Coronavirus – FAQs

Was sind Coronaviren?

Coronaviren sind behüllte RNA-Viren, die über ein breites Wirtsspektrum verfügen, zu dem Säugetiere, Vögel und Menschen gehören. Eine bestimmte Gruppe, die β-Coronaviren, können vom Tier auf den Menschen übertragen werden und beim Menschen auch schwerer verlaufende Erkrankungen auslösen.

Welche Krankheiten lösen Coronaviren aus?

Coronaviren verursachen gemeinhin Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege. Manche β-Coronaviren verursachen zoonotische Infektionen, d. h. sie werden von Tieren auf Menschen übertragen und können beim Menschen auch schwer verlaufende Infektionen, meist der Atemwege, wie z. B. MERS und . SARS auslösen. Auch das neue Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2) gehört zu den β-Coronaviren.

Was ist zum gegenwärtigen Ausbruchsgeschehen bekannt?

Am 31.12.2019 berichtete die städtische Gesundheitskommission von Wuhan erstmals über einen Ausbruch von Pneumonien in der chinesischen Metropole Wuhan, Provinz Hubei in China. Der Ausgangspunkt des 2019-nCoV (SARS-CoV-2)-Ausbruchs scheint ein am 01.01.2020 geschlossener Fischmarkt in Wuhan zu sein, wo außer Fischen auch andere Tiere wie Geflügel, Fledermäuse und Wildtiere verkauft werden. Als Auslöser dieser Virus-Pneumonien wurde am 07.01.2020 das neuartige Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2) identifiziert. Das tierische Reservoir dieses Virus ist bisher noch unbekannt.

In welchen Ländern gibt es Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV?

Der Großteil der erkrankten Fälle wird nach wie vor aus der Stadt Wuhan und der Provinz Hubei berichtet, dennoch hat sich das Virus mittlerweile auf eine Vielzahl chinesischer Provinzen ausgebreitet. Einzelne Fälle sind auch außerhalb Chinas in Deutschland, Thailand, Singapur, Frankreich, Malaysia, Japan, Südkorea, den USA, Vietnam, Nepal und Australien, Kambodscha, Kanada und Sri Lanka aufgetreten.

Kommt das neue Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2) auch in Bayern vor?

Auch in Bayern wurde mittlerweile bei 14 Patienten eine Infektion mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2) nachgewiesen. Neun Patienten sind Arbeitskollegen, die bei einer Firma im Landkreis Starnberg beschäftigt sind, fünf sind nahe Familienangehörige dieser Patienten. Die Infektion erfolgte durch eine chinesische Kollegin aus Shanghai im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung. Die chinesische Kollegin hatte sich ihrerseits vor ihrer Reise nach Bayern mutmaßlich bei ihren Eltern angesteckt, die aus der Stadt Wuhan stammen. Auch diese Infektkette ist also auf die Stadt Wuhan zurückzuführen.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2) ?

Die klinischen Symptome einer Infektion mit 2019-nCoV (SARS-CoV-2) umfassen nach derzeitigem Stand Fieber, Husten, Atembeschwerden und Kurzatmigkeit. Schwerere Erkrankungen verlaufen als Pneumonie oder akutes Lungenversagen (acute respiratory distress syndrome, ARDS). In wenigen Einzelfällen kann die Erkankung tödlich enden. Schwerere Erkrankungsverläufe und Todesfälle scheinen nach derzeitigem Erkenntnisstand vor allem bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen vorzukommen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine spezifische Therapie existiert nicht. Die Therapie erfolgt somit abhängig von der Schwere der Erkrankung symptomatisch.

Wie lässt sich eine Grippe von einer Infektion mit 2019-nCoV (SARS-CoV-2) unterscheiden?

Da die Symptome sehr ähnlich sind, ist eine Unterscheidung ohne weitergehende Untersuchungen kaum möglich. Laut RKI besteht gegenwärtig in Deutschland nur ein geringes Risiko, sich mit 2019-nCoV (SARS-CoV-2) zu infizieren. Symptome wie Husten, Fieber oder Atembeschwerden werden viel wahrscheinlicher von einer Grippe oder einer Erkältungskrankheit verursacht. Um eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzuschränken, ist es dennoch sehr wichtig, begründete Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen, zu isolieren und labordiagnostisch abzuklären.

Ist ein Impfstoff gegen das neuen Coronavirus 2019-nCoV verfügbar?

Ein Impfstoff gegen das neue Coronavirus 2019-nCoV ist gegenwärtig nicht verfügbar.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird die Inkubationszeit mit bis zu 14 Tagen angegeben.

Wird das neue Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2) auch von Mensch zu Mensch übertragen?

Das neue Coronavirus 2019-nCoV ist bei engem Kontakt prinzipiell von Mensch zu Mensch übertragbar. Es wurden mittlerweile auch einzelne Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die offenbar noch keine Symptome gezeigt hatten. Wie bei anderen Atemwegs-Erregern ist, ist eine Übertragung durch Schmierinfektion denkbar. Erreger auf den Händen gelangen dabei auf die Schleimhäute von Nase oder Auge und können so zu einer Infektion führen.

Welche Maßnahmen werden am Flughafen ergriffen?

An allen Flughäfen in Deutschland und somit auch am Flughafen München stehen Informationsmaterialien zu COVID-2019 auf Deutsch, Englisch und Mandarin bereit. Die Fluggäste erfahren so, wie sie sich bei einer Ein- oder Ausreise zu verhalten haben. Zudem steht den ankommenden und abfliegenden Passagieren eine extra eingerichtete Telefon- und Mailhotline zur Verfügung.
Einreisenden aus China wird im Flugzeug eine Fluggast-Aussteigekarte (Passenger Location Card, PLC) ausgehändigt. Auf dieser PLC müssen die Einreisenden ihre Kontaktdaten und die Kontaktdaten eventueller Mitreisender angeben. Sie müssen auch Fragen beispielsweise zum Gesundheitszustand und Aufenthaltsort in China beantworten. Am Zielflughafen wird dann entschieden, ob weitere Maßnahmen, zum Beispiel ein Abstrich und bei positivem Ergebnis ein Klinikaufenthalt, notwendig sind.

Wie schütze ich mich vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2)?

Die üblichen Hygieneempfehlungen beim Vorliegen von infektiösen Atemwegserkrankungen, wie z. B. Grippe schützen auch vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2):

  • Abstand halten und engen Kontakt mit Personen, die an einer Atemwegsinfektion erkrankt sind, meiden.
  • Häufiges Händewaschen
  • Beim Niesen und Husten Mund und Nase mit der Armbeuge abdecken.
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Was unternimmt der Arzt in der Praxis bei einem Verdacht auf eine 2019-nCoV-Infektion?

Wenn dieRKI-Definition auf einen begründeten Verdachtsfall erfüllt ist, sollte

  • der Patient möglichst in einem eigenen Praxiszimmer isoliert werden;
  • der Patient Mund-Nasen-Schutz anziehen;
  • das medizinische Personal Schutzkittel, Handschuhe, zumindest Mund-Nasen-Schutz, besser FFP2-Masken und ggf. Schutzbrille anlegen;
  • das zuständige Gesundheitsamt verständigt werden;
Weitere Maßnahmen wie z. B. die Probennahme zur Abklärung einer Coronavirus-Infektion und weitere Absonderungsmaßnahmen erfolgen dann nach Maßgabe des Gesundheitsamts.

Wie erfolgt die Probennahme zur labordiagnostischen Abklärung?

Wenn möglich sollte Probenmaterial aus den oberen und tiefen Atemwegen entnommen werden. Als Probenmaterial aus den tiefen Atemwegen eignen sich:

  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert)
  • Trachealsekret
Als Probenmaterial aus den oberen Atemwegen eignen sich:
  • Nasopharynx-Abstrich, -Spülung oder -Aspirat
  • Oropharynx-Abstrich

Werden Oro- und Nasopharynx abgestrichen, sollten die Tupfer in einem Medium-Röhrchen vereinigt werden, um die Nachweiswahrscheinlichkeit zu erhöhen.

Bei Abstrichen ist zu beachten, dass für den Virusnachweis geeignete Tupfer verwendet werden ("Virustupfer" mit flüssigem Transportmedium verwenden - keine Bakterientupfer mit agarhaltigen Transportmedien).

Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich nach Entnahme erreichen. Erfolgt dies voraussichtlich innerhalb von 72 Stunden, kann die Probe bei 4°C gelagert und wenn möglich gekühlt versendet werden.

Die PCR-Diagnostik zum Nachweis des neuen Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2) ist am LGL etabliert und wird bei begründeten Verdachtsfällen ausschließlich im Auftrag der Gesundheitsämter durchgeführt.

Es wird darüber hinaus empfohlen, Serumproben abzunehmen und zu asservieren, bis ein serologischer Nachweis zur Verfügung steht.

Sollte bei Erkältungssymptomen routinemäßige auf 2019-nCoV getestet werden?

Eine routinemäßige 2019-nCoV-Diagnostik ist unnötig und daher nicht sinnvoll. Eine Testung auf das neue Coronavirus 2019-nCoV ist nur bei begründeten Verdachtsfällen sinnvoll, die eine entsprechende respiratorische Symptomatik entwickeln.

Patienten, die die oben genannten Kriterien für einen Verdachtsfall nicht erfüllen (auch besorgte Reiserückkehrer) werden gemäß der in der Praxis üblichen Standards untersucht und behandelt.

Wer ist der Ansprechpartner für Ärzte bei Unklarheiten?

Ansprechpartner ist das zuständige Gesundheitsamt. Eine Gesundheitsamt-Suche nach PLZ ist unter https://tools.rki.de/plztool/ möglich.

Wann besteht ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2)?

Ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2) besteht nur bei Personen mit

  • klinischem oder radiologischem Hinweis auf eine akute Infektion der unteren Atemwege und einem Aufenthalt in einem Risikogebiet bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn.
  • akuter respiratorischer Symptomatik beliebiger Schwere und Kontakt zu einem bestätigten 2019-nCoV-Fall bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn.

Wie wird das neue Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2) nachgewiesen?

Das neue Coronavirus 2019-nCoV (SARS-CoV-2) wird molekularbiologisch mittels einer speziellen PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) nachgewiesen. Die Diagnostik ist am LGL etabliert. Die Durchführung der Diagnostik ist derzeit nur für begründete Verdachtsfälle sinnvoll und erfolgt ausschließlich im Auftrag des Gesundheitsamts.

Besteht eine gesetzliche Meldepflicht?

Mit einer seit 01.02.2020 geltenden Verordnung (CorViMV) werden Verdacht bzw. Erkrankung oder Tod in Bezug auf eine Infektion mit 2019-nCoV (SARS-CoV-2) meldepflichtig nach §6 Abs. 1 Satz 1 Nummer 1 des IfSG. Die Erkrankung ist auch dann zu melden, wenn der Verdacht bereits gemeldet wurde. Ebenso ist zu melden, wenn sich der Verdacht nicht bestätigt hat.
Der direkt oder indirekte Nachweis von 2019-nCoV (SARS-CoV-2) ist nach § 7 Absatz 1 Satz 1 IfSG meldepflichtig.

Geht eine Gefahr von Lieferungen oder Paketsendungen aus China aus?

Aufgrund der bisher bekannten Übertragubgswege und da das Virus nach derzeitigem Kenntnisstand nicht lang haltbar und auch nicht sehr leicht übertragbar ist, ist nach derzeitiger fachlicher Einschätzung ein Infektionsrisiko über Warensendungen aus China unwahrscheinlich.

Wie wird die Übertragbarkeit des neuartigen Coronavirus über Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände eingeschätzt?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt zu dem Schluss, dass eine Übertragung des Erregers über Lebensmittel auf den Menschen nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand unwahrscheinlich ist. Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen über den Kontakt mit Produkten, Bedarfsgegenständen oder durch Lebensmittel gibt es, auch beim aktuellen Ausbruch, bisher nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand keine Belege. Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Fleisch und Fleischprodukten sollten grundsätzlich eingehalten werden, auch im Hinblick auf andere möglicherweise enthaltene Krankheitserreger. Das Virus ist hitzeempfindlich. Ein etwaiges Risiko kann durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich verringert werden.

Welche Desinfektionsmittel sind gegen das neue Coronavirus wirksam?

Zur Desinfektion können alle Mittel mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" verwendet werden. Mittel deren Wirksamkeit für die oben genannten Wirkungsbereiche nachgewiesen sind, der Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren oder der Desinfektionsmittel-Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene entnommen werden. Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist die RKI-Liste heranzuziehen.

Was muss ich bei Reisen nach China beachten?

Vor Reisen nach China sollten die Reisehinweise bzw. Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes beachtet werden.