Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Coronavirus – FAQs

Allgemeine Fragen

Welche aktuellen Regelungen gelten in Bayern?

Wo gelten keine Zugangsbeschränkungen?

Nicht zugangsbeschränkt sind öffentliche Einrichtungen wie etwa den Landtag, Gerichte, kommunale Gremien oder Behörden als Institutionen mit eigener Organisationshoheit. Für deren Beschäftigte kann sich allerdings eine Testnachweispflicht aus § 28b Abs. 1 IfSG ergeben.

Sonderregelungen gelten z. B. für Gottesdienste und Versammlungen (Art. 8 GG) sowie für den Bereich der Schulen und der Kitas, bei denen Sonderregelungen hinsichtlich Testungen bestehen (vgl. hierzu § 12 Abs. 2 und Abs. 4 und § 13 Abs. 3 und Abs. 5 der 15. BayIfSMV).

Wer gilt als vollständig geimpft im Sinne der BayIfSMV?

Als vollständig geimpft gilt eine Person insbesondere, wenn ihr zwei Impfstoffdosen verabreicht wurden. Als vollständig geimpft gilt eine Person auch, wenn ihr nach einer Infektion eine Impfdosis verabreicht wurde (zuerst genesen, dann geimpft) oder umgekehrt: wenn sie nach einer Impfung eine Infektion durchgemacht hat.

Im Detail: Gemäß der Ausführungen des PEI gelten Personen, die nach einer Impfstoffdosis eine labordiagnostisch mittels Nukleinsäurenachweis nachgewiesene Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben, ab dem 29. Tag nach positivem Testbefund als vollständig geimpft. Überdies gelten Personen, die nach labordiagnostisch mittels Nukleinsäurenachweis oder mittels spezifischen positiven Antikörpernachweis bestätigte Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, ab dem Tag der Impfung als vollständig geimpft. Überdies gelten Personen, die nach labordiagnostisch mittels Nukleinsäurenachweis oder mittels spezifischen positiven Antikörpernachweis bestätigte Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, ab dem Tag der Impfung als vollständig geimpft.

Als Nachweis dienen entweder die Zertifikate in Papierform, also Genesenenausweis und Impfausweis, oder man lässt sich beide Zertifikate in die CoVPassApp (digitaler Impfnachweis) eintragen und kann dann den Nachweis auch digital vorlegen.

Nach zwei Infektionen gilt eine Person derzeit nicht als vollständig geimpft.

Weitere Informationen zur COVID-Impfung finden Sie auf der LGL-Internetseite

Wer gilt als getestet im Sinne des § 4 Abs. 7 Nr. 4 der 15. BayIfSMV?

Zunächst muss ein vollständiger Impfschutz (Grundimmunisierung) vorliegen. Dann gibt es in Bayern zwei Möglichkeiten: Personen, welche nach der Grundimmunisierung zusätzlich eine Impfstoffdosis als Auffrischungsimpfung erhalten haben, gelten im Rahmen der 2G plus-Zugangsbeschränkungen als getestet. Dies gilt unmittelbar ab Erhalt der Auffrischungsimpfung. Diese im Sinne von § 4 Abs. 7 Nr. 4 der 15. BayIfSMV „geboosterten“ Personen können daher sofort Zugang zu 2G plus-Einrichtungen bzw. -Veranstaltungen erhalten, ohne einen zusätzlichen Testnachweis vorlegen zu müssen. Gleiches gilt für geimpfte Personen im Sinne des § 2 Nr. 2 SchAusnahmV, die nachweisen können, dass sie nach ihrer vollständigen Immunisierung eine PCR-bestätigte Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 überstanden haben. Eine Befristung der Gültigkeit des Status „geboostert“ im Sinne von § 4 Abs. 7 Nr. 4 der 15.BayIfSMV ist derzeit nicht definiert.

Wie lange gilt man als genesen?

Das Datum der Abnahme des positiven Tests muss mindestens 28 Tage UND darf höchstens 90 Tage zurückliegen.

Nach Ablauf der 90 Tage gelten Personen – wie bislang nach Ablauf von 6 Monaten auch – nicht mehr als genesen im Sinne der BayIfSMV. Auch die Ausnahme von der Quarantänepflicht besteht dann nicht mehr.

Nach Empfehlung der STIKO sollen Personen, die ungeimpft eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, drei Monate später eine Impfstoffdosis erhalten. Dann gilt man als vollständig geimpft.

Der genaue Zeitpunkt der Impfung ist dabei nach Ablauf der drei Monate unerheblich: Die Impfung nach Infektion kann auch nach beispielsweise vier Monaten erfolgen. In der Zwischenzeit unterliegt die Person jedoch allen Beschränkungen für Ungeimpfte.

Was gilt für geimpfte Personen mit einem Impfdurchbruch - gelten sie als geboostert, so dass die 2G plus-Testpflicht entfällt?

Im Ergebnis ja. Denn bei der 2G plus Regelung haben Besucher Zugang, die noch nicht 14 Jahre alt und Schülerinnen oder Schüler sind und zusätzlich über einen Testnachweis durch einen Antigentest, Antigen-Schnelltest oder PCR-Test verfügen oder regelmäßigen Testungen im Rahmen des Schulbesuchs unterliegen oder geimpft oder genesen sind (im Sinne des § 2 Nr. 2 und 4 SchAusnahmV) und zusätzlich über einen Testnachweis nach § 4 Abs. 6 der 15. BayIfSMV (Antigentest, Antigen-Schnelltest oder PCR-Test) verfügen. Einen Testnachweis benötigen geimpfte Personen im Sinne des § 2 Nr. 2 SchAusnahmV nicht, die nachweisen können, dass sie zusätzlich entweder eine weitere Impfstoffdosis als Auffrischungsimpfung („Booster-Impfung“) erhalten oder nach ihrer vollständigen Immunisierung eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-2 überstanden haben, soweit nicht bundesrechtlich Anderes geregelt ist.

Wie kann nachgewiesen werden, vollständig geimpft oder genesen zu sein?

Genesene benötigen einen Nachweis hinsichtlich des Vorliegens einer vorherigen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in verkörperter oder digitaler Form. Dieser Nachweis muss auf einer Testung durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) beruhen, die mindestens 28 Tage sowie maximal 90 Tage zurückliegt.

Der Nachweis einer vollständigen Impfung gegen COVID-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff kann ab Tag 15 nach der abschließenden Impfung erbracht werden. Dies kann mit dem Impfpass in verkörperter oder digitaler Form nachgewiesen werden, in welchem die Impfung gemäß § 22 IfSG dokumentiert wird. Sollte zum Zeitpunkt der Impfung kein Impfausweis vorhanden sein oder vorgelegt werden, so erfolgt die Dokumentation durch Ausstellung einer sog. Impfbescheinigung, welche dieselben Angaben enthält. Diese ist ebenfalls zum Nachweis einer vollständigen Impfung geeignet.

Aktuelle Informationen finden Sie in den FAQs BMG zu diesem Thema.

Was sind Coronaviren?

Coronaviren sind behüllte RNA-Viren, die über ein breites Wirtsspektrum verfügen, zu dem Säugetiere, Vögel und Menschen gehören. Eine bestimmte Gruppe, die β-Coronaviren, können vom Tier auf den Menschen übertragen werden und beim Menschen auch schwerer verlaufende Erkrankungen auslösen.

Was ist eine „Variante“ und was ist eine „Mutation“?

Eine Mutation bedeutet die Veränderung des Genoms an einer Nukleotid/Basenposition Eine Variante bedeutet eine Linie von SARS-CoV-2, die sich von anderen Linien/Varianten durch ihr Mutationsprofil unterscheidet. I.d.R. unterscheiden sich Varianten durch mehrere Mutationen an verschiedenen Stellen des Virusgenoms.

Was ist eine besorgniserregende Variante (VOC – Variant of Concern)?

Als VOC (Variant of Concern) werden Virusvarianten bezeichnet, die im Verdacht stehen, aufgrund einer verbesserten Virus-Rezeptor-Bindung leichter von Mensch zu Mensch übertragbar zu sein und möglicherweise die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen SARS-CoV- zu beeinträchtigen. Solche Variant of Concerns unterliegen einer besonderen Surveillance (Überwachung).

Derzeit werden folgende Varianten als Variant of Concern eingestuft:

  • Alpha: B.1.1.7 (erstes Auftreten in Großbritannien)
  • Beta: B.1.351 (erstes Auftreten in Südafrika)
  • Gamma: B.1.1.28.1 (erstes Auftreten in Brasilien)
  • Delta: B.1.617.2 (erstes Auftreten in Indien) VOC Delta wird zur besseren phylogenetischen und epidemiologischen Nachverfolgung seit August 2021 anhand kleiner genetischer Unterschiede in Sublinien mit dem Präfix AY (z. B. AY.9) aufgeteilt. Die Sublinien werden aktuell zur Variante Delta gezählt.
  • Omikron: B.1.1.529 (erstes Auftreten in Botswana und Südafrika) mit den Sublinien BA.1, BA.2 und BA.3.

Wie verbreitet sind besorgniserregende Virusvarianten (VOC - Variant of Concern)?

Nachdem die Variante Alpha zu Beginn des Jahres 2021 zur in Deutschland vorherrschenden Variante geworden war, wurde diese Variante seit etwa Mitte Mai durch die Variante Delta verdrängt, so dass die Variante Delta seit etwa Juni 2021 zur dominierenden Variante geworden ist. Seit Anfang Januar 2022 setzt sich nun die Variante Omikron immer mehr durch und hat mittlerweile die Variante Delta als dominierende Variante abgelöst. Die Variante Omikron breitet sich auch weltweit stark aus. Die Varianten Alpha, Beta und Gamma spielen epidemiologisch keine Rolle.

Ausführliche Hintergrundinformationen finden Sie hier:

Aktuelle Zahlen finden Sie auf folgender LGL-Webseite:

Virusmutationen - Besorgniserregende Varianten (Variants of Concern - VOC)

Wieviel Prozent der positiven Tests werden auf Varianten geprüft?

Das LGL untersucht alle SARS-CoV-2 positiven Proben im Vorscreening mittels variantenspezifischen PCRs (vPCR) auf mögliche Fälle von „Variants of Concern“ (VOCs). Darüber hinaus werden am LGL aus Gründen der Surveillance von Virusvarianten alle positiven Proben mit ausreichendem Virusgehalt einer Gesamtgenomsequenzierung unterzogen. Dabei wird das gesamte Genom der Erregers untersucht, um so Gewissheit über die entsprechende Variante zu bestimmen.

Wie lange dauert das Verfahren?

Die Bestimmung von Mutationen erfolgt gestuft aus initial SARS-CoV-2-positiv getesteten Proben mittels variantenspezifischer PCR, d. h. je nach Labor 24-48-96 h. Die Gesamtgenomsequenzierung ist ein sehr aufwendiges und kostenintensives Verfahren und benötigt je nach Labor und Probenumsatz zwischen ca. 7 und 14 Tagen (am LGL ca. 7 Tage).

Was ist eine Gesamtgenomsequenzierung?

Bei einer Gesamtgenom-Sequenzierung handelt es sich um eine hochauflösende Diagnostik zur Identifizierung eines Genoms, bei der die Basenabfolge im gesamten Genom ermittelt und analysiert wird.

Gibt es genug Laborkapazitäten?

PCR-basierte Untersuchungen zum Vorliegen einer SARS-CoV-2-Infektion werden derzeit in Bayern ganz überwiegend durch private Labore durchgeführt, was in den durch die Bayerische Teststrategie geschaffenen erweiterten Testkapazitäten begründet ist. In einer Reihe von privaten und staatlichen Laboren in Bayern sind die entsprechenden Untersuchungsmethoden etabliert. In einem von Gesundheitsminister Klaus Holetschek einberufenen Expertengespräch am 15. Januar wurde bereits eine enge Zusammenarbeit zwischen dem LGL und den bayerischen Universitätskliniken zur Erkennung und Überwachung auftretender Virus-Varianten in die Wege geleitet. Der Ministerrat hat darauf aufbauend am 02.02.2021 das Verbundprojekt „Bay-VOC“ beschlossen, in dem die neuen Virusvarianten molekularbiologisch, aber auch klinisch und epidemiologisch erforscht werden sollen. In diesem Kooperationsverbund können derzeit 480 Sequenzierungen pro Woche durchgeführt werden, das Ziel liegt bei 700 pro Woche, wozu gerade die technische Aufrüstung betrieben wird. Durch die Vergütung von Sequenzierungen nach der CorSurV wurde ein finanzieller Anreiz zur Sequenzierung auch für Labore im niedergelassenen Bereich gesetzt, so dass davon auszugehen ist, dass nach und nach immer mehr Labore diese Feindiagnostik durchführen werden.

Sind die Tests genau und zuverlässig?

Im ersten Schritt werden am LGL alle PCR-positiven Proben mittels variantenspezifischer PCR (vPCR) auf das mögliche Vorliegen der UK-, Südafrika-, Brasilien- und Indien-Varianten vorgescreent. Das Screening gibt erste Hinweise, die dann in einer anschließenden Sequenzierung verifiziert werden können. Von Laborseite ist eine Sequenzierung methodisch nur möglich bei Proben mit relativ hoher Viruslast. Bisher wurden am LGL über 2.300 Proben mittels Gesamtgenomsequenzierung untersucht. Dabei zeigen die Ergebnisse eine sehr hohe Übereinstimmung mit den Screening-Ergebnissen der vPCR. Bisher konnte mittels Gesamtgenomsequenzierung in 1056 Fällen die britische Variante B.1.1.7, in 268 Fällen die südafrikanische Variante B.1.351, in 36 Fällen die brasilianische Variante P.1 sowie in 15 Fällen die indische Variante B.1.617 bestätigt werden.

Was unternimmt Bayern, um Mutationen zu verhindern, um sich vor ihnen zu schützen oder ihre Ausbreitung zu verlangsamen?

Seit dem Auftreten der ersten Variants of Concern (VoC) wurden mehrere Maßnahmen etabliert, um die Varianten rasch erkennen, deren Bedeutung in der Pandemie besser einordnen und die Infektionsschutzmaßnahmen damit gezielter einsetzen zu können. Diese Maßnahmen sind: Etablierung und Ausbau der notwendigen Analysemethoden und -kapazitäten (Variantenspezifische PCR und Gesamtgenom-Sequenzierung), die Anweisung an die Gesundheitsämter, variantenspezifische PCR bzw. Gesamtgenomsequenzierungen zielgerichtet auch durch die örtlich jeweils beauftragten Privatlabore durchführen zu lassen sowie die elektronische Meldung der Ergebnisse im Rahmen des Meldewesens an die Gesundheitsämter und das RKI. Wir weisen außerdem darauf hin, dass jeder zur Einhaltung der Kontaktbeschränkungen, Mindestabstände und Hygienemaßnahmen gehalten ist bzw. dazu, Möglichkeiten zu schaffen, die die Einhaltung der Maßnahmen ermöglichen (z. B. verstärktes Nutzung von Home-Office). Es kommt auf die Einhaltung der derzeitigen Empfehlungen eines/r jeden Einzelnen an. Die Minimierung von Kontakten, wodurch Infektionsketten weniger Möglichkeit haben sich weiter auszubreiten, ist die wichtigste Maßnahme, um die Infektionszahlen zu senken.

Verhalten sich die neuen Varianten anders in Bezug z. B. auf Sterblichkeit oder Krankheitsverlauf als das bisherige Virus?

Mutationen sind bei Viren häufige, natürlich vorkommende Ereignisse, die auch bisher schon im Laufe der Pandemie vorgekommen sind. Die Bewertung einzelner Mutationen bzw. Varianten hinsichtlich Infektiosität, Übertragbarkeit, Pathogenität, Auswirkungen auf Diagnostik und Therapie sowie die Wirkung der Schutzimpfung kann aufgrund von Sequenzierdaten nicht erfolgen, hierzu bedarf es epidemiologischer, klinischer und experimenteller in vitro- und in vivo- (Tierversuche)-Daten (Zellkulturexperimente). Weitere Informationen finden Sie hier:

Wer legt eigentlich fest, wie viele Proben sequenziert werden müssen?

Im Rahmen der Surveillance-Verordnung des Bundes (CoSurV) wird die Sequenzierung von bis zu 5 % aller positiven Proben vergütet. Am LGL können derzeit bis zu (rund) 180 Proben die Woche sequenziert werden. Damit liegt das LGL beim derzeitigen Aufkommen an positiven Proben am LGL über der Vorgabe des Bundes. Durch die Vergütung von Sequenzierungen nach CorSurV wurde ein finanzieller Anreiz zur Sequenzierung auch für Labore im niedergelassenen Bereich gesetzt, so dass davon auszugehen ist, dass nach und nach mehr Labore diese Feindiagnostik durchführen werden. Es besteht eine Meldepflicht der Labore an die Gesundheitsämter von Typisierungsergebnissen von Erregern einschließlich von SARS-CoV-2. Diese Meldepflicht erstreckt sich auch auf alle positiven oder negativen Ergebnisse variantenspezifischer PCR-Untersuchungen (vPCR) auf VOC sowie auf alle Ergebnisse der Sequenzierungen. Die Gesundheitsämter wiederum sind gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet, die von den Laboren gemeldeten Typisierungsergebnisse an das LGL und schließlich dem RKI zu melden. . Nach einer Präzisierung der Allgemeinverfügung zur Labormeldepflicht besteht weiterhin für die Labore in Bayern die Verpflichtung, die Anzahl der durch vPCR und Gesamtgenomsequenzierung ermitteltenVOC‘s an das LGL zu melden. Eine Darstellung der Zahlen findet sich auf der LGL-Internetseite Virusmutationen - Besorgniserregende Varianten (Variants of Concern - VOC)

Wie werden die Mutationen/Varianten erfasst?

Es besteht eine Meldepflicht der Labore an die Gesundheitsämter von Typisierungsergebnissen von Erregern einschließlich von SARS-CoV-2. Diese Meldepflicht erstreckt sich auch auf alle positiven oder negativen Ergebnisse variantenspezifischer PCR-Untersuchungen (vPCR) auf VOC sowie auf alle Ergebnisse der Sequenzierungen. Die Gesundheitsämter wiederum sind gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet, die von den Laboren gemeldeten Typisierungsergebnisse an das LGL und schließlich dem RKI zu melden.Gemäß der Allgemeinverfügung zur Labormeldepflicht besteht weiterhin für die Labore in Bayern die Verpflichtung, die Anzahl der durch vPCR und Gesamtgenomsequenzierung ermittelten VOC‘s an das LGL zu melden. Eine Darstellung der Zahlen findet sich auf der LGL-Internetseite Virusmutationen - Besorgniserregende Varianten (Variants of Concern - VOC)

Wie sind Mutationen des SARS-CoV-2 gesundheitlich zu bewerten?

Durch die rasante pandemische Verbreitung geraten Mutationen im Genom des SARS-CoV-2-Virus zunehmend in den Fokus. Dabei lassen sich aufgrund bestimmter charakteristischer Mutationen im Virusgenom bestimmte Virusvarianten klassifizieren. Dass Viren mutieren können ist nichts Ungewöhnliches. Sie sind wie alles Leben auf unserem Planeten stets der Notwendigkeit unterworfen, sich an äußere Umwelteinflüsse anzupassen. Man sucht nach Virus-Varianten, die Veränderungen in der Übertragbarkeit, im Krankheitsbild oder der Schwere der Erkrankung bewirken, oder die auch Auswirkungen auf die gängigen Hygienemaßnahmen, auf die Diagnostik, die Therapie oder die Impfstoffe haben könnten. Aktuell ist besonders die Dynamik in der Verbreitung von drei Varianten (aus Großbritannien (Variante B.1.1.7), Südafrika (Variante B.1.351)und aus Indien – VarianteB.1.617 in einigen Staaten besorgniserregend. Man befürchtet eine leichtere Übertragbarkeit bei unverändertem Krankheitsbild, was in letzter Konsequenz eine Überbelastung von Krankenhäusern zur Folge hätte. Deshalb ist es umso wichtiger, die bekannten Hygienemaßnahmen (AHA+L-Regel) konsequent einzuhalten, um generell eine Übertragung von SARS-CoV-2 zu verhindern und eine Ausbreitung neuer, evtl. noch leichter übertragbarer Varianten einzudämmen. Ausführliche Hintergrundinformationen finden Sie auf den Seiten des Robert Koch Instituts.

Details zu den Varianten finden sich auf der Website des Robert Koch Instituts (RKI), darunter z. B.:

  • B.1.1.7: Im Dezember 2020 berichteten britische Behörden von einer neuen SARS-CoV-2-Virusvariante (B.1.1.7), die sich seit September 2020 in Großbritannien ausbreitet. Untersuchungen zufolge ist sie noch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als bisher zirkulierende Varianten. Hinweise auf eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang nicht, die grundsätzlich immer auch bestehende Möglichkeit für schwerere Krankheitsverläufe wird aufmerksam beobachtet.
  • B.1.351: Über diese Virusvariante aus Südafrika wurde ebenfalls erstmals im Dezember 2020 berichtet. Auch sie geht ersten Untersuchungen zufolge mit einer höheren Übertragbarkeit einher. Inzwischen wurden erste Studien veröffentlicht, die vermuten lassen, dass der Schutz durch neutralisierende Antikörper gegenüber dieser Variante reduziert sein könnte bei Personen, die an der ursprünglichen Variante erkrankt waren oder einen auf dieser beruhenden Impfstoff erhalten haben.
  • B.1.1.28 P.1: Diese SARS-CoV-2-Variante zirkulierte erstmals im brasilianischen Staat Amazonas und ähnelt in ihren Veränderungen der südafrikanischen Variante. Eine erhöhte Übertragbarkeit wird ebenfalls als denkbar erachtet. Eine mögl iche Reduktion der Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften wird auch hier diskutiert.
  • B.1.617: Im Mai 2021 erklärte die WHO die in Indien entdeckte SARS-CoV-2 Linie B.1.617 zur besorgniserregenden Variante. Insbesondere für die Unterlinie B.1.617.2 bestehen laut der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) epidemiologische Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit. Laut PHE deuten erste Modellierungen darauf hin, dass B.1.617.2 mindestens so leicht übertragbar sei wie B.1.1.7. Eine mögliche Reduktion der Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften wird auch hier diskutiert.

Ausführliche Hintergrundinformationen finden Sie hier:

Wieviel Prozent der positiven Tests werden auf Varianten geprüft?

Das LGL untersucht alle SARS-CoV-2 positiven Proben im Vorscreening mittels variantenspezifischen PCRs (vPCR) auf mögliche Fälle von „Variants of Concern“ (VOCs). Darüber hinaus werden am LGL aus Gründen der Surveillance von Virusvarianten alle positiven Proben mit ausreichendem Virusgehalt einer Gesamtgenomsequenzierung unterzogen. Dabei wird das gesamte Genom der Erregers untersucht, um so die entsprechende Variante zu bestimmen.

Was versteht man unter Reinfektionen an SARS-CoV-2?

Corona-Virus-Infektionen können kein einmaliges Ereignis darstellen, sondern eine Person kann sich u.U. ein zweites Mal mit einem CoV-2-Virus anstecken (Reinfektion). Laut Robert Koch Institut sind drei Kategorien mit Hilfe diagnostischer Methoden zu unterscheiden:

  • Gesicherte/Bestätigte Reinfektion
  • Wahrscheinliche Reinfektion
  • Mögliche Infektion

Die Definition für die Reinfektion mit SARS-CoV-2 des RKI ermöglichen dem Gesundheitsamt die Zuordnung eines gemeldeten Falls zu einer der Kategorien.

Welche Krankheiten lösen Coronaviren aus?

Coronaviren verursachen gemeinhin Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege. Manche β-Coronaviren verursachen zoonotische Infektionen, d. h. sie werden von Tieren auf Menschen übertragen und können beim Menschen auch schwer verlaufende Infektionen, meist der Atemwege, wie z. B. MERS und SARS auslösen. Auch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 gehört zu den β-Coronaviren. Das entsprechenden Krankheitsbild wurde von der WHO als COVID-19 (coronavirus disease 2019) benannt.

Was ist zum gegenwärtigen Ausbruchsgeschehen bekannt?

Am 31.12.2019 berichtete die städtische Gesundheitskommission von Wuhan erstmals über einen Ausbruch von Pneumonien in der chinesischen Metropole Wuhan, Provinz Hubei in China. Der Ausgangspunkt des SARS-CoV-2-Ausbruchs scheint ein am 01.01.2020 geschlossener Fischmarkt in Wuhan zu sein, wo außer Fischen auch andere Tiere wie Geflügel, Fledermäuse und Wildtiere verkauft werden. Als Auslöser dieser Virus-Pneumonien wurde am 07.01.2020 das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 identifiziert. Das tierische Reservoir dieses Virus ist bisher noch unbekannt. Mittlerweile hat sich das Virus rasant auf allen Kontinenten ausgebreitet, so dass die WHO dieses Infektionsgeschehen als Pandemie einstuft.

In welchen Ländern gibt es Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2?

Ausgehend von China hat sich das Virus weltweit auf allen Kontinenten in vielen Ländern einschließlich Deutschland verbreitet. Ein solches Geschehen wird als Pandemie bezeichnet. Eine tagesaktuelle Übersicht der Fallzahlen stellt das RKI zur Verfügung. Die weltweiten Fälle stellt die WHO zusammen.

Kommt das neue Coronavirus SARS-CoV-2 auch in Bayern vor?

Nachdem Bayern als erstes Bundesland mit einem Ausbruch in einer Firma betroffen war, der auf die Stadt Wuhan zurückgeführt werden konnte, sind mittlerweile in allen Bundesländern Fälle nachgewiesen worden.

Was versteht man unter der Reproduktionszahl?

Die Reproduktionszahl R ist ein zentraler Wert zur Beurteilung des epidemischen Verlaufs. Sie gibt an, an wie viele Personen eine mit einem Erreger infizierte Person diese Infektion in einem dafür typischen Zeitraum, dem seriellen Intervall, durchschnittlich weitergibt. Für SARS-CoV-2 wurde dieser Wert für eine Situation, in der keine Gegenmaßnahmen ergriffen und keine Impfungen verabreicht werden, vom RKI auf etwa 3 geschätzt. Das zugehörige serielle Intervall wird mit 4 Tagen angegeben.

Durch verschiedene Infektionsschutzmaßnahmen kann die Übertragungswahrscheinlichkeit herabgesetzt werden. Liegt sie unter 1, d. h. steckt ein Infizierter weniger als eine weitere Person an, kommt die Epidemie zum Erliegen. Sie kann wieder steigen, z. B. wenn sich das Verhalten in der Bevölkerung ändert, weshalb sie immer wieder neu berechnet werden muss und dann für diesen Zeitpunkt „t“ angegeben werden kann, man spricht dann von R(t). Diese Reproduktionszahl R(t) kann auf verschiedene Weisen berechnet werden:

  • HZI/PSPH-Schätzung: R(t) kann zum einen infektionsepidemiologisch an Hand typischer Krankheitsverläufe modelliert werden. Das ist der Ansatz des SECIR-Modells des Helmholtz-Zentrums für Infektiologie (Braunschweig) in Kooperation mit der Pettenkofer School of Public Health (LMU München).
  • RKI-Schätzung: R(t) kann zum anderen statistisch als Trend mit Hilfe eines sog. „Nowcastings“ berechnet werden. Dafür werden die Meldezahlen, die vier Tage auseinanderliegen (serielles Intervall), mit einer etwas anderen Methode für die Daten aus Deutschland bzw. aus Bayern verglichen.

Allerdings ist ein wesentlicher Unterschied zwischen diesen beiden Verfahren zu beachten: während die HZI/PSPH-Schätzung den Wert R(t) für den Tag angibt, an dem die Meldezahlen beim RKI verfügbar sind, legt das „Nowcasting“-Verfahren das in den Meldungen angegebene Erkrankungsdatum zugrunde, welches etwa zwei Wochen früher liegt, und versucht, das R(t) für diesen in der Vergangenheit liegenden Tag zu schätzen. Die beiden Verfahren haben damit unterschiedliche Schwerpunkte, das HZI/PSPH-SECIR-Verfahren bildet das Melde- und Übermittlungsgeschehen ab, das RKI-Nowcasting-Verfahren das vermutliche Erkrankungsgeschehen.

Wie verhalte ich mich, wenn ich an einer Atemwegserkrankung (einem grippalen Infekt) erkrankt bin?

  • Melden Sie sich frühzeitig krank.
  • Schicken Sie erkrankte Kinder nicht in eine Gemeinschaftseinrichtung (z. B. Kindergarten, Schule, Notbetreuung).
  • Beachten Sie die Husten- und Nies-Etikette
    • Beim Husten und Niesen wegdrehen von anderen Personen.
    • Husten und Niesen erfolgt in die Armbeuge oder in Einwegtaschentücher.
    • Entsorgung von gebrauchten Einwegtaschentüchern in Mülleimer.
    • Häufiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife.
  • Wenn Sie ärztliche Hilfe benötigen, vereinbaren Sie telefonisch einen Termin mit Ihrem Hausarzt und weisen Sie auf Ihre Atemwegserkrankung hin.
  • Wenn Sie
    • Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen oder Durchfall entwickeln
      • so vermeiden Sie zunächst alle nicht notwendigen Kontakte zu anderen Menschen und bleiben zu Hause!
      • Setzen Sie sich bitte umgehend telefonisch mit Ihrer Hausarztpraxis in Verbindung oder rufen Sie den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 an. Der Hausarzt oder der kassenärztliche Bereitschaftsdienst bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen.

Welche Regeln gelten für enge Kontaktpersonen?

Enge Kontaktpersonen sind Personen mit Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall, bei denen mindestens eine der folgenden Situationen und somit ein erhöhtes Infektionsrisiko bestand und denen vom Gesundheitsamt mitgeteilt wurde, dass sie als enge Kontaktperson eingestuft werden:

  • Enger Kontakt (weniger als 1,5 m) länger als 10 Minuten ohne adäquaten Schutz (adäquater Schutz = Infizierte Person und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt einen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske).
  • Gespräch (sogenannter "face-to-face-Kontakt", weniger als 1,5 m und unabhängig von der Gesprächsdauer) ohne adäquaten Schutz (adäquater Schutz = infizierte Person und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske).
  • Gleichzeitiger Aufenthalt im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für mehr als 10 Minuten, auch wenn durchgehend und korrekt ein Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske getragen wurde.

Enge Kontaktpersonen werden vom zuständigen Gesundheitsamt informiert und müssen sich unverzüglich für 10 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Sie dürfen diese weder verlassen noch Besuch von haushaltsfremden Personen empfangen.

Ausnahmen gelten, wenn:

  • vollständiger Impfschutz besteht (ab Tag 15 nach der abschließenden Impfung),
  • man bereits von einer PCR-bestätigten SARS- CoV-2-Infektion genesen und einmal geimpft ist oder
  • man genesen ist und der enge Kontakt in den sechs Monaten nach eigener, durch einen PCR -bestätigten SARS- CoV-2-Infektion erfolgte.

Das Gesundheitsamt kann im Einzelfall eine davon abweichende Entscheidung treffen und eine Quarantäne anordnen.

Der Impf- oder Testnachweis muss dem Gesundheitsamt auf Anforderung vorgelegt werden. Treten bei den gerade genannten Personen innerhalb von 14 Tagen typische Symptome einer SARS- CoV-2- Infektion, wie zum Beispiel Husten, Fieber oder Geschmacksverlust auf, so ist eine Quarantäne erforderlich und das Gesundheitsamt muss darüber informiert werden.

Bei engen Kontaktpersonen endet die häusliche Quarantäne, wenn der enge Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall zehn Tage zurückliegt und während der Quarantäne keine für COVID-19- typischen Krankheitszeichen aufgetreten sind.

Die häusliche Quarantäne endet vorzeitig, wenn der enge Kontakt zu dem bestätigten COVID-19-Fall mindestens 7 Tage zurückliegt, während der Quarantäne keine für COVID-19 typischen Krankheitszeichen aufgetreten sind und ein frühestens 7 Tage nach dem letzten engen Kontakt durchgeführter Nukleinsäuretest oder Antigentest ein negatives Ergebnis zeigt.

Für Schülerinnen und Schüler sowie für Kinder, die Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen oder Heilpädagogische Tagesstätten besuchen, endet die häusliche Quarantäne bereits, wenn der enge Kontakt zu dem bestätigten COVID-19 Fall mindestens 5 Tage zurückliegt, während der Quarantäne keine für COVID-19 typischen Krankheitszeichen aufgetreten sind und ein frühestens 5 Tage nach dem letzten engen Kontakt durchgeführter Nukleinsäuretest oder Antigentest ein negatives Ergebnis zeigt.

Der Nukleinsäuretest oder der Antigentest ist jeweils durch eine medizinische Fachkraft oder eine hierfür geschulte Person durchzuführen.

Voraussetzung für das vorzeitige Ende der Quarantäne ist die Übermittlung des negativen Testergebnisses an die zuständige Kreisverwaltungsbehörde, sofern diese nichteine abweichende Entscheidung trifft.

Welche Regeln gelten für positiv getestete Personen?

Am wichtigsten ist sofortige Isolation!

Alle Personen, bei denen ein von einer medizinischen Fachkraft oder einer vergleichbaren, hierfür geschulten Person vorgenommener Nukleinsäure- oder Antigentest ein positives Ergebnis hat, müssen sich unverzüglich nach Erhalt des positiven Testergebnisses in Isolation begeben. Als Nukleinsäuretest gelten PCR-Tests, PoC-PCR-Tests und Testungen mittels weiterer Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik.

Die Stelle, die das Testergebnis bekannt gibt, informiert die Person schriftlich oder elektronisch über die Verpflichtung zur Isolation. Das positive Testergebnis wird zudem direkt an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet, sodass sich die getestete Person dort nicht auch noch melden muss.

Eine Ausnahme gilt, wenn eine Person nach Deutschland einreist und zuvor im Ausland – also außerhalb des räumlichen Geltungsbereichs des Infektionsschutzgesetzes - positiv getestet wurde: Sie muss sich umgehend beim Gesundheitsamt des Aufenthaltsortes melden.

Antigentest positiv, anschließender Nukleinsäuretest aber negativ? Dann darf die Isolation beendet werden: Bei Personen, die mittels Antigentest durch eine medizinische Fachkraft oder eine vergleichbare, hierfür geschulte Person positiv getestet werden, endet die Isolation, falls der erste nach dem positiven Antigentest bei diesen Personen vorgenommene Nukleinsäuretest ein negatives Ergebnis aufweist, mit dem Vorliegen dieses negativen Testergebnisses.

Ist der Nukleinsäuretest positiv, gilt eine Isolationsdauer von 10 Tagen mit der Möglichkeit einer Freitestung an Tag 7:
Die Isolation endet bei asymptomatischen Personen frühestens 7 Tage nach Erstnachweis des Erregers bzw. bei symptomatischen Krankheitsverlauf frühestens 7 Tage nach Symptombeginn, sofern seit mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit besteht und ein frühestens an Tag 7 durchgeführter Nukleinsäuretest oder Antigentest, jeweils durchgeführt durch eine medizinische Fachkraft oder eine vergleichbare, hierfür geschulte Person, ein negatives Ergebnis zeigt.

Andernfalls endet die Isolation nach 10 Tagen und Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden, es sei denn, es liegt am 10. Tag ein höchstens Stunden altes positives Testergebnis eines Nukleinsäuretest oder Antigentest, 72 jeweils durchgeführt durch eine medizinische Fachkraft oder eine vergleichbare, hierfür geschulte Person, vor. In diesem Fall bestimmt die Kreisverwaltungsbehörde, wann und unter welchen Bedingungen die Isolation im Einzelfall endet.

Für weitere Informationen werfen Sie einen Blick in den Handlungsleitfaden "Positiver Test – was ist zu tun?" (PDF, 233 KB)

StMGP: Übersicht: Positives Testergebnis - Was zu beachten ist (10.02.22)

Welche Regeln gelten für Verdachtspersonen?

Als Verdachtsperson gelten

  • Personen, bei denen
    • ein Antigentest, der nicht durch eine medizinische Fachkraft oder eine vergleichbare, hierfür geschulte Person vorgenommen oder überwacht wurde, ein positives Ergebnis aufweist, oder
    • Erkrankungszeichen vorliegen, die auf eine SARS-CoV-2-Infektion hindeuten und für die jeweils entweder das Gesundheitsamt einen Nukleinsäuretest auf SARS-CoV-2 angeordnet hat oder die sich aufgrund des positiven Ergebnisses des Antigentests oder nach ärztlicher Beratung aufgrund der Erkrankungszeichen einer Testung mittels Nukleinsäuretest auf SARS-CoV-2 unterzogen haben sowie
  • Personen, deren Abstrichprobe Teil einer Poolprobe ist, für die ein PCR-Pooltest ein positives Ergebnis erbracht hat

Verdachtspersonen müssen sich unverzüglich nach der Mitteilung des Gesundheitsamts über die Anordnung der Testung oder, wenn eine solche Anordnung nicht erfolgt ist, unverzüglich nach Vornahme der molekularbiologischen (PCR-)Testung in Quarantäne begeben. Dies gilt auch dann, wenn ein zuvor vorgenommener Antigentest ein negatives Ergebnis aufweist.

Das Gesundheitsamt oder der Arzt, der die Beratung vor der Testung vornimmt, informieren die Verdachtsperson schriftlich oder elektronisch über die Verpflichtung zur Quarantäne. Wenn ein Arzt im Rahmen eines Hausbesuchs oder beim Besuch in der Praxis einen Test macht, muss der Arzt die Verdachtsperson bei der Testabnahme über die Verpflichtung zur Quarantäne schriftlich oder elektronisch informieren. Verdachtspersonen sind dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden.

Die häusliche Quarantäne endet mit dem Vorliegen eines negativen PCR-Tests, spätestens jedoch mit Ablauf des fünften Tages nach dem Tag der Testung.

Bayerische Teststrategie- Können auch Säuglinge getestet werden?

Studienergebnisse aus China deuten darauf hin, dass auch Neugeborene und Kinder vor Erreichen des ersten Lebensjahres an COVID-19 erkranken können, jedoch insgesamt mit eher mildem Verlauf. Obwohl sich auch die Hinweise darauf verdichten, dass Kinder im Infektionsgeschehen insgesamt eine geringere Rolle als bisher angenommen spielen, können einer aktuellen US-amerikanischen Studie zufolge erkrankte Säuglinge eine besonders hohe Viruslast und damit eine erhöhte Ansteckungsfähigkeit haben.

Generell ist eine Testung auf SARS-CoV-2 bei Neugeborenen beziehungsweise Säuglingen möglich; ein Mindestalter für Testungen ist so gesehen nicht bekannt. Gerade für Kinder in den ersten Lebensmonaten beziehungsweise Lebensjahren bieten sich weniger belastende Verfahren zur Probenentnahme an, vor allem Abstriche aus dem Rachen.

Fragen zur Erkrankung

Welche Symptome zeigen sich bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus
SARS-CoV-2?

Die häufigsten klinischen Symptome einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 umfassen vor allem Husten und Fieber sowie schnupfenartige Symptome mit Rachenentzündung, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, einer laufenden Nase, Atembeschwerden und Kurzatmigkeit sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Symptomlose Verläufe insbesondere bei jüngeren Infizierten kommen vor. Die meisten Erkrankungen verlaufen mit milden bis moderaten Symptomen. Meist in der zweiten Krankheitswoche kann eine Lungenentzündung (Pneumonie) entwickeln, die in manchen Fällen in ein beatmungspflichtiges ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) übergehen kann, wobei insbesondere bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen auch Todesfälle möglich sind.

Wie lässt sich eine Grippe von einer Infektion mit SARS-CoV-2 unterscheiden?

Da die Symptome sehr ähnlich sind, ist eine Unterscheidung ohne weitergehende Untersuchungen kaum möglich. Um eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzuschränken, ist es dennoch sehr wichtig, Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen, zu isolieren und labordiagnostisch abzuklären.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit von COVID-19 beträgt im Mittel 5-6 Tage mit einer Spannweite von 1 bis zu 14 Tagen.

Welche Menschen gelten als Risikopersonen bezüglich COVID-19 und welche Vorerkrankungen spielen eine Rolle ?

Die folgenden Personengruppen haben, basierend auf der aktuellen Studienlage, nach Angaben des RKI ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren, 86 % der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre alt oder älter [Altersmedian: 82 Jahre])
  • Raucher (schwache Evidenz)
  • stark adipöse (übergewichtige) Personen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • Patienten mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • Patienten mit chronischen Erkrankungen der Lunge (z. B. COPD)
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, z. B. Cortison)

Wie unterscheiden sich Allergie-Symptome (Heuschnupfen-Symptome) von Corona-Symptomen?

Mit folgender tabellarischer Gegenüberstellung möchten wir die Unterscheidung zwischen Allergie-Symptomen und Corona-Symptomen darstellen:

  Symptome einer Covid-19-Erkrankung
(nach RKI, epidemiologischer Steckbrief, Stand 18.03.21)
Symptome einer
Pollenallergie
Husten Häufig (40%):
Trockener, anhaltender Husten



Lungenentzündung ist möglich
Allergisches Asthma mit anfallsartigem Husten möglich, dabei pfeifendes Atmen, häufig zähes, durchsichtiges Sekret
Keine Lungenentzündung
Atemnot Persistierend bis hin zur Beatmungspflichtigkeit Selten durch Asthmaanfall möglich, bei adäquater Behandlung von kurzer Dauer
Fieber Häufig (27%):
Schüttelfrost, leichtes bis starkes Fieber
Kein Fieber
Schnupfen 29% der Fälle mit Schnupfen Häufig Niesattacken, „Verstopfte“ Nase; klares, zähes bis sehr flüssiges Nasensekret
Geruchs-/Geschmackssinn Häufig (22%):
Anhaltende Störung des Geruchs-/Geschmackssinnes
Vorübergehende Einschränkungen des Geruchssinnes infolge einer verstopften Nase, rasch verschwindend
Halsschmerzen Halsschmerzen Selten treten auch Halsschmerzen auf
Allgemeines Befinden Häufig:
Kopf-/Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Schwindel, Schläfrigkeit bis hin zu Apathie, Verwirrtheit
Lediglich Müdigkeit
Selten Gelenkschmerzen
Symptome des Verdauungssystems Möglich:
Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen , Durchfälle, Gewichtsverlust
Keine Symptome des Magen-Darm-Traktes
Hautsymptome Selten (0,2-1,2%):
Juckende, morbiliforme Ausschläge, Papeln, Rötungen, Nesselsuchtähnlich, schwere Durchblutungsstörungen
Hautekzeme mit Rötung, Juckreiz und Nesselsucht möglich
Symptome der Augen Selten:
Bindehautentzündung
Häufig:
Fremdkörpergefühl, juckende und tränende Augen
Weitere Symptome Lymphknotenschwellung einzeln oder generalisiert

Beteiligung des Herzmuskels möglich, Ausweitung zu Lungenentzündung, Entzündung der Hirnhäute oder des Hirngewebes möglich; Komplikationen durch Blutgerinnsel in Lunge oder Organen
Kein Symptom einer Pollenallergie

Keine Beteiligung von inneren Organen außerhalb der Atemwege.

Ist das Infektionsrisiko mit SARS-CoV-2 bei Menschen mit Allergien erhöht?

Nach derzeitigen Informationsstand besteht kein erhöhtes Infektionsrisiko mit SARS -CoV-2 bei Menschen mit Allergien. Auch laut der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst haben Erwachsene mit einer allergischen Rhinitis, Rhinokonjunktivitis und allergischem Asthma kein erhöhtes Risiko, sich mit Corona-Viren anzustecken und haben bei Infektion mit SARS-CoV-2 mit keinem schwereren Verlauf als -„Nicht-Pollen-Allergiker“ - zu rechnen. Die gleichen Aussagen treffen für Kinder und Jugendliche zu, die eine Pollenallergie haben. (Stellungnahme der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst zum Coronavirus und Pollenflug: Coronavirus und Pollenflug – eine Information der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID): Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (pollenstiftung.de)).

Welche Verhaltensempfehlungen gibt es für Pollenallergiker während der Pandemie?

Wer an Heuschnupfen-Symptomen wie juckenden Augen, triefender Nase oder Husten leidet, sollte beim Arzt klären lassen, ob es sich um eine echte Allergie handelt. Denn eine unbehandelte Pollenallergie kann zu Asthma führen. Allergietests bieten unter anderem Hausärzte, Hautärzte, Internisten und Kinderärzte an. Jeder Allergiker reagiert individuell auf den Pollenflug. Für Pollenallergiker ist zu empfehlen, den Pollenflug der jeweiligen allergieauslösenden Pflanzen über Informationsdienste (z. B.: https://epin.lgl.bayern.de/pollenflug-aktuell) im Blick zu behalten und die Dosierung von symptomlindernden Medikamenten sowie das Freizeitverhalten ggf. anzupassen. Auch nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Linderung von Pollen verursachten allergischen Beschwerden können unterstützen. Für u. a. folgende Maßnahmen sind erste Hinweise zur Wirksamkeit als unterstützenden Therapie gegeben:

  • Maßnahmen zur Linderung von allergischer Augenreizung:
    • Anwendung von künstlicher Tränenflüssigkeit
    • Auflegen von kühlenden Kompressen
    • Vorbeugende Maßnahme: Tragen einer seitlich abdeckenden Sonnenbrille als Pollenbarriere
  • Maßnahmen zur Linderung der Symptome der Nase
    • Nasenspülungen

Pollenallergiker, wie auch Personen ohne Allergien, sollten sich an die derzeitigen Maßnahmenempfehlungen des RKIs halten, um das Risiko für eine COVID-19 Infektion zu senken.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer COVID-19-Erkrankung?

Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Bei leichteren Verläufen im ambulanten Setting gibt es keine evidenzbasierten Therapieoptionen. Hier muss wie bei anderen viralen Erkältungskrankheiten symptomatisch behandelt werden. Bei Zunahme von Atembeschwerden, geringer Sauerstoffsättigung im Blut und bei persistierendem Fieber sollte die mögliche Entwicklung eines schweren Verlaufs in Betracht gezogen werden. Patienten mit schwerem und kritischem Verlauf sollten frühzeitig einer intensivmedizinischen Überwachung und Versorgung zugeführt werden. Verschiedene Arzneimittel (direkt antiviral wirksame, immunmodulatorisch wirksame oder antikoagulative Substanzen) wurden und werden im Verlauf der Pandemie durch SARS-CoV-2 in Studien untersucht.

Gibt es eine Wirkung von Vitamin D im Zusammenhang mit COVID-19?

Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte liegen bislang zur Evidenz von Vitamin D bei SARS-CoV-2-Infektionen keine publizierten Ergebnisse prospektiver randomisierter klinischer Studien vor. Veröffentlichungen zu dieser Thematik lassen keine kausale Assoziation ableiten. Die nicht ärztlich begleitete Zufuhr von Vitamin D-Präparaten birgt die Gefahr einer Überdosierung von Vitamin D. Bei einer übermäßig hohen Einnahme von Vitamin D können schwere Nebenwirkungen, wie z. B. Nierensteine und Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen und Herzrhythmusstörungen die Folge sein. Die nicht ärztlich begleitete Zufuhr von Vitamin D-Präparaten sollte daher nicht unterstützt werden. Ärztinnen und Ärzte können im Rahmen ihrer Therapiehoheit die Einnahme von Vitamin D-Präparaten verordnen und fachlich begleiten.

Besteht eine gesetzliche Meldepflicht?

Gemäß dem Zweiten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 19.05.2020 besteht für Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) eine Arzt-Meldepflicht nach § 6 IfSG sowie für den direkten und indirekten Nachweis von und SARS-CoV-2 eine Labor-Meldepflicht nach §7 IfSG, soweit die Nachweise auf eine akute Infektion hinweisen.

Über das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) werden Erregernachweise von SARS-CoV-2 seit 01.01.2021 elektronisch an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet. Die elektronische Meldung soll eine weitere Beschleunigung des Meldeverfahrens ermöglichen.

Fragen zur Übertragung

Wie wird das SARS-CoV-2-Virus übertragen?

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist bei engem Kontakt direkt oder als Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Infektion erfolgt vor allem als Tröpfcheninfektion, also die Übertragung über Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen sowie beim Atmen und Sprechen entstehen und bei Unterschreitung des Mindestabstands von 1,5 m leicht auf die Schleimhäute von Nase und Mund gelangen. Die Ansteckungsfähigkeit wird ab 48 Stunden vor Auftreten der ersten Symptome angenommen, sie hält mehrere Tage an. Ein weiterer Übertragungsweg besteht durch Aerosole in der Raumluft. Beim Atmen und Sprechen, aber noch weitaus stärker beim Schreien und Singen werden vorwiegend kleine Partikel (Aerosol) ausgeschieden, beim Husten und Niesen entstehen zusätzlich deutlich mehr Tröpfchen. Während insbesondere größere respiratorische Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können Aerosole - auch über längere Zeit - in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Ob und wie schnell die Tröpfchen und Aerosole absinken oder in der Luft schweben bleiben, ist neben der Größe der Partikel von einer Vielzahl weiterer Faktoren, u. a. der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, abhängig.

Das Tragen einer FFP2-Maske ohne Ausatemventil oder eines Mund-Nasen-Schutzes kann das Risiko einer Übertragung durch Partikel jeglicher Größe im unmittelbaren Umfeld um eine infizierte Person reduzieren.

Ein effektiver Luftaustausch kann die Aerosolkonzentration in einem Raum vermindern. Geschlossene Räume sollten daher regelmäßig und ausgiebig gelüftet werden. Übertragungen im Außenbereich kommen insgesamt selten vor.

Die Übertragung als Schmierinfektion und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen sind zumindest theoretisch möglich.

Welche Rolle spielen Kinder im Infektionsgeschehen ?

Jüngere Menschen können sich mit SARS-CoV-2 infizieren, entwickeln aber im Vergleich zu Erwachsenen in der Regel nur schwache Symptome einer milden Erkältungskrankheit oder die Infektion verläuft asymptomatisch. Das Infektionsgeschehen in den Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder, wie Schulen und Kindergärten, scheint dem allgemeinen Infektionsgeschehen in der Bevölkerung zu folgen.

Besteht eine Infektionsgefahr durch SARS-CoV-2-Viren über das Trinkwasser?

Eine Übertragung des Coronavirus über die öffentliche Trinkwasserversorgung kann nach derzeitigem Kenntnisstand praktisch ausgeschlossen werden. Trinkwasser wird häufig aus Grundwasservorkommen gewonnen, die sehr gut gegen mikrobielle Verunreinigungen (einschließlich Viren) geschützt sind. Wird Oberflächenwasser oder oberflächennahes Grundwasser zur Trinkwassergewinnung genutzt, wird dieses mehrstufig aufbereitet und desinfiziert. Hierdurch werden Viren und andere Krankheitserreger effektiv und effizient eliminiert, dies gilt auch für Coronaviren.

Ein Eintrag über das Wasserwerkspersonal in das Wasserverteilungssystem ist bei Einhaltung der üblichen Hygienevorkehrungen unwahrscheinlich und wird nicht als Verbreitungsrisiko angesehen.

Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen sollten jedoch weiterhin befolgt werden. Beim Trinken soll der Wasserauslass, besonders an öffentlich zugänglichen Entnahmestellen, nicht mit Mund und Händen berührt und vor dem Trinken kurz gespült werden. Zur Vorbeugung trinkwasserhygienischer Probleme (z. B. Kontaminationen mit Legionellen) in nicht oder kaum genutzten Gebäuden sollten die Leitungen in den Gebäuden regelmäßig (mindestens wöchentlich) gespült werden. Wurden die Leitungen nicht oder zu wenig gespült, sind bei Wiederinbetriebnahme besondere Maßnahmen zu ergreifen.

Besteht eine Infektionsgefahr beim Besuch von Schwimmbädern oder Badeseen?

Das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2-Viren über das Wasser in Schwimmbädern oder Badeseen wird als gering angesehen. Möglicherweise durch Badende eingetragene Viren werden im Wasser stark verdünnt und in Schwimmbädern zusätzlich durch die Aufbereitung des Wassers entfernt. Um Infektionen über Tröpfchen und Aerosole sowie ggf. über kontaminierte Oberflächen zu verhindern, ist es – wie an anderen öffentlichen Orten – auch in Schwimmbädern und an Badeseen wichtig, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Weitere Informationen finden Sie beim Umweltbundesamt:

Geht eine Gefahr von Lieferungen oder Paketsendungen aus?

Aufgrund der bisher ermittelten Übertragungswege und der relativ geringen Umweltstabilität von Coronaviren hält es das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nach derzeitigem Wissensstand für unwahrscheinlich, dass importiere Waren wie Lebensmittel, kosmetische Mittel oder Bedarfsgegenstände und Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten.

Wie wird die Übertragbarkeit des neuartigen Coronavirus über Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände eingeschätzt?

Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege. Allerdings sind Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, theoretisch denkbar und können nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Hygieneregeln zum Umgang mit rohem Fleisch und Fleischprodukten sollten grundsätzlich eingehalten werden, auch im Hinblick auf andere möglicherweise enthaltene Krankheitserreger. Das Virus ist hitzeempfindlich. Ein etwaiges Risiko kann durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich verringert werden.
LGL: Merkblatt für den Einzelhandel und Direktvermarktung

Fragen zur Vorbeugung

Wie schütze ich mich am besten vor COVID-19?

Der sicherste Weg, um einen Schutz vor COVID-19 aufzubauen, ist die COVID-19-Impfung.

Die üblichen Hygieneempfehlungen beim Vorliegen von infektiösen Atemwegserkrankungen, wie z. B. Grippe schützen auch vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2:

  • mindestens 1,5 Meter Abstand halten.
  • Direkten Körperkontakt mit Erkrankten (Umarmung, Küsschen, Händeschütteln) vermeiden.
  • Berührung des eigenen Gesichts mit ungewaschenen Händen vermeiden.
  • Häufiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife.

Welche weiteren Impfungen sind während der SARS-CoV-2-Pandemie wichtig?

Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen STIKO-Empfehlungen trägt während der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie zur Entlastung des Gesundheitssystems und zu einem guten allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung bei.
Wichtig: Bitte stimmen Sie einen Impftermin und das weitere Vorgehen vorab telefonisch mit dem behandelnden Arzt ab, um Sie und das Praxispersonal zu schützen.

Wie sind Werbebotschaften bei Nahrungsergänzungsmitteln zu bewerten, die einen Schutz vor dem Coronavirus versprechen?

Hierbei handelt es sich um unerlaubte Aussagen, mit denen die bestehenden Unsicherheiten und die Angst der Menschen ausgenutzt wird. Es gibt keine wissenschaftliche Studie, die eine Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln gegen eine Coronavirusinfektion belegt. Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und keine Arzneimittel. Sie dienen nicht zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten und ihnen dürfen keine derartigen Eigenschaften zugeschrieben werden. Krankheitsbezogene Werbebotschaften, Heilversprechen oder Angaben, die eine Verringerung des Krankheitsrisikos suggerieren (wie z. B. „schützt vor Viren“), sind verboten.

Wie werden die Träger von Schulen und Kitas bei der Beschaffung mobiler Luftfilter unterstützt?

Die Bayerische Staatsregierung unterstützt die Träger von Schulen und Kitas bei der Beschaffung mobiler Luftfilter: Für die Klassenzimmer aller Schulen sowie für die Gruppen- und Funktionsräume aller Kitas, Großtagespflegestellen und Heilpädagogischen Tagesstätten können mobile Luftreinigungsgeräte angeschafft werden.
Das Lüften ist ein wesentliches Element zur Reduzierung der Virenlast in Innenräumen. Mobile Luftfilter können das bewährte Quer- und Stoßlüften dabei ergänzen. Zusammen mit den gut funktionierenden Hygienemaßnahmen wie Tests, Abstandhalten und Masken sowie einer hohen Impfquote in der Gesamtbevölkerung können die Maßnahmen zum infektionsschutzgerechten Lüften einen Beitrag leisten, um vollen Präsenzunterricht an den Schulen bzw. einen uneingeschränkten Kitabetrieb zu ermöglichen.

Das zuständige Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK) hat unter Förderung von Investitionskosten für technische Maßnahmen weitere Informationen zur Förderung von Investitionskosten für technische Maßnahmen veröffentlicht. Darunter finden sich neben der Förderrichtlinie auch die technische Spezifikationen für mobile Lüftungsgeräte. Auch das für Kitas zuständige Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS) hat weiterführende Informationen auf seiner Website veröffentlicht: Förderrichtlinien zum infektionsschutzgerechten Lüften. Für die Beschaffung und die Ausschreibungen / Vergabeverfahren sind die Sachaufwandsträger (u. a. Kommunen, Landratsämter) zuständig.
Da das LGL u. a. aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine Einzelaufstellung oder Empfehlung förderfähiger Geräte oder Hersteller anbieten kann, keine Produkte zertifiziert und auch keine Beratungen in Hinblick auf individuelle Gegebenheiten / konkreten Bedarf vor Ort durchführen kann, bitten wir, von Einzelanfragen an das LGL abzusehen. Für diese Art (technische) Fragestellungen wird die Einbindung von entsprechenden Fachfirmen empfohlen.

Unterliegen auch Säuglinge nach der Einreise aus einem Risikogebiet der Pflicht zur häuslichen Quarantäne?

Informationen finden Sie unter dem Abschnitt „Absonderungspflicht“:
BMG: Aktuelle Informationen für Reisende - Bundesgesundheitsministerium

Fragen zum Arbeitsschutz

Welche gesetzlichen Regelungen gelten für Beschäftigte während der Corona-Pandemie?

Grundsätzlich gelten alle Gesetze (ArbSchG, ArbZG, MuSchG, JuSchG, BioStoffV, ArbStättV und technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) und viele weitere), die vor der Coronapandemie gegolten haben, auch weiterhin. Es wurden jedoch einige ergänzende Regelungen zum besseren Schutz der Beschäftigten vor Infektionen mit SARS-CoV-2-getroffen.

Zusätzlich wurden die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (mit befristeter Gültigkeit) und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel in Kraft gesetzt. Beide Dokumente finden Sie hier:

Verordnung und Regel beinhalten Minimalanforderungen des Arbeitsschutzes in Unternehmen und ergänzen sich gegenseitig.

Das Mutterschutzgesetz gilt selbstverständlich weiterhin, jedoch gibt es ergänzende Hinweise seitens des StMAS (Corona - Informationen zum Mutterschutz).

Welche Arbeitsschutzmaßnahmen sind gesetzlich bindend zur Verringerung des Risikos einer Infektion mit SARS-CoV-2 vorgegeben?

Der Arbeitgeber hat nach Arbeitsschutzgesetz die Verpflichtung, die Gefährdungen für seine Beschäftigten am Arbeitsplatz zu ermitteln und zu beurteilen (sog. Gefährdungsbeurteilung) und Maßnahmen für die Sicherheit und zum Schutz der Gesundheit hieraus abzuleiten. Der Gesetzgeber fordert die Arbeitgeber in der Corona-Arbeitsschutzregel und -verordnung auf, speziell die Gefährdungsbeurteilung auf Risiken der Übertragung von SARS-CoV-2 zu überprüfen. Bei der Festlegung und der Umsetzung von Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes kann der Arbeitgeber einen ihm bekannten Impf- oder Genesungsstatus der Beschäftigten berücksichtigen. Er hat die Beschäftigten im Rahmen der Unterweisung über die Infektionsgefährdung und die Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) aufzuklären und über die Möglichkeit einer Schutzimpfung während der Arbeitszeit zu informieren (BAuA - Umgang mit dem Coronavirus).

Welche Maske muss ich während der Arbeit tragen und wer kommt für diese auf?

Gemäß der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung muss der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung prüfen, ob und welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit zu gewährleisten. Dabei muss der Arbeitgeber insbesondere das regionale Infektionsgeschehen sowie besondere tätigkeitsspezifische Infektionsgefahren zu berücksichtigen.

Näher konkretisiert wird dies in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel:
„Soweit arbeitsbedingt die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann und technische Maßnahmen wie Abtrennungen zwischen den Arbeitsplätzen oder geeignete organisatorische Maßnahmen nicht umsetzbar sind, müssen die Beschäftigten mindestens MNS zum gegenseitigen Schutz tragen. Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass ein Schutz der Beschäftigten durch MNS nicht ausreichend ist und Masken mit der Funktion des Eigenschutzes notwendig sind, sind die in Anhang 2 bezeichneten Atemschutzmasken bereitzustellen. Dies gilt insbesondere, wenn

1. bei ausgeführten Tätigkeiten mit einer Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist (zum Beispiel lautes Sprechen oder Singen oder andere Tätigkeiten, die aufgrund der Arbeitsschwere zu einem deutlich erhöhten Atemvolumen führen) oder
2. bei betriebsbedingten Tätigkeiten mit Kontakt zu anderen Personen eine anwesende Person keine Maske tragen muss.

Müssen MNS oder Atemschutzmasken getragen werden, sind diese vom Arbeitgeber in ausreichender Menge bereitzustellen. Die Beschäftigten haben diese zu tragen.“

Für weitere Informationen siehe http://www.gesetze-im-internet.de/corona-arbschv_2022-03/index.html#BJNR607700022BJNE000300000 und https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/AR-CoV-2/AR-CoV-2.html

Ich arbeite im Gesundheitswesen/in der Altenpflege. Welche gesetzlichen Regelungen zum Arbeitsschutz gelten für mich?

Zusätzlich zu den oben genannten Regelungen, sind für Beschäftigte im Gesundheitswesen und der Wohlfahrtspflege weitere Regelungen zu beachten.

Da hier von einer erhöhten Gefährdung durch Infektionserreger ausgegangen wird, gelten insbesondere die Vorgaben der Biostoff-Verordnung, in ihrer weiteren Konkretisierung die TRBA 250 „Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“ und die relativ neue TRBA 255 „Arbeitsschutz beim Auftreten von nicht impfpräventablen respiratorischen Viren mit pandemischem Potenzial im Gesundheitsdienst“.

Bei Einhaltung dieser Technischen Regeln TRBA 250 und TRBA 255 kann der Arbeitgeber davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Verordnung erfüllt sind. Wählt der Arbeitgeber eine andere Lösung, muss er damit mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen.

Weiterhin sind das Infektionsschutzgesetz und die aktuelle Version der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zu beachten.

Ich habe mich am Arbeitsplatz mit Corona infiziert, welche versicherungsrechtlichen Konsequenzen hat dies?

Eine Corona-Infektion am Arbeitsplatz kann unter Umständen als Berufskrankheit anerkannt werden. Dies ist nach der Berufskrankheiten-Verordnung im Sozialgesetzbuch VII geregelt. Für Infektionen, die von Mensch zu Mensch übertragen werden, ist dies gemäß der Definition des Anhangs 1 der BKV lediglich bei Beschäftigten, die im „Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt“ waren, der Fall.

Bei Verdacht auf eine Berufskrankheit ist der behandelnde Arzt zur Meldung beim Unfallversicherungsträger verpflichtet. Der Betroffenen selbst kann den Verdacht ebenso selbst melden.

Für Beschäftigte anderer Branchen handelt es sich nach § 8 SGB VII um einen Arbeitsunfall, wenn die Infektion kausal auf einen Kontakt in der Arbeit zurückzuführen ist.

Eine entsprechende Meldung an den Unfallversicherungsträger muss in diesem Falle erfolgen.

Fragen zum Thema Stillen

Können Mütter ihre Kinder auch während der Corona-Pandemie stillen?

Die Weltgesundheitsbehörde und die Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut empfiehlen auch während der Corona-Pandemie zu stillen. COVID-19 wird bei bisherigem Wissenstand hauptsächlich über winzige Tröpfchen aus Mund und Rachen beim Niesen, Husten und Sprechen übertragen. Deshalb sollten Frauen, die sich mit Corona angesteckt haben, beim engen Kontakt mit ihrem Kind Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um ihr Baby zu schützen. Dazu gehören:

  • Gründliches Händewaschen, bevor und nachdem sie ihren Säugling anlegen,
  • Hände desinfizieren,
  • Mund und Nase mit einer medizinischen Maske bedecken.

Fragen zur Verpflegung in Kitas

Darf für die Kinder ein Frühstück in Buffetform zum Selbstbedienen bereitgestellt werden? Und wen ja, ist dann ein sogenannter „Spuckschutz“ notwendig?

Ein Frühstück in Buffetform zum Selbstbedienen ist möglich, sollte jedoch nur innerhalb einer Kita-Gruppe angeboten werden. Auf den Einsatz eines „Spuckschutzes“ kann verzichtet werden, eher sollten Kinder mit milden Krankheitszeichen wie Schnupfen ohne Fieber oder gelegentlichem Husten nicht am Buffet teilnehmen. Wichtig ist außerdem, dass die Entnahme unverpackter Speisen (z. B. Obst) so durchgeführt wird, dass das Infektionsrisiko nicht erhöht wird, z. B. kann sich jedes Kind nach dem Händewaschen selbst ein Stück Obst nehmen.

Muss das Personal eine Mund–Nasen-Bedeckung (MNB) und Handschuhe bei der Ausgabe tragen?

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) durch das Personal ist nach derzeitiger Rechtslage verpflichtend. Auf das Tragen von Einmalhandschuhen kann bei sorgfältiger Händehygiene verzichtet werden.

Dürfen Eltern Obst für alle Kinder in die Einrichtung mitbringen?

Das Mitbringen von Speisen ist weiterhin möglich, sofern die üblichen Empfehlungen um das Risiko für lebensmittelübertragbare Erkrankungen zu minimieren (z. B. Obst erst kurz vor dem Verzehr aufschneiden) eingehalten werden. Es empfiehlt sich jedoch mit den Eltern/Elternvertretern zu besprechen, ob ein Mitbringen von Speisen in der aktuellen Situation überhaupt erwünscht ist.

Ist pädagogisches Kochen mit Kindern erlaubt?

Pädagogisches Kochen und Backen innerhalb einer Gruppe ist erlaubt, aber nicht mit dem Küchenpersonal. Die zubereiteten Speisen sollten nur innerhalb der eigenen Gruppe verzehrt werden. Auch sollen die Kinder nicht untereinander probieren.

Wie wahrscheinlich ist die Übertragung des Virus durch von zu Hause mitgebrachtes Geschirr?

Grundsätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Besteck oder Geschirr gelangen und auf diesen festen Oberflächen eine Zeit lang infektiös bleiben. Eine Kontaktinfektion erscheint dann möglich, wenn das Virus über das Besteck oder über die Hände auf die Schleimhäute der Nase oder der Augen übertragen wird. Dem BfR sind jedoch bisher keine Infektionen mit SARS-CoV-2 über diesen Übertragungsweg bekannt. Als behüllte Viren, deren Erbgut von einer Fettschicht (Lipidschicht) umhüllt ist, reagieren Coronaviren empfindlich auf fettlösende Substanzen wie Alkohole und Tenside, die als Fettlöser in Seifen und Geschirrspülmitteln enthalten sind. Wenngleich für SARS-CoV-2 hierfür noch keine spezifischen Daten vorliegen, ist es wahrscheinlich, dass durch diese Substanzen die Virusoberfläche beschädigt und das Virus inaktiviert wird. Das gilt insbesondere auch dann, wenn im Geschirrspüler das Geschirr mit 60 Grad Celsius oder höherer Temperatur gereinigt und getrocknet wird.

Bei welcher Gradzahl wird das Virus inaktiviert?

Als Faustregel gilt: Das gleichmäßige und vollständige Erhitzen auf 70° bis 100° Grad reicht aus, um das Virus innerhalb weniger Minuten zu inaktivieren. Für niedrigere Temperaturen liegen teilweise nur wenige Daten vor: Bei 60°C wird das Virus in Abhängigkeit von der Proteineinbettung in 15-30 Minuten bis unter die Nachweisgrenze inaktiviert, bei 65°C werden 10 Minuten zur weitgehenden Inaktivierung benötigt.

Weitere Informationen finden Sie hier: RKI: Epidemiologischer Steckbrief zu SARSCoV-2 und COVID-19

Wenn die Eltern am Geburtstag einen Kuchen mit in die Kita schicken wollen, was ist alles zu beachten - bzw. was gibt es für Vorschriften?

Grundsätzlich ist das Mitbringen von Geburtstagskuchen und ähnlichen Speisen möglich. Dabei gelten die üblichen Empfehlungen um das Risiko für lebensmittelübertragbare Erkrankungen zu minimieren (nur durchgebackene Kuchen, keine Cremefüllung etc.). Es empfiehlt sich jedoch mit den Eltern/Elternvertretern zu besprechen ob ein Mitbringen von Speisen in der aktuellen Situation überhaupt erwünscht ist.

Ist es sinnvoll oder verpflichtend beim Kochen Einmal-Handschuhe zu tragen?

Wichtiger als das Tragen von Handschuhen ist das gründliche Händewaschen vor Arbeitsbeginn, nach jeder Pause und regelmäßig zwischen den Arbeitsgängen. Nach Arbeiten mit rohen Lebensmitteln sollten die Hände zusätzlich desinfiziert werden. Diese Empfehlungen sind unabhängig von der aktuellen Inzidenz.

Wann soll oder muss das Küchenpersonal einen Mundschutz/eine MNB tragen?

Bei der Ausgabe von Speisen muss eine MNB getragen werden. Nach derzeitiger Rechtslage hat Personal auf allen Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte eine MNB zu tragen. Darüber hinaus ist das Tragen einer MNB in allen Situationen notwendig, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicher eingehalten werden kann.

StMGP: Coronavirus: Rechtsgrundlagen - Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (bayern.de)

Sind Arbeitsflächen/Arbeitsgeräte jetzt immer mit Desinfektion zu reinigen?

Nein, es könne weiterhin die im Reinigungs- und Desinfektionsplan vorgesehenen Reinigungsmittel verwendet werden.

Fragen zur Verpflegung bei Kindergartenfesten

Können Kindergartenfeste wieder stattfinden und falls ja dürfen Eltern Lebensmittel mitbringen, Würstchen grillen, Waffeln backen oder ähnliches und diese an die Teilnehmer abgeben?

Ob und in welchem Umfang private und öffentliche Feiern möglich sind regelt die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) in ihrer jeweils gültigen Fassung. Da hier auch kurzfristig Änderungen möglich sein können, empfiehlt es sich, diese regelmäßig zu überprüfen und sich vorab bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde nach den lokalen Vorgaben zu erkundigen.

Werden Lebensmittel oder Speisen von Eltern oder anderen Personen in die KiTa mitgebracht und dort an beliebige Personen abgegeben, z. B. auf Sommerfesten, kann es sich nach Einschätzung der Kreisverwaltungsbehörde um eine öffentliche Veranstaltung handeln, bei der Vorgaben des EU-Hygienerechts und der Lebensmittelhygiene-Verordnung gelten. Der Veranstalter, hier die Kita, trägt ab Übernahme der Speisen bzw. der Lebensmittel die Verantwortung. Werden die mitgebrachten Speisen dagegen nur in der „eigenen“ Kindergruppe verzehrt, z. B. anlässlich eines Geburtstages, handelt es sich rechtlich um eine private Feier. Für die Unbedenklichkeit der Speisen sind dann die Eltern verantwortlich.

Fragen zur Verpflegung in Schulen

Dürfen Kinder selbst ihre Tabletts und Besteckteile aus dem Tablett- und Besteckwagen entnehmen? Dürfen Getränke selbst eingeschenkt werden?

Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege. Allerdings können Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden. (Quelle: BfR Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel und Gegenstände übertragen werden? - BfR (bund.de))Vor diesem Hintergrund können Schülerinnen und Schüler wieder selbst Tabletts, Besteck, Gläser und andere im Verpflegungsbetrieb übliche Gegenstände entnehmen. Auch das eigenständige Einschenken von Getränken oder die Entnahme von Speisen die in Buffetform angeboten werden, ist wieder möglich. Wichtig ist, dass hierbei die allgemeinen Hygieneregeln (u.a. regelmäßiges Händewaschen und Fernhalten der Hände aus dem Gesicht) eingehalten werden. Zusätzlich sollte jede Schülerin/jeder Schüler vor oder direkt nach dem Betreten des Speisesaals seine Hände sorgfältig waschen (oder falls dies nicht möglich ist desinfizieren). Es wird nachdrücklich empfohlen, dass alle Personen bis zur Einnahme des Sitzplatzes eine Maske tragen.

Können Trinkwasserspender in Schulen genutzt bzw. wieder in Betrieb genommen werden?

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es für eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, derzeit keine belastbaren Belege. Auch eine Übertragung durch eine Virus-Kontamination von Trinkgefäßen, wie zum Beispiel Trinkgläsern, in der Gastronomie auf eine andere Person ist bisher nicht nachgewiesen worden. Allerdings können Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden. (Quelle: BfR Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel und Gegenstände übertragen werden? - BfR (bund.de)) Eine Wiederinbetriebnahme der Wasserspender scheint möglich, wenn die Schüler in eine hygienegerechte Benutzung – (d. h. kein Kontakt zwischen Auslaufhahn und Trinkflasche) – unterwiesen werden. Die korrekte Entnahme von Trinkwasser könnte ggf. anfangs durch eine Aufsichtsperson angeleitet werden. Dies würde auch das Risiko einer Übertragung anderer Erreger (z. B. Noroviren), für welche ein fäkal-oraler Übertragungsweg nachgewiesen ist, reduzieren.
Frei zugängliche Wasser-Auslaufhähne sind sauber zu halten und gemäß Herstellerangaben zu reinigen bzw. desinfizieren. In der aktuellen Situation könnten hier die Reinigungs- und/oder Desinfektionsfrequenzen ggf. erhöht werden. Leitungsgebundene Wasserspender, die nicht in Betrieb sind (z. B. auch in den Ferien), bergen wasserhygienische Risiken. Es kann nicht nur zu Verkeimungen im Gerät kommen, unter Umständen können die Stagnation des Trinkwassers in der zuführenden Leitung und/oder eine Verkeimung des Geräts negative Auswirkungen auf die Trinkwasser-Installation des Gebäudes haben. Sind Wasserspender außer Betrieb, können wasserhygienische Risiken am einfachsten durch eine Simulation des bestimmungsgemäßen Betriebs (regelmäßige Wasserentnahme) in Form von Spülplänen minimiert werden. Es wird nachdrücklich empfohlen auf den Verkehrsflächen und in der Mensa weiterhin eine Maske zu tragen und bei Schlangenbildung vor dem Wasserspender auf Abstand zu achten.

Welche Vorgaben sind bei Pausenverkauf, Essensausgabe und Mensabetrieb weiterhin zu beachten?

Bei der Essenseinnahme soll auf eine blockweise Sitzordnung nach Klassen bzw. festen Gruppen geachtet werden. Die Einhaltung der Mindestabstände zwischen Personen unterschiedlicher Klassen bzw. fester Gruppen wird weiterhin empfohlen, dafür können auch weitere Räume bzw. Flächen genutzt werden. Die Verantwortlichen haben ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

Fragen zu Masken

Warum wird das Tragen von Masken weiterhin empfohlen?

Um andere und sich selbst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) zu schützen, ist das Tragen von medizinischen Gesichtsmasken in bestimmten Situationen vorgeschrieben. Masken schützen vor Tröpfcheninfektionen und reduzieren je nach Art der Maske den Ausstoß und die Aufnahme virushaltiger Aerosole.

Das Tragen von Gesichtsmasken ist deshalb ein integraler Baustein des AHA-Konzeptes (Abstand - Hygiene - Alltag mit Maske), das in Verbindung mit fachgerechtem Lüften dazu geeignet ist, das Infektionsrisiko in Innenräumen und in Situationen, in denen die Abstandsregeln nicht befolgt werden können nachhaltig zu senken.

Siehe dazu auch die Informationen des Robert Koch Institutes.

Welche Maskenarten gibt es?

Folgende Arten von Gesichtsmasken werden am häufigsten zum Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion eingesetzt:

  • Mund-Nasen-Bedeckung (MNB)
  • Medizinische Gesichtsmaske / Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS)
  • FFP-Maske

Sie unterscheiden sich u. a. in ihrer Schutzwirkung hinsichtlich Eigen- und Fremdschutz. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Fragen zu PSA und Medizinprodukten

An wen können Rückfragen zu Beschaffung und ggf. dem Vertrieb von PSA gerichtet werden?

Da es sich hierbei um Fragen der Marktüberwachung handelt, wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Gewerbeaufsicht ihres Regierungsbezirks.

Kontakt zur Bayerischen Gewerbeaufsicht

Können Bedarfsträger wie z. B. eine Arztpraxis direkt beim Pandemiezentrallager Bayern (PZB) bestellen?

Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre Kreisverwaltungsbehörde oder an Ihr Gesundheitsamt (evtl. ist es auch sinnvoller, die Masken selbständig zu beschaffen). Wir bitten um Verständnis!

Dürfen gesperrte Waren bzw. vorsorglich gesperrte Waren an das Pandemiezentrallager zurückgeschickt werden?

Eine Rücksendung kann nur nach vorheriger Absprache mit dem PZB erfolgen.

Kontakt PZB:
Tel.: 089- 6933 732 0
E-Mail: pandemiezentrallager@lgl.bayern.de

Wo finde ich weitere Informationen?

Informationen bezüglich der Qualität von Bundesmasken:

Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen zu Maskenlieferungen des Bundes direkt an die Service Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) unter Tel.: +49 (0) 30 25471 16831

Informationen zur Kennzeichnung von Masken:

BAuA: Kennzeichnung von Masken aus USA, Kanada, Australien/Neuseeland, Japan, China und Korea

Erläuterung zu RAPEX:

BAuA: RAPEX - Rapid Exchange of Information System

Prüfnormen-Vergleich Filterschutzmasken FFP2 nach DIN EN 149 mit chinesischer Norm GB 2626-2006 (KN95):

Fragen zur Desinfektion

Welche Desinfektionsmittel sind gegen das neue Coronavirus wirksam?

Zur Desinfektion können alle Mittel mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" verwendet werden. Mittel, deren Wirksamkeit für die oben genannten Wirkungsbereiche nachgewiesen sind, können der Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren oder der Desinfektionsmittel-Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene entnommen werden. Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist ausschließlich die RKI-Liste heranzuziehen.

Was ist hinsichtlich der Desinfektion in den Lebensmittelbetrieben zu beachten?

Gegenstände, Armaturen und Ausrüstungen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen gründlich gereinigt und erforderlichenfalls desinfiziert werden. Die Reinigung und die Desinfektion muss so häufig erfolgen, dass kein Kontaminationsrisiko besteht. Im Regelfall ist davon auszugehen, dass im Bereich der Lebensmittelproduktion eine gründliche und umfassende Reinigung auch für Flächen mit Lebensmittelkontakt ausreichend ist, sofern nicht die Gefahr besteht, dass ein Eintrag pathogener Mikroorganismen in verzehrsfertige Lebensmittel erfolgt. Die in vielen Lebensmittelbetrieben durchgeführten Desinfektionsmaßnahmen geben im Alltag eine zusätzliche Sicherheit, sind aber unter der Voraussetzung einer umfassenden und nachhaltigen Reinigung im Ausnahmefall nicht zwingend erforderlich.
Eine Desinfektion von Flächen, Gegenständen, Armaturen und Ausrüstungen, die keinen direkten Kontakt mit (verzehrsfertigen) Lebensmitteln haben (z. B. Wände, Decken, Fußböden, Gullys), ist nach einer gründlichen Reinigung nicht zwingend erforderlich. Insofern kann hierauf in der derzeitigen Situation verzichtet werden.
Bei Flächen, Gegenständen, Armaturen und Ausrüstungen, bei denen Kontakt mit Rohware (z. B. rohes Fleisch, Rohmilch) besteht, bei der im Rahmen der Be- und Weiterverarbeitung sichergestellt ist, dass sie einem Verarbeitungsschritt unterzogen wird, der pathogene Mikroorganismen sicher abtötet, ist ebenfalls bei einer gründlichen Reinigung eine anschließende Desinfektion entbehrlich.
Bei Flächen, Gegenständen, Armaturen und Ausrüstungen, bei denen Kontakt mit verzehrsfertigen Lebensmitteln besteht, sollte derzeit, sofern der Betrieb für diese Bereiche eine Desinfektion vorgesehen hat, auf diese nicht verzichtet werden.

Wie soll mit nicht benötigten Mengen an Desinfektionsmitteln umgegangen werden?

Die Kreisverwaltungsbehörden können rechtzeitig vor Ablauf des MHD der Desinfektionsmittel in eigener Zuständigkeit versuchen, andere Bedarfsträger (z. B. Vereine, Pflegeheime, etc.) zu identifizieren und die Abgabe dorthin veranlassen. Ggf. kann eine kostengünstige/kostenlose Abgabe an die Gastronomie erwogen werden, um eine kostenpflichtige Entsorgung zu vermeiden. Ansonsten ist für abgelaufenes Desinfektionsmittel in eigener Zuständigkeit eine Entsorgung zu veranlassen.

Entsorgungshinweise zu den Desinfektionsmitteln sind der Hersteller-Website und ggf. den beiliegenden Produktinformationen zu entnehmen.

Fragen zur Diagnostik

Wie wird das neue Coronavirus SARS-CoV-2 mittels PCR nachgewiesen?

Goldstandard für den Nachweis des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ist der molekularbiologische Nachweis mittels einer speziellen PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion). Empfohlen sind Dual-Target-Systeme, d. h. in einem Testdurchgang werden 2 verschiedene Genabschnitte aus dem Virusgenom detektiert. Die Diagnostik ist am LGL und bei privaten Labordienstleistern bzw. Universitätslaboren etabliert. Die Durchführung der Diagnostik erfolgt am LGL ausschließlich im Auftrag des Gesundheitsamts. Niedergelassene Ärzte lassen die Diagnostik bei einem Labordienstleister durchführen.

Was versteht man unter einem Antigen-Schnelltest ?

Bei einem Antigen-Schnelltest werden mit Hilfe spezifischer Antikörper Oberflächenstrukturen, meist Virusproteine (=Antigen) des Virus nachgewiesen. Es handelt sich also um einen direkten Virusnachweis, der in seiner Aussage mit dem PCR-Verfahren zum Nachweis von Virusnukleinsäuren gleichzusetzen ist. Antigenschnellteste weisen aber eine geringere Sensitivität als der PCR-Nachweis auf, so dass im Antigen-Schnelltest erst bei einer höheren Viruslast ein positives Ergebnis zu erwarten ist.

Was sind Selbsttests?“

Bei Selbsttests (Antigenschnelltest zur Laienanwendung) wird im Gegensatz zur PCR kein Virus-Erbgut, sondern Virus-Proteine nachgewiesen. Als Probe dient hierbei z. B. ein Nasen-Rachen-Abstrich.

Antigen-Schnelltests können direkt vor Ort angewendet und ausgewertet werden, es ist keine Geräteanalyse in einem Labor nötig.

Das Ergebnis eines Antigen-Schnelltests liegt bereits innerhalb von weniger als 30 Minuten vor.

Wie erfolgt die Probennahme zur labordiagnostischen Abklärung?

Wenn möglich sollte Probenmaterial aus den oberen und tiefen Atemwegen entnommen werden. Als Probenmaterial aus den tiefen Atemwegen eignen sich:

  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert)
  • Trachealsekret
Als Probenmaterial aus den oberen Atemwegen eignen sich:
  • Nasopharynx-Abstrich, -Spülung oder -Aspirat
  • Oropharynx-Abstrich

Werden Oro- und Nasopharynx abgestrichen, sollten die Tupfer in einem Medium-Röhrchen vereinigt werden, um die Nachweiswahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Bei Abstrichen ist zu beachten, dass für den Virusnachweis geeignete Tupfer verwendet werden ("Virustupfer" mit flüssigem Transportmedium verwenden - keine Bakterientupfer mit agarhaltigen Transportmedien).
Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich nach Entnahme erreichen. Erfolgt dies voraussichtlich innerhalb von 72 Stunden, kann die Probe bei 4°C gelagert und wenn möglich gekühlt versendet werden.
Die PCR-Diagnostik zum Nachweis des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ist am LGL etabliert und wird bei begründeten Verdachtsfällen ausschließlich im Auftrag der Gesundheitsämter durchgeführt.

Wann besteht ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2?

Begründete Verdachtsfälle sind:

  1. Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn bei ALLEN Patienten unabhängig von Risikofaktoren
  2. Personen mit Kontakt zu einem bestätigtem COVID-19 Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome
  3. Personen mit klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtung/Krankenhaus

Sollte bei Erkältungssymptomen routinemäßige auf SARS-CoV-2 getestet werden?

Eine Testung auf SARS-CoV-2 wird bei allen Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn unabhängig von Risikofaktoren empfohlen.

Was unternimmt der Arzt in der Praxis bei einem Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion?

Wenn die RKI-Definition auf einen begründeten Verdachtsfall erfüllt ist, sollte

  • der Patient möglichst in einem eigenen Praxiszimmer isoliert werden,
  • der Patient Mund-Nasen-Schutz anziehen,
  • das medizinische Personal Schutzkittel, Handschuhe, zumindest Mund-Nasen-Schutz, besserFFP2-Masken und ggf. Schutzbrille anlegen,
  • das zuständige Gesundheitsamt verständigt werden.

Weitere Maßnahmen wie z. B. die Probennahme zur Abklärung einer Coronavirus-Infektion und weitere Absonderungsmaßnahmen erfolgen dann nach Maßgabe des Gesundheitsamts.

Fragen zum öffentlichen Leben

Gibt es Beschäftigungsverbote für schwangere Frauen im Hinblick auf Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter mit COVID-19-Infektionen (COVID-19-Fall) bzw. begründeten Verdachtsfällen?

Aktuelle Informationen zu Mutterschutz und Corona finden Sie hier.

Können sich Haustiere mit SARS-CoV-2 infizieren und die Erkrankung auf Menschen übertragen?

Bisher gibt es in der wissenschaftlichen Literatur keine Belege für eine Übertragung von SARS-CoV-2 zwischen Mensch und Haustier. Neuere Hinweise lassen es aber möglich erscheinen, dass Haustiere ohne selbst zu erkranken das Virus ausscheiden und potentiell als Überträger in Frage kommen. Beim Umgang mit Haustieren von bestätigten Fällen sollte daher ein Kontakt zwischen dem Gesicht und der Schnauze des Haustieres, insbesondere auch ein Belecken von Gesicht und Händen vermieden werden. Ebenso sollten nach dem Umgang mit Haustieren von bestätigten Fällen Berührungen des Gesichts (insbesondere Nase, Mund, Augen) mit ungewaschenen Händen unterlassen werden. Die Hände sind unmittelbar gründlich mit Wasser und Seife zu waschen.
Unabhängig davon ist die Einhaltung von Hygieneempfehlungen beim Umgang mit Haustieren, wie häufiges Händewaschen, Vermeidung von Gesicht-Schnauze-Kontakt und Fernhalten von Haustieren von Lebensmitteln sinnvoll, da so grundsätzlich das Risiko, Erreger zwischen Mensch und Haustier zu übertragen, verringert wird.

Was müssen Träger der Angebote zur Unterstützung im Alltag (AUA) beachten?

Die geltenden Maßnahmen lassen den Betrieb der Angebote zur Unterstützung im Alltag weiterhin zu. Das gilt sowohl für Angebote in der Häuslichkeit der Pflegebedürftigen (zum Beispiel Helferkreise, haushaltsnahe Dienstleistungen und Alltags- und Pflegebegleiter) als auch für Angebote in Gruppenform (zum Beispiel Betreuungsgruppen, Tagesbetreuung in Privathaushalten und Angehörigengruppen).
Wie für alle Dienstleistungsbetriebe gilt auch für die Angebote zur Unterstützung im Alltag, dass

  • ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist,
  • eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss sowie ein Schutz- und Hygienekonzepts vom Träger erstellt werden muss.
  • Pflegebedürftige, denen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich beziehungsweise unzumutbar ist, sind von der Trageverpflichtung befreit.
  • Gruppenangebote sollten in möglichst kleinen und fest zusammengesetzten Gruppen durchgeführt werden. Die Gäste, insbesondere Menschen mit Demenz, sollten unter Wahrung des Mindestabstands ihren Bewegungsdrang ausleben können. Kleinere Gruppengrößen können dazu beitragen, genügend individuellen Bewegungsraum zu ermöglichen.

Fragen zu Tieren

Warum wurde eine Meldepflicht für SARS-CoV-2-Infektionen bei Tieren eingeführt?

Untersuchungen aus verschiedenen Ländern deuten darauf hin, dass sich bestimmte Tierarten ebenfalls mit SARS-CoV-2 infizieren können. Insgesamt sind derzeit weltweit nur wenige Fälle bei Tieren bekannt. Neben einzelnen Hauskatzen, Zoo-Tigern oder Löwen waren unter den infizierten Tieren auch Nerze und Frettchen. Hunde und landwirtschaftliche Nutztiere scheinen für die Infektion dagegen wenig empfänglich zu sein. Übertragungen von SARS-CoV-2 von Nerzen auf den Menschen in Dänemark und den Niederlanden sowie der Nachweis eines mutierten SARS-CoV-2 in Nerzfarmen in Dänemark zeigt die Notwendigkeit, die Rolle von Tieren bei der Epidemiologie der SARS-CoV-2-Infektionen zu beobachten und besser zu verstehen. Bei der SARS-CoV-2-Pandemie ist zwar die Übertragung von Mensch zu Mensch ausschlaggebend für die Ausbreitung, um jedoch Informationen zur Übertragung, Vorkommen und Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen bei Tieren zu erhalten, müssen künftig alle Fälle von SARS-CoV-2-Infektionen bei vom Menschen gehaltenen Tieren den Veterinärämtern gemeldet werden. Durch die Meldepflicht sollen eine Übersicht über Vorkommen und Ausbreitung dieser Infektion und weitergehender Kenntnisse zur Epidemiologie gewonnen werden. Diese Informationen sollen dazu beitragen, Risiken in Bezug auf die Gesundheit von Tier und Mensch frühzeitig zu erkennen. SARS-CoV2-Infektionen sind seit Anfang Juli 2020 meldepflichtig.

Was ist eine Meldepflicht für Tierkrankheiten?

Meldepflichtige Tierkrankheiten sind auf Tiere übertragbare Krankheiten, deren Auftreten und Verbreitung beobachtet werden. Es soll ein ständiger Überblick darüber gewonnen werden, wo und wie häufig diese Infektionskrankheiten auftreten. Das Auftreten dieser Krankheiten muss daher bei den zuständigen Behörden (Veterinärämtern) gemeldet werden. Meldepflichtige Tierkrankheiten werden im Gegensatz zu anzeigepflichtigen Tierseuchen nicht mit staatlichen Maßnahmen bekämpft. Gesetzliche Grundlage für die Meldepflicht für Tierkrankheiten ist das Tiergesundheitsgesetz bzw. die der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten. SARS-CoV-2- Infektionen sind seit Anfang Juli 2020 meldepflichtig.

Wann erfolgt die Untersuchung eines Haustieres auf SARS-CoV-2?

Eine Untersuchung kann bei epidemiologischem Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2 Infektion/COVID-19-Erkrankung des Menschen sinnvoll sein. Eine solche Untersuchung kann auf Wunsch des Tierhalters erfolgen, es besteht für Haustierhalter aber keine Pflicht, ihre Tiere testen zu lassen. Falls SARS-CoV-2-infizierte Tierhalter eine Labortestung der eigenen empfänglichen Haustiere wünschen, sollte die Probennahme und die Untersuchung in Abstimmung mit dem zuständigen Veterinäramt erfolgen. Der Tierhalter trägt die Kosten für die SARS-CoV-2-Testung. Die Probenahme sollte durch eine dafür qualifizierte und entsprechend geschützte Person vor Ort durchgeführt werden. Der Nachweis erfolgt analog zum Menschen mittels PCR. Eine Testung von Tieren ohne epidemiologischen Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2 Infektion/COVID-19-Erkrankung des Menschen ist nicht sinnvoll.

Wer ist zur Meldung einer SARS-CoV-2-Infektion eines Tieres verpflichtet, was muss gemeldet werden und wann erfolgt die Meldung?

Zur Meldung verpflichtet sind Tierärzte sowie Leiter von Veterinäruntersuchungsämtern, Tiergesundheitsämtern und sonstiger öffentlicher oder privater Untersuchungsstellen. Von der Meldepflicht erfasst werden positive Befunde für alle vom Menschen gehaltenen Tiere (einschließlich Zootiere) sowie von wildlebenden Klauentieren, die in Gehegen zum Zwecke der Gewinnung von Fleisch für den menschlichen Verzehr gehalten werden. Die Meldung einer SARS-CoV-2-Infektion eines Tieres umfasst das Datum der Feststellung, die betroffene Tierart, die betroffene Tierhaltung und den betroffenen Kreis oder die kreisfreie Stadt. Der Tierarzt oder das Labor melden den Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion bei Haustieren an die zuständige Behörde (Veterinäramt), welche die Meldungen wiederum an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über das sog. Tierseuchen-Nachrichten-System (TSN) weitergibt.

Was passiert, wenn ein Haustier positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde?

In Übereinstimmung mit der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) wird das Übertragungsrisiko von empfänglichen Haustieren auf den Menschen als gering angesehen. Ein infiziertes Tier sollte für 14 Tage (analog zum Vorgehen bei Menschen) möglichst isoliert gehalten werden. Personen mit engem Kontakt zu dem Tier stellen Kontaktpersonen der Kategorie II dar.

Informationen über die Verhaltensweise als Kategorie II Person sind beim Gesundheitsamt und auf der Webseite des Robert Koch Instituts erhältlich:

Informationen zum Umgang mit empfänglichen oder infizierten Haustieren sind beim zuständigen Veterinäramt und auf der Webseite des Friedlich-Loeffler-Instituts erhältlich:

Was passiert mit meinem Haustier, wenn ich selbst an COVID-19 erkrankt bzw. mit SARS-CoV-2 infiziert bin?

Personen, die an COVID-19 erkrankt bzw. mit SARS-CoV-2 infiziert sind, sollten möglichst keinen engen Kontakt zu Haustieren, insbesondere Katzen und Frettchen haben. Haustiere, die mit einem Menschen, bei dem eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, im selben Haushalt leben und daher wahrscheinlich dem Virus ausgesetzt waren, sollten während der häuslichen Isolierung des infizierten Menschen im Haushalt verbleiben. Wenn möglich sollte sich ein anderes, nicht infiziertes/erkranktes Haushaltsmitglied um das Tier kümmern. Unkontrollierter Freigang und Kontakt mit Menschen und Tieren aus anderen Haushalten sollten in jedem Fall unterbleiben. Dies gilt insbesondere für Katzen und Frettchen.

Es sollte möglichst vermieden werden, dass durch Abgabe der Tiere das Virus in andere Haushalte oder beispielsweise Tierheime oder Tierpensionen verbreitet wird. Ist eine Versorgung durch Verwandte, Freunde oder Nachbarn nicht möglich, sollte in Absprache mit dem Veterinäramt eine dem Wohl der Tiere Rechnung tragende Lösung gefunden werden.

Können Haustiere, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, das Virus auf den Menschen übertragen?

Bisher gibt es in der wissenschaftlichen Literatur keine Belege für eine Übertragung von SARS-CoV-2 vom Haustier auf den Menschen. Nach den bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Hinweise darauf, dass Haustiere eine Rolle im Infektionsgeschehen von SARS-CoV-2 spielen und insbesondere keinen Hinweis darauf, dass Haustiere wie Hund und Katze das Virus auf Menschen übertragen können. Beim Umgang mit Haustieren gelten ganz grundsätzliche Hygieneempfehlungen wie Händewaschen vor und nach Kontakt mit den Tieren und die Vermeidung von engem Kontakt zu den Tieren, um unabhängig von SARS-CoV-2 das Risiko einer Erregerübertragung zwischen Mensch und Haustier zu minimieren.

Weiterführende Informationen zum Umgang mit infizierten Haus- und Nutztieren finden sich auf der Internetseite des Friedrich-Loeffler-Instituts unter www.fli.de.