für die Kinder zubereiten (ohne Kinder zu beteiligen)?

Das Zubereiten von Pfannkuchen durch eine Kinderpflegerin ist grundsätzlich möglich, sofern die lebensmittelhygienischen Vorgaben bei der Zubereitung eingehalten werden.

Muss das Personal eine Mund–Nasenbedeckung (MNB) und Handschuhe bei der Ausgabe tragen?

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) durch das Personal ist nach derzeitiger Rechtslage verpflichtend. Auf das Tragen von Einmalhandschuhen kann bei sorgfältiger Händehygiene verzichtet werden.

Dürfen Eltern Obst für alle Kinder in die Einrichtung mitbringen?

Das Mitbringen von Speisen ist weiterhin möglich, sofern die üblichen Empfehlungen um das Risiko für lebensmittelübertragbare Erkrankungen zu minimieren (z.B. Obst erst kurz vor dem Verzehr aufschneiden) eingehalten werden. Es empfiehlt sich jedoch mit den Eltern/Elternvertretern zu besprechen ob ein Mitbringen von Speisen in der aktuellen Situation überhaupt erwünscht ist.

Pädagogisches Kochen: Dürfen die zubereiteten Speisen /Kuchen auch von Kindern aus den anderen Gruppen verzehrt werden?

Nein, die zubereiteten Speisen/Kuchen sollten nur innerhalb der Gruppe verzehrt werden. Auch sollen die Kinder nicht untereinander probieren.

Wie wahrscheinlich ist die Übertragung des Virus durch von zu Hause mitgebrachtes Geschirr?

Grundsätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Besteck oder Geschirr gelangen und auf diesen festen Oberflächen eine Zeit lang infektiös bleiben. Eine Kontaktinfektion erscheint dann möglich, wenn das Virus über das Besteck oder über die Hände auf die Schleimhäute der Nase oder der Augen übertragen wird. Dem BfR sind jedoch bisher keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über diesen Übertragungsweg bekannt. Als behüllte Viren, deren Erbgut von einer Fettschicht (Lipidschicht) umhüllt ist, reagieren Coronaviren empfindlich auf fettlösende Substanzen wie Alkohole und Tenside, die als Fettlöser in Seifen und Geschirrspülmitteln enthalten sind. Wenngleich für SARS-CoV-2 hierfür noch keine spezifischen Daten vorliegen, ist es wahrscheinlich, dass durch diese Substanzen die Virusoberfläche beschädigt und das Virus inaktiviert wird. Das gilt insbesondere auch dann, wenn im Geschirrspüler das Geschirr mit 60 Grad Celsius oder höherer Temperatur gereinigt und getrocknet wird. ()

Bei welcher Gradzahl stirbt das Virus ab?

Als Faustregel gilt: Das gleichmäßige und vollständige Erhitzen auf 70° bis 100° Grad reicht aus, um das Virus zu inaktivieren. Für niedrigere Temperaturen liegen teilweise nur wenige Daten vor: Bei 60°C wird das Virus in Abhängigkeit von der Proteineinbettung in 15-30 Minuten bis unter die Nachweisgrenze inaktiviert, bei 65°C werden 10 Minuten zur weitgehenden Inaktivierung benötigt. Zum kompletten Verlust der Infektiosität werden bei 56°C und 65°C 90 Minuten und bei 75°C 30-45 Minuten angegeben.

RKI: Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19

Wenn die Eltern am Geburtstag einen Kuchen mit in die Kita schicken wollen, was ist alles zu beachten - bzw. was gibt es für Vorschriften?

Grundsätzlich ist das Mitbringen von Geburtstagskuchen und ähnlichen Speisen möglich. Dabei gelten die üblichen Empfehlungen um das Risiko für lebensmittelübertragbare Erkrankungen zu minimieren (nur durchgebackene Kuchen, keine Cremefüllung etc.). Es empfiehlt sich jedoch mit den Eltern/Elternvertretern zu besprechen ob ein Mitbringen von Speisen in der aktuellen Situation überhaupt erwünscht ist.

Ist es sinnvoll oder verpflichtend beim Kochen Einmal-Handschuhe zu tragen und bei welchen Zahlen (7 Tage Inzidenz >35/100.000, >50/100.000)

Wichtiger als das Tragen von Handschuhen ist das gründliche Händewaschen vor Arbeitsbeginn, nach jeder Pause und regelmäßig zwischen den Arbeitsgängen. Nach Arbeiten mit rohen Lebensmitteln sollten die Hände zusätzlich desinfiziert werden. Diese Empfehlungen sind unabhängig von der aktuellen Inzidenz.

Wann soll oder muss das Küchenpersonal einen Mundschutz/eine MNB tragen?

Bei der Ausgabe von Speisen muss eine MNB getragen werden. Nach derzeitiger Rechtslage hat Personal auf allen Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte eine MNB zu tragen. Darüber hinaus ist das Tragen einer MNB in allen Situationen notwendig, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicher eingehalten werden kann.

Sind Arbeitsflächen/Arbeitsgeräte jetzt immer mit Desinfektion zu reinigen?

Nein, es könne weiterhin die im Reinigungs- und Desinfektionsplan vorgesehenen Reinigungsmittel verwendet werden.

Pädagogisches Kochen mit den Kindern? Ist das erlaubt? Darf das auch mit dem Küchenpersonal sein, wenn die Gruppen getrennt sind?

Pädagogisches Kochen und Backen innerhalb einer Gruppe ist erlaubt, aber nicht mit dem Küchenpersonal. Die zubereiteten Speisen sollten nur innerhalb der eigenen Gruppe verzehrt werden.

Ist Plätzchen backen mit Kindern in den Gruppen möglich? Dürfen diese mit nach Hause genommen werden?

Pädagogisches Kochen und Backen mit den Kindern einer Gruppe ist möglich, so auch das Backen von Plätzchen. Die gebackenen Plätzchen können im Anschluss von den Kindern dieser Gruppe mit nach Hause genommen werden.>

Dürfen Plätzchen, die von Eltern gebacken werden, in Tüten verpackt und verkauft werden?

Beim Verkauf von Lebensmitteln gelten die Vorgaben des EU-Hygienerechts und der Lebensmittelhygiene-Verordnung. Die Kita trägt hier ab Übernahme der Lebensmittel die Verantwortung für die Sicherheit der verkauften Lebensmittel. In der aktuellen Situation empfehlen wir auf den Verkauf selbst gebackener/selbst zubereiteter Speisen zu verzichten.

Fragen zurVerpflegung bei Kindergartenfesten

Können Kindergartenfeste wieder stattfinden und falls ja dürfen Eltern Lebensmittel mitbringen, Würstchen grillen, Waffeln backen oder ähnliches und diese an die Teilnehmer abgeben?

Ob und in welchem Umfang private und öffentliche Feiern möglich sind regelt die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) in ihrer jeweils gültigen Fassung. In der aktuell gültigen 13. Fassung sind öffentliche Veranstaltungen aus besonderem Anlass und mit einem von Anfang an klar begrenzten und geladenen Personenkreis in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von 50 oder mehr mit bis zu 25 Personen in geschlossenen Räumen und bis zu 50 Personen unter freiem Himmel und in Landkreisen und kreisfreien Städten, die eine 7-Tage-Inzidenz von 50 nicht überschreiten, mit bis zu 50 Personen in geschlossenen Räumen und bis zu 100 Personen unter freiem Himmel jeweils einschließlich geimpfter oder genesener Personen zulässig. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von 50 oder mehr müssen die Teilnehmer über einen Testnachweis nach Maßgabe von § 4 verfügen. Werden Lebensmittel oder Speisen von Eltern oder anderen Personen in die Kita mitgebracht und dort an beliebige Personen abgegeben, z.B. auf Sommerfesten, kann es sich, nach Einschätzung der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde, um eine öffentliche Veranstaltung handeln, bei der Vorgaben des EU-Hygienerechts und der Lebensmittelhygiene-Verordnung gelten. Der Veranstalter, hier die Kita, trägt ab Übernahme der Speisen bzw. der Lebensmittel die Verantwortung. Werden die mitgebrachten Speisen dagegen nur in der „eigenen“ Kindergruppe verzehrt, z.B. anlässlich eines Geburtstages, handelt es sich rechtlich um eine private Feier. Für die Unbedenklichkeit der Speisen sind dann die Eltern verantwortlich.

Eine Orientierung wie Helfer auf Festen mit Lebensmitteln umgehen sollten, bietet der Leitfaden für den sicheren Umgang mit Lebensmitteln So sollte z.B. Waffelteige stets erst kurz vor dem Verzehr zubereitet werden und die Waffeln müssen vollständig durchgebacken werden. Auch Grillwürstchen sind vollständig durchzuerhitzen. (Quelle: Gute Hygiene-Praxis in Kita-Küchen, Februar 2018 Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH) Hinweise zum hygienischen Umgang mit mitgebrachten Lebensmitteln für Eltern finden Sie u.a. beim Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS GmbH oder auf der Seite der deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft e.V

Fragen zur Verpflegung in Schulen

Dürfen Kinder selbst ihre Tabletts und Besteckteile aus dem Tablett- und Besteckwagen entnehmen? Dürfen Getränke selbst eingeschenkt werden?

Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege. Allerdings können Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden. (Quelle: BfR Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel und Gegenstände übertragen werden? - BfR (bund.de)) Vor diesem Hintergrund können Schülerinnen und Schüler wieder selbst Tabletts, Besteck, Gläser und andere im Verpflegungsbetrieb übliche Gegenstände entnehmen. Auch das eigenständige Einschenken von Getränken oder die Entnahme von Speisen die in Buffetform angeboten werden, ist wieder möglich. Wichtig ist, dass hierbei die allgemeinen Hygieneregeln (u.a. regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht) eingehalten werden, und dass bis zur Einnahme des Sitzplatzes auf die Einhaltung des Mindestabstands und das korrekte Tragen von Masken geachtet wird. Zusätzlich sollte jede Schülerin/jeder Schüler vor oder direkt nach dem Betreten des Speisesaals seine Hände sorgfältig waschen (oder falls dies nicht möglich ist desinfizieren), dies wird auch empfohlen, wenn die Schülerin/der Schüler nochmals nachnehmen möchte und erneut die Speiseausgabe /den Getränkewagen aufsucht. Bereits verwendetes Geschirr sollte nur von der Schülerin/dem Schüler selbst oder kontaktlos durch das Personal wieder befüllt werden. Muss das Personal zum Wiederbefüllen das Geschirr in die Hand nehmen, so sollte frisches Geschirr verwendet werden.

Können Trinkwasserspender in Schulen genutzt bzw. wieder in Betrieb genommen werden?

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es für eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, derzeit keine belastbaren Belege. Auch eine Übertragung durch eine Virus-Kontamination von Trinkgefäßen, wie zum Beispiel Trinkgläsern, in der Gastronomie auf eine andere Person ist bisher nicht nachgewiesen worden. Allerdings können Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden. (Quelle: BfR Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel und Gegenstände übertragen werden? - BfR (bund.de)) Eine Wiederinbetriebnahme der Wasserspender scheint möglich, wenn die Schüler in eine hygienegerechte Benutzung – (d.h. kein Kontakt zwischen Auslaufhahn und Trinkflasche) – unterwiesen werden. Die korrekte Entnahme von Trinkwasser könnte ggf. anfangs durch eine Aufsichtsperson angeleitet werden. Dies würde auch das Risiko einer Übertragung anderer Erreger (z.B. Noroviren), für welche ein fäkal-oraler Übertragungsweg nachgewiesen ist, reduzieren. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass bei Schlangenbildung vor dem Wasserspender das Abstandsgebot eingehalten wird. Hier könnten Bodenmarkierungen hilfreich sein. Frei zugängliche Wasser-Auslaufhähne sind sauber zu halten und gemäß Herstellerangaben zu reinigen bzw. desinfizieren. In der aktuellen Situation könnten hier die Reinigungs- und/oder Desinfektionsfrequenzen ggf. erhöht werden. Leitungsgebundene Wasserspender, die nicht in Betrieb sind (z.B. auch in den Ferien), bergen wasserhygienische Risiken. Es kann nicht nur zu Verkeimungen im Gerät kommen, unter Umständen können die Stagnation des Trinkwassers in der zuführenden Leitung und/oder eine Verkeimung des Geräts negative Auswirkungen auf die Trinkwasser-Installation des Gebäudes haben. Sind Wasserspender außer Betrieb, können wasserhygienische Risiken am einfachsten durch eine Simulation des bestimmungsgemäßen Betriebs (regelmäßige Wasserentnahme) in Form von Spülplänen minimiert werden.

Was kann ich tun, wenn mir nicht genug Sitzplätze zur Verfügung stehen, um bei der Speiseneinnahme einen Mindestabstand von 1,5 m zu gewährleisten?

Sollte der Mindestabstand von 1,5 m auch unter Berücksichtigung zusätzlicher organisatorischer Maßnahmen (z. B. die Einteilung weiterer Schichten bei der Essensaufnahme bzw. eine zusätzliche Nutzung von weiteren Zimmern bzw. Flächen) nicht eingehalten werden können, sind bei Pausenverkauf, Essensausgabe und Mensabetrieb feste Gruppen zu bilden. Bei der Essenseinnahme sollte auf eine blockweise Sitzordnung nach Klassen, möglichst in Kombination mit einer versetzten Sitzordnung geachtet werden. Die Einhaltung der Mindestabstände zwischen Personen unterschiedlicher Gruppen ist jederzeit zu gewährleisten. Es ist sicherzustellen, dass eine Durchmischung von Gruppen verhindert wird und die Beibehaltung fester Gruppen sichergestellt ist.

Fragen zu Masken– in Überarbeitung

Was ist bezüglich der FFP2-Maskenpflicht zu beachten?

Die FFP-2-Maskenpflicht gilt im öffentlichen Personennahverkehr inklusive der dazu gehörenden Einrichtungen (z. B. Haltestellen) und in Handel- und Dienstleistungsbetrieben. FFP2-Masken sind in der Regel Einwegprodukte ohne die Möglichkeit der Aufbereitung (z. B. durch Waschen). Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahren müssen keine FFP2-Maske tragen, es bleibt jedoch bei der bisherigen Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ab einem Alter von 6 Jahren. FFP2-Masken mit Ventil sollen nicht getragen werden, sie bieten keinen hinreichenden Fremdschutz, da Aerosole des Trägers nach außen dringen können.

Welche Standards gelten als gleichwertig zu FFP2-Masken?

Als mindestens gleichwertig zu FFP2-Masken im Sinne der 11. BayIfSMV gelten folgende Standards:
FFP3 (Europa)
N95 (NIOSH-42C FR84, USA),
P2 (AS/NZ 1716:2012, Australien/Neuseeland),
KF94 (Korea 1st Class KMOEL-2017-64)
DS (Japan JMHLW-Notification 214,2018).
KN95 (GB2626-2006, China)

Welche Punkte sind zur Erkennung von FFP2-Masken zu beachten?

Checkliste zur Erkennung von FFP2-Masken:

  • CE-Kennzeichnung mit vierstelliger Ziffernfolge der gemeldeten Stelle
  • Name (bzw. eingetragene Handelsmarke) und Postanschrift des Herstellers
  • Schutzklasse („FFP2“) mit Zusatz „NR“ (nicht wiederverwendbar) oder „R“ (wiederverwendbar)
  • Verfallsdatum, d. h. Monat und Jahr des Verfalls
  • Nummer und Veröffentlichungsjahr der angewendeten europäischen Prüfnorm EN 149
  • Zusätzliche Kennzeichnung auf der kleinsten handelsüblichen Packungseinheit (Darstellung auch als Piktogramme möglich)
  • Lagerbedingungen (Temperaturbereich; maximale relative Feuchte)
  • Hinweis auf Internetadresse/Homepage zum Herunterladen der EU-Konformitätserklärung des Herstellers
  • Beigefügte Gebrauchsanleitung (in deutscher Sprachfassung)

Worin liegt der Unterschied zwischen einer Alltagsmaske, einem medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS) und einer Schutzmaske (partikelfiltrierende Halbmaske (FFP-Maske)?

Alltags-Masken sind Masken, die aus handelsüblichen Stoffen genäht und im Alltag getragen werden. Sie sind weder ein Medizinprodukt (wie medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS)) noch Teil der persönlichen Schutzausrüstung (wie FFP2-/FFP3-Masken). Alltags-Masken können die Infektionsgefahr verringern und helfen dabei, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen. Sie bieten keinen vollständigen Eigen- oder Fremdschutz. Der Stoff für Alltags-Masken sollte möglichst dicht sein und aus 100 Prozent Baumwolle bestehen. Andere Materialien wie zum Beispiel Staubsaugerbeutel und Karton sind für die Erstellung von Alltags-Masken nicht geeignet.

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (OP-Masken) dient vor allem dem Fremdschutz und schützt das Gegenüber vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen des Maskenträgers. Er spielt eine wichtige Rolle beim Schutz vulnerabler Gruppen. Medizinischer Mund-Nasen-Schutz ist ein Medizinprodukt und muss den Anforderungen der DIN EN 14683 (Chirurgische Gesichtsmasken – Anforderungen und Prüfverfahren) erfüllen.

Partikelfiltrierende Halbmasken der Schutzklasse 2 und 3 (FFP2/3-Masken) dienen vor allem dem Eigenschutz und Arbeitsschutz. Diese Masken sind besonders dicht. Aufgrund ihrer Filterwirkung können sie verhindern, dass Viren aufgenommen werden.

Weiterführende Informationen zum Unterschied zwischen medizinischem Mund-Nasen-Schutz und Atemschutzmasken finden Sie auch auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Warum ist die Maskenpflicht sinnvoll?

Um andere vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) zu schützen, ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum, zum Beispiel in Geschäften und bei der Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel vorgeschrieben, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren. MNB schützen vor allem die Umstehenden vor dem Auswurf von festen oder flüssigen Partikeln durch den (möglicherweise asymptomatischen, aber infektiösen) Träger der MNB. Selbst ist man dabei auch geschützt, wenn die Pflicht zum Tragen einer MNB von den anderen Personen beachtet wird.

Das Tragen einer MNB ist ein integraler Baustein des AHA-Konzeptes (Abstand - Hygiene - Alltagsmaske), das in Verbindung mit fachgerechtem Lüften dazu geeignet ist, das Infektionsrisiko in Innenräumen und in Situationen, in denen die Abstandsregeln nicht befolgt werden können nachhaltig zu senken.

Siehe dazu auch die Informationen des Robert Koch-Insituts.

Der Nutzen des Tragens von Masken (Fremd- und Eigenschutz) zum Schutz vor einer Ansteckung mit SARS-CoV2 konnte mittlerweile in mehreren Studien belegt werden. Fischer et al. konnten zum Beispiel in einem einfachen Versuchsaufbau zeigen, dass das Tragen von Masken den Ausstoß von Tröpfchen reduziert. Hier wurden medizinische Masken und verschiedenste Arten von MNB getestet.

Der Nutzen von Masken im infektionshygienischen Sinne, also als Beitrag zur Verlangsamung der Pandemie, kann nur indirekt belegt werden. Die Arbeitsgruppe um Jos Lelieveld hat hierzu einige Studien zusammengetragen (zum Beispiel Chu et al., Howard et al., Esposito et al.) und aufgrund dieser Studien die Wirksamkeit u.a. des Maskentragens in verschiedenen Settings untersucht. Es wurde u.a. gezeigt, dass das Tragen von Masken das Infektionsrisiko um den Faktor 5 bis 10 je nach Szenario (Schulen) reduzieren kann.

Für wen besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung?

Es ist zu beachten, dass teilweise eine Maskenpflicht und teilweise eine FFP2-Maskenpflicht besteht. Soweit eine FFP2- Maskenpflicht besteht, kann eine FFP2-Maske oder eine Maske mit mindestens gleichwertigem genormten Standard getragen werden. Die FFP2-Maskenpflicht besteht:

  • grundsätzlich erst ab dem dem 16. Geburtstag,
  • für die Fahrgäste bei der Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs einschließlich der entgeltlichen oder geschäftsmäßigen Beförderung von Personen mit Kraftfahrzeugen samt Taxen und den hierzu gehörenden Einrichtungen,
  • bei der Nutzung der Schülerbeförderung im freigestellten Schülerverkehr ab dem Alter von 16 Jahren,
  • in zulässigerweise geöffneten Betrieben und im Großhandel für die Kunden und ihre Begleitpersonen in den Verkaufsräumen, auf dem Verkaufsgelände, in den Eingangs- und Warteflächen vor den Verkaufsräumen und auf den zugehörigen Parkplätzen,
  • für die Kunden und deren Begleitperson an Verkaufsstellen auf Märkten (soweit diese zulässig sind),
  • für die Patientinnen und Patienten und ihre Begleitperson in Arzt- und Zahnarztpraxen und in allen sonstigen Praxen, in denen medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen erbracht werden, mit der Maßgabe, dass die Maskenpflicht entfällt, soweit die Art der Leistung sie nicht zulässt,
  • für Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Gottesdiensten und Zusammenkünften anderer Glaubensgemeinschaften in geschlossenen Räumen,
  • für Besucherinnen und Besucher von Einrichtungen (z. B. Altenheimen) nach § 11 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Nr. 2 der 13. BayIfSMV,
  • in geschlossenen Räumen, geschlossenen Fahrzeugbereichen und Kabinen für die Fahrgäste und Besucher von Freizeiteinrichtungen
  • in der Gastronomie für Gäste, solange sie nicht am Tisch sitzen,
  • für Teilnehmer an theoretischem Fahrschulunterricht, Nachschulungen, Eignungsseminare sowie theoretische Fahrprüfungen (Lehrpersonal hat eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske im Rahmen der arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen),
  • für den praktischen Fahrschulunterricht und die praktischen Fahrprüfungen für das Lehrpersonal im Rahmen der arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen und für die übrigen Fahrzeuginsassen,
  • auf dem Hochschulgelände in Gebäuden und geschlossenen Räumen,
  • in Bibliotheken und Archiven in den für Nutzer zugänglichen Räumen, in den Eingangs- und Warteflächen und auf den zugehörigen Parkplätzen,
  • für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des zulässigen Instrumental- und Gesangsunterrichts (soweit und solange das aktive Musizieren eine Maskenpflicht zulässt),
  • in geschlossenen Räumen für Besucher von Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Objekten der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und vergleichbaren Kulturstätten sowie zoologischen und botanischen Gärten sowie kulturellen Veranstaltungen,
  • für Gäste in Beherbergungsbetrieben, außer in ihrer Wohneinheit oder im Restaurantbereich am Platz,
  • in Sportstätten, soweit kein Sport ausgeübt wird.

Maskenpflicht besteht insbesondere:

  • für Personen ab dem siebten Lebensjahr (das heißt ab dem sechsten Geburtstag),
  • im öffentlichen Personennah- und -fernverkehr sowie im freigestellten Schülerverkehr für das Kontroll- und Servicepersonal, soweit es in Kontakt mit Fahr- und Fluggästen kommt.
  • in zulässigerweise geöffneten Betrieben und im Großhandel für das Personal in den Verkaufsräumen, auf dem Verkaufsgelände, in den Eingangs- und Warteflächen vor den Verkaufsräumen und auf den zugehörigen Parkplätzen; soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal,
  • für das Personal bei zulässigen körpernahen Dienstleistungen gilt eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske im Rahmen der arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen, soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal,
  • für das Personal in der Gastronomie in Gebäuden und geschlossenen Räumen sowie bei der Abgabe und Lieferung von mitnahmefähigen Speisen und Getränken, soweit das Personal in Kontakt mit Kunden kommt
  • für das Personal an Verkaufsstellen auf Märkten (soweit diese zulässig sind),
  • für das Personal in Arzt- und Zahnarztpraxen und in allen sonstigen Praxen, in denen medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen erbracht werden; soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist oder die Art der Leistung sie nicht zulässt, entfällt die Maskenpflicht für das Personal,
  • für Personal in Beherbergungsbetrieben im Servicebereich oder in Bereichen, in denen ein Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann; soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal,
  • für Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Versammlungen im Sinne des Artikel 8 Grundgesetz; hiervon ausgenommen sind die Versammlungsleitung während Durchsagen und Redner während Redebeiträgen sowie Teilnehmer, die während der Versammlung ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr führen sowie
  • für Besucherinnen und Besucher von Einrichtungen (z. B. Krankenhäusern) nach § 11 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Nr. 2 der 13. BayIfSMV,
  • für Schülerinnen und Schüler in geschlossenen Räumen und Gebäuden soweit Präsenzunterricht stattfindet,
  • für die Lehrkräfte an Schulen im Sinne des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske im Rahmen arbeitsschutzrechtlicher Bestimmungen in geschlossenen Räumen und Gebäuden,
  • bei zulässigen Angeboten der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung in Präsenzform, soweit der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann, insbesondere in Verkehrs- und Begegnungsbereichen.
  • auf dem Hochschulgelände gilt in Gebäuden und geschlossenen Räumen für die Beschäftigten die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske, ausgenommen nach Erreichen des jeweiligen Arbeitsplatzes, sofern nicht weitere Personen anwesend sind,
  • für das Personal in den für Nutzer zugänglichen Räumen der Bibliotheken und Archive, in den Eingangs- und Warteflächen und auf den zugehörigen Parkplätzen. Soweit in Kassen- und Thekenbereichen durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal,
  • für zulässige Angebote der Erwachsenenbildung und vergleichbare Angebote anderer Träger sowie sonstige außerschulische Bildungsangebote in Präsenzform, soweit der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann, insbesondere in Verkehrs- und Begegnungsbereichen.
  • Tragen einer medizinischen Maske im Rahmen der arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen (soweit und solange das aktive Musizieren eine Maskenpflicht zulässt) gilt für Lehrkräfte im Rahmen des zulässigen Instrumental- und Gesangsunterrichts.
  • Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske im Rahmen der arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen besteht für das Lehrpersonal beim theoretischen Fahrschulunterricht, Nachschulungen, Eignungsseminaren sowie theoretischen Fahrprüfungen
  • In Sportstätten gilt für das Personal von Sportstätten gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske.

Zu beachten ist, dass nach § 3 Abs. 1 der Corona Arbeitsschutzverordnung des Bundes die Beschäftigten eine medizinische Gesichtsmaske oder eine FFP2-Maske tragen müssen, wenn:

  • die Anforderungen an die Raumbelegung nach § 2 nicht eingehalten werden können, oder
  • der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, oder
  • bei ausgeführten Tätigkeiten mit Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist.

Für die Beschäftigten im Einzelhandel gilt – zur Wahrung der Vorgaben der Arbeitsschutzverordnung des Bundes - somit, dass anstelle einer (einfachen) Mund-Nasen-Bedeckung („Community-Maske“) zukünftig ein zertifizierter Mund-Nasen-Schutz (CE-zertifiziert) verwendet werden muss. Hierzu genügt eine sog. OP-Maske, eine FFP2-Maske ist nicht vorgeschrieben (§ 3 Abs. 1 Corona-ArbSchV). Dort, wo auch bislang keine Maske erforderlich war (z. B. weil in Kassen- und Thekenbereichen durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist), muss das Personal auch zukünftig keine Maske tragen.

Wo besteht die erweiterte Maskenpflicht?

Die Maskenpflicht besteht:

  • Auf zentralen Begegnungsflächen in Innenstädten oder sonstigen öffentlichen Orten unter freiem Himmel, an denen sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten, die von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde festgelegt werden können,
  • auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen einschließlich der Fahrstühle von öffentlichen Gebäuden sowie von sonstigen öffentlich zugänglichen Gebäuden, für die in dieser Verordnung keine besonderen Regelungen vorgesehen sind sowie
  • auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte, insbesondere in Fahrstühlen, Fluren, Kantinen und Eingängen; Gleiches gilt für den Arbeitsplatz, soweit der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden kann.

Können transparente Schutzwände aus Acrylglas o.ä. anstatt einer Mund-Nasen-Bedeckung verwendet werden?

Sofern die Mitarbeiter in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften, Dienstleistungsbetrieben mit Kundenverkehr, auf Wochenmärkten oder anderen Märkten zum Warenverkauf unter freiem Himmel oder an Rezeptionen durch transparente Schutzwände aus Acrylglas o.ä. zuverlässig geschützt werden, entfällt für sie die Pflicht zum dauerhaften Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Welche Art von Mund-Nasen-Bedeckung kann ich verwenden?

Bedingt durch erste wissenschaftliche Erkenntnisse über das SARS-CoV2-Virus sowie erste Kennzahlen zu mutmaßlichen Übertragungswegen lag ein wesentlicher Fokus in der Vergangenheit zunächst auf einer Vermeidung von Tröpfcheninfektionen. Bereits durch einfache Hygienemaßnahmen kann ein potentielles Infektionsrisiko wesentlich minimiert werden. In einer Erstbewertung galt dies vereinzelt zunächst auch für die Nutzung unkonventioneller Alltagsmasken.

Mittlerweile sind die Erkenntnisse über das SARS-CoV-2 Virus und dessen Übertragungswege weit fortgeschritten. Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass neben der Übertragung durch Tröpfchen maßgeblich auch die Übertragung des SARS-CoV-2 Virus durch Aerosole erfolgen kann. Gerade vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Infektionszahlen wurden deshalb verschiedene Mund-Nasen-Bedeckungen infektionsschutzfachlich hinsichtlich ihrer generellen Eignung neu beurteilt und bewertet. Basierend auf dieser Neubewertung hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aktuell die Anforderungen an eine geeignete Mund-Nasen-Bedeckung aus infektionshygienischer Sicht wie folgt präzisiert:

Neben dem direkten Schutz gegen Tröpfchen muss auch eine Reduzierung von Aerosolen gewährleistet sein. Aerosole werden nicht nur beim Sprechen, sondern auch schon beim Atmen freigesetzt. Da sie deutlich kleiner als Tröpfchen sind, ist es besonders wichtig, dass die Mund-Nasen-Bedeckung dicht an der Haut anliegt, um auch eine Freisetzung an der Seite oder nach unten zu minimieren. Deshalb ist eine Mund-Nasen-Bedeckung eine an den Seiten enganliegende, Mund und Nase bedeckende textile Barriere, die aufgrund ihrer Beschaffenheit geeignet ist, eine Ausbreitung sowohl von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln als auch von Aerosolen durch Atmen, Husten, Niesen und Aussprache zu verringern, unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie.
Auf Grund des Ausbreitungsverhaltens von Aerosolen ist eine lückenhafte Abdeckung nicht ausreichend, denn nur mittels einer eng an der Haut anliegenden Mund-Nasen-Bedeckung wird eine seitliche oder aufwärtsgerichtete Freisetzung dieser potentiell infektiöseren Luftgemische bestmöglich minimiert. Dies entspricht auch der Haltung des RKI.
Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege schließt sich dieser Bewertung ausdrücklich an. Die infektionsschutzrechtlichen Anforderungen an eine zulässige Mund-Nasen-Bedeckung im Sinne von § 1 der 12. BayIfSMV werden daher insofern präzisiert, als zur Reduzierung von Aerosolen nur eine enganliegende, den Mund und die Nase bedeckende textile Barriere als Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden sollte. Diese Neubewertung steht im vollen Einklang mit den arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben.

Klarsichtmasken aus Kunststoff, auch wenn sie eng anliegen, entsprechen diesen Vorgaben an eine Mund-Nasen-Bedeckung regelmäßig nicht und sind den Visieren damit quasi gleichgestellt.
Wir weisen darauf hin, dass eine Empfehlung für konkrete Produkte oder Hersteller grundsätzlich nie ausgesprochen wird.

In bestimmten Bereichen gilt die Pflicht eine FFP2-Maske oder eine Maske mit mindestens gleichwertigem genormten Standard zu tragen. Als mindestens gleichwertig gelten in diesem Sinne folgende Standards:

FFP3 (Europa),
N95 (NIOSH-42C FR84, USA),
P2 (AS/NZ 1716:2012, Australien/Neuseeland),
KF94 (Korea 1st Class KMOEL-2017-64)
DS2 (Japan JMHLW-Notification 214,2018),
KN95 (GB2626-2006, China).
Dabei handelt es sich um die Anwendung von Atemschutzmasken durch Privatpersonen.

Muss ich eine Mund-Nasen-Bedeckung im Freien und in der Arbeit tragen?

Nur in den Bereichen, in denen dies ausdrücklich vorgeschrieben ist (siehe oben). Das Tragen einer Alltags-Maske im öffentlichen Raum wird in bestimmten Situationen aber dringend empfohlen, vor allem dort, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Das kann sowohl im Freien, als auch bei der Arbeit sein. Das Tragen einer Alltags-Maske hilft dabei, sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) zu schützen und die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren. Alltags-Masken schützen vor allem die Umstehenden vor dem Auswurf von festen oder flüssigen Partikeln durch den (möglicherweise asymptomatischen, aber infektiösen) Träger der Maske.

Die Maskenpflicht besteht:

  • auf von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde festzulegenden zentralen Begegnungsflächen in Innenstädten oder sonstigen öffentlichen Orten unter freiem Himmel, an denen sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten,
  • auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen einschließlich der Fahrstühle von öffentlichen Gebäuden sowie von sonstigen öffentlich zugänglichen Gebäuden, für die in dieser Verordnung keine besonderen Regelungen vorgesehen sind sowie
  • auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte, insbesondere in Fahrstühlen, Fluren, Kantinen und Eingängen; Gleiches gilt für den Arbeitsplatz, soweit der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden kann.

Ist es erlaubt, beim Autofahren Masken zu tragen oder ist das aufgrund des Vermummungsverbots nicht möglich?

Nach § 23 Absatz 4 Straßenverkehrsordnung darf ein Kraftfahrzeugführer unabhängig davon, ob er ein öffentliches Verkehrsmittel oder ein anderes Fahrzeug führt, sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist. Die Vorschrift soll die Erkennbarkeit insbesondere bei der automatisierten Verkehrsüberwachung („Blitzer-Foto“) gewährleisten. Sie verbietet daher die Verhüllung und Verdeckung wesentlicher Gesichtsmerkmale, welche die Feststellbarkeit der Identität gewährleisten. Das „Verhüllungsverbot“ gilt nur für den Fahrer, nicht aber für weitere Fahrzeuginsassen.

In der aktuellen Krisensituation geht der Gesundheitsschutz vor. Das Tragen einer Alltags-Maske verdeckt zwar Nasen- und Mundpartie, lässt aber die Augen noch erkennen. Dies ist in der Regel ausreichend, um die Fahrer-Identität feststellen zu können. Das heißt aber natürlich nicht, dass man als Fahrerin beziehungsweise Fahrer „vollvermummt“ im Auto unterwegs sein darf, um gar nicht mehr erkennbar zu sein. Da wird die Polizei einschreiten. Ebenfalls wichtig: Durch das Tragen einer Schutzmaske darf die Sicht nicht beeinträchtigt werden. Dies kann der Fall sein, wenn die Maske zu groß ist oder wenn, durch die Art der Trageweise bei Brillenträgern, die Brillengläser beschlagen.

Also: Maske zum Infektionsschutz ja, zum Schutz vor Radarfallen nein. Die Alltags-Maske ist kein Freibrief für Raser!

Besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch für Menschen mit Demenz?

Aufgrund der mit einer Demenz einhergehenden Einschränkung können Betroffene eine Mund-Nasen-Bedeckung meist nicht verstehen. Personen, die Menschen mit Demenz im öffentlichen Raum begleiten, können Betroffene daher nicht immer erfolgreich dazu anhalten, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Sorgen um juristische Folgen sind aber in der Regel unbegründet. Eine Ordnungswidrigkeit kann nicht begehen, wer nicht vorwerfbar im Sinne des § 12 OWiG handelt. Hiervon ist bei Menschen mit Demenz aufgrund der Erkrankung häufig auszugehen.

Antworten auf häufige Fragen zum Corona-Virus im Zusammenhang mit Demenz

Muss ich als Asthmatiker auch eine Maske tragen? Gilt Atemnot zum Beispiel wegen Asthma als Ausnahmegrund, keine Maske zu tragen?

Eine Maske muss ausnahmsweise dann nicht getragen werden, wenn dies aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist. Dies kann unter Umständen bei einem Asthmatiker der Fall sein. Die Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen ist jedoch glaubhaft zu machen. Dies kann durch eine (formlose) ärztliche Bestätigung erfolgen.

Im Fall akuter Atemnot und eines akuten Panikanfalls ist die Maske abzunehmen und, sofern möglich, das Geschäft beziehungsweise das Transportmittel zu verlassen. In diesen Fällen liegt es allerdings nahe, dass aus Rücksichtnahme auf die Mitmenschen auf Fahrten mit dem Öffentlichen Nahverkehr und den Besuch von Geschäften möglichst verzichtet wird.

Wie können Betroffene, bei denen Ekzeme, Ausschläge, Dermatitis im Gesicht, das Tragen einer Maske unmöglich macht, mit der Maskenpflicht umgehen?

Bei verschiedenen dermatologischen Erkrankungen im perioralen Bereich kann das Tragen einer Alltags-Maske möglicherweise zu einer Verschlechterung der Symptomatik führen. In derartigen Fällen ist aus hautärztlicher Sicht geboten, zwischendurch viel Luft an die Haut zu lassen, damit das okklusive Milieu vermindert wird, feuchte Alltags-Maske zeitnah zu wechseln und eine dem jeweiligen Erkrankungsbild angemessen dermatologische Therapie nach Konsultation des Hautarztes konsequent durchzuführen. Zu beachten sind Allergien gegen Bestandteile einer Alltags-Maske. Aus Sicht der Dermatologen gibt es auch hier immer Ausweichmöglichkeiten, auf Synthetikfasern sollte verzichtet werden.

Kann ich vom Arbeitgeber dazu verpflichtet werden, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, obwohl das Tragen aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist?

Soweit die Dreizehnte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (13. BayIfSMV) eine Maskenpflicht anordnet, sind Personen von der Trageverpflichtung befreit, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung, aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist.

In Fällen einer Befreiung von der Tragepflicht nach BayIfSMV wird das Tragen einer Mund-Nasen-Abdeckung regelmäßig auch arbeitsschutzrechtlich nicht angeordnet werden können. Der Arbeitgeber muss in der Gefährdungsbeurteilung gemäß Arbeitsschutzgesetz auch individuelle Merkmale von Beschäftigten berücksichtigen. Teilt der Beschäftigte dem Arbeitgeber oder zum Beispiel dem Betriebsarzt mit, dass er aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen kann, muss der Arbeitgeber daher regelmäßig auf andere Weise den Arbeitsschutz sicherstellen. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen sind dabei, sofern möglich, unter Einbeziehung des Betriebsarztes in der Rangfolge „technisch“ vor „organisatorisch“ vor „persönlich“ festzulegen.

Welche Maske muss ich während der Arbeit tragen und wer kommt für diese auf?

Diese Maßnahme regelt die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sehr genau: „In Abhängigkeit vom Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung stellen, wenn:

Die Anforderungen an die Raumbelegung nach §2 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung nicht eingehalten werden können, oder

der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, oder

wenn Wege vom und zum Arbeitsplatz innerhalb von Gebäuden zurückgelegt werden müssen.

Für weitere Informationen: BMAS - SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Des Weiteren ergänzte die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel unter 4.1 „Grundlegende Maßnahmen“ unter (3) folgendes: Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass ein Schutz der Beschäftigten durch Mund-Nasen-Schutz nicht ausreichend ist und Masken mit der Funktion des Eigenschutzes notwendig sind, sind die in der Anlage bezeichneten Atemschutzmasken bereitzustellen. Dies gilt insbesondere, wenn:

  • bei ausgeführten Tätigkeiten mit einer Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist, oder
  • bei betriebsbedingten Tätigkeiten mit Kontakt zu anderen Personen eine anwesende Person einen Mund-Nase-Schutz nicht tragen muss.

Die Beschäftigten haben die vom Arbeitgeber zur Verfügung zu stellenden Masken oder mindestens gleichwertige Masken zu tragen.“

Weitere Informationen: SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel (baua.de)

Muss ich als Corona-Genesener auch eine Maske tragen?

Die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, gilt für alle gleich, soweit dies nicht aus zum Beispiel medizinischen Gründen unmöglich ist.

Muss auch in kundenfernen Bereichen von Handels- und Dienstleistungsbetrieben mit Kundenverkehr eine Maske getragen werden?

Zur Erleichterung des Arbeitsalltags kann in kundenfernen Bereichen von Handels- und Dienstleistungsbetrieben mit Kundenverkehr (zum Beispiel Gewächshaus einer Gärtnerei, Lagerraum eines Ladengeschäfts) auf das Tragen einer Maske verzichtet werden, wenn die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregelungen sichergestellt ist und Arbeitsschutzrecht nicht dagegensteht. In Handels- und Dienstleistungsbetrieben ohne Kundenverkehr besteht grundsätzlich keine Maskenpflicht, soweit eine solche nicht aufgrund des Arbeitsschutzrechts besteht..

Fragen zu PSA und Medizinprodukten

An wen können Rückfragen zu Beschaffung und ggf. dem Vertrieb von PSA gerichtet werden?

Da es sich hierbei um Fragen der Marktüberwachung handelt, wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Gewerbeaufsicht ihres Regierungsbezirks.

Kontakt zur Bayerischen Gewerbeaufsicht

Ist es möglich bei einem akuten Notstand z.B. in einer Pflegeeinrichtung PSA an Wochenenden und Feiertagen auszugeben?

PSA kann ohne vorherige Genehmigung in einer akuten Notlage/akutem Notstand ausgegeben werden. Der 7-Tage-Notbestand ist sofort wieder aufzufüllen.

Können Bedarfsträger wie z. B. eine Arztpraxis direkt beim Pandemiezentrallager Bayern (PZB) bestellen?

Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre Kreisverwaltungsbehörde oder an Ihr Gesundheitsamt (evtl. ist es auch sinnvoller, die Masken selbständig zu beschaffen). Wir bitten um Verständnis!

Dürfen gesperrte Waren bzw. vorsorglich gesperrte Waren an das Pandemiezentrallager zurückgeschickt werden?

Eine Rücksendung kann nur nach vorheriger Avisierung mit unserem Logistiker erfolgen (Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Anlieferbedingungen).

Kontakt Logistik:

LGL Pandemie Zentrallager Bayern (LGL PZB)
Ingolstädter Landstr. 100
85748 Garching
Tel.: 089 – 6933 732 20
E-Mail: lager_garching@tagkonzept.com

Wo finde ich weitere Informationen?

Informationen bezüglich der Qualität von Bundesmasken:

Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen zu Maskenlieferungen des Bundes direkt an die Service Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) unter Tel.: +49 (0) 30 25471 16831

Informationen zur Kennzeichnung von Masken:

baua: Kennzeichnung von Masken aus USA, Kanada, Australien/Neuseeland, Japan, China und Korea

Erläuterung zu RAPEX:

baua: RAPEX - Rapid Exchange of Information System

Prüfnormen-Vergleich Filterschutzmasken FFP2 nach DIN EN 149 mit chinesischer Norm GB 2626-2006 (KN95):

DIN: 2020-03: Schutzmasken FFP2 (EN 149:2001) und KN95 (GB 2626-2006) zum Coronaschutz (SARS-CoV-2) sind miteinander vergleichbar

Fragen zur Desinfektion

Welche Desinfektionsmittel sind gegen das neue Coronavirus wirksam?

Zur Desinfektion können alle Mittel mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" verwendet werden. Mittel, deren Wirksamkeit für die oben genannten Wirkungsbereiche nachgewiesen sind, können der Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren oder der Desinfektionsmittel-Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene entnommen werden. Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist die RKI-Liste heranzuziehen.

Wer darf Handdesinfektionsmittel herstellen?

Handdesinfektionsmittel dürfen Apotheken, die pharmazeutische und die chemische Industrie, sowie juristische Personen des öffentlichen Rechts herstellen.

Welche Handdesinfektionsmittel dürfen hergestellt werden?

Die zulässigen Rezepturen ergeben sich aus den veröffentlichten Allgemeinverfügungen der BAuA und über den FAQ-Bereich der BAuA-Homepage.

Welche Möglichkeiten stehen Apotheken zur Verfügung?

Apotheken können Handdesinfektionsmittel als Biozidprodukte im Rahmen der Allgemeinverfügungen herstellen und an die jeweils vorgesehene Zielgruppe abgeben.
Die ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.) stellt in ihrem Mitgliederbereich eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen im Zusammenhang mit der Händedesinfektionsmittelherstellung bereit.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Welche Regelungen gelten für die Abgabe der Produkte? Wer darf die Produkte verwenden?

1-Propanol-haltige Händedesinfektionsmittel dürfen nur an berufsmäßige Verwender abgegeben werden, Ethanol- und 2-Propanol-haltige Händedesinfektionsmittel dürfen zusätzlich auch an die breite Öffentlichkeit abgegeben werden.

Können auch andere Wirkstoffe bzw. Produkte im Rahmen der Allgemeinverfügung verwendet werden?

Die Allgemeinverfügungen der BAuA sind auf die dort gelisteten Rezepturen beschränkt.
Weitere Informationen zu den Übergangsvorschriften finden Sie unter: https://www.reach-clp-biozid-helpdesk.de/DE/Biozide/Biozidprodukte/Uebergang/Uebergang_node.html.

Dürfen die nach den Allgemeinverfügungen hergestellten Mittel auch für die Desinfektion von Flächen verwendet werden?

Die in der Allgemeinverfügung der BAuA vom 02.04.2020 genannten Desinfektionsmittel dürfen zur Flächendesinfektion hergestellt und an berufsmäßige Verwender abgegeben werden.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Welche Qualität müssen die eingesetzten Wirkstoffe haben?

Die Allgemeinverfügungen der BAuA legen entsprechende Mindestreinheitsvorgaben für die eingesetzten Wirkstoffe fest (siehe dort). Die Reinheit ist über entsprechende Analysezertifikate des Herstellers zu belegen.

Welche zusätzlichen biozidrechtlichen Vorschriften sind im Rahmen der Allgemeinverfügungen zu beachten?

Hinsichtlich der Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von Biozidprodukten verweist die Biozidprodukteverordnung in Artikel 69 (1) auf die allgemeinen Vorschriften der VO (EU) Nr. 528/2012 (CLP-Verordnung) für Stoffe und Gemische und enthält in Artikel 69 (2) weitere biozidspezifische Vorschriften.

Was ist hinsichtlich der Desinfektion in den Lebensmittelbetrieben zu beachten?

Gegenstände, Armaturen und Ausrüstungen,die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen gründlich gereinigt und erforderlichenfalls desinfiziert werden. Die Reinigung und die Desinfektion muss so häufig erfolgen, dass kein Kontaminationsrisiko besteht. Im Regelfall ist davon auszugehen, dass im Bereich der Lebensmittelproduktion eine gründliche und umfassende Reinigung auch für Flächen mit Lebensmittelkontakt ausreichend ist, sofern nicht die Gefahr besteht, dass ein Eintrag pathogener Mikroorganismen in verzehrsfertige Lebensmittel erfolgt. Die in vielen Lebensmittelbetrieben durchgeführten Desinfektionsmaßnahmen geben im Alltag eine zusätzliche Sicherheit, sind aber unter der Voraussetzung einer umfassenden und nachhaltigen Reinigung im Ausnahmefall nicht zwingend erforderlich.
Eine Desinfektion von Flächen, Gegenständen, Armaturen und Ausrüstungen, die keinen direkten Kontakt mit (verzehrsfertigen) Lebensmitteln haben (z. B. Wände, Decken, Fußböden, Gullys), ist nach einer gründlichen Reinigung nicht zwingend erforderlich. Insofern kann hierauf in der derzeitigen Situation verzichtet werden.
Bei Flächen, Gegenständen, Armaturen und Ausrüstungen, bei denen Kontakt mit Rohware (z. B. rohes Fleisch, Rohmilch) besteht, bei der im Rahmen der Be- und Weiterverarbeitung sichergestellt ist, dass sie einem Verarbeitungsschritt unterzogen wird, der pathogene Mikroorganismen sicher abtötet, ist ebenfalls bei einer gründlichen Reinigung eine anschließende Desinfektion entbehrlich.
Bei Flächen, Gegenständen, Armaturen und Ausrüstungen, bei denen Kontakt mit verzehrsfertigen Lebensmitteln besteht, sollte derzeit, sofern der Betrieb für diese Bereiche eine Desinfektion vorgesehen hat, auf diese nicht verzichtet werden.

Wie soll mit nicht benötigten Mengen an Desinfektionsmitteln umgegangen werden?

Die Kreisverwaltungsbehörden können rechtzeitig vor Ablauf des MHD der Desinfektionsmittel in eigener Zuständigkeit versuchen, andere Bedarfsträger (z. B. Vereine, Pflegeheime, etc.) zu identifizieren und die Abgabe dorthin veranlassen. Ggf. kann eine kostengünstige/kostenlose Abgabe an die Gastronomie erwogen werden, um eine kostenpflichtige Entsorgung zu vermeiden. Ansonsten ist für abgelaufenes Desinfektionsmittel in eigener Zuständigkeit eine Entsorgung zu veranlassen.

Entsorgungshinweise zu den Desinfektionsmitteln sind der Hersteller-Website bzw. bei Desinfektionsmitteln aus den Beständen des PZB folgender Liste zu entnehmen:

Händedesinfektion

Flächendesinfektion:

Fragen zur Diagnostik

Wie wird das neue Coronavirus SARS-CoV-2 mittels PCR nachgewiesen?

Goldstandard für den Nachweis des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ist der molekularbiologische Nachweis mittels einer speziellen PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion).Empfohlen sind Dual Target-Systeme, d.h. in einem Testdurchgang werden 2 verschiedene Genabschnitte aus dem Virusgenom detektiert. Die Diagnostik ist am LGL und bei privaten Labordienstleistern bzw. Universitätslaboren etabliert. Die Durchführung der Diagnostik erfolgt am LGL ausschließlich im Auftrag des Gesundheitsamts. Niedergelassene Ärzte lassen die Diagnostik bei einem Labordienstleister durchführen.

Was versteht man unter einem Antigen-Schnelltest ?

Bei einem Antigen-Schnelltest werden mit Hilfe spezifischer Antikörper Oberflächenstrukturen, meist Virusproteine (=Antigen) des Virus nachgewiesen. Es handelt sich also um einen direkten Virusnachweis, der in seiner Aussage mit dem PCR-Verfahren zum Nachweis von Virusnukleinsäuren gleichzusetzen ist. Antigenschnellteste weisen aber eine geringere Sensitivität als der PCR-Nachweis auf, so dass im Antigen-Schnelltest erst bei einer höheren Viruslast ein positives Ergebnis zu erwarten ist.

Wie erfolgt die Probennahme zur labordiagnostischen Abklärung?

Wenn möglich sollte Probenmaterial aus den oberen und tiefen Atemwegen entnommen werden. Als Probenmaterial aus den tiefen Atemwegen eignen sich:

  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert)
  • Trachealsekret
Als Probenmaterial aus den oberen Atemwegen eignen sich:
  • Nasopharynx-Abstrich, -Spülung oder -Aspirat
  • Oropharynx-Abstrich

Werden Oro- und Nasopharynx abgestrichen, sollten die Tupfer in einem Medium-Röhrchen vereinigt werden, um die Nachweiswahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Bei Abstrichen ist zu beachten, dass für den Virusnachweis geeignete Tupfer verwendet werden ("Virustupfer" mit flüssigem Transportmedium verwenden - keine Bakterientupfer mit agarhaltigen Transportmedien).
Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich nach Entnahme erreichen. Erfolgt dies voraussichtlich innerhalb von 72 Stunden, kann die Probe bei 4°C gelagert und wenn möglich gekühlt versendet werden.
Die PCR-Diagnostik zum Nachweis des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ist am LGL etabliert und wird bei begründeten Verdachtsfällen ausschließlich im Auftrag der Gesundheitsämter durchgeführt.

Wann besteht ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2?

Begründete Verdachtsfälle sind:

  1. Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn bei ALLEN Patienten unabhängig von Risikofaktoren
  2. Personen mit Kontakt zu einem bestätigtem COVID-19 Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome
  3. Personen mit klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtung/Krankenhaus

Sollte bei Erkältungssymptomen routinemäßige auf SARS-CoV-2 getestet werden?

Eine Testung auf SARS-CoV-2 wird bei allen Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn unabhängig von Risikofaktoren empfohlen.

Darüber hinaus spricht sich die Staatsregierung dafür aus, dass alle Personen, die auf eine COVID-19-Erkrankung getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten, ob sie sich infiziert haben. Allen Bewohnern Bayerns wird daher angeboten, sich künftig bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen. Die Kosten übernimmt der Freistaat Bayern.

Was unternimmt der Arzt in der Praxis bei einem Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion?

Wenn die RKI-Definition auf einen begründeten Verdachtsfall erfüllt ist, sollte

  • der Patient möglichst in einem eigenen Praxiszimmer isoliert werden,
  • der Patient Mund-Nasen-Schutz anziehen,
  • das medizinische Personal Schutzkittel, Handschuhe, zumindest Mund-Nasen-Schutz, besser FFP2-Masken und ggf. Schutzbrille anlegen,
  • das zuständige Gesundheitsamt verständigt werden.

Weitere Maßnahmen wie z. B. die Probennahme zur Abklärung einer Coronavirus-Infektion und weitere Absonderungsmaßnahmen erfolgen dann nach Maßgabe des Gesundheitsamts.

Wer ist der Ansprechpartner für Ärzte bei Unklarheiten?

Ansprechpartner ist das zuständige Gesundheitsamt. Eine Gesundheitsamt-Suche nach PLZ ist unter https://tools.rki.de/plztool/ möglich.

Welchen Stellenwert haben SARS-CoV-2-Antikörper-Tests?

Ein Antikörper-Test eignet sich nicht für die Akutdiagnostik, da eine Antikörperproduktion im menschlichen Körper erst 7-14 Tage nach Infektionsbeginn nachweisbar ist.

  • Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten: Nachweis einer abgelaufenen Infektion bei Personen, die in der akuten Phase nicht getestet wurden; epidemiologische Studien zur Feststellung des Verbreitungsgrads in der Bevölkerung
  • Unabhängig von den Leistungsdaten eines medizinischen Tests (Sensitivität, Spezifität) hängt die Aussagekraft eines Tests von der Prävalenz einer Infektion in der getesteten Population ab (sog. positiver prädiktiver Wert und negativer prädiktiver Wert).
  • Derzeit ist nicht klar, ob und für wie lange eine COVID-19-Infektion eine Immunität gegen SARS-CoV-2 bewirkt.
  • Derzeit ist nicht klar, inwieweit der Nachweis von SARS-CoV-2-Antikörpern einen Hinweis auf eine Immunität geben kann.
  • Alle derzeit verfügbaren Antikörpertests müssen in der Anwendung evaluiert werden und sind im Wesentlichen für seroepidemiologische Fragestellungen ("welcher Prozentsatz ist infiziert gewesen?") interessant. Die WHO empfiehlt den Einsatz von immunodiagnostischen Testen derzeit nur im Kontext von Forschungsprojekten. Für individualmedizinische Aussagen eines Testergebnisses ist es derzeit noch zu früh.
  • Schnellteste zum qualitativen Nachweis von Antikörpern (IgG, IgM) gegen SARS-CoV-2 Antigen in Lateral Flow Assay- bzw. Chemilumineszenz-Assay Formaten werden kommerziell angeboten. Die Sensitivität zum Nachweis einer frischen Infektion liegt bei den meisten dieser Tests deutlich unter 50 %. Es wird darum davon abgeraten, das Ergebnis eines alleinigen Antikörpertests als Hauptkriterium für eine Diagnosestellung einzusetzen.

Fragen zum öffentlichen Leben

Was regelt die Coronavirus-Einreiseverordnung (CoronaEinreiseV)?

Die Coronavirus-Einreiseverordnung (CoronaEinreiseV) der Bundesregierung vom 12. Mai 2021 (BAnz AT 12.05.2021 V1) tritt am 13. Mai 2021 in Kraft.

Die CoronaEinreiseV sieht Pflichten vor, bei und nach der Einreise nach Deutschland vor. Folgende Pflichten werden in der CoronaEinreiseV geregelt:

  • Anmeldepflicht (Digitale Einreiseanmeldung)
  • Quarantänepflicht/ Absonderungspflicht
  • Nachweispflicht (Testergebnis, Impfnachweis, Genesenennachweis)
  • Beförderungsverbot aus Virusvarianten-Gebieten und weitere Pflichten für Beförderer, Verkehrsunternehmen und Mobilfunknetzbetreiber

Weitere Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums.

Durch das Inkrafttreten der CoronaEinreiseV wird die bislang in Bayern geltende Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) aufgehoben, so dass sich ab dem 13. Mai 2021 die Quarantänepflichten nach der Einreise nach Bayern ausschließlich nach der CoronaEinreiseV der Bundesregierung bestimmen.

 

Gibt es Beschäftigungsverbote für schwangere Frauen im Hinblick auf Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter mit COVID-19-Infektionen (COVID-19-Fall) bzw. begründeten Verdachtsfällen?

Aktuelle Informationen zu Mutterschutz und Corona finden Sie hier.

Was müssen Träger der Angebote zur Unterstützung im Alltag (AUA) beachten?

Die geltenden Maßnahmen lassen den Betrieb der Angebote zur Unterstützung im Alltag weiterhin zu. Das gilt sowohl für Angebote in der Häuslichkeit der Pflegebedürftigen (zum Beispiel Helferkreise, haushaltsnahe Dienstleistungen und Alltags- und Pflegebegleiter) als auch für Angebote in Gruppenform (zum Beispiel Betreuungsgruppen, Tagesbetreuung in Privathaushalten und Angehörigengruppen).
Wie für alle Dienstleistungsbetriebe gilt auch für die Angebote zur Unterstützung im Alltag, dass

  • ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist,
  • eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss sowie ein Schutz- und Hygienekonzepts vom Träger erstellt werden muss.
  • Pflegebedürftige, denen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich beziehungsweise unzumutbar ist, sind von der Trageverpflichtung befreit.
  • Gruppenangebote sollten in möglichst kleinen und fest zusammengesetzten Gruppen durchgeführt werden. Die Gäste, insbesondere Menschen mit Demenz, sollten unter Wahrung des Mindestabstands ihren Bewegungsdrang ausleben können. Kleinere Gruppengrößen können dazu beitragen, genügend individuellen Bewegungsraum zu ermöglichen.

Was ist der Corona-Pflegebonus?

Pflegende in Krankenhäusern sowie in Alten- und Pflegeheimen leisten in der derzeitigen Krisensituation Herausragendes. Während andere Beschäftigte von zu Hause aus arbeiten können, ist dies für die Pflegenden nicht möglich. Als Zeichen der Anerkennung dieses außergewöhnlichen Engagements leistet der Freistaat Bayern den Betroffenen eine einmalige finanzielle Zuwendung.
Antragsberechtigt sind insbesondere Pflegekräfte in Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen sowie ambulante Pflegedienste, Notfall- und Rettungssanitäterinnen und -sanitäter sowie Rettungsassistenten.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Was gilt für Besuche in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Altenheimen?

Beim Besuch von Patientinnen und Patienten oder Bewohnerinnen und Bewohnern von

  • Krankenhäusern sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt,
  • vollstationären Einrichtungen der Pflege,
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, in denen Leistungen der Eingliederungshilfe über Tag und Nacht erbracht werden,
  • ambulant betreuten Wohngemeinschaften, in denen ambulante Pflegedienste erbracht werden,
  • Altenheimen und Seniorenresidenzen

gilt für die Besucherinnen und Besucher Maskenpflicht und das Gebot, nach Möglichkeit durchgängig einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Die Einrichtung hat ein Schutz- und Hygienekonzept auf der Grundlage eines vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepts auszuarbeiten, zu beachten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

Für die Besucher in vollstationären Einrichtungen der Pflege, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Altenheimen und Seniorenresidenzen gilt ergänzend, dass sie:

  • über ein schriftliches oder elektronisches negatives Testergebnis in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 verfügen und dieses auf Verlangen nachweisen müssen. Dabei darf die dem Testergebnis zu Grunde liegende Testung mittels eines PCR-Tests oder POC-Antigentests höchstens 48 Stunden vor dem Besuch vorgenommen worden sein und muss die jeweils geltenden Anforderungen des Robert Koch-Instituts erfüllen oder
  • in der Einrichtung unter Aufsicht einen vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizin-produkte zugelassenen Antigen-Test zur Eigenanwendung durch Laien (Selbsttest) in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 mit negativem Ergebnis vorgenommen haben müssen.
  • In jedem Fall müssen sie verpflichtend eine FFP2-Maske tragen.

Die Begleitung Sterbender ist jederzeit zulässig.

In Hotspots können Besuche in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und vergleichbaren Einrichtungen weitergehend eingeschränkt werden.

Ist eine tägliche Reinigung von S-Bahn- und U-Bahn-Zügen sowie Bussen und Trambahnen mit Desinfektionsmitteln erforderlich?

Eine Desinfektion von Flächen im öffentlichen Raum ist grundsätzlich nicht sinnvoll. Oberflächen, die angefasst werden, werden ständig rekontaminiert, so dass eine Desinfektion, die nur eine begrenzte Zeit wirkt, keinen wirksamen Schutz vor Infektionen darstellt. Rückstände von Flächendesinfektionsmittel können außerdem die Haut irritieren, weshalb man sie nur sehr gezielt im medizinischen Bereich einsetzt, wo der Nutzen überwiegt. Eine Übertragung von Infektionserregern durch Flächen von öffentlichen Verkehrsmitteln sind mit einer konsequenten Umsetzung von einfachen Basishygienemaßnahmen wie z. B. die Vermeidung des Handkontakts mit Mund, Augen oder Nase und das häufige Händewaschen zu verhindern.
Der Hauptübertragungsweg von SARS-CoV-2 ist die Tröpfcheninfektion, d. h. über direkten Mensch-zu-Mensch-Kontakt. Eine Übertragung durch kontaminierte Flächen ist zwar prinzipiell nicht ausgeschlossen, ist nach derzeitigem Wissensstand jedoch noch nicht nachgewiesen worden. Darüber hinaus sind Coronaviren aufgrund ihrer Struktur nicht sehr stabil in der Umwelt.

Was ist bei Bestattungen zu beachten?

Für die zulässige Höchstteilnehmerzahl an Bestattungen ist entscheidend, ob die 7-Tages-Inzidenz in dem Landkreis oder der kreisfreien Stadt unter oder über dem Schwellenwert von 100 liegt und ob es sich in letzterem Fall um eine Zusammenkunft handelt, die der Religionsausübung dient.

Liegt die 7-Tages-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt nach den maßgeblichen Vorgaben unter 100, richtet sich die Durchführung von Bestattungen weiterhin nach den Regeln für Gottesdienste und Zusammenkünfte von Glaubensgemeinschaften nach § 6 der 12. BayIfSMV entsprechend. In Gebäuden bestimmt sich die zulässige Höchstteilnehmerzahl nach der Anzahl der vorhandenen Plätze, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Plätzen gewahrt wird. Eine Höchstteilnehmerzahl für eine Bestattung auch im Freien kann der Friedhofsträger in seinem Infektionsschutzkonzept vorsehen.

Liegt die 7-Tages-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt nach den maßgeblichen Vorgaben über 100, sind die Höchstteilnehmerzahlen bei Zusammenkünften anlässlich Todesfällen nach der bundesweiten Regelung im Freien und in Gebäuden auf maximal 30 Personen beschränkt. Die Höchstteilnehmerzahl insb. in Gebäuden kann durch die Anzahl der vorhandenen Plätze, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Plätzen gewahrt wird, im Infektionsschutzkonzept weiter einzuschränken sein. Von der dargestellten Einschränkung der Höchstteilnehmerzahl bei einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 sind nach der bundesweiten Regelung Zusammenkünfte ausgenommen, die der Religionsausübung im Sinne des Artikels 4 des Grundgesetzes dienen. Für Gottesdienste und religiöse Trauerzeremonien gilt die dargestellte Beschränkung daher nicht. Maßgeblich ist vielmehr § 6 der 12. BayIfSMV, sodass sich die Höchstteilnehmerzahl in Gebäuden nach der Anzahl der vorhandenen Plätze richtet, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Plätzen gewahrt wird. Eine Höchstteilnehmerzahl für eine Bestattung auch im Freien kann der Friedhofsträger in seinem Infektionsschutzkonzept vorsehen.

Die dargestellten, zulässigen Höchstteilnehmerzahlen können durch das Schutz- und Hygienekonzept des jeweiligen Friedhofs bzw. der Kirche weiter eingeschränkt werden, sodass dieses letztlich zu beachten ist. Wir empfehlen deshalb eine Rücksprache mit dem jeweiligen Friedhofsträger.

Die dargestellten, zulässigen Höchstteilnehmerzahlen können durch das Schutz- und Hygienekonzept des jeweiligen Friedhofs bzw. der Kirche weiter eingeschränkt werden, sodass dieses letztlich zu beachten ist. Wir empfehlen deshalb eine Rücksprache mit dem jeweiligen Friedhofsträger.

Eine anschließende Zusammenkunft der Trauergäste ist nach § 5 Satz 1 der 12. BayIfSMV weiterhin untersagt. Zulässig ist eine Zusammenkunft des in § 4 Abs. 1 der 12. BayIfSMV genannten Personenkreises (abhängig von den dort vorgegebenen Sieben-Tage-Inzidenzen für den jeweiligen Landkreis oder die kreisfreie Stadt).

Weitere Informationen finden Sie hier:

StMGP: Informationen zu Bestattungen

 

Fragen zu Tieren

Warum wurde eine Meldepflicht für SARS-CoV-2-Infektionen bei Tieren eingeführt?

Untersuchungen aus verschiedenen Ländern deuten darauf hin, dass sich bestimmte Tierarten ebenfalls mit SARS-CoV-2 infizieren können. Insgesamt sind derzeit weltweit nur wenige Fälle bei Tieren bekannt. Neben einzelnen Hauskatzen, Zoo-Tigern oder Löwen waren unter den infizierten Tieren auch Nerze und Frettchen. Hunde und landwirtschaftliche Nutztiere scheinen für die Infektion dagegen wenig empfänglich zu sein. Übertragungen von SARS-CoV-2 von Nerzen auf den Menschen in Dänemark und den Niederlanden sowie der Nachweis eines mutierten SARS-CoV-2 in Nerzfarmen in Dänemark zeigt die Notwendigkeit, die Rolle von Tieren bei der Epidemiologie der SARS-CoV-2-Infektionen zu beobachten und besser zu verstehen. Bei der SARS-CoV-2-Pandemie ist zwar die Übertragung von Mensch zu Mensch ausschlaggebend für die Ausbreitung, um jedoch Informationen zur Übertragung, Vorkommen und Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen bei Tieren zu erhalten, müssen künftig alle Fälle von SARS-CoV-2 -Infektionen bei vom Menschen gehaltenen Tieren den Veterinärämtern gemeldet werden. Durch die Meldepflicht sollen eine Übersicht über Vorkommen und Ausbreitung dieser Infektion und weitergehende Erkenntnisse zur Epidemiologie gewonnen werden. Diese Informationen sollen dazu beitragen, Risiken in Bezug auf die Gesundheit von Tier und Mensch frühzeitig zu erkennen.

Was ist eine Meldepflicht für Tierkrankheiten?

Meldepflichtige Tierkrankheiten sind auf Tiere übertragbare Krankheiten, deren Auftreten und Verbreitung beobachtet werden. Es soll ein ständiger Überblick darüber gewonnen werden, wo und wie häufig diese Infektionskrankheiten auftreten. Das Auftreten dieser Krankheiten muss daher bei den zuständigen Behörden (Veterinärämtern) gemeldet werden. Meldepflichtige Tierkrankheiten werden im Gegensatz zu anzeigepflichtigen Tierseuchen nicht mit staatlichen Maßnahmen bekämpft. Gesetzliche Grundlage für die Meldepflicht für Tierkrankheiten ist das Tiergesundheitsgesetz bzw. die der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten. SARS-CoV-2- Infektionen sind seit Anfang Juli 2020 meldepflichtig.

Wann erfolgt die Untersuchung eines Haustieres auf SARS-CoV-2?

Eine Untersuchung kann bei epidemiologischem Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2 Infektion/COVID-19-Erkrankung des Menschen sinnvoll sein. Eine solche Untersuchung kann auf Wunsch des Tierhalters erfolgen, es besteht für Haustierhalter aber keine Pflicht, ihre Tiere testen zu lassen. Falls SARS-CoV-2-infizierte Tierhalter eine Labortestung der eigenen empfänglichen Haustiere wünschen, sollte die Probennahme und die Untersuchung in Abstimmung mit dem zuständigen Veterinäramt erfolgen. Der Tierhalter trägt die Kosten für die SARS-CoV-2-Testung. Die Probenahme sollte durch eine dafür qualifizierte und entsprechend geschützte Person vor Ort durchgeführt werden. Der Nachweis erfolgt analog zum Menschen mittels PCR. Eine Testung von Tieren ohne epidemiologischen Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2 Infektion/COVID-19-Erkrankung des Menschen ist nicht sinnvoll.

Wer ist zur Meldung einer SARS-CoV-2-Infektion eines Tieres verpflichtet, was muss gemeldet werden und wann erfolgt die Meldung?

Zur Meldung verpflichtet sind Tierärzte sowie Leiter von Veterinäruntersuchungsämtern, Tiergesundheitsämtern und sonstiger öffentlicher oder privater Untersuchungsstellen. Von der Meldepflicht erfasst werden positive Befunde für alle vom Menschen gehaltenen Tiere (einschließlich Zootiere) sowie von wildlebenden Klauentieren, die in Gehegen zum Zwecke der Gewinnung von Fleisch für den menschlichen Verzehr gehalten werden. Die Meldung einer SARS-CoV-2-Infektion eines Tieres umfasst das Datum der Feststellung, die betroffene Tierart, die betroffene Tierhaltung und den betroffenen Kreis oder die kreisfreie Stadt. Der Tierarzt oder das Labor melden den Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion bei Haustieren an die zuständige Behörde (Veterinäramt), welche die Meldungen wiederum an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über das sog. Tierseuchen-Nachrichten-System (TSN) weitergibt.

Was passiert, wenn ein Haustier positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde?

In Übereinstimmung mit der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) wird das Übertragungsrisiko von empfänglichen Haustieren auf den Menschen als gering angesehen. Ein infiziertes Tier sollte für 14 Tage (analog zum Vorgehen bei Menschen) möglichst isoliert gehalten werden. Personen mit engem Kontakt zu dem Tier stellen Kontaktpersonen der Kategorie II dar.

Informationen über die Verhaltensweise als Kategorie II Person sind beim Gesundheitsamt und auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts erhältlich: Kontaktpersonennachverfolgung bei respiratorischen Erkrankungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2

Informationen zum Umgang mit empfänglichen oder infizierten Haustieren sind beim zuständigen Veterinäramt und auf der Webseite des Friedlich-Loeffler-Instituts erhältlich:
COVID-19: Empfehlungen für den Umgang mit empfänglichen Haustieren

Was passiert mit meinem Haustier, wenn ich selbst an COVID-19 erkrankt bzw. mit SARS-CoV-2 infiziert bin?

Personen, die an COVID-19 erkrankt bzw. mit SARS-CoV-2 infiziert sind, sollten möglichst keinen engen Kontakt zu Haustieren, insbesondere Katzen und Frettchen haben. Haustiere, die mit einem Menschen, bei dem eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, im selben Haushalt leben und daher wahrscheinlich dem Virus ausgesetzt waren, sollten während der häuslichen Isolierung des infizierten Menschen im Haushalt verbleiben. Wenn möglich sollte sich ein anderes, nicht infiziertes/erkranktes Haushaltsmitglied um das Tier kümmern. Unkontrollierter Freigang und Kontakt mit Menschen und Tieren aus anderen Haushalten sollten in jedem Fall unterbleiben. Dies gilt insbesondere für Katzen und Frettchen.

Es sollte möglichst vermieden werden, dass durch Abgabe der Tiere das Virus in andere Haushalte oder beispielsweise Tierheime oder Tierpensionen verbreitet wird. Ist eine Versorgung durch Verwandte, Freunde oder Nachbarn nicht möglich, sollte in Absprache mit dem Veterinäramt eine dem Wohl der Tiere Rechnung tragende Lösung gefunden werden.

Können Haustiere, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, das Virus auf den Menschen übertragen?

Bisher gibt es in der wissenschaftlichen Literatur keine Belege für eine Übertragung von SARS-CoV-2 vom Haustier auf den Menschen. Nach den bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Hinweise darauf, dass Haustiere eine Rolle im Infektionsgeschehen von SARS-CoV-2 spielen und insbesondere keinen Hinweis darauf, dass Haustiere wie Hund und Katze das Virus auf Menschen übertragen können. Beim Umgang mit Haustieren gelten ganz grundsätzliche Hygieneempfehlungen wie Händewaschen vor und nach Kontakt mit den Tieren und die Vermeidung von engem Kontakt zu den Tieren, um unabhängig von SARS-CoV-2 das Risiko einer Erregerübertragung zwischen Mensch und Haustier zu minimieren.

Weiterführende Informationen zum Umgang mit infizierten Haus- und Nutztieren finden sich auf der Internetseite des Friedrich-Loeffler-Instituts unter www.fli.de.