Coronavirus – FAQs

Allgemeine Fragen

Was gilt ab dem 11. Januar 2021?

Die derzeit in Bayern geltenden Infektionsschutzmaßnahmen werden über den 10. Januar 2021 hinaus bis zunächst 14. Februar 2021 verlängert. Darüber hinaus gelten folgende weitere Maßnahmen:

  • Private Zusammenkünfte werden nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Abweichend davon ist die wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung für Kinder unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften zulässig, wenn sie Kinder aus höchstens zwei Hausständen umfasst
  • Kinder unter 14 Jahren, die einem Hausstand angehören, werden künftig mitgezählt. Außer Betracht bleiben jedoch weiterhin Kinder mit einem Alter bis einschließlich drei Jahren.
    Die bisherige Regelung dazu, dass ein weiterer Hausstand besucht werden darf, sofern die Personenzahl von 5 nicht überschritten wird, gilt nicht fort. Zwei Hausstände, die beide aus mehr als einer Person bestehen, dürfen sich vorerst nicht mehr treffen.

Die Beschränkung gilt ausdrücklich dann nicht, wenn im Zusammenhang mit der Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts (§ 2 Satz 2 Nr. 7 der 11. BayIfSMV), der Begleitung Sterbender oder der Teilnahme an Beerdigungen im engsten Familien- und Freundeskreis (§ 2 Satz 2 Nr. 9 der 11. BayIfSMV) mehr als eine haushaltsfremde Person getroffen werden soll.

Eine weitere Ausnahme ist für die wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftlich organisierten Betreuungsgemeinschaften vorgesehen. Diese ist dann zulässig, wenn sie Kinder aus höchstens zwei Hausständen umfasst.

Die Regelung zur nächtlichen Ausgangssperre in § 3 der 11. BayIfSMV besteht weiterhin. Diesbezüglich ändert sich die Rechtslage nicht.

  • In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 200 Fällen pro 100.000 Einwohner sind touristische Tagesausflüge über einen Umkreis von 15 Kilometern um den Wohnort (d.h. die politische Gemeinde) hinaus untersagt.
  • Betriebskantinen werden geschlossen, wo immer die Arbeitsabläufe es zulassen. Zulässig bleibt die Abgabe von mitnahmefähigen Speisen und Getränken. Verzehr vor Ort ist untersagt.

Was sind Coronaviren?

Coronaviren sind behüllte RNA-Viren, die über ein breites Wirtsspektrum verfügen, zu dem Säugetiere, Vögel und Menschen gehören. Eine bestimmte Gruppe, die β-Coronaviren, können vom Tier auf den Menschen übertragen werden und beim Menschen auch schwerer verlaufende Erkrankungen auslösen.

Was ist eine „Variante“ und was ist eine „Mutation“?

Eine Mutation bedeutet die Veränderung des Genoms an einer Nukleotid/Basenpaar-Stelle. Eine Variante bedeutet eine Linie von SARS-CoV-2, die sich von anderen Linien/Varianten durch ihr Mutationsprofil unterscheidet. I.d.R. unterscheiden sich Varianten durch mehrere Mutationen an verschiedenen Stellen des Virusgenoms.

Wie verbreitet sind die neuen Varianten?

Aktuell ist besonders die Dynamik der Verbreitung von zwei Varianten (aus Großbritannien - Variante B.1.1.7 und aus Südafrika - Variante B.1.351) in einigen Staaten besorgniserregend. Man befürchtet eine leichtere Übertragbarkeit, was in letzter Konsequenz eine stärkere Belastung des Gesundheitssystems zur Folge hätte. Wir weisen auch darauf hin, dass diese sog. VOC-Varianten (VOC = „Variants of Concern“) keine abgeschlossene Gruppe darstellen, sondern fortlaufend anhand der weltweit mitgeteilten Erkenntnisse weiter beobachtet und ggf. ergänzt werden müssen.

Mutationen sind bei Viren häufige, natürlich vorkommende Ereignisse, die auch bisher schon im Laufe der Pandemie vorgekommen sind. Die Bewertung einzelner Mutationen bzw. Varianten hinsichtlich Infektiosität, Übertragbarkeit, Pathogenität, Auswirkungen auf Diagnostik und Therapie sowie die Wirkung der Schutzimpfung kann aufgrund von Sequenzierdaten nicht erfolgen, hierzu bedarf es epidemiologischer, klinischer und experimenteller in vitro- und in vivo- (Tierversuche)-Daten (Zellkulturexperimente). Weitere Informationen finden Sie hier:

Details zu den Varianten finden sich auf der Website des Robert Koch Instituts (RKI), darunter z. B.:

  • B.1.1.7: Im Dezember 2020 berichteten britische Behörden von einer neuen SARS-CoV-2-Virusvariante (B.1.1.7), die sich seit September 2020 in Großbritannien ausbreitet. Untersuchungen zufolge ist sie noch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als bisher zirkulierende Varianten. Hinweise auf eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang nicht, die grundsätzlich immer auch bestehende Möglichkeit für schwerere Krankheitsverläufe wird aufmerksam beobachtet.
  • B.1.351: Über diese Virusvariante aus Südafrika wurde ebenfalls erstmals im Dezember 2020 berichtet. Auch sie geht ersten Untersuchungen zufolge mit einer höheren Übertragbarkeit einher. Inzwischen wurden erste Studien veröffentlicht, die vermuten lassen, dass der Schutz durch neutralisierende Antikörper gegenüber dieser Variante reduziert sein könnte bei Personen, die an der ursprünglichen Variante erkrankt waren oder einen auf dieser beruhenden Impfstoff erhalten haben.
  • B.1.1.28 P.1: Diese SARS-CoV-2-Variante zirkulierte erstmals im brasilianischen Staat Amazonas und ähnelt in ihren Veränderungen der südafrikanischen Variante. Eine erhöhte Übertragbarkeit wird ebenfalls als denkbar erachtet. Eine mögliche Reduktion der Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften wird auch hier diskutiert

Ausführliche Hintergrundinformationen finden Sie hier:

Abschließend noch aktuelle Zahlen: Nach aktuellem Stand (9.2.) wurde am LGL insgesamt 25x die britische Variante (u.a. Proben aus Bayreuth, Dingolfing-Landau, Erding, Landsberg am Lech) und 14x die südafrikanische Variante (LK Rosenheim, Landsberg am Lech) nachgewiesen. Insgesamt liegen dem LGL über das IfSG-Meldesystem 129 mittels Gesamtgenomsequenzierung bestätigte VOC-Infektionen im Freistaat vor.

Wieviel Prozent der positiven Tests werden auf Mutanten geprüft?

Das LGL untersucht alle SARS-CoV-2 positiven Proben im Vorscreening mittels variantenspezifischen PCRs (vPCR) auf mögliche Fälle von „Variants of Concern“ (VOCs). Bei Verdacht auf das Vorliegen einer VOC werden die Proben zur Bestätigung sequenziert, das bedeutet, dass das gesamte Genom der Erregers untersucht wird.

Wie lange dauert das Verfahren?

Die Bestimmung von Mutationen erfolgt gestuft aus initial SARS-CoV-2-positiv getesteten Proben mittels variantenspezifischer PCR, d. h. je nach Labor 24-48-96 h. Die Gesamtgenomsequenzierung ist ein sehr aufwendiges und kostenintensives Verfahren und benötigt je nach Labor und Probenumsatz zwischen ca. 7 und 14 Tagen (am LGL ca. 7 Tage).

Was ist eine Gesamtgenomsequenzierung?

Bei einer Gesamtgenom-Sequenzierung handelt es sich um eine hochauflösende Diagnostik zur Identifizierung eines Genoms, bei der die Basenabfolge im gesamten Genom ermittelt und analysiert wird.

Gibt es genug Laborkapazitäten?

PCR-basierte Untersuchungen zum Vorliegen einer SARS-CoV-2-Infektion werden derzeit in Bayern ganz überwiegend durch private Labore durchgeführt, was in den durch die Bayerische Teststrategie geschaffenen erweiterten Testkapazitäten begründet ist. Bislang lagen noch keine belastbaren, systematisch und repräsentativ erhobene Daten hinsichtlich der Verbreitung von unterschiedlichen SARS-CoV-2-Varianten in Deutschland und Bayern vor. Nun wurden in einer Reihe von privaten und staatlichen Laboren in Bayern die entsprechenden Untersuchungsmethoden etabliert. In einem von Gesundheitsminister Klaus Holetschek einberufenen Expertengespräch am 15. Januar wurde bereits eine enge Zusammenarbeit zwischen dem LGL und den bayerischen Universitätskliniken zur Erkennung und Überwachung auftretender Virus-Varianten in die Wege geleitet. Der Ministerrat hat darauf aufbauend am 02.02.2021 das Verbundprojekt „Bay-VOC“ beschlossen, in dem die neuen Virusvarianten molekularbiologisch, aber auch klinisch und epidemiologisch erforscht werden sollen. In diesem Kooperationsverbund können derzeit 480 Sequenzierungen pro Woche durchgeführt werden, das Ziel liegt bei 700 pro Woche, wozu gerade die technische Aufrüstung betrieben wird. Derzeit wird in der Berichterstattung nicht klar differenziert zwischen einer variantenspezifischen PCR-Untersuchung, die Verdachtsmomente eröffnet, und einer aufwändigen Genomsequenzierung, die nach derzeitigem Stand notwendig ist, um Gewissheit über den Virustyp zu erlangen. Allein am LGL sind bis zu 80 Sequenzierungen die Woche möglich, bislang wurden am LGL 338 Sequenzierungen durchgeführt. Durch die Vergütung von Sequenzierungen nach CorSurV wurde ein finanzieller Anreiz zur Sequenzierung auch für Labore im niedergelassenen Bereich gesetzt, so dass davon auszugehen ist, dass nach und nach mehr Labore diese Feindiagnostik durchführen werden.

Sind die Tests genau und zuverlässig?

Im ersten Schritt werden am LGL alle PCR-positiven Proben mittels variantenspezifischer PCR (vPCR) auf das mögliche Vorliegen der UK-, Südafrika-, Brasilien-Varianten vorgescreent. Das Screening gibt erste Hinweise, die dann in einer anschließenden Sequenzierung verifiziert werden können. Von Laborseite ist eine Sequenzierung methodisch nur möglich bei Proben mit relativ hoher Viruslast. Mittels vPCR wurden am LGL bereits mehr als 2.600 Proben untersucht. Dabei fand sich bisher in 286 Fällen der Verdacht auf eine britische Variante, in 67 Fällen der Verdacht auf die südafrikanische/brasilianische Variante (Stand 8.2.21). 25 von 25 Proben mit vPCR-Verdacht auf die britische Variante haben sich dabei bereits in der Genomsequenzierung bestätigt, 14 von 14 Südafrika/Brasilien-vPCRs haben sich bereits als Südafrika-Variante bestätigt. In keinem dieser 39 (25+14) Fälle hatte somit die Genomsequenzierung bisher am LGL ein anderes Ergebnis geliefert als die vPCR.

Was unternimmt Bayern, um Mutationen zu verhindern, um sich vor ihnen zu schützen oder ihre Ausbreitung zu verlangsamen?

Zusammenfassend lässt sich in Hinblick auf das Vorkommen von VOC sagen, dass bereits mehrere Maßnahmen beschlossen wurden, um die Varianten zukünftig rasch erkennen, deren Bedeutung in der Pandemie besser einordnen und die Infektionsschutzmaßnahmen damit gezielter einsetzen zu können. Die in die Wege geleiteten Maßnahmen sind: Die bereits erfolgte Etablierung und der künftige weitere Ausbau der Analysemethoden und -kapazitäten (Gesamtgenom-Sequenzierung und variantenspezifische PCR), die Anweisung an die Gesundheitsämter, variantenspezifische PCR bzw. bei Bedarf Gesamtgenomsequenzierung auch durch die örtlich jeweils beauftragten Privatlabore durchführen zu lassen sowie die diesbezügliche spezifische Differenzierung des Meldewesens. Wir weisen außerdem darauf hin, dass jeder zur Einhaltung der Kontaktbeschränkungen, Mindestabstände und Hygienemaßnahmen gehalten ist bzw. dazu, Möglichkeiten zu schaffen, die die Einhaltung der Maßnahmen ermöglichen (z. B. verstärktes Nutzung von Home-Office). Es kommt auf die Einhaltung der derzeitigen Empfehlungen eines/r jeden Einzelnen an. Die Minimierung von Kontakten, wodurch Infektionsketten weniger Möglichkeit haben sich weiter auszubreiten, ist die wichtigste Maßnahme, um die Infektionszahlen zu senken.

Verhalten sich die neuen Varianten anders in Bezug z. B. auf Sterblichkeit oder Krankheitsverlauf als das bisherige Virus?

Mutationen sind bei Viren häufige, natürlich vorkommende Ereignisse, die auch bisher schon im Laufe der Pandemie vorgekommen sind. Die Bewertung einzelner Mutationen bzw. Varianten hinsichtlich Infektiosität, Übertragbarkeit, Pathogenität, Auswirkungen auf Diagnostik und Therapie sowie die Wirkung der Schutzimpfung kann aufgrund von Sequenzierdaten nicht erfolgen, hierzu bedarf es epidemiologischer, klinischer und experimenteller in vitro- und in vivo- (Tierversuche)-Daten (Zellkulturexperimente). Weitere Informationen finden Sie hier:

Wer legt eigentlich fest, wie viele Proben sequenziert werden müssen?

Im Rahmen der Surveillance-Verordnung des Bundes müssen 5 % aller positiven Proben sequenziert werden. Am LGL können derzeit bis zu (rund) 80 Proben die Woche sequenziert werden. Damit liegt das LGL beim derzeitigen Aufkommen an positiven Proben am LGL über der Vorgabe des Bundes. Durch die Vergütung von Sequenzierungen nach CorSurV wurde ein finanzieller Anreiz zur Sequenzierung auch für Labore im niedergelassenen Bereich gesetzt, so dass davon auszugehen ist, dass nach und nach mehr Labore diese Feindiagnostik durchführen werden. Konkrete Zahlen aus den Laboren liegen dem LGL noch nicht vor, hier ist jedoch in Kürze eine Präzisierung der Allgemeinverfügung zur Labormeldepflicht geplant, wodurch in Kürze weiterführende Daten zur Verfügung stehen sollten. Darüber hinaus besteht bereits eine Meldepflicht der Labore an die Gesundheitsämter von Typisierungsergebnissen von Erregern einschließlich von SARS-CoV-2. Diese Meldepflicht erstreckt sich auch auf alle positiven oder negativen Ergebnisse variantenspezifischer PCR-Untersuchungen (vPCR) auf VOC sowie auf alle Ergebnisse der Sequenzierungen. Die Gesundheitsämter wiederum sind gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet, die von den Laboren gemeldeten Typisierungsergebnisse an das LGL und schließlich dem RKI zu melden.

Wie werden die Mutationen/Varianten erfasst?

Es ist geplant, die sogenannten Variants of Concern (VOCs) am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zu erfassen. Das ist wichtig, um einen möglichst umfassenden Überblick über das Auftreten und die Verbreitung von Mutanten zu bekommen. Derzeit wird in der Berichterstattung auch nicht klar differenziert zwischen einer variantenspezifischen PCR-Untersuchung, die Verdachtsmomente eröffnet, und einer aufwändigen Genomsequenzierung, die nach derzeitigem Stand notwendig ist, um Gewissheit über den Virustyp zu erlangen. Wir weisen auch darauf hin, dass diese sog. VOC -Varianten keine abgeschlossene Gruppe darstellen, sondern fortlaufend anhand der weltweit mitgeteilten Erkenntnisse weiter bestimmt werden müssen. Hier werden auch auf Bundesebene Anstrengungen unternommen. Die Staatsregierung hat darüber hinaus für eine eigene landesweite Erfassung in Bayern als Verbundprojekt von LGL und bayerischer Universitätsmedizin die Weichen gestellt. Derzeit ist diese anspruchsvolle Erfassung nicht vollständig etabliert

Wie sind Mutationen des SARS-CoV-2 gesundheitlich zu bewerten?

Durch die rasante pandemische Verbreitung geraten Mutationen im Genom des SARS-CoV-2-Virus zunehmend in den Fokus. Dabei lassen sich aufgrund bestimmter charakteristischer Mutationen im Virusgenom bestimmte Virusvarianten klassifizieren. Dass Viren mutieren können ist nichts Ungewöhnliches. Sie sind wie alles Leben auf unserem Planeten stets der Notwendigkeit unterworfen, sich an äußere Umwelteinflüsse anzupassen. Man sucht nach Virus-Varianten, die Veränderungen in der Übertragbarkeit, im Krankheitsbild oder der Schwere der Erkrankung bewirken, oder die auch Auswirkungen auf die gängigen Hygienemaßnahmen, auf die Diagnostik, die Therapie oder die Impfstoffe haben könnten. Aktuell ist besonders die Dynamik in der Verbreitung von zwei Varianten (aus Großbritannien (Variante B.1.1.7) und Südafrika (Variante B.1.351) in einigen Staaten besorgniserregend. Man befürchtet eine leichtere Übertragbarkeit bei unverändertem Krankheitsbild, was in letzter Konsequenz eine Überbelastung von Krankenhäusern zur Folge hätte. Deshalb ist es umso wichtiger, die bekannten Hygienemaßnahmen (AHA+L-Regel) konsequent einzuhalten, um generell eine Übertragung von SARS-CoV-2 zu verhindern und eine Ausbreitung neuer, evtl. noch leichter übertragbarer Varianten einzudämmen. Ausführliche Hintergrundinformationen finden Sie auf den Seiten des Robert Koch Instituts.

Details zu den Varianten finden sich auf der Website des Robert Koch Instituts (RKI), darunter z. B.:

  • B.1.1.7: Im Dezember 2020 berichteten britische Behörden von einer neuen SARS-CoV-2-Virusvariante (B.1.1.7), die sich seit September 2020 in Großbritannien ausbreitet. Untersuchungen zufolge ist sie noch leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als bisher zirkulierende Varianten. Hinweise auf eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang nicht, die grundsätzlich immer auch bestehende Möglichkeit für schwerere Krankheitsverläufe wird aufmerksam beobachtet.
  • B.1.351: Über diese Virusvariante aus Südafrika wurde ebenfalls erstmals im Dezember 2020 berichtet. Auch sie geht ersten Untersuchungen zufolge mit einer höheren Übertragbarkeit einher. Inzwischen wurden erste Studien veröffentlicht, die vermuten lassen, dass der Schutz durch neutralisierende Antikörper gegenüber dieser Variante reduziert sein könnte bei Personen, die an der ursprünglichen Variante erkrankt waren oder einen auf dieser beruhenden Impfstoff erhalten haben.
  • B.1.1.28 P.1: Diese SARS-CoV-2-Variante zirkulierte erstmals im brasilianischen Staat Amazonas und ähnelt in ihren Veränderungen der südafrikanischen Variante. Eine erhöhte Übertragbarkeit wird ebenfalls als denkbar erachtet. Eine mögl iche Reduktion der Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften wird auch hier diskutiert.

Ausführliche Hintergrundinformationen finden Sie hier:

Abschließend noch aktuelle Zahlen: Nach aktuellem Stand (9.2.) wurde am LGL insgesamt 25x die britische Variante (u.a. Proben aus Bayreuth, Dingolfing-Landau, Erding, Landsberg am Lech) und 14x die südafrikanische Variante (LK Rosenheim, Landsberg am Lech) nachgewiesen. Insgesamt liegen dem LGL über das IfSG-Meldesystem 129 mittels Gesamtgenomsequenzierung bestätigte VOC-Infektionen im Freistaat vor.

Wieviel Prozent der positiven Tests werden auf Mutanten geprüft?

Das LGL untersucht alle SARS-CoV-2 positiven Proben im Vorscreening mittels Varianten-spezifischen variantenspezifischen PCRs (vPCR) auf mögliche Fälle von „Variants of Concern“ (VOCs). Bei Verdacht auf das Vorliegen einer VOC werden die Proben zur Bestätigung sequenziert, das bedeutet, dass das gesamte Genom der Erregers untersucht wird.

Welche Krankheiten lösen Coronaviren aus?

Coronaviren verursachen gemeinhin Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der Atemwege. Manche β-Coronaviren verursachen zoonotische Infektionen, d. h. sie werden von Tieren auf Menschen übertragen und können beim Menschen auch schwer verlaufende Infektionen, meist der Atemwege, wie z. B. MERS und SARS auslösen. Auch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 gehört zu den β-Coronaviren. Das entsprechenden Krankheitsbild wurde von der WHO als COVID-19 (coronavirus disease 2019) benannt.

Was ist zum gegenwärtigen Ausbruchsgeschehen bekannt?

Am 31.12.2019 berichtete die städtische Gesundheitskommission von Wuhan erstmals über einen Ausbruch von Pneumonien in der chinesischen Metropole Wuhan, Provinz Hubei in China. Der Ausgangspunkt des SARS-CoV-2-Ausbruchs scheint ein am 01.01.2020 geschlossener Fischmarkt in Wuhan zu sein, wo außer Fischen auch andere Tiere wie Geflügel, Fledermäuse und Wildtiere verkauft werden. Als Auslöser dieser Virus-Pneumonien wurde am 07.01.2020 das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 identifiziert. Das tierische Reservoir dieses Virus ist bisher noch unbekannt. Mittlerweile hat sich das Virus rasant auf allen Kontinenten ausgebreitet, so dass die WHO dieses Infektionsgeschehen als Pandemie einstuft.

In welchen Ländern gibt es Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2?

Ausgehend von China hat sich das Virus weltweit auf allen Kontinenten in vielen Ländern einschließlich Deutschland verbreitet. Ein solches Geschehen wird als Pandemie bezeichnet. Eine tagesaktuelle Übersicht der Fallzahlen stellt das RKI zur Verfügung. Die weltweiten Fälle stellt die WHO zusammen.

Kommt das neue Coronavirus SARS-CoV-2 auch in Bayern vor?

Nachdem Bayern als erstes Bundesland mit einem Ausbruch in einer Firma betroffen war, der auf die Stadt Wuhan zurückgeführt werden konnte, sind mittlerweile in allen Bundesländern Fälle nachgewiesen worden.

Eine tagesaktuelle Übersicht der bayerischen Fallzahlen stellt das LGL zur Verfügung.

Was versteht man unter der Reproduktionszahl?

Die Reproduktionszahl R ist ein zentraler Wert zur Beurteilung des epidemischen Verlaufs. Sie gibt an, an wie viele Personen eine mit einem Erreger infizierte Person diese Infektion in einem dafür typischen Zeitraum, dem seriellen Intervall, durchschnittlich weitergibt. Für SARS-CoV-2 wurde dieser Wert für eine Situation, in der keine Gegenmaßnahmen ergriffen und keine Impfungen verabreicht werden, vom RKI auf etwa 3 geschätzt. Das zugehörige serielle Intervall wird mit 4 Tagen angegeben.

Durch verschiedene Infektionsschutzmaßnahmen kann die Übertragungswahrscheinlichkeit herabgesetzt werden. Liegt sie unter 1, d. h. steckt ein Infizierter weniger als eine weitere Person an, kommt die Epidemie zum Erliegen. Sie kann wieder steigen, z. B. wenn sich das Verhalten in der Bevölkerung ändert, weshalb sie immer wieder neu berechnet werden muss und dann für diesen Zeitpunkt „t“ angegeben werden kann, man spricht dann von R(t). Diese Reproduktionszahl R(t) kann auf verschiedene Weisen berechnet werden:

  • HZI/PSPH-Schätzung: R(t) kann zum einen infektionsepidemiologisch an Hand typischer Krankheitsverläufe modelliert werden. Das ist der Ansatz des SECIR-Modells des Helmholtz-Zentrums für Infektiologie (Braunschweig) in Kooperation mit der Pettenkofer School of Public Health (LMU München).
  • RKI-Schätzung: R(t) kann zum anderen statistisch als Trend mit Hilfe eines sog. „Nowcastings“ berechnet werden. Dafür werden die Meldezahlen, die vier Tage auseinanderliegen (serielles Intervall), mit einer etwas anderen Methode für die Daten aus Deutschland bzw. aus Bayern verglichen.

Allerdings ist ein wesentlicher Unterschied zwischen diesen beiden Verfahren zu beachten: während die HZI/PSPH-Schätzung den Wert R(t) für den Tag angibt, an dem die Meldezahlen beim RKI verfügbar sind, legt das „Nowcasting“-Verfahren das in den Meldungen angegebene Erkrankungsdatum zugrunde, welches etwa zwei Wochen früher liegt, und versucht, das R(t) für diesen in der Vergangenheit liegenden Tag zu schätzen. Die beiden Verfahren haben damit unterschiedliche Schwerpunkte, das HZI/PSPH-SECIR-Verfahren bildet das Melde- und Übermittlungsgeschehen ab, das RKI-Nowcasting-Verfahren das vermutliche Erkrankungsgeschehen.

Wie verhalte ich mich, wenn ich an einer Atemwegserkrankung (einem grippalen Infekt) erkrankt bin?

  • Melden Sie sich frühzeitig krank.
  • Schicken Sie erkrankte Kinder nicht in eine Gemeinschaftseinrichtung (z. B.Kindergarten, Schule, Notbetreuung).
  • Beachten Sie die Husten- und Nies-Etikette
    • Beim Husten und Niesen wegdrehen von anderen Personen.
    • Husten und Niesen erfolgt in die Armbeuge oder in Einwegtaschentücher.
    • Entsorgung von gebrauchten Einwegtaschentüchern in Mülleimer.
    • Häufiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife.
  • Wenn Sie ärztliche Hilfe benötigen, vereinbaren Sie telefonisch einen Termin mit Ihrem Hausarzt und weisen Sie auf Ihre Atemwegserkrankung hin.
  • Wenn Sie
    • Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen oder Durchfall entwickeln
      • so vermeiden Sie zunächst alle nicht notwendigen Kontakte zu anderen Menschen und bleiben zu Hause!
      • Setzen Sie sich bitte umgehend telefonisch mit Ihrer Hausarztpraxis in Verbindung oder rufen Sie den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 an. Der Hausarzt oder der kassenärztliche Bereitschaftsdienst bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen.

Wie verhalte ich mich bei Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall?

Hatten Sie innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall, so kontaktieren Sie bitte umgehend das zuständige Gesundheitsamt. Dies muss in jedem Fall erfolgen – unabhängig vom Auftreten von Symptomen.

Was passiert, wenn ich positiv auf SARS-CoV-2 getestet werde ?

Wenn Ihnen Ihr Arzt ein positives Testergebnis mitteilt, wird Ihr Arzt anhand Ihres Gesundheitszustandes entscheiden, ob eine stationäre Behandlung in einem Krankenhaus notwendig ist und gegebenenfalls eine Klinikeinweisung veranlassen. Wenn dies nicht erforderlich ist, begeben Sie sich bitte unverzüglich in häusliche Quarantäne und meiden Sie Kontakte mit anderen Menschen. Halten Sie einen Mindestabstand von 1,50 m ein und tragen Sie eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil bis Sie zu Hause sind. Vermeiden Sie auch enge Kontakte zu anderen Mitgliedern Ihres Haushalts. Bei positiven Testergebnissen auf SARS-CoV-2 sind sowohl der Arzt als auch das Labor zur Meldung gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) an das Gesundheitsamt verpflichtet. Ihr zuständiges Gesundheitsamt wird sich umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen und für Sie eine häusliche Quarantäne anordnen. Das bedeutet, dass Sie Ihre Wohnung nicht verlassen und keinen Besuch empfangen dürfen. In der gesamten Zeit der häuslichen Isolation muss eine räumliche bzw. zeitliche Trennung von anderen im Hausstand des Betroffenen lebenden Personen sichergestellt sein. Eine „zeitliche Trennung“ kann z. B. dadurch erfolgen, dass die Mahlzeiten nicht gemeinsam, sondern nacheinander eingenommen werden. Eine „räumliche Trennung“ kann z. B. dadurch erfolgen, dass sich die positive Person in einem anderen Raum als die anderen Haushaltsmitglieder aufhält. Das Gesundheitsamt wird Sie zum weiteren Vorgehen beraten und Sie detailliert darüber befragen, mit welchen Personen Sie in der letzten Zeit Kontakt gehabt haben. Machen Sie hier unbedingt wahrheitsgemäße und vollständige Angaben, da eine umfassende Kontaktpersonenermittlung den Schlüssel zur Unterbrechung der Infektkette darstellt. Diese Kontaktpersonen werden ebenfalls in häusliche Quarantäne geschickt und auf SARS-CoV-2 getestet.

Unterliegen auch Säuglinge der Pflicht zur häuslichen Quarantäne?

Auch Kinder/ Säuglinge unterliegen der Pflicht zur häuslichen Quarantäne nach der EQV, wenn sich diese innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise nach Bayern in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Um dieser Quarantänepflicht zu entgehen, können auch Kinder/ Säuglinge auf COVID-19 getestet werden; ein ärztliches Zeugnis befreit auch diese von der Quarantänepflicht.

Bayerische Teststrategie- Können auch Säuglinge getestet werden?

Aktuelle Studienergebnisse aus China deuten darauf hin, dass auch Neugeborene und Kinder vor Erreichen des ersten Lebensjahres an COVID-19 erkranken können, jedoch insgesamt mit eher mildem Verlauf. Obwohl sich auch die Hinweise darauf verdichten, dass Kinder im Infektionsgeschehen insgesamt eine geringere Rolle als bisher angenommen spielen, können einer aktuellen US-amerikanischen Studie zufolge erkrankte Säuglinge eine besonders hohe Viruslast und damit eine erhöhte Ansteckungsfähigkeit haben.

Generell ist eine Testung auf SARS-CoV-2 bei Neugeborenen beziehungsweise Säuglingen möglich; ein Mindestalter für Testungen ist so gesehen nicht bekannt. Gerade für Kinder in den ersten Lebensmonaten beziehungsweise Lebensjahren bieten sich weniger belastende Verfahren zur Probenentnahme an, vor allem Abstriche aus dem Rachen.

Fragen zur Erkrankung

Welche Symptome zeigen sich bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ?

Die häufigsten klinischen Symptome einer Infektion mit SARS-CoV-2 umfassen nach derzeitigem Stand vor allem Husten und Fieber sowie schnupfenartige Symptome mit Rachenentzündung, Halsschmerzen, einer laufenden Nase, Atembeschwerden und Kurzatmigkeit. In einigen Fällen wurde auch von Durchfall sowie von Geruchs- und Geschmacksstörungen berichtet. Symptomlose Verläufe insbesondere bei jüngeren Infizierten kommen vor. Mindestens 80 % der Erkrankungen verlaufen mit milden bis moderaten Symptomen. Schwerere Erkrankungsverläufe kommen bei etwa 14 % der Patienten vor und verlaufen mit Lungenbeteiligung bis hin zur Pneumonie in etwa 3% der Fälle. In Einzelfällen ist ein akutes Lungenversagen (acute respiratory distress syndrome, ARDS) möglich, wobei es insbesondere bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen zu Todesfällen kommen kann.

Wie lässt sich eine Grippe von einer Infektion mit SARS-CoV-2 unterscheiden?

Da die Symptome sehr ähnlich sind, ist eine Unterscheidung ohne weitergehende Untersuchungen kaum möglich. Um eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzuschränken, ist es dennoch sehr wichtig, Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen, zu isolieren und labordiagnostisch abzuklären.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit von COVID-19 beträgt im Mittel 5-6 Tage mit einer Spannweite von 1 bis zu 14 Tagen.

Welche Menschen gelten als Risikopersonen bezüglich COVID-19 und welche Vorerkrankungen spielen eine Rolle ?

Die folgenden Personengruppen haben, basierend auf der aktuellen Studienlage, nach Angaben des RKI ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren, 86 % der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre alt oder älter [Altersmedian: 82 Jahre])
  • Raucher (schwache Evidenz)
  • stark adipöse (übergewichtige) Personen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen:
    • Patienten mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • Patienten mit chronischen Erkrankungen der Lunge (z. B. COPD)
    • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, z. B. Cortison)

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Bei leichteren Verläufen im ambulanten Setting gibt es keine evidenzbasierten Therapieoptionen. Hier muss wie bei anderen viralen Erkältungskrankheiten symptomatisch behandelt werden. Bei Zunahme von Atembeschwerden, geringer Sauerstoffsättigung im Blut und bei persistierendem Fieber sollte die mögliche Entwicklung eines schweren Verlaufs in Betracht gezogen werden. Patienten mit schwerem und kritischem Verlauf sollten frühzeitig einer intensivmedizinischen Überwachung und Versorgung zugeführt werden. Verschiedene Arzneimittel (direkt antiviral wirksame, immunmodulatorisch wirksame oder antikoagulative Substanzen) wurden und werden im Verlauf der Pandemie durch SARS-CoV-2 in Studien untersucht.

Gibt es eine Wirkung von Vitamin D im Zusammenhang mit COVID-19?

Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte liegen bislang zur Evidenz von Vitamin D bei SARS-2-Infektionen keine publizierten Ergebnisse prospektiver randomisierter klinischer Studien vor. Veröffentlichungen zu dieser Thematik lassen keine kausale Assoziation ableiten. Die nicht ärztlich begleitete Zufuhr von Vitamin D-Präparaten birgt die Gefahr einer Überdosierung von Vitamin D. Bei einer übermäßig hohen Einnahme von Vitamin D können schwere Nebenwirkungen, wie z. B. Nierensteine und Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen und Herzrhythmusstörungen die Folge sein. Die nicht ärztlich begleitete Zufuhr von Vitamin D-Präparaten sollte daher nicht unterstützt werden. Ärztinnen und Ärzte können im Rahmen ihrer Therapiehoheit die Einnahme von Vitamin D-Präparaten verordnen und fachlich begleiten.

Besteht eine gesetzliche Meldepflicht?

Gemäß dem Zweiten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 19.05.2020 besteht für Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) eine Arzt-Meldepflicht nach §6 IfSG sowie für den direkten und indirekten Nachweis von SARS-CoV und SARS-CoV-2 eine Labor-Meldepflicht nach §7 IfSG, soweit die Nachweise auf eine akute Infektion hinweisen.

Über das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) werden Erregernachweise von SARS-CoV-2 seit 01.01.2021 elektronisch an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet. Die elektronische Meldung soll eine weitere Beschleunigung des Meldeverfahrens ermöglichen.

Fragen zur Übertragung

Wird das neue Coronavirus SARS-CoV-2 auch von Mensch zu Mensch übertragen?

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist bei engem Kontakt direkt oder als Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Infektion erfolgt vor allem als Tröpfcheninfektion, also die Übertragung über Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen sowie beim Atmen und Sprechen entstehen und bei Unterschreitung des Mindestabstands von 1,5 m leicht auf die Schleimhäute von Nase und Mund gelangen. Die Ansteckungsfähigkeit wird ab 48 Stunden vor Auftreten der ersten Symptome angenommen, sie hält mehrere Tage an. Ein weiterer Übertragungsweg besteht durch Aerosole in der Raumluft. Beim Atmen und Sprechen, aber noch weitaus stärker beim Schreien und Singen werden vorwiegend kleine Partikel (Aerosol) ausgeschieden, beim Husten und Niesen entstehen zusätzlich deutlich mehr Tröpfchen. Während insbesondere größere respiratorische Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können Aerosole - auch über längere Zeit - in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Ob und wie schnell die Tröpfchen und Aerosole absinken oder in der Luft schweben bleiben, ist neben der Größe der Partikel von einer Vielzahl weiterer Faktoren, u.a. der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, abhängig.

Das Tragen einer FFP2-Maske ohne Ausatemventil oder eines Mund-Nasen-Schutzes kann das Risiko einer Übertragung durch Partikel jeglicher Größe im unmittelbaren Umfeld um eine infizierte Person reduzieren.

Ein effektiver Luftaustausch kann die Aerosolkonzentration in einem Raum vermindern. Geschlossene Räume sollten daher regelmäßig und ausgiebig gelüftet werden. Übertragungen im Außenbereich kommen insgesamt selten vor.

Die Übertragung als Schmierinfektion und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen sind zumindest theoretisch möglich.

Welche Rolle spielen Kinder im Infektionsgeschehen ?

Jüngere Menschen können sich mit SARS-CoV-2 infizieren, entwickeln aber im Vergleich zu Erwachsenen häufig nur schwache Symptome einer milden Erkältungskrankheit. Inwieweit jüngere Menschen als schwach symptomatische Virusausscheider möglicherweise eine besondere Rolle im Infektionsgeschehen spielen, ist noch nicht abschließend geklärt.

Besteht eine Infektionsgefahr durch SARS-CoV-2-Viren über das Trinkwasser?

Eine Übertragung des Coronavirus über die öffentliche Trinkwasserversorgung kann nach derzeitigem Kenntnisstand praktisch ausgeschlossen werden. Trinkwasser wird häufig aus Grundwasservorkommen gewonnen, die sehr gut gegen mikrobielle Verunreinigungen (einschließlich Viren) geschützt sind. Wird Oberflächenwasser oder oberflächennahes Grundwasser zur Trinkwassergewinnung genutzt, wird dieses mehrstufig aufbereitet und desinfiziert. Hierdurch werden Viren und andere Krankheitserreger effektiv und effizient eliminiert, dies gilt auch für Coronaviren.

Ein Eintrag über das Wasserwerkspersonal in das Wasserverteilungssystem ist bei Einhaltung der üblichen Hygienevorkehrungen unwahrscheinlich und wird nicht als Verbreitungsrisiko angesehen.

Die üblichen Vorsichtsmaßnahmen sollten jedoch weiterhin befolgt werden. Beim Trinken soll der Wasserauslass, besonders an öffentlich zugänglichen Entnahmestellen, nicht mit Mund und Händen berührt und vor dem Trinken kurz gespült werden. Zur Vorbeugung trinkwasserhygienischer Probleme (z. B. Kontaminationen mit Legionellen) in nicht oder kaum genutzten Gebäuden sollten die Leitungen in den Gebäuden regelmäßig (mindestens wöchentlich) gespült werden. Wurden die Leitungen nicht oder zu wenig gespült, sind bei Wiederinbetriebnahme besondere Maßnahmen zu ergreifen.

Weitere Informationen finden Sie beim Umweltbundesamt und beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW).

Besteht eine Infektionsgefahr beim Besuch von Schwimmbädern oder Badeseen?

Das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2-Viren über das Wasser in Schwimmbädern oder Badeseen wird als gering angesehen. Möglicherweise durch Badende eingetragene Viren werden im Wasser stark verdünnt und in Schwimmbädern zusätzlich durch die Aufbereitung des Wassers entfernt. Um Infektionen über Tröpfchen und Aerosole sowie ggf. über kontaminierte Oberflächen zu verhindern, ist es – wie an anderen öffentlichen Orten – auch in Schwimmbädern und an Badeseen wichtig, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Weitere Informationen finden Sie beim Umweltbundesamt:

Geht eine Gefahr von Lieferungen oder Paketsendungen aus?

Aufgrund der bisher ermittelten Übertragungswege und der relativ geringen Umweltstabilität von Coronaviren hält es das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nach derzeitigem Wissensstand für unwahrscheinlich, dass importiere Waren wie Lebensmittel, kosmetische Mittel oder Bedarfsgegenstände und Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten.

Wie wird die Übertragbarkeit des neuartigen Coronavirus über Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände eingeschätzt?

Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege. Allerdings sind Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, theoretisch denkbar und können nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Hygieneregeln zum Umgang mit rohem Fleisch und Fleischprodukten sollten grundsätzlich eingehalten werden, auch im Hinblick auf andere möglicherweise enthaltene Krankheitserreger. Das Virus ist hitzeempfindlich. Ein etwaiges Risiko kann durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich verringert werden.

Was ist in der Pflege bei sog. live-in-Kräfte (auch: sog. 24-Stunden-Betreuungskräfte) zu beachten?

Die häusliche Betreuung durch sog. live-in-Kräfte ist keine Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung. Aus aktuellem Anlass hat das Bundesministerium für Gesundheit aber für Personen, die ihre häusliche Betreuungssituation in eigener Initiative organisiert haben und von den Auswirkungen der aktuellen Corona-Pandemie besonders betroffen sind, sowie für andere, interessierte Personen mehrsprachige FAQ zusammengestellt.

Fragen zur Vorbeugung

Welche weiteren Impfungen sind während der SARS-CoV-2-Pandemie wichtig?

Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen STIKO-Empfehlungen trägt während der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie zur Entlastung des Gesundheitssystems und zu einem guten allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung bei.
Wichtig: Bitte stimmen Sie einen Impftermin und das weitere Vorgehen vorab telefonisch mit dem behandelnden Arzt ab, um Sie und das Praxispersonal zu schützen.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Wie sind Werbebotschaften bei Nahrungsergänzungsmitteln zu bewerten, die einen Schutz vor dem neuen Coronavirus versprechen?

Hierbei handelt es sich um unerlaubte Aussagen, mit denen die bestehenden Unsicherheiten und die Angst der Menschen ausgenutzt wird. Es gibt keine wissenschaftliche Studie, die eine Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln gegen eine Coronavirusinfektion belegt. Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel und keine Arzneimittel. Sie dienen nicht zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten und ihnen dürfen keine derartigen Eigenschaften zugeschrieben werden. Krankheitsbezogene Werbebotschaften, Heilversprechen oder Angaben, die eine Verringerung des Krankheitsrisikos suggerieren (wie z. B. „schützt vor Viren“), sind verboten.

Wie schütze ich mich vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2?

Die üblichen Hygieneempfehlungen beim Vorliegen von infektiösen Atemwegserkrankungen, wie z. B. Grippe schützen auch vor einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2:

  • mindestens 1,5 Meter Abstand halten.
  • Direkten Körperkontakt mit Erkrankten (Umarmung, Küsschen, Händeschütteln) vermeiden.
  • Berührung des eigenen Gesichts mit ungewaschenen Händen vermeiden.
  • Häufiges, gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife.

Woher bekommen Bedarfsträger Persönliche Schutzausrüstung (PSA, wie z. B. FFP2/FFP3- und Schutzanzüge ) sowie OP-Masken und Desinfektionsmittel?

Während des Katastrophenfalls wurde die Beschaffung von Schutzausstattung vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zentral übernommen, da die Beschaffungssituation von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Medizinprodukten auf dem Weltmarkt schwierig war und Produkte angeboten wurden, die die Anforderungen an PSA und Medizinprodukten nicht erfüllten.

Zwischenzeitlich gelang es durch Angebote, die die Anforderungen erfüllten, den vornehmlichen Bedarf an PSA und Medizinprodukten zu decken. Daneben ist festzustellen, dass sich der Markt für PSA und Medizinprodukte langsam wieder entspannt. Daher endet die zentrale Beschaffung durch das LGL zum 30. Juni 2020. Das bestehende Postfach Beschaffungen-corona@lgl.bayern.de wird eingestellt.

Bis zum 30.06.2020 werden nur noch Angebote zu folgenden Produkten bearbeitet:

  1. Schutzkittel (EN 14126 PSA) ab einer Bestellmenge von 10.000 Stück
  2. Infektionsschutzhandschuhe Nitril (EN 374-5 PSA) ab einer Bestellmenge von 50.000 Stück

Bitte sehen Sie von weiteren Nachfragen ab, da wir aufgrund der Vielzahl der eingehenden Angebote und Nachrichten nicht in der Lage sind, Nachfragen zu beantworten.
Nähere Informationen des LGL finden Sie hier.
Informationen des StMGP finden Sie hier.

Was regelt die Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) und wie lange gilt sie?

Die Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) bestimmt, dass Personen, die in den Freistaat Bayern einreisen und sich innerhalb von zehn Tagen vor der Einreise in einem vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Risikogebiet aufgehalten haben, verpflichtet sind, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von zehn Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern.

Eine Verkürzung der Quarantänedauer kann durch einen negativen Coronatest frühestens nach fünf Tagen nach der Einreise erfolgen.

Die betroffenen Personen sind verpflichtet, die jeweils zuständige Kreisverwaltungsbehörde zu kontaktieren und auf ihre Verpflichtung zur häuslichen Quarantäne hinzuweisen. Die Kontaktaufnahme soll dabei vorrangig durch die
Digitale Einreiseanmeldung erfolgen.

Risikogebiet ist ein Staat oder eine Region außerhalb Deutschlands, für welche zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht. Welche Länder als Risikogebiet eingestuft werden, können Sie hier tagesaktuell abrufen:

  • RKI: Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete

  • Die EQV regelt nicht, ob eine Person überhaupt nach Deutschland/Bayern einreisen darf. Sie regelt nur, ob eine Person in Quarantäne muss, nachdem sie einreisen durfte. Die Frage der Ein- oder Ausreise regelt ausschließlich der Bund. Wenden Sie sich bei Fragen hierzu bitte an das Bundesinnenministerium:

    Coronavirus: Fragen und Antworten des Bundesinnenministeriums

    Telefonhotline des Bundesinnenministeriums

    Die EQV ist derzeit befristet bis 14. Februar 2021.

    Unterliegen auch Säuglinge nach der Einreise aus einem Risikogebiet der Pflicht zur häuslichen Quarantäne?

    Auch Kinder/Säuglinge unterliegen der Pflicht zur häuslichen Quarantäne nach der Einreisequarantäneverordnung (EQV), wenn sich diese innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise nach Bayern in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Um dieser Quarantänepflicht zu entgehen, können auch Kinder/Säuglinge auf COVID-19 getestet werden; ein ärztliches Zeugnis befreit auch diese von der Quarantänepflicht.

    Fragen zum Mund-Nasen-Schutz bzw. zur Alltagsmaske

    Was ist bezüglich der FFP2-Maskenpflicht zu beachten?

    Die FFP-2-Maskenpflicht gilt im öffentlichen Personennahverkehr inklusive der dazu gehörenden Einrichtungen (z. B. Haltestellen) und in Handel- und Dienstleistungsbetrieben. FFP2-Masken sind in der Regel Einwegprodukte ohne die Möglichkeit der Aufbereitung (z. B. durch Waschen). Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahren müssen keine FFP2-Maske tragen, es bleibt jedoch bei der bisherigen Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ab einem Alter von 6 Jahren. FFP2-Masken mit Ventil sollen nicht getragen werden, sie bieten keinen hinreichenden Fremdschutz, da Aerosole des Trägers nach außen dringen können.

    Welche Standards gelten als gleichwertig zu FFP2-Masken?

    Als mindestens gleichwertig zu FFP2-Masken im Sinne der 11. BayIfSMV gelten folgende Standards:
    FFP3 (Europa)
    N95 (NIOSH-42C FR84, USA),
    P2 (AS/NZ 1716:2012, Australien/Neuseeland),
    KF94 (Korea 1st Class KMOEL-2017-64)
    DS (Japan JMHLW-Notification 214,2018).
    KN95 (GB2626-2006, China)

    Welche Punkte sind zur Erkennung von FFP2-Masken zu beachten?

    Checkliste zur Erkennung von FFP2-Masken:

    • CE-Kennzeichnung mit vierstelliger Ziffernfolge der gemeldeten Stelle
    • Name (bzw. eingetragene Handelsmarke) und Postanschrift des Herstellers
    • Schutzklasse („FFP2“) mit Zusatz „NR“ (nicht wiederverwendbar) oder „R“ (wiederverwendbar)
    • Verfallsdatum, d. h. Monat und Jahr des Verfalls
    • Nummer und Veröffentlichungsjahr der angewendeten europäischen Prüfnorm EN 149
    • Zusätzliche Kennzeichnung auf der kleinsten handelsüblichen Packungseinheit (Darstellung auch als Piktogramme möglich)
    • Lagerbedingungen (Temperaturbereich; maximale relative Feuchte)
    • Hinweis auf Internetadresse/Homepage zum Herunterladen der EU-Konformitätserklärung des Herstellers
    • Beigefügte Gebrauchsanleitung (in deutscher Sprachfassung)

    Worin liegt der Unterschied zwischen einer Alltagsmaske, einem medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS) und einer Schutzmaske (partikelfiltrierende Halbmaske (FFP-Maske)?

    Alltags-Masken sind Masken, die aus handelsüblichen Stoffen genäht und im Alltag getragen werden. Sie sind weder ein Medizinprodukt (wie medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS)) noch Teil der persönlichen Schutzausrüstung (wie FFP2-/FFP3-Masken). Alltags-Masken können die Infektionsgefahr verringern und helfen dabei, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen. Sie bieten keinen vollständigen Eigen- oder Fremdschutz. Der Stoff für Alltags-Masken sollte möglichst dicht sein und aus 100 Prozent Baumwolle bestehen. Andere Materialien wie zum Beispiel Staubsaugerbeutel und Karton sind für die Erstellung von Alltags-Masken nicht geeignet.

    Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (OP-Masken) dient vor allem dem Fremdschutz und schützt das Gegenüber vor möglicherweise infektiösen Tröpfchen des Maskenträgers. Er spielt eine wichtige Rolle beim Schutz vulnerabler Gruppen. Medizinischer Mund-Nasen-Schutz ist ein Medizinprodukt und muss den Anforderungen der DIN EN 14683 (Chirurgische Gesichtsmasken – Anforderungen und Prüfverfahren) erfüllen.

    Partikelfiltrierende Halbmasken der Schutzklasse 2 und 3 (FFP2/3-Masken) dienen vor allem dem Eigenschutz und Arbeitsschutz. Diese Masken sind besonders dicht. Aufgrund ihrer Filterwirkung können sie verhindern, dass Viren aufgenommen werden.

    Weiterführende Informationen zum Unterschied zwischen medizinischem Mund-Nasen-Schutz und Atemschutzmasken finden Sie auch hier und auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

    Warum ist die Maskenpflicht sinnvoll?

    Um andere vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) zu schützen, ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum, zum Beispiel in Geschäften und bei der Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel vorgeschrieben, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren. MNB schützen vor allem die Umstehenden vor dem Auswurf von festen oder flüssigen Partikeln durch den (möglicherweise asymptomatischen, aber infektiösen) Träger der MNB. Selbst ist man dabei auch geschützt, wenn die Pflicht zum Tragen einer MNB von den anderen Personen beachtet wird.

    Das Tragen einer MNB ist ein integraler Baustein des AHA-Konzeptes (Abstand - Hygiene - Alltagsmaske), das in Verbindung mit fachgerechtem Lüften dazu geeignet ist, das Infektionsrisiko in Innenräumen und in Situationen, in denen die Abstandsregeln nicht befolgt werden können nachhaltig zu senken.

    Siehe dazu auch die Informationen des Robert Koch-Insituts.

    Der Nutzen des Tragens von Masken (Fremd- und Eigenschutz) zum Schutz vor einer Ansteckung mit SARS-CoV2 konnte mittlerweile in mehreren Studien belegt werden. Fischer et al. konnten zum Beispiel in einem einfachen Versuchsaufbau zeigen, dass das Tragen von Masken den Ausstoß von Tröpfchen reduziert. Hier wurden medizinische Masken und verschiedenste Arten von MNB getestet.

    Der Nutzen von Masken im infektionshygienischen Sinne, also als Beitrag zur Verlangsamung der Pandemie, kann nur indirekt belegt werden. Die Arbeitsgruppe um Jos Lelieveld hat hierzu einige Studien zusammengetragen (zum Beispiel Chu et al., Howard et al., Esposito et al.) und aufgrund dieser Studien die Wirksamkeit u.a. des Maskentragens in verschiedenen Settings untersucht. Es wurde u.a. gezeigt, dass das Tragen von Masken das Infektionsrisiko um den Faktor 5 bis 10 je nach Szenario (Schulen) reduzieren kann.

    Für wen besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung?

    Es ist zu beachten, dass teilweise eine Maskenpflicht und teilweise eine FFP2-Maskenpflicht besteht. Soweit eine FFP2- Maskenpflicht besteht, kann eine FFP2-Maske oder eine Maske mit mindestens gleichwertigem genormten Standard getragen werden. Die FFP2-Maskenpflicht besteht:

    • grundsätzlich erst ab dem Alter von 15 Jahren,
    • für die Fahrgäste bei der Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennahverkehrs und den hierzu gehörenden Einrichtungen,
    • bei der Nutzung der Schülerbeförderung im freigestellten Schülerverkehr ab dem Alter von 15 Jahren,
    • in zulässigerweise geöffneten Betrieben und im Großhandel für die Kunden und ihre Begleitpersonen in den Verkaufsräumen, auf dem Verkaufsgelände, in den Eingangs- und Warteflächen vor den Verkaufsräumen und auf den zugehörigen Parkplätzen,
    • für die Kunden und deren Begleitperson an Verkaufsstellen auf Märkten (soweit diese zulässig sind),
    • für das Personal, die Kunden und deren Begleitperson an Verkaufsstellen auf Märkten (soweit diese zulässig sind),
    • für das Personal, die Patientinnen und Patienten und ihre Begleitperson in Arzt- und Zahnarztpraxen und in allen sonstigen Praxen, in denen medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen erbracht werden, mit der Maßgabe, dass die Maskenpflicht entfällt, soweit die Art der Leistung sie nicht zulässt,
    • für Besucherinnen und Besucher von Einrichtungen (z. B. Altenheimen) nach § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, 3 und 5 der 11. BayIfSMV.

    Maskenpflicht besteht insbesondere:

    • für Personen ab dem siebten Lebensjahr (das heißt ab dem sechsten Geburtstag),
    • für Fahr- und Fluggäste im öffentlichen Personenfernverkehr
    • im öffentlichen Personennah- und -fernverkehr sowie im freigestellten Schülerverkehr für das Kontroll- und Servicepersonal, soweit es in Kontakt mit Fahr- und Fluggästen kommt.
    • in zulässigerweise geöffneten Betrieben und im Großhandel für das Personal in den Verkaufsräumen, auf dem Verkaufsgelände, in den Eingangs- und Warteflächen vor den Verkaufsräumen und auf den zugehörigen Parkplätzen; soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal,
    • für das Personal an Verkaufsstellen auf Märkten (soweit diese zulässig sind),
    • für das Personal in Arzt- und Zahnarztpraxen und in allen sonstigen Praxen, in denen medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen erbracht werden; soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal,
    • für Gäste und Personal in Beherbergungsbetrieben (soweit ausnahmsweise ein Übernachtungsangebot zur Verfügung gestellt werden) im Servicebereich oder in Bereichen, in denen ein Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann; soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal,
    • für Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Gottesdiensten und Zusammenkünften anderer Glaubensgemeinschaften,
    • für Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Versammlungen im Sinne des Artikel 8 Grundgesetz; hiervon ausgenommen sind die Versammlungsleitung während Durchsagen und Redner während Redebeiträgen sowie Teilnehmer, die während der Versammlung ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr führen sowie
    • für Besucherinnen und Besucher von Einrichtungen (z. B. Krankenhäusern) nach § 9 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, und 4 der 11. BayIfSMV.

    Wo besteht die erweiterte Maskenpflicht?

    Die Maskenpflicht besteht:

    • auf von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde festzulegenden zentralen Begegnungsflächen in Innenstädten oder sonstigen öffentlichen Orten unter freiem Himmel, an denen sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten,
    • auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen einschließlich der Fahrstühle von öffentlichen Gebäuden sowie von sonstigen öffentlich zugänglichen Gebäuden, für die in dieser Verordnung keine besonderen Regelungen vorgesehen sind sowie
    • auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte, insbesondere in Fahrstühlen, Fluren, Kantinen und Eingängen; Gleiches gilt für den Arbeitsplatz, soweit der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden kann.

    Können transparente Schutzwände aus Acrylglas o.ä. anstatt einer Mund-Nasen-Bedeckung verwendet werden?

    Sofern die Mitarbeiter in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften, Dienstleistungsbetrieben mit Kundenverkehr, auf Wochenmärkten oder anderen Märkten zum Warenverkauf unter freiem Himmel oder an Rezeptionen durch transparente Schutzwände aus Acrylglas o.ä. zuverlässig geschützt werden, entfällt für sie die Pflicht zum dauerhaften Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

    Ersetzt die Alltagsmaske andere Regeln der Hygiene?

    Nein. Eine Alltagsmaske ist ein zusätzlicher Baustein um die Ausbreitungsgeschwindigkeit des neuartigen Coronavirus in der Bevölkerung zu verlangsamen. Sie ersetzt keine Hygieneregeln. Wann immer es möglich ist, hat die Abstandsregelung (mindestens 1,50 Meter) zu anderen Personen oberste Priorität. Außerdem müssen die Husten- und Niesetikette und die gute Händehygiene eingehalten werden.

    Woher bekommt man eine Alltagsmaske?

    Alltags-Masken bestehen aus handelsüblichen Stoffen und können daher selbst genäht oder auch gekauft werden. Der Stoff sollte möglichst dicht sein und aus 100 Prozent Baumwolle bestehen. Ferner ist unbedingt darauf zu achten, dass die Maske groß genug ist, um Mund, Nase und Wangen vollständig zu bedecken und an den Rändern möglichst eng anliegt.

    Kann man eine Alltagsmaske auch selbst machen?

    Alltags-Masken aus eng gewebter Baumwolle (100 Prozent) können selbst genäht werden. Wichtig ist hierbei, dass sie groß genug genäht werden, so dass sie Mund, Nase und Wangen vollständig bedecken und an den Rändern eng anliegen. Beim Anziehen der Alltags-Maske ist darauf zu achten, dass die Innenseite nicht kontaminiert wird. Die Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen. Auch mit einer Alltags-Maske soll der empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden. Andere Materialien wie zum Beispiel Staubsaugerbeutel und Karton sind für die Erstellung von Alltags-Masken nicht geeignet.

    Weitere Informationen finden sich auch auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

    Wie verwendet man die Alltagsmaske richtig?

    Beim Anziehen einer Maske ist darauf zu achten, dass die Innenseite nicht kontaminiert wird. Daher sollten die Hände vorher gründlich mit Seife gewaschen werden. Die Alltags-Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren. Eine durchfeuchtete Maske sollte umgehend abgenommen und durch eine frische Maske ersetzt werden.

    Die Alltags-Maske darf während des Tragens nicht zurecht gezupft werden und auch nicht um den Hals getragen werden. Beim Ablegen der Maske ist darauf zu achten, dass die Außenseite der Maske nicht berührt wird, da diese Erreger enthalten kann. Nach Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich gewaschen werden (mindestens 20 bis 30 Sekunden mit Seife). Die Masken sollten nach dem Abnehmen trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern!) und zwischengelagert werden, so dass Kontaminationen der Innenseite der Alltags-Maske, aber auch Verschleppungen auf andere Oberflächen vermieden werden. Eine Aufbewahrung gebrauchter Masken sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um Bakterienaufwuchs und Schimmelbildung zu vermeiden.

    Optimal werden textile Alltags-Masken sofort nach Gebrauch bei 60 bis 90° C unter Zugabe von ausreichend Waschmittel gewaschen. Nach dem Waschen sollten die Masken vollständig trocknen. Ein anschließendes zusätzliches Bügeln bei mindestens 165° C (höchste Stufe) trägt ebenfalls zur Desinfektion bei, bevor Sie die Maske erneut verwenden. Im Handel erhältliche Masken aus Papier sind Einwegartikel und können nicht gewaschen werden.

    Können Alltagsmasken oder Schutzmasken auch von Brillenträgern getragen werden ?

    Sowohl ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder Alltags-Masken sind genauso wie Schutzmasken (FFP2 oder FFP3) auch für Brillenträgerinnen und -träger ohne Probleme zu tragen, da nur die Mund-Nasen-Region bedeckt wird.

    Wie lange kann man eine Alltagsmaske tragen?

    Alltags-Masken kann man, abhängig von der körperlichen Aktivität, maximal drei bis vier Stunden tragen. Bei Durchfeuchtung sollten sie allerdings sofort gewechselt werden. Vor einer erneuten Benutzung muss die Alltags-Maske bei 60 bis 90° C mit ausreichend Waschmittel gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden. Zusätzlich trägt das anschließende Bügeln der Maske bei mindestens 165° C (höchste Stufe) zur Desinfektion bei.

    Wie ist eine Alltags-Maske zu entsorgen?

    Die Alltags-Maske kann im Restmüll entsorgt werden. Als umweltfreundliche Variante bietet sich die Benutzung von wiederverwendbaren, waschbaren Masken an. Eine Alltags-Maske aus waschbarer Baumwolle kann gereinigt und wiederverwendet werden.

    Kann man den Mund und die Nase auch durch Schals oder Tücher bedecken? Ist ein Taschentuch ausreichend?

    Ja. Schals und Tücher sind ausreichend, wenn der Stoff dicht ist und das Material aus 100 Prozent Baumwolle besteht. Was als Schutz getragen wird, muss nach dem Tragen beziehungsweise bei Durchfeuchtung bei 60 bis 90° C mit ausreichend Waschmittel gewaschen werden (je nach körperlicher Aktivität aber in der Regel spätestens nach 3 bis 4 Stunden Tragedauer). Zusätzlich trägt das anschließende Bügeln der Maske bei mindestens 165°C (höchste Stufe) zur Desinfektion bei. Außerdem ist unbedingt darauf zu achten, dass die Maske groß genug ist, um Mund, Nase und Wangen vollständig zu bedecken und an den Rändern möglichst eng anliegt. Ein Taschentuch erfüllt diese Kriterien nicht.

    Sind Visierschutzmasken als MNB geeignet?

    Visiere sind nicht zur Verhinderung der Virenausbreitung geeignet und erfüllen nicht die Anforderungen des Infektionsschutzes. Sie dürfen zwar genutzt werden, sollten aber lediglich ergänzend zur Mund-Nasen-Bedeckung verwendet werden.

    Sind Klarsichtmasken als Mund-Nasen-Bedeckung geeignet?

    In der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung wird keine bestimmte Beschaffenheit (Material, Stoffdichte, Größe, Form und Tragweise) der Mund-Nasen-Bedeckung vorgeschrieben. Allerdings muss sie einen Schutz vor (virenbelasteten) Tröpfchen und Aerosolen bieten. Dies wird von Klarsichtmasken, die nur aus Kunststoff bestehen und die nicht an den Rändern auf der Haut der Gesichtskontur aufliegen sowie nicht über filtrierende Einrichtungen verfügen, nicht erfüllt. Demnach sind derartige Klarsichtmasken analog zu Visieren zu bewerten, d. h. sie sind nicht als Mund-Nasen-Bedeckung geeignet.

    Welche Art von Mund-Nasen-Bedeckungen kann ich verwenden?

    Bedingt durch erste wissenschaftliche Erkenntnisse über das SARS-CoV2-Virus sowie erste Kennzahlen zu mutmaßlichen Übertragungswegen lag ein wesentlicher Fokus in der Vergangenheit zunächst auf einer Vermeidung von Tröpfcheninfektionen. Bereits durch einfache Hygienemaßnahmen kann ein potentielles Infektionsrisiko wesentlich minimiert werden. In einer Erstbewertung galt dies vereinzelt zunächst auch für die Nutzung unkonventioneller Alltagsmasken.

    Mittlerweile sind die Erkenntnisse über das SARS-CoV-2 Virus und dessen Übertragungswege weit fortgeschritten. Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass neben der Übertragung durch Tröpfchen maßgeblich auch die Übertragung des SARS-CoV-2 Virus durch Aerosole erfolgen kann. Gerade vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Infektionszahlen wurden deshalb verschiedene Mund-Nasen-Bedeckungen infektionsschutzfachlich hinsichtlich ihrer generellen Eignung neu beurteilt und bewertet. Basierend auf dieser Neubewertung hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aktuell die Anforderungen an eine geeignete Mund-Nasen-Bedeckung aus infektionshygienischer Sicht wie folgt präzisiert:

    Neben dem direkten Schutz gegen Tröpfchen muss auch eine Reduzierung von Aerosolen gewährleistet sein. Aerosole werden nicht nur beim Sprechen, sondern auch schon beim Atmen freigesetzt. Da sie deutlich kleiner als Tröpfchen sind, ist es besonders wichtig, dass die Mund-Nasen-Bedeckung dicht an der Haut anliegt, um auch eine Freisetzung an der Seite oder nach unten zu minimieren. Deshalb ist eine Mund-Nasen-Bedeckung eine an den Seiten enganliegende, Mund und Nase bedeckende textile Barriere, die aufgrund ihrer Beschaffenheit geeignet ist, eine Ausbreitung sowohl von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln als auch von Aerosolen durch Atmen, Husten, Niesen und Aussprache zu verringern, unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie.

    Auf Grund des Ausbreitungsverhaltens von Aerosolen ist eine lückenhafte Abdeckung nicht ausreichend, denn nur mittels einer eng an der Haut anliegenden Mund-Nasen-Bedeckung wird eine seitliche oder aufwärtsgerichtete Freisetzung dieser potentiell infektiöseren Luftgemische bestmöglich minimiert. Dies entspricht auch der Haltung des RKI.

    Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege schließt sich dieser Bewertung ausdrücklich an. Die infektionsschutzrechtlichen Anforderungen an eine zulässige Mund-Nasen-Bedeckung i. S. v. § 2 der 10. BayIfSMV werden daher insofern präzisiert, als zur Reduzierung von Aerosolen nur eine enganliegende, den Mund und die Nase bedeckende textile Barriere als Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden sollte. Diese Neubewertung steht im vollen Einklang mit den arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben.

    Klarsichtmasken aus Kunststoff, auch wenn sie eng anliegen, entsprechen diesen Vorgaben an eine Mund-Nasen-Bedeckung regelmäßig nicht und sind den Visieren damit quasi gleichgestellt.

    Wir weisen darauf hin, dass eine Empfehlung für konkrete Produkte oder Hersteller grundsätzlich nie ausgesprochen wird.

    Muss ich eine Mund-Nasen-Bedeckung im Freien und in der Arbeit tragen?

    Nur in den Bereichen, in denen dies ausdrücklich vorgeschrieben ist (siehe oben). Das Tragen einer Alltags-Maske im öffentlichen Raum wird in bestimmten Situationen aber dringend empfohlen, vor allem dort, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Das kann sowohl im Freien, als auch bei der Arbeit sein. Das Tragen einer Alltags-Maske hilft dabei, sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) zu schützen und die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren. Alltags-Masken schützen vor allem die Umstehenden vor dem Auswurf von festen oder flüssigen Partikeln durch den (möglicherweise asymptomatischen, aber infektiösen) Träger der Maske.

    Die Maskenpflicht besteht:

    • auf von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde festzulegenden zentralen Begegnungsflächen in Innenstädten oder sonstigen öffentlichen Orten unter freiem Himmel, an denen sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten,
    • auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen einschließlich der Fahrstühle von öffentlichen Gebäuden sowie von sonstigen öffentlich zugänglichen Gebäuden, für die in dieser Verordnung keine besonderen Regelungen vorgesehen sind sowie
    • auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte, insbesondere in Fahrstühlen, Fluren, Kantinen und Eingängen; Gleiches gilt für den Arbeitsplatz, soweit der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden kann.

    Ist es erlaubt, beim Autofahren Masken zu tragen oder ist das aufgrund des Vermummungsverbots nicht möglich?

    Nach § 23 Absatz 4 Straßenverkehrsordnung darf ein Kraftfahrzeugführer unabhängig davon, ob er ein öffentliches Verkehrsmittel oder ein anderes Fahrzeug führt, sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist. Die Vorschrift soll die Erkennbarkeit insbesondere bei der automatisierten Verkehrsüberwachung („Blitzer-Foto“) gewährleisten. Sie verbietet daher die Verhüllung und Verdeckung wesentlicher Gesichtsmerkmale, welche die Feststellbarkeit der Identität gewährleisten. Das „Verhüllungsverbot“ gilt nur für den Fahrer, nicht aber für weitere Fahrzeuginsassen.

    In der aktuellen Krisensituation geht der Gesundheitsschutz vor. Das Tragen einer Alltags-Maske verdeckt zwar Nasen- und Mundpartie, lässt aber die Augen noch erkennen. Dies ist in der Regel ausreichend, um die Fahrer-Identität feststellen zu können. Das heißt aber natürlich nicht, dass man als Fahrerin beziehungsweise Fahrer „vollvermummt“ im Auto unterwegs sein darf, um gar nicht mehr erkennbar zu sein. Da wird die Polizei einschreiten. Ebenfalls wichtig: Durch das Tragen einer Schutzmaske darf die Sicht nicht beeinträchtigt werden. Dies kann der Fall sein, wenn die Maske zu groß ist oder wenn, durch die Art der Trageweise bei Brillenträgern, die Brillengläser beschlagen.

    Also: Maske zum Infektionsschutz ja, zum Schutz vor Radarfallen nein. Die Alltags-Maske ist kein Freibrief für Raser!

    Sind Ladeninhaber verpflichtet, Kunden ohne Maske am Eingang abzuweisen? Wenn nicht, welche Maßnahmen sind dann gefordert?

    Die Zutrittsverweigerung gegenüber Kunden, die keine Maske tragen, unterliegt dem allgemeinen Hausrecht und wird von der Verordnung nicht vorgegeben. Ist der Anwendungsbereich des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes eröffnet, so sind die dort gezogenen Grenzen zu beachten. Die Betreiber müssen sicherstellen, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Kundinnen und Kunden eingehalten werden kann und dass das Personal einen Mund-Nasen-Schutz trägt. Für den Aufenthalt in Geschäften bis 800 Quadratmeter ist sicherzustellen, dass sich maximal eine Kundin beziehungsweise ein Kunde pro zehn Quadratmeter befindet. Für den Aufenthalt in Geschäften ab einer Verkaufsfläche von 801 Quadratmeter gilt, dass auf der Fläche von 800 Quadratmetern sich nicht mehr als eine Kundin beziehungsweise ein Kunde pro zehn Quadratmetern aufhält. Auf der 800 Quadratmeter übersteigenden Fläche ist höchstens eine Person pro 20 Quadratmeter zulässig. Zudem hat der Betreiber ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten.

    Nach § 29 Nr. 9 und Nr. 5 der 9. BayIfSMV ergibt sich, dass für das Einhalten der Maskenpflicht durch die Kunden diese selbst verpflichtet sind, während der Ladeninhaber für die Maskenpflicht unmittelbar nur seines Personals verantwortlich ist. Das heißt, ein Ladeninhaber muss insbesondere keine Bußgelder fürchten, wenn eine Kundin beziehungsweise ein Kunde keine Maske trägt. Hiervon unabhängig ist, dass der Ladeninhaber von seinem Hausrecht Gebrauch machen kann.

    Wie soll die Verordnung kontrolliert werden? Ist das Aufgabe der Polizei oder des Ordnungsamtes?

    Die Einhaltung der Maskenpflicht wird selbstverständlich kontrolliert, sei es durch Polizei, kommunale Ordnungsdienste oder sonstige Verpflichtete. Denn nur, wenn sich alle daran halten, haben wir einen bestmöglichen Schutz vor Infektionen. Auch ein Schal oder ein Halstuch wird akzeptiert, wenn Mund und Nase entsprechend bedeckt sind.

    Diejenigen, die sich nicht daran halten, müssen mit Geldbußen gemäß des Bußgeldgkatalogs „Corona-Pandemie“ rechnen.

    Im Öffentlichen Personennahverkehr zeigt auch die Polizei seit dem 27. April 2020 bayernweit mehr Präsenz und kontrolliert die Maskenpflicht. Schwerpunkte werden ganz klar die Ballungsräume und stark frequentierte Verkehrsmittel sein. Dabei wird je nach Bedarf auch die Bereitschaftspolizei unterstützen. Darüber hinaus steht die bayerische Polizei in einem engen Kontakt mit der Bundespolizei, die für den Bahnverkehr zuständig ist. Auch die Verkehrsverbünde und -betreiber stehen in der Verantwortung. In vielen Bereichen ist bereits spezielles Sicherheitspersonal unterwegs wie die U-Bahnwache. Auch hier gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei. Dabei geht es nicht nur um abgestimmte Kontrollen, sondern auch um die umfassende Information der Fahrgäste.

    Besteht die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch für Menschen mit Demenz?

    Aufgrund der mit einer Demenz einhergehenden Einschränkung können Betroffene eine Mund-Nasen-Bedeckung meist nicht verstehen. Personen, die Menschen mit Demenz im öffentlichen Raum begleiten, können Betroffene daher nicht immer erfolgreich dazu anhalten, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Sorgen um juristische Folgen sind aber in der Regel unbegründet. Eine Ordnungswidrigkeit kann nicht begehen, wer nicht vorwerfbar im Sinne des § 12 OWiG handelt. Hiervon ist bei Menschen mit Demenz aufgrund der Erkrankung häufig auszugehen.

    Antworten auf häufige Fragen zum Corona-Virus im Zusammenhang mit Demenz

    Gilt die Maskenpflicht auch in Arztpraxen?

    In Arzt- und Zahnarztpraxen und in allen sonstigen Praxen gilt die Maskenpflicht grundsätzlich auch für das Personal, die Kunden und ihre Begleitpersonen. Nur, wenn die Art der medizinischen, therapeutischen oder pflegerischen Leistungen das Tragen einer Maske nicht zulässt, entfällt die Pflicht.

    Durch das korrekte Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung innerhalb der medizinischen Einrichtung kann das Übertragungsrisiko auf Patientinnen und Patienten und anderes medizinisches Personal reduziert werden. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung schützt die umgebenden Personen. Alle weiteren Maßnahmen der Basishygiene sind ebenso zu beachten

    Weitere Informationen finden Sie beim Robert-Koch-Institut:

    Die Maskenpflicht gilt nicht für Kinder bis zum sechsten Geburtstag sowie für Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist.

    Zudem ist das Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung zulässig, solange es zu Identifikationszwecken oder zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung oder aus sonstigen zwingenden Gründen erforderlich ist.

    Muss ich als Asthmatiker auch eine Maske tragen? Gilt Atemnot zum Beispiel wegen Asthma als Ausnahmegrund, keine Maske zu tragen?

    Eine Maske muss ausnahmsweise dann nicht getragen werden, wenn dies aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist. Dies kann unter Umständen bei einem Asthmatiker der Fall sein. Die Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen ist jedoch glaubhaft zu machen. Dies kann durch eine (formlose) ärztliche Bestätigung erfolgen.

    Im Fall akuter Atemnot und eines akuten Panikanfalls ist die Maske abzunehmen und, sofern möglich, das Geschäft beziehungsweise das Transportmittel zu verlassen. In diesen Fällen liegt es allerdings nahe, dass aus Rücksichtnahme auf die Mitmenschen auf Fahrten mit dem Öffentlichen Nahverkehr und den Besuch von Geschäften möglichst verzichtet wird.

    Wie können Betroffene, bei denen Ekzeme, Ausschläge, Dermatitis im Gesicht, das Tragen einer Maske unmöglich macht, mit der Maskenpflicht umgehen?

    Bei verschiedenen dermatologischen Erkrankungen im perioralen Bereich kann das Tragen einer Alltags-Maske möglicherweise zu einer Verschlechterung der Symptomatik führen. In derartigen Fällen ist aus hautärztlicher Sicht geboten, zwischendurch viel Luft an die Haut zu lassen, damit das okklusive Milieu vermindert wird, feuchte Alltags-Maske zeitnah zu wechseln und eine dem jeweiligen Erkrankungsbild angemessen dermatologische Therapie nach Konsultation des Hautarztes konsequent durchzuführen. Zu beachten sind Allergien gegen Bestandteile einer Alltags-Maske. Aus Sicht der Dermatologen gibt es auch hier immer Ausweichmöglichkeiten, auf Synthetikfasern sollte verzichtet werden.

    Kann ich vom Arbeitgeber dazu verpflichtet werden, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, obwohl das Tragen aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist?

    Soweit die Elfte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (11. BayIfSMV) eine Maskenpflicht anordnet, sind Personen von der Trageverpflichtung befreit, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung, aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist.

    In Fällen einer Befreiung von der Tragepflicht nach BayIfSMV wird das Tragen einer Mund-Nasen-Abdeckung regelmäßig auch arbeitsschutzrechtlich nicht angeordnet werden können. Der Arbeitgeber muss in der Gefährdungsbeurteilung gemäß Arbeitsschutzgesetz auch individuelle Merkmale von Beschäftigten berücksichtigen. Teilt der Beschäftigte dem Arbeitgeber oder zum Beispiel dem Betriebsarzt mit, dass er aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen kann, muss der Arbeitgeber daher regelmäßig auf andere Weise den Arbeitsschutz sicherstellen. Die erforderlichen Schutzmaßnahmen sind dabei, sofern möglich, unter Einbeziehung des Betriebsarztes in der Rangfolge „technisch“ vor „organisatorisch“ vor „persönlich“ festzulegen.

    Darf der Verkäufer den Kunden nach Betreten dessen Ladens auffordern, die Mund-Nasen-Bedeckung zum Zwecke der Identifizierung, gegebenenfalls Videografie durch eine Überwachungsanlage, wie beispielsweise in Banken oder Juweliergeschäften, abzunehmen? Muss der Kunde der Aufforderung des Verkaufspersonals nachkommen?

    Aus Sicht des Infektionsschutzes bestehen keine Einwände gegen die kurzzeitige Abnahme der Alltags-Maske zum Zwecke der Identifizierung, sofern Folgendes beachtet wird:

    • Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 m
    • Sachgerechtes Abnehmen des Mund-Nasen-Schutzes durch die Trägerin oder den Träger (keine Berührung der Außenseite der MNS) und gegebenenfalls Vorhalten eines Händedesinfektionsmittels zur Händedesinfektion des Kunden nach Abnahme der Alltags-Maske.

    Ist es also aus Identifizierungsgründen zwingend erforderlich, das Gesicht des Kunden vollständig zu erkennen, kann die Alltags-Maske bei Einhaltung der genannten Vorsichtsmaßnahmen zum Zwecke der Identifizierung kurz abgenommen werden.

    Ob der Kunde dem nachkommen muss, ist keine Frage der Verordnung, sondern des allgemeinen Hausrechts. Dennoch wird gebeten, die grundsätzliche Pflicht, eine Alltags-Maske zu tragen, zu akzeptieren, und Kunden, sofern eine Identifizierung auch mit dieser möglich ist, nicht den Zutritt zu verweigern.

    Muss ich als Corona-Genesener auch eine Maske tragen?

    Die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, gilt für alle gleich, soweit dies nicht aus zum Beispiel medizinischen Gründen unmöglich ist.

    Muss auch in kundenfernen Bereichen von Handels- und Dienstleistungsbetrieben mit Kundenverkehr eine Maske getragen werden?

    Zur Erleichterung des Arbeitsalltags kann in kundenfernen Bereichen von Handels- und Dienstleistungsbetrieben mit Kundenverkehr (zum Beispiel Gewächshaus einer Gärtnerei, Lagerraum eines Ladengeschäfts) auf das Tragen einer Maske verzichtet werden, wenn die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregelungen sichergestellt ist. In Handels- und Dienstleistungsbetrieben ohne Kundenverkehr besteht grundsätzlich keine Maskenpflicht.

    Fragen zu PSA und Medizinprodukten

    An wen können Rückfragen zu Beschaffung und ggf. dem Vertrieb von PSA gerichtet werden?

    Da es sich hierbei um Fragen der Marktüberwachung handelt, wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Gewerbeaufsicht ihres Regierungsbezirks.

    Kontakt zur Bayerischen Gewerbeaufsicht

    Ist es möglich bei einem akuten Notstand z.B. in einer Pflegeeinrichtung PSA an Wochenenden und Feiertagen auszugeben?

    PSA kann ohne vorherige Genehmigung in einer akuten Notlage/akutem Notstand ausgegeben werden. Der 7-Tage-Notbestand ist sofort wieder aufzufüllen.

    Können Bedarfsträger wie z. B. eine Arztpraxis direkt beim Pandemiezentrallager Bayern (PZB) bestellen?

    Bitte wenden Sie sich in diesem Fall an Ihre Kreisverwaltungsbehörde oder an Ihr Gesundheitsamt (evtl. ist es auch sinnvoller, die Masken selbständig zu beschaffen). Wir bitten um Verständnis!

    Dürfen gesperrte Waren bzw. vorsorglich gesperrte Waren an das Pandemiezentrallager zurückgeschickt werden?

    Eine Rücksendung kann nur nach vorheriger Avisierung mit unserem Logistiker erfolgen (Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Anlieferbedingungen).

    Kontakt Logistik:

    LGL Pandemie Zentrallager Bayern (LGL PZB)
    Ingolstädter Landstr. 100
    85748 Garching
    Tel.: 089 – 6933 732 20
    E-Mail: lager_garching@tagkonzept.com

    Wo finde ich weitere Informationen?

    Informationen bezüglich der Qualität von Bundesmasken:

    Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen zu Maskenlieferungen des Bundes direkt an die Service Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) unter Tel.: +49 (0) 30 25471 16831

    Informationen zur Kennzeichnung von Masken:

    baua: Kennzeichnung von Masken aus USA, Kanada, Australien/Neuseeland, Japan, China und Korea

    Erläuterung zu RAPEX:

    baua: RAPEX - Rapid Exchange of Information System

    Prüfnormen-Vergleich Filterschutzmasken FFP2 nach DIN EN 149 mit chinesischer Norm GB 2626-2006 (KN95):

    DIN: 2020-03: Schutzmasken FFP2 (EN 149:2001) und KN95 (GB 2626-2006) zum Coronaschutz (SARS-CoV-2) sind miteinander vergleichbar

    Fragen zur Desinfektion

    Welche Desinfektionsmittel sind gegen das neue Coronavirus wirksam?

    Zur Desinfektion können alle Mittel mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" verwendet werden. Mittel, deren Wirksamkeit für die oben genannten Wirkungsbereiche nachgewiesen sind, können der Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren oder der Desinfektionsmittel-Liste des Verbundes für Angewandte Hygiene entnommen werden. Bei behördlich angeordneten Desinfektionsmaßnahmen ist die RKI-Liste heranzuziehen.

    Wer darf Handdesinfektionsmittel herstellen?

    Handdesinfektionsmittel dürfen Apotheken, die pharmazeutische und die chemische Industrie, sowie juristische Personen des öffentlichen Rechts herstellen.

    Welche Handdesinfektionsmittel dürfen hergestellt werden?

    Die zulässigen Rezepturen ergeben sich aus den veröffentlichten Allgemeinverfügungen der BAuA und über den FAQ-Bereich der BAuA-Homepage.

    Welche Möglichkeiten stehen Apotheken zur Verfügung?

    Apotheken können Handdesinfektionsmittel als Biozidprodukte im Rahmen der Allgemeinverfügungen herstellen und an die jeweils vorgesehene Zielgruppe abgeben.
    Die ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.) stellt in ihrem Mitgliederbereich eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen im Zusammenhang mit der Händedesinfektionsmittelherstellung bereit.
    Weitere Informationen finden Sie hier.

    Welche Regelungen gelten für die Abgabe der Produkte? Wer darf die Produkte verwenden?

    1-Propanol-haltige Händedesinfektionsmittel dürfen nur an berufsmäßige Verwender abgegeben werden, Ethanol- und 2-Propanol-haltige Händedesinfektionsmittel dürfen zusätzlich auch an die breite Öffentlichkeit abgegeben werden.

    Können auch andere Wirkstoffe bzw. Produkte im Rahmen der Allgemeinverfügung verwendet werden?

    Die Allgemeinverfügungen der BAuA sind auf die dort gelisteten Rezepturen beschränkt.
    Weitere Informationen zu den Übergangsvorschriften finden Sie unter: https://www.reach-clp-biozid-helpdesk.de/DE/Biozide/Biozidprodukte/Uebergang/Uebergang_node.html.

    Dürfen die nach den Allgemeinverfügungen hergestellten Mittel auch für die Desinfektion von Flächen verwendet werden?

    Die in der Allgemeinverfügung der BAuA vom 02.04.2020 genannten Desinfektionsmittel dürfen zur Flächendesinfektion hergestellt und an berufsmäßige Verwender abgegeben werden.
    Weitere Informationen finden Sie hier.

    Welche Qualität müssen die eingesetzten Wirkstoffe haben?

    Die Allgemeinverfügungen der BAuA legen entsprechende Mindestreinheitsvorgaben für die eingesetzten Wirkstoffe fest (siehe dort). Die Reinheit ist über entsprechende Analysezertifikate des Herstellers zu belegen.

    Welche zusätzlichen biozidrechtlichen Vorschriften sind im Rahmen der Allgemeinverfügungen zu beachten?

    Hinsichtlich der Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von Biozidprodukten verweist die Biozidprodukteverordnung in Artikel 69 (1) auf die allgemeinen Vorschriften der VO (EU) Nr. 528/2012 (CLP-Verordnung) für Stoffe und Gemische und enthält in Artikel 69 (2) weitere biozidspezifische Vorschriften.

    Was ist hinsichtlich der Desinfektion in den Lebensmittelbetrieben zu beachten?

    Gegenstände, Armaturen und Ausrüstungen,die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen gründlich gereinigt und erforderlichenfalls desinfiziert werden. Die Reinigung und die Desinfektion muss so häufig erfolgen, dass kein Kontaminationsrisiko besteht. Im Regelfall ist davon auszugehen, dass im Bereich der Lebensmittelproduktion eine gründliche und umfassende Reinigung auch für Flächen mit Lebensmittelkontakt ausreichend ist, sofern nicht die Gefahr besteht, dass ein Eintrag pathogener Mikroorganismen in verzehrsfertige Lebensmittel erfolgt. Die in vielen Lebensmittelbetrieben durchgeführten Desinfektionsmaßnahmen geben im Alltag eine zusätzliche Sicherheit, sind aber unter der Voraussetzung einer umfassenden und nachhaltigen Reinigung im Ausnahmefall nicht zwingend erforderlich.
    Eine Desinfektion von Flächen, Gegenständen, Armaturen und Ausrüstungen, die keinen direkten Kontakt mit (verzehrsfertigen) Lebensmitteln haben (z. B. Wände, Decken, Fußböden, Gullys), ist nach einer gründlichen Reinigung nicht zwingend erforderlich. Insofern kann hierauf in der derzeitigen Situation verzichtet werden.
    Bei Flächen, Gegenständen, Armaturen und Ausrüstungen, bei denen Kontakt mit Rohware (z. B. rohes Fleisch, Rohmilch) besteht, bei der im Rahmen der Be- und Weiterverarbeitung sichergestellt ist, dass sie einem Verarbeitungsschritt unterzogen wird, der pathogene Mikroorganismen sicher abtötet, ist ebenfalls bei einer gründlichen Reinigung eine anschließende Desinfektion entbehrlich.
    Bei Flächen, Gegenständen, Armaturen und Ausrüstungen, bei denen Kontakt mit verzehrsfertigen Lebensmitteln besteht, sollte derzeit, sofern der Betrieb für diese Bereiche eine Desinfektion vorgesehen hat, auf diese nicht verzichtet werden.

    Wie soll mit nicht benötigten Mengen an Desinfektionsmitteln umgegangen werden?

    Die Kreisverwaltungsbehörden können rechtzeitig vor Ablauf des MHD der Desinfektionsmittel in eigener Zuständigkeit versuchen, andere Bedarfsträger (z. B. Vereine, Pflegeheime, etc.) zu identifizieren und die Abgabe dorthin veranlassen. Ggf. kann eine kostengünstige/kostenlose Abgabe an die Gastronomie erwogen werden, um eine kostenpflichtige Entsorgung zu vermeiden. Ansonsten ist für abgelaufenes Desinfektionsmittel in eigener Zuständigkeit eine Entsorgung zu veranlassen.

    Fragen zur Diagnostik

    Wie wird das neue Coronavirus SARS-CoV-2 mittels PCR nachgewiesen?

    Goldstandard für den Nachweis des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ist der molekularbiologische Nachweis mittels einer speziellen PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion).Empfohlen sind Dual Target-Systeme, d.h. in einem Testdurchgang werden 2 verschiedene Genabschnitte aus dem Virusgenom detektiert. Die Diagnostik ist am LGL und bei privaten Labordienstleistern bzw. Universitätslaboren etabliert. Die Durchführung der Diagnostik erfolgt am LGL ausschließlich im Auftrag des Gesundheitsamts. Niedergelassene Ärzte lassen die Diagnostik bei einem Labordienstleister durchführen.

    Was versteht man unter einem Antigen-Schnelltest ?

    Bei einem Antigen-Schnelltest werden mit Hilfe spezifischer Antikörper Oberflächenstrukturen, meist Virusproteine (=Antigen) des Virus nachgewiesen. Es handelt sich also um einen direkten Virusnachweis, der in seiner Aussage mit dem PCR-Verfahren zum Nachweis von Virusnukleinsäuren gleichzusetzen ist. Antigenschnellteste weisen aber eine geringere Sensitivität als der PCR-Nachweis auf, so dass im Antigen-Schnelltest erst bei einer höheren Viruslast ein positives Ergebnis zu erwarten ist.

    Wie erfolgt die Probennahme zur labordiagnostischen Abklärung?

    Wenn möglich sollte Probenmaterial aus den oberen und tiefen Atemwegen entnommen werden. Als Probenmaterial aus den tiefen Atemwegen eignen sich:

    • Bronchoalveoläre Lavage
    • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert)
    • Trachealsekret
    Als Probenmaterial aus den oberen Atemwegen eignen sich:
    • Nasopharynx-Abstrich, -Spülung oder -Aspirat
    • Oropharynx-Abstrich

    Werden Oro- und Nasopharynx abgestrichen, sollten die Tupfer in einem Medium-Röhrchen vereinigt werden, um die Nachweiswahrscheinlichkeit zu erhöhen.
    Bei Abstrichen ist zu beachten, dass für den Virusnachweis geeignete Tupfer verwendet werden ("Virustupfer" mit flüssigem Transportmedium verwenden - keine Bakterientupfer mit agarhaltigen Transportmedien).
    Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich nach Entnahme erreichen. Erfolgt dies voraussichtlich innerhalb von 72 Stunden, kann die Probe bei 4°C gelagert und wenn möglich gekühlt versendet werden.
    Die PCR-Diagnostik zum Nachweis des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 ist am LGL etabliert und wird bei begründeten Verdachtsfällen ausschließlich im Auftrag der Gesundheitsämter durchgeführt.

    Wann besteht ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2?

    Begründete Verdachtsfälle sind:

    1. Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn bei ALLEN Patienten unabhängig von Risikofaktoren
    2. Personen mit Kontakt zu einem bestätigtem COVID-19 Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome
    3. Personen mit klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtung/Krankenhaus

    Sollte bei Erkältungssymptomen routinemäßige auf SARS-CoV-2 getestet werden?

    Eine Testung auf SARS-CoV-2 wird bei allen Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn unabhängig von Risikofaktoren empfohlen.

    Darüber hinaus spricht sich die Staatsregierung dafür aus, dass alle Personen, die auf eine COVID-19-Erkrankung getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten, ob sie sich infiziert haben. Allen Bewohnern Bayerns wird daher angeboten, sich künftig bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen. Die Kosten übernimmt der Freistaat Bayern.

    Was unternimmt der Arzt in der Praxis bei einem Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion?

    Wenn die RKI-Definition auf einen begründeten Verdachtsfall erfüllt ist, sollte

    • der Patient möglichst in einem eigenen Praxiszimmer isoliert werden,
    • der Patient Mund-Nasen-Schutz anziehen,
    • das medizinische Personal Schutzkittel, Handschuhe, zumindest Mund-Nasen-Schutz, besser FFP2-Masken und ggf. Schutzbrille anlegen,
    • das zuständige Gesundheitsamt verständigt werden.
    Weitere Maßnahmen wie z. B. die Probennahme zur Abklärung einer Coronavirus-Infektion und weitere Absonderungsmaßnahmen erfolgen dann nach Maßgabe des Gesundheitsamts.

    Wer ist der Ansprechpartner für Ärzte bei Unklarheiten?

    Ansprechpartner ist das zuständige Gesundheitsamt. Eine Gesundheitsamt-Suche nach PLZ ist unter https://tools.rki.de/plztool/ möglich.

    Welchen Stellenwert haben SARS-CoV-2-Antikörper-Tests?

    Ein Antikörper-Test eignet sich nicht für die Akutdiagnostik, da eine Antikörperproduktion im menschlichen Körper erst 7-14 Tage nach Infektionsbeginn nachweisbar ist.

    • Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten: Nachweis einer abgelaufenen Infektion bei Personen, die in der akuten Phase nicht getestet wurden; epidemiologische Studien zur Feststellung des Verbreitungsgrads in der Bevölkerung
    • Unabhängig von den Leistungsdaten eines medizinischen Tests (Sensitivität, Spezifität) hängt die Aussagekraft eines Tests von der Prävalenz einer Infektion in der getesteten Population ab (sog. positiver prädiktiver Wert und negativer prädiktiver Wert).
    • Derzeit ist nicht klar, ob und für wie lange eine COVID-19-Infektion eine Immunität gegen SARS-CoV-2 bewirkt.
    • Derzeit ist nicht klar, inwieweit der Nachweis von SARS-CoV-2-Antikörpern einen Hinweis auf eine Immunität geben kann.
    • Alle derzeit verfügbaren Antikörpertests müssen in der Anwendung evaluiert werden und sind im Wesentlichen für seroepidemiologische Fragestellungen ("welcher Prozentsatz ist infiziert gewesen?") interessant. Die WHO empfiehlt den Einsatz von immunodiagnostischen Testen derzeit nur im Kontext von Forschungsprojekten. Für individualmedizinische Aussagen eines Testergebnisses ist es derzeit noch zu früh.
    • Schnellteste zum qualitativen Nachweis von Antikörpern (IgG, IgM) gegen SARS-CoV-2 Antigen in Lateral Flow Assay- bzw. Chemilumineszenz-Assay Formaten werden kommerziell angeboten. Die Sensitivität zum Nachweis einer frischen Infektion liegt bei den meisten dieser Tests deutlich unter 50 %. Es wird darum davon abgeraten, das Ergebnis eines alleinigen Antikörpertests als Hauptkriterium für eine Diagnosestellung einzusetzen.

    Fragen zur Impfung

    Welche unterschiedlichen COVID-19-Impfstoff-Typen werden derzeit erprobt?

    Alle Impfstoffkandidaten basieren auf dem Grundprinzip, dem Immunsysteme Teile des neuartigen Coronavirus (= Antigene) zu präsentieren, so dass der Körper eine Immunität gegenüber dem Erreger aufbauen kann. Die unterschiedlichen Impfstoff-Kandidaten nutzen verschiedene Ansätze. Dabei gibt es derzeit zwei Hauptentwicklungslinien: inaktivierte oder proteinbasierte Totimpfstoffe und mRNA/DNA-Impfstoff.

    mRNA-Impfstoffe enthalten einen Teile der Erbinformation des Virus in Form von mRNA, die den Bauplan für ein Virusprotein bereitstellt. Nach der Impfung wird die mRNA von einigen wenigen menschlichen Körperzellen aufgenommen (der Transport der Virus-mRNA in die menschlichen Zellen erfolgt mittels Lipid-Nanopartikeln). Die Körperzellen nutzen die RNA als Vorlage, um die Virusproteine selbst zu produzieren. Da aber nur ein Bestandteil des Virus gebildet wird, können so keine kompletten vermehrungsfähigen Viren entstehen. Die neu gebildeten, ungefährlichen Virusproteine wirken als Antigene: Sie aktivieren das Immunsystem und erzeugen so eine schützende Immunantwort.

    Bei Vektorimpfstoffen dient ein abgeschwächtes Virus als Transportmittel (Vektor) für die Virus-RNA bzw. DNA-Teile in wenige Körperzellen. Ein bekannter Vektor-Impfstoff ist beispielsweise der Ebola-Impfstoff Ervebo, der im November 2019 die europäische Zulassung durch die Europäische Kommission erhielt.

    Bei Totimpfstoffen mit Virusproteinen wird die Erbinformation mit dem Bauplan für die Virusproteine in Bakterien, Hefe oder in Säugerzellen eingebracht, die dann die Virusproteine produzieren. Nach der Reinigung werden die entstandenen Virusproteine als Antigene im Impfstoff verwendet.

    Wie finden die Impfungen statt?

    Die Impfungen sollen in Impfzentren stattfinden, die flächendeckend in ganz Bayern geplant sind. Zusätzlich werden Mobile Impfteams zu Beginn der Impfphase besonders gefährdete Einrichtungen besuchen und die Impfungen vornehmen. Die Terminvergabe erfolgt über die Impfstelle oder online.

    Wird es eine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben

    Nein. Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland grundsätzlich nicht. Davon ausgenommen ist nur die von der der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Masern-Impfung, die seit dem 1. März 2020 bei allen Kindern ab dem ersten Geburtstag beim Eintritt in den Kindergarten oder die Schule vorgewiesen werden muss. (Nachweispflicht)

    Wenn es einen Impfstoff gibt, muss die Impfung dann jährlich wiederholt werden?

    Wie lange die Wirkung eines Impfstoffes anhält und wie oft geimpft werden muss, ist derzeit nicht absehbar, da es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt und die nötigen Studien zur Wirkung nicht abgeschlossen sind.

    Wer wird die Impfungen in den Zentren vornehmen?

    Ärztinnen und Ärzte sowie medizinisches Fachpersonal werden die Impfungen durchführen. Bereits jetzt haben sich in einer ersten Abfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern über 2.400 Vertragsärztinnen und -ärzte bereiterklärt, sich an der Durchführung der Impfungen zu beteiligen.

    Gibt es eine bestimmte Reihenfolge, wer sich zuerst impfen lassen kann?

    Da der Impfstoff nicht sofort für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen wird, ist es wichtig, in der Anfangsphase eine Reihenfolge festzulegen. Diese Reihenfolge wird entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) festgelegt. Aufgrund der begrenzten Impfstoffverfügbarkeit wird die Impfung schrittweise zunächst Angehörigen folgender Personengruppen angeboten werden:

    • Besonders anfällige Gruppen wie Menschen hohen Alters, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Betreute und Bewohner in stationären und teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko etwa aufgrund ihres Berufs (beispielsweise medizinisches und pflegerisches Personal, Angehörige der Polizei und der Feuerwehr)
    • Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko aufgrund äußerer Umstände (wie zum Beispiel aufgrund beengter Wohnverhältnisse)

    Braucht man für eine Impfung im Impfzentrum eine Überweisung zum Beispiel vom Hausarzt?

    In der Anfangsphase ist eine Anmelde-Plattform geplant. Auf diesem Weg soll auch geprüft werden, ob jemand nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission die Kriterien für eine Impfung erfüllt. Die Details dazu werden derzeit abgestimmt.

    Wer zahlt die Impfungen?

    In der nationalen Impfstrategie ist aktuell eine Finanzierung der Impfstoffe durch den Bund und der Impfstellen durch Bund und Länder vorgesehen.

    Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer Impfung und einem positiven Corona-Test?

    Laut Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) ist davon auszugehen, dass die Impfung gegen COVID-19 mit mRNA-Impfstoffen keinen Einfluss auf das Ergebnis von PCR- oder Antigentestungen (sogenannte Schnelltests) hat. Diese Einschätzung des RKI basiert auf folgenden Gründen:

    • Die meisten PCR-Testverfahren zum Nachweis von SARS-CoV-2 beruhen auf dem Nachweis von zwei verschiedenen Virusgenen (dual target-PCR-Verfahren), von denen i.d.R. keines das in den bisher zugelassenen mRNA-Impfstoffen enthaltene Gen für das Spike (S)-Protein ist. Somit ist eine Wechselwirkung mit einer durchgeführten COVID-19-Impfung mit mRNA-Impfstoffen bei Verwendung solcher PCR-Tests ausgeschlossen.
    • Ebenso wird bei fast allen in Deutschland eingesetzten Antigentests ein anderes Virusprotein nachgewiesen als das bei der mRNA-Impfung gebildete S-Protein. Zudem ist es nach Einschätzung des RKI auch im Fall der Verwendung eines Antigentests auf Basis des S-Proteins sehr unwahrscheinlich, dass sich nach einer COVID-19-Impfung in den Oberarm eine ausreichende Menge an Virusprotein im Nasen-Rachenraum anreichern könnte, die durch einen Antigentest – auch aufgrund der begrenzten Sensitivität dieser Tests – erkannt werden würde.

    Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auf den Internetseitent des RKI:

    Wo finde ich weitere Informationen zur Corona-Impfung?

    Weitere Informationen zur Impfung gegen das Coronavirus finden Sie hier:

    StMGP: Impfung gegen das Coronavirus
    BMG: Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung

    Fragen zum öffentlichen Leben

    Was gilt für Reiserückkehrer?

    Aufgrund der Coronavirus-Einreiseverordnung (CoronaEinreiseV) vom 13. Januar 2021 in Verbindung mit der Allgemeinverfügung Testnachweis von Einreisenden gilt Folgendes:

    Jede Person, die sich innerhalb von 10 Tagen vor der Einreise nach Bayern in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde nach der Einreise einen Testnachweis auf das Nichtvorliegen des Coronavirus SARS-CoV-2 vorlegen. Welche Voraussetzungen hierbei einzuhalten sind, können Sie den nachfolgenden Fragen entnehmen. Sie richten sich danach, ob sich die betroffene Person, in einem Hochinzidenzgebiet, einem Virusvarianten-Gebiet oder einem sonstigen Gebiet aufgehalten hat. Informationen, welche Staaten oder Regionen entsprechend dieser Kategorien eingestuft sind, finden Sie tagesaktuell auf der Homepage des RKI.

    Wichtig: Neben der Testpflicht kann sich nach der Einreise nach Bayern auch eine Pflicht zur häuslichen Quarantäne nach den Regelungen der Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) ergeben. Weitere Informationen hierzu finden Sie in den FAQ zur EQV des StMGP.

    Anmeldepflicht:

    Personen, die in die Bundesrepublik Deutschland einreisen wollen und sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen sich grundsätzlich über die Digitale Einreiseanmeldung registrieren. Weitere Informationen hierzu finden sich auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums.

    Gibt es Beschäftigungsverbote für schwangere Frauen im Hinblick auf Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter mit COVID-19-Infektionen (COVID-19-Fall) bzw. begründeten Verdachtsfällen?

    Aktuelle Informationen zu Mutterschutz und Corona finden Sie hier.

    Was müssen Träger der Angebote zur Unterstützung im Alltag (AUA) beachten?

    Die geltenden Maßnahmen lassen den Betrieb der Angebote zur Unterstützung im Alltag weiterhin zu. Das gilt sowohl für Angebote in der Häuslichkeit der Pflegebedürftigen (zum Beispiel Helferkreise, haushaltsnahe Dienstleistungen und Alltags- und Pflegebegleiter) als auch für Angebote in Gruppenform (zum Beispiel Betreuungsgruppen, Tagesbetreuung in Privathaushalten und Angehörigengruppen).
    Wie für alle Dienstleistungsbetriebe gilt auch für die Angebote zur Unterstützung im Alltag, dass

    • ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist,
    • eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss sowie ein Schutz- und Hygienekonzepts vom Träger erstellt werden muss.
    • Pflegebedürftige, denen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich beziehungsweise unzumutbar ist, sind von der Trageverpflichtung befreit.
    • Gruppenangebote sollten in möglichst kleinen und fest zusammengesetzten Gruppen durchgeführt werden. Die Gäste, insbesondere Menschen mit Demenz, sollten unter Wahrung des Mindestabstands ihren Bewegungsdrang ausleben können. Kleinere Gruppengrößen können dazu beitragen, genügend individuellen Bewegungsraum zu ermöglichen.
    Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat „Handlungsempfehlungen für solitäre Tagespflegeeinrichtungen und für Träger der Angebote zur Unterstützung im Alltag“ erarbeitet und herausgegeben. Die Handreichung finden Sie unter folgendem Link:

    Handlungsempfehlungen für solitäre Tagespflegeeinrichtungen und für Träger der Angebote zur Unterstützung im Alltag

    Was ist im Hinblick auf Alten- oder Pflegeheime bzw. Krankenhäuser zu beachten?

    Beim Besuch von Patientinnen und Patienten oder Bewohnerinnen und Bewohnern von

    • Krankenhäusern sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt
    • vollstationären Einrichtungen der Pflege
    • Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, in denen Leistungen der Eingliederungshilfe über Tag und Nacht erbracht werden,
    • ambulant betreuten Wohngemeinschaften, in denen ambulante Pflegedienste erbringen,
    • Altenheimen und Seniorenresidenzen

    gilt für die Besucherinnen und Besucher Maskenpflicht und das Gebot, nach Möglichkeit durchgängig einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Die Einrichtung hat ein Schutz- und Hygienekonzept auf der Grundlage eines vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepts auszuarbeiten, zu beachten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.
    Die Begleitung Sterbender ist jederzeit zulässig.

    In Hotspots können Besuche in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und vergleichbaren Einrichtungen weitergehend eingeschränkt werden.

    Was ist der Corona-Pflegebonus?

    Pflegende in Krankenhäusern sowie in Alten- und Pflegeheimen leisten in der derzeitigen Krisensituation Herausragendes. Während andere Beschäftigte von zu Hause aus arbeiten können, ist dies für die Pflegenden nicht möglich. Als Zeichen der Anerkennung dieses außergewöhnlichen Engagements leistet der Freistaat Bayern den Betroffenen eine einmalige finanzielle Zuwendung.
    Antragsberechtigt sind insbesondere Pflegekräfte in Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen sowie ambulante Pflegedienste, Notfall- und Rettungssanitäterinnen und -sanitäter sowie Rettungsassistenten.
    Weitere Informationen finden Sie hier.

    Was ist bei einem Besuch von Tagespflegeeinrichtungen zu beachten?

    Tagespflegeeinrichtungen können besucht werden. Die für Dienstleistungsanbieter allgemein geregelten Mindestabstände von 1,5 Metern zwischen Gästen sind einzuhalten. Es ist eine Maskenpflicht festgeschrieben und es muss ein Schutz- und Hygienekonzept erstellt werden. Pflegebedürftige, denen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich beziehungsweise unzumutbar ist, sind von der Trageverpflichtung befreit. In dem Schutz- und Hygienekonzept sollte eine Höchstzahl von Personen festgelegt werden, die sich zeitgleich in der Einrichtung aufhalten dürfen. Dies ist insbesondere im Hinblick auf Gäste mit Demenz, erforderlich, damit diese ihren Bewegungsdrang ausleben können. Kleinere Gruppengrößen können dazu beitragen, genügend individuellen Bewegungsraum zu ermöglichen.

    Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gibt derzeit keine spezifischen Bedingungen zur Ausgestaltung der Fahrdienste vor.

    Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat „Handlungsempfehlungen für solitäre Tagespflegeeinrichtungen und für Träger der Angebote zur Unterstützung im Alltag“ erarbeitet und herausgegeben:

    Was ist beim Thema Veranstaltungen und Versammlungen zu beachten?

    Vorbehaltlich speziellerer Regelungen in dieser Verordnung sind Veranstaltungen, Versammlungen, soweit es sich nicht um Versammlungen im Sinne des Bayerischen Versammlungsgesetzes (BayVersG) handelt, Ansammlungen sowie öffentliche Festivitäten landesweit untersagt. Ausnahmegenehmigungen können auf Antrag von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde erteilt werden, soweit dies im Einzelfall aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist.

    Welche Vorgaben gelten für Tagungen, Kongresse und vergleichbare Veranstaltungen?

    Tagungen, Kongresse, Messen und vergleichbare Veranstaltungen sind untersagt.

    Fallen betriebliche / berufliche / dienstliche Besprechungen, Termine und so weiter auch unter die Kontaktbeschränkungen im privaten Raum?

    Die Kontaktbeschränkung gilt nicht für berufliche und dienstliche Tätigkeiten sowie für ehrenamtliche Tätigkeiten in Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, bei denen ein Zusammenwirken mehrerer Personen zwingend erforderlich ist.

    Was gilt für den Sport?

    Der Betrieb und die Nutzung von Sporthallen, Sportplätzen, Fitnessstudios, Tanzschulen und anderen Sportstätten ist untersagt.

    Der Wettkampf- und Trainingsbetrieb der Berufssportlerinnen und Berufssportler sowie der Leistungssportlerinnen und Leistungssportler der Bundes- und Landeskader ist unter folgenden Voraussetzungen zulässig:

    • Die Anwesenheit von Zuschauerinnen und Zuschauer ist ausgeschlossen.
    • Es erhalten nur solche Personen Zutritt zur Sportstätte, die für den Wettkampf- oder Trainingsbetrieb oder die mediale Berichterstattung erforderlich sind.
    • Der Veranstalter hat zur Minimierung des Infektionsrisikos ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und zu beachten, das auf Verlangen den zuständigen Behörden vorzulegen ist.

    Der Betrieb und die Nutzung von Sportstätten zur Bewegung von Tieren ist aus zwingenden Gründen des Tierwohls zulässig (zum Beispiel Reithallen/Reitplätze).

    Ist eine tägliche Reinigung von S-Bahn- und U-Bahn-Zügen sowie Bussen und Trambahnen mit Desinfektionsmitteln erforderlich?

    Eine Desinfektion von Flächen im öffentlichen Raum ist grundsätzlich nicht sinnvoll. Oberflächen, die angefasst werden, werden ständig rekontaminiert, so dass eine Desinfektion, die nur eine begrenzte Zeit wirkt, keinen wirksamen Schutz vor Infektionen darstellt. Rückstände von Flächendesinfektionsmittel können außerdem die Haut irritieren, weshalb man sie nur sehr gezielt im medizinischen Bereich einsetzt, wo der Nutzen überwiegt. Eine Übertragung von Infektionserregern durch Flächen von öffentlichen Verkehrsmitteln sind mit einer konsequenten Umsetzung von einfachen Basishygienemaßnahmen wie z. B. die Vermeidung des Handkontakts mit Mund, Augen oder Nase und das häufige Händewaschen zu verhindern.
    Der Hauptübertragungsweg von SARS-CoV-2 ist die Tröpfcheninfektion, d. h. über direkten Mensch-zu-Mensch-Kontakt. Eine Übertragung durch kontaminierte Flächen ist zwar prinzipiell nicht ausgeschlossen, ist nach derzeitigem Wissensstand jedoch noch nicht nachgewiesen worden. Darüber hinaus sind Coronaviren aufgrund ihrer Struktur nicht sehr stabil in der Umwelt.

    Was ist bei Bestattungen zu beachten?

    Für Trauerfeiern, Totengebete, Aussegnungen, Abschiednahmen sowie die Beisetzung an der Grabstätte Trauergottesdienste und Beerdigungen sind die Regelungen für Gottesdienste entsprechend anwendbar. Das heißt, dass sich die Teilnehmerzahl nach der Anzahl der vorhandenen Plätze bei einem Mindestabstand von 1,5 Metern richtet und Maskenpflicht gilt, solange sich die Trauergäste nicht an ihrem Platz befinden. Der Mindestabstand muss nicht eingehalten werden zwischen Angehörigen des desselben Hausstands sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands angehören, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt höchstens fünf Personen (die zu diesen Hausständen gehörenden Kinder unter 14 Jahren bleiben für die Gesamtzahl außer Betracht) nicht überschritten wird. Es besteht ein Infektionsschutzkonzept, das die Infektionsgefahren im Hinblick auf die örtlichen Traditionen und Gegebenheiten minimiert und bei Bedarf zum Beispiel geringere Teilnehmerzahlen vorsehen kann.

    Weitere Informationen finden Sie hier:

    Informationen zu Bestattungen

    Private Feiern sind als Veranstaltungen untersagt.

    Fragen zu Tieren

    Warum wurde eine Meldepflicht für SARS-CoV-2-Infektionen bei Tieren eingeführt?

    Untersuchungen aus verschiedenen Ländern deuten darauf hin, dass sich bestimmte Tierarten ebenfalls mit SARS-CoV-2 infizieren können. Insgesamt sind derzeit weltweit nur wenige Fälle bei Tieren bekannt. Neben einzelnen Hauskatzen, Zoo-Tigern oder Löwen waren unter den infizierten Tieren auch Nerze und Frettchen. Hunde und landwirtschaftliche Nutztiere scheinen für die Infektion dagegen wenig empfänglich zu sein. Übertragungen von SARS-CoV-2 von Nerzen auf den Menschen in Dänemark und den Niederlanden sowie der Nachweis eines mutierten SARS-CoV-2 in Nerzfarmen in Dänemark zeigt die Notwendigkeit, die Rolle von Tieren bei der Epidemiologie der SARS-CoV-2-Infektionen zu beobachten und besser zu verstehen. Bei der SARS-CoV-2-Pandemie ist zwar die Übertragung von Mensch zu Mensch ausschlaggebend für die Ausbreitung, um jedoch Informationen zur Übertragung, Vorkommen und Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen bei Tieren zu erhalten, müssen künftig alle Fälle von SARS-CoV-2 -Infektionen bei vom Menschen gehaltenen Tieren den Veterinärämtern gemeldet werden. Durch die Meldepflicht sollen eine Übersicht über Vorkommen und Ausbreitung dieser Infektion und weitergehende Erkenntnisse zur Epidemiologie gewonnen werden. Diese Informationen sollen dazu beitragen, Risiken in Bezug auf die Gesundheit von Tier und Mensch frühzeitig zu erkennen.

    Was ist eine Meldepflicht für Tierkrankheiten?

    Meldepflichtige Tierkrankheiten sind auf Tiere übertragbare Krankheiten, deren Auftreten und Verbreitung beobachtet werden. Es soll ein ständiger Überblick darüber gewonnen werden, wo und wie häufig diese Infektionskrankheiten auftreten. Das Auftreten dieser Krankheiten muss daher bei den zuständigen Behörden (Veterinärämtern) gemeldet werden. Meldepflichtige Tierkrankheiten werden im Gegensatz zu anzeigepflichtigen Tierseuchen nicht mit staatlichen Maßnahmen bekämpft. Gesetzliche Grundlage für die Meldepflicht für Tierkrankheiten ist das Tiergesundheitsgesetz bzw. die der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten. SARS-CoV-2- Infektionen sind seit Anfang Juli 2020 meldepflichtig.

    Wann erfolgt die Untersuchung eines Haustieres auf SARS-CoV-2?

    Eine Untersuchung kann bei epidemiologischem Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2 Infektion/COVID-19-Erkrankung des Menschen sinnvoll sein. Eine solche Untersuchung kann auf Wunsch des Tierhalters erfolgen, es besteht für Haustierhalter aber keine Pflicht, ihre Tiere testen zu lassen. Falls SARS-CoV-2-infizierte Tierhalter eine Labortestung der eigenen empfänglichen Haustiere wünschen, sollte die Probennahme und die Untersuchung in Abstimmung mit dem zuständigen Veterinäramt erfolgen. Der Tierhalter trägt die Kosten für die SARS-CoV-2-Testung. Die Probenahme sollte durch eine dafür qualifizierte und entsprechend geschützte Person vor Ort durchgeführt werden. Der Nachweis erfolgt analog zum Menschen mittels PCR. Eine Testung von Tieren ohne epidemiologischen Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2 Infektion/COVID-19-Erkrankung des Menschen ist nicht sinnvoll.

    Wer ist zur Meldung einer SARS-CoV-2-Infektion eines Tieres verpflichtet, was muss gemeldet werden und wann erfolgt die Meldung?

    Zur Meldung verpflichtet sind Tierärzte sowie Leiter von Veterinäruntersuchungsämtern, Tiergesundheitsämtern und sonstiger öffentlicher oder privater Untersuchungsstellen. Von der Meldepflicht erfasst werden positive Befunde für alle vom Menschen gehaltenen Tiere (einschließlich Zootiere) sowie von wildlebenden Klauentieren, die in Gehegen zum Zwecke der Gewinnung von Fleisch für den menschlichen Verzehr gehalten werden. Die Meldung einer SARS-CoV-2-Infektion eines Tieres umfasst das Datum der Feststellung, die betroffene Tierart, die betroffene Tierhaltung und den betroffenen Kreis oder die kreisfreie Stadt. Der Tierarzt oder das Labor melden den Nachweis einer SARS-CoV-2-Infektion bei Haustieren an die zuständige Behörde (Veterinäramt), welche die Meldungen wiederum an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über das sog. Tierseuchen-Nachrichten-System (TSN) weitergibt.

    Was passiert, wenn ein Haustier positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde?

    In Übereinstimmung mit der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) wird das Übertragungsrisiko von empfänglichen Haustieren auf den Menschen als gering angesehen. Ein infiziertes Tier sollte für 14 Tage (analog zum Vorgehen bei Menschen) möglichst isoliert gehalten werden. Personen mit engem Kontakt zu dem Tier stellen Kontaktpersonen der Kategorie II dar.

    Informationen über die Verhaltensweise als Kategorie II Person sind beim Gesundheitsamt und auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts erhältlich: Kontaktpersonennachverfolgung bei respiratorischen Erkrankungen durch das Coronavirus SARS-CoV-2

    Informationen zum Umgang mit empfänglichen oder infizierten Haustieren sind beim zuständigen Veterinäramt und auf der Webseite des Friedlich-Loeffler-Instituts erhältlich:
    COVID-19: Empfehlungen für den Umgang mit empfänglichen Haustieren

    Was passiert mit meinem Haustier, wenn ich selbst an COVID-19 erkrankt bzw. mit SARS-CoV-2 infiziert bin?

    Personen, die an COVID-19 erkrankt bzw. mit SARS-CoV-2 infiziert sind, sollten möglichst keinen engen Kontakt zu Haustieren, insbesondere Katzen und Frettchen haben. Haustiere, die mit einem Menschen, bei dem eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, im selben Haushalt leben und daher wahrscheinlich dem Virus ausgesetzt waren, sollten während der häuslichen Isolierung des infizierten Menschen im Haushalt verbleiben. Wenn möglich sollte sich ein anderes, nicht infiziertes/erkranktes Haushaltsmitglied um das Tier kümmern. Unkontrollierter Freigang und Kontakt mit Menschen und Tieren aus anderen Haushalten sollten in jedem Fall unterbleiben. Dies gilt insbesondere für Katzen und Frettchen.

    Es sollte möglichst vermieden werden, dass durch Abgabe der Tiere das Virus in andere Haushalte oder beispielsweise Tierheime oder Tierpensionen verbreitet wird. Ist eine Versorgung durch Verwandte, Freunde oder Nachbarn nicht möglich, sollte in Absprache mit dem Veterinäramt eine dem Wohl der Tiere Rechnung tragende Lösung gefunden werden.

    Können Haustiere, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind, das Virus auf den Menschen übertragen?

    Bisher gibt es in der wissenschaftlichen Literatur keine Belege für eine Übertragung von SARS-CoV-2 vom Haustier auf den Menschen. Nach den bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Hinweise darauf, dass Haustiere eine Rolle im Infektionsgeschehen von SARS-CoV-2 spielen und insbesondere keinen Hinweis darauf, dass Haustiere wie Hund und Katze das Virus auf Menschen übertragen können. Beim Umgang mit Haustieren gelten ganz grundsätzliche Hygieneempfehlungen wie Händewaschen vor und nach Kontakt mit den Tieren und die Vermeidung von engem Kontakt zu den Tieren, um unabhängig von SARS-CoV-2 das Risiko einer Erregerübertragung zwischen Mensch und Haustier zu minimieren.

    Weiterführende Informationen zum Umgang mit infizierten Haus- und Nutztieren finden sich auf der Internetseite des Friedrich-Loeffler-Instituts unter www.fli.de.