Neuartiges Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19)

Hintergrund

Am 31.12.2019 berichtete die städtische Gesundheitskommission von Wuhan (WMHC) erstmals über einen Ausbruch von Pneumonien in der chinesischen Metropole Wuhan (11 Millionen Einwohner), Provinz Hubei in China. Der Ausgangspunkt des Ausbruchs mit einem neuartigen Coronavirus scheint ein am 01.01.2020 geschlossener Fischmarkt in Wuhan zu sein, wo außer Fischen auch andere Tiere wie Geflügel, Fledermäuse und Wildtiere verkauft wurden.

Erreger

Extrem vergrößerte elektronmikrospische Darstellungvon drei nebeneinanderliegenden  Coronaviren

Als Auslöser dieser neuen, von der WHO mittlerweile als COVID-19 (coronavirus disease 2019) benannten Erkrankung wurde am 07.01.2020 das neuartige Coronavirus 2019-nCoV identifiziert. Das Virus gehört wie MERS-CoV und SARS-CoV zu den β-Coronaviren. Aufgrund seiner engen genetischen Verwandtschaft mit dem SARS-Erreger wird 2019-nCoV mittlerweile offiziell als SARS-CoV-2 bezeichnet. β-Coronaviren verursachen zoonotische Infektionen, d. h. die Viren überschreiten eine Speziesbarriere, werden also von Tieren auf Menschen übertragen und können beim Menschen auch schwer verlaufende Infektionen, meist der Atemwege, auslösen. Insbesondere bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen kann es auch zu Todesfällen kommen. In Zusammenhang mit der ursprünglichen Häufung von Pneumonien bei Aufenthalt bzw. Tätigkeit auf dem Fischmarkt in Wuhan werden Mensch-Tier-Kontakte als mögliche Quelle für das SARS-CoV-2 angenommen, wobei die genaue Quelle noch ungeklärt ist.

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 wurde vom Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) vorläufig in Risikogruppe 3 eingruppiert.

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 ist bei engem Kontakt direkt oder als Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragbar. Übertragungsfähig sind sowohl präsymptomatisch und symptomatisch als auch asymptomatisch Infizierte. Die Ansteckungsfähigkeit wird ab 48 Stunden vor Auftreten der ersten Symptome angenommen mit der höchsten Infektiosität am Tag vor dem Symptombeginn. Die Infektiosität hält mehrere Tage an. Die Infektion erfolgt vor allem als Tröpfcheninfektion, also die Übertragung über Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen sowie beim Atmen und Sprechen entstehen und bei Unterschreitung des Mindestabstands von 1,5 m leicht auf die Schleimhäute von Nase und Mund gelangen. Die Übertragung als Schmierinfektion und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen sind zumindest theoretisch möglich. Ein weiterer Übertragungsweg besteht durch Aerosole in der Raumluft. Beim Atmen und Sprechen, aber noch weitaus stärker beim Schreien und Singen werden vorwiegend kleine Partikel (Aerosol) ausgeschieden, beim Husten und Niesen entstehen zusätzlich deutlich mehr Tröpfchen. Während insbesondere größere respiratorische Tröpfchen schnell zu Boden sinken, können Aerosole - auch über längere Zeit - in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Ob und wie schnell die Tröpfchen und Aerosole absinken oder in der Luft schweben bleiben, ist neben der Größe der Partikel von einer Vielzahl weiterer Faktoren, u.a. der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, abhängig. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder einer Alltagsmaske kann das Risiko einer Übertragung durch Partikel jeglicher Größe im unmittelbaren Umfeld um eine infizierte Person reduzieren.

Bei längerem Aufenthalt in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen kann sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Aerosole auch über eine größere Distanz als 1,5 m erhöhen, insbesondere dann, wenn eine infektiöse Person besonders viele kleine Partikel (Aerosole) ausstößt, sich längere Zeit in dem Raum aufhält und exponierte Personen besonders tief oder häufig einatmen. Durch die Anreicherung und Verteilung der Aerosole im Raum ist das Einhalten des Mindestabstandes zur Infektionsprävention ggf. nicht mehr ausreichend. Ein effektiver Luftaustausch kann die Aerosolkonzentration in einem Raum vermindern. Geschlossene Räume sollten daher regelmäßig und ausgiebig gelüftet werden. Übertragungen im Außenbereich kommen insgesamt selten vor.

Grundsätzlich gelten das Abstandhalten zu anderen Personen, das Einhalten von Hygieneregeln, das Tragen von (Alltags-)Masken sowie Lüften (AHA + L-Regel) als wichtige Maßnahmen, die insbesondere auch die Übertragung von (noch) nicht erkannten Infektionen verhindern.

Von der Stadt Wuhan und der Provinz Hubei ausgehend, hat das Virus zuerst China erfasst und sich dann rasant auf allen Kontinenten ausgebreitet, so dass die WHO dieses Infektionsgeschehen seit dem 11.03.2020 als Pandemie einstuft.

Ein Übertragungsrisiko besteht mittlerweile sowohl in Deutschland als auch in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit. Aktuelle weltweite Fallzahlen veröffentlicht die WHO. Das RKI weist auf seiner Homepage Risikogebiete aus, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht.

Fälle in Deutschland bzw. Bayern

Nachdem Bayern als erstes Bundesland mit einem Ausbruch in einer Firma betroffen war, der auf die Stadt Wuhan zurückgeführt werden konnte, sind mittlerweile in allen Bundesländern Fälle nachgewiesen worden.

Übersichtskarte zu Coronavirusinfektionen in Bayern.

Eine tagesaktuelle Übersicht der Fallzahlen stellt das RKI unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html zur Verfügung.

Patienten, die positiv auf das Virus getestet werden, werden entsprechend der Schwere ihrer Symptomatik gegebenenfalls in einem Krankenhaus medizinisch überwacht und bleiben bis zum Abklingen der klinischen Symptome und ihrer Kontagiosität isoliert. Die engen Kontaktpersonen werden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert. Sie bleiben vorsichtshalber für mindestens 10 Tage in häuslicher Isolierung und werden auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 getestet. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass Infektketten unterbrochen werden und sich das Virus nicht unkontrolliert in der Bevölkerung ausbreiten kann.

Darüber hinaus wird durch Regelungen der Besuchsrechte für Krankenhäuser, Pflege- und Behinderteneinrichtungen durch Hygienekonzepte der Einrichtungen und der Maskenpflicht ein Schutz besonders vulnerabler Gruppen sichergestellt. Mit dem Verbot von Veranstaltungen, durch Gebote zur Kontaktbeschränkung, zum Einhalten eines Mindestabstandes von 1,5 m und der Maskenpflicht in einer Vielzahl von öffentlichen Einrichtungen und dem öffentlichen Personenverkehr sollen die Ausbreitung des Virus und das Anwachsen der Fallzahlen verlangsamt werden. Dadurch sollen die Zahl der gleichzeitig Erkrankten so gering wie möglich gehalten, Belastungsspitzen im Gesundheitssystem vermieden und Zeit für die Entwicklung antiviraler Medikamente und von Impfstoffen gewonnen werden. Generell wird darüber hinaus allen Bürgerinnen und Bürgern dringend empfohlen, derzeit ihre Kontakte zu anderen Menschen soweit als möglich einzuschränken.

Symptome

Die Inkubationszeit von COVID-19 beträgt im Mittel 5-6 Tage mit einer Spannweite von 1 bis zu 14 Tagen. Die häufigsten klinischen Symptome einer Infektion mit SARS-CoV-2 umfassen nach derzeitigem Stand vor allem Husten und Fieber sowie schnupfenartige Symptome mit Rachenentzündung, Halsschmerzen, einer laufenden Nase, Atembeschwerden und Kurzatmigkeit sowie Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns. In einigen Fällen wurde auch von Durchfall berichtet. Symptomlose Verläufe insbesondere bei jüngeren Infizierten kommen vor. Mindestens 80 % der Erkrankungen verlaufen mit milden bis moderaten Symptomen. Schwerere Erkrankungsverläufe kommen bei etwa 14 % der Patienten vor und verlaufen mit Lungenbeteiligung bis hin zur Pneumonie in etwa 3% der Fälle. In Einzelfällen ist ein akutes Lungenversagen (acute respiratory distress syndrome, ARDS) möglich, wobei es insbesondere bei älteren Patienten mit Vorerkrankungen zu Todesfällen kommen kann. Eine spezifische Therapie existiert bisher nicht. Die Therapie erfolgt somit abhängig von der Schwere der Erkrankung symptomatisch. Mittlerweile wurden mehrere Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 entwickelt, die sich im EU-Zulassungsverfahren befinden. Die Zulassung des ersten Impfstoffs und der Beginn der Impfungen wird für Ende Dezember 2020 erwartet.

Risikogruppen für schwere Verläufe

Schwere Verläufe sind eher selten, können aber auch bei Personen ohne bekannte Vorerkrankung auftreten und werden auch bei jüngeren Patienten beobachtet.
Bei folgenden Personengruppen werden nach Angaben des RKI schwere Krankheitsverläufe häufiger beobachtet:

  • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren; 85% der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre alt oder älter [Altersmedian: 82 Jahre])
  • Männliches Geschlecht
  • Raucher (schwache Evidenz)
  • stark adipöse (übergewichtige) Personen
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, ohne Rangfolge:
    • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD)
    • chronische Nieren- und Lebererkrankungen
    • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • Patienten mit einer Krebserkrankung
    • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie z. B. Cortison)

Nachweis

Eine Testung ist grundsätzlich bei symptomatischen Personen entsprechend der Empfehlungen des RKI sowie im Rahmen der differentialdiagnostischen Abklärung empfohlen, wenn ein klinischer Verdacht besteht aufgrund von Anamnese, Symptomen oder Befunden, die mit einer COVID-19-Erkrankung vereinbar sind und eine Diagnose für eine andere Erkrankung fehlt, die das Krankheitsbild ausreichend erklärt (siehe auch Flussschema des RKI). Die Diagnostik ist am LGL etabliert und erfolgt nur auf Veranlassung des Gesundheitsamts.

Das humanvirologische Labor des LGL war eines der ersten Public-Health-Mikrobiologie-Laboratorien in Deutschland, das die PCR-Untersuchung auf das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 nach dem Protokoll des Konsiliarlabors für Coronaviren an der Charité Berlin etabliert hat.

Begründete Verdachtsfälle, die labordiagnostisch abgeklärt werden müssen, sind:

  1. Personen mit akuten respiratorischen Symptomen jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn bei ALLEN Patienten unabhängig von Risikofaktoren
  2. Personen mit Kontakt zu einem bestätigtem COVID-19 Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn UND jegliche mit COVID-19 vereinbare Symptome.
  3. Personen mit klinischen oder radiologischen Hinweisen auf eine virale Pneumonie UND Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtung/Krankenhaus

Als Probenmaterial aus den tiefen Atemwegen eignen sich:

  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert)
  • Trachealsekret

Als Probenmaterial aus den oberen Atemwegen eignen sich:

  • Nasopharynx-Abstrich, -Spülung oder -Aspirat
  • Oropharynx-Abstrich

Idealerweise werden Proben aus den oberen und tiefen Atemwegen gewonnen.
Werden Oro- und Nasopharynx abgestrichen, sollten die Tupfer in einem Medium-Röhrchen vereinigt werden, um die Nachweiswahrscheinlichkeit zu erhöhen.

Bei Abstrichen ist zu beachten, dass für den Virusnachweis geeignete Tupfer verwendet werden ("Virustupfer" mit flüssigem Transportmedium verwenden - keine Bakterientupfer mit agarhaltigen Transportmedien).

Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich nach Entnahme erreichen. Erfolgt dies voraussichtlich innerhalb von 72 Stunden, kann die Probe bei 4°C gelagert und wenn möglich gekühlt versendet werden.

Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht vollständig aus. Falsch-negative Ergebnisse können z. B. aufgrund schlechter Probenqualität, unsachgemäßem Transport oder ungünstigem Zeitpunkt (bezogen auf den Krankheitsverlauf) der Probenentnahme nicht ausgeschlossen werden. Wenn ein Patient mit begründetem Verdacht auf Infektion in der initialen PCR negativ getestet wird, sollte mit dem Labor eine erneute Probenentnahme und -untersuchung abgesprochen werden. Das am besten geeignete Untersuchungsmaterial ist vom Zeitpunkt der Entnahme im Verlauf der Erkrankung abhängig. Bei tiefen Atemwegsinfektionen ist die alleinige Testung von Probenmaterial aus dem Oro- und Nasopharynx zum Ausschluss einer Infektion nicht geeignet, da in dieser Phase der Erkrankung ggf. nur Material aus dem unteren Respirationstrakt oder Stuhl in der PCR positiv sind. Falsch-negative Ergebnisse können z. B. aufgrund schlechter Probenqualität, unsachgemäßem Transport oder ungünstigem Zeitpunkt (bezogen auf den Krankheitsverlauf) der Probenentnahme nicht ausgeschlossen werden. Wenn ein Patient mit begründetem Verdacht auf SARS-CoV-2-Infektion in der initialen PCR negativ getestet wird, sollte mit dem Labor eine erneute Probenentnahme und -untersuchung abgesprochen werden.

Einschätzung durch die WHO

Die WHO hat am 30.01.2020 das Ausbruchsgeschehen mit dem neuen Coronavirus ( SARS-CoV-2) zu einer sogenannten Gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite erklärt. Dies versetzt die WHO in die Lage, Empfehlungen zur Seuchenbekämpfung auszusprechen. Die weitere Entwicklung führte dazu, dass die weltweite Ausbreitung von COVID-19 am 11.03.2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt wurde

Risikobewertung für Bayern

Es handelt sich weltweit, in Europa und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Weltweit nimmt die Anzahl der Fälle weiter zu. Der im Oktober sehr steile Anstieg der Fallzahlen in Deutschland konnte durch den Teil-Lockdown ab dem 1. November zunächst in ein Plateau überführt werden. Die Anzahl neuer Fälle blieb aber auf sehr hohem Niveau und steigt seit Anfang Dezember inzwischen wieder stark an. Darüber hinaus ist die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Personen und die Anzahl der Todesfälle stark angestiegen.

Das Infektionsgeschehen ist zurzeit diffus, in vielen Fällen kann das Infektionsumfeld nicht mehr ermittelt werden. COVID-19-bedingte Ausbrüche betreffen private Haushalte, das berufliche Umfeld sowie insbesondere auch Alten- und Pflegeheime.

Die aktuelle Entwicklung weist darauf hin, dass neben der Fallfindung und der Kontaktpersonennachverfolgung auch der Schutz der Risikogruppen noch konsequenter umgesetzt werden muss. Dies betrifft insbesondere den Schutz von Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen. Nur wenn die Zahl der neu Infizierten insgesamt deutlich sinkt, können auch Risikogruppen zuverlässig geschützt werden.

Impfstoffe sind noch nicht flächendeckend verfügbar und die Therapie schwerer Krankheitsverläufe ist komplex und langwierig. Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein. Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern. Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung und besonders der Risikogruppen in Bayern wird derzeit von der Task Force Infektiologie des LGL und vom Robert Koch-Institut (RKI) als sehr hoch eingeschätzt.

Um Infektionen im privaten, beruflichen und öffentlichen Bereich so weit wie möglich zu vermeiden, sind weiterhin gesamtgesellschaftliche Anstrengungen nötig. Dazu zählen Hygienemaßnahmen, das Einhalten von Husten- und Niesregeln, Abstand zu halten und in bestimmten Situationen eine Mund-Nasen-Bedeckung/Alltagsmaske zu tragen. Alle Personen mit COVID-19-vereinbaren Symptomen sollten möglichst weitere Kontakte vermeiden, einen Arzt/Ärztin kontaktieren und zeitnah auf SARS-CoV-2 getestet werden. Grundsätzlich wird dringend geraten, direkte Kontakte zu Mitmenschen soweit als möglich zu minimieren und auf das absolut notwendige Maß zu begrenzen.

Meldepflicht nach Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Gemäß dem Zweiten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 19.05.2020 besteht für Coronavirus-Krankheit-2019 ( COVID-19) eine Arzt-Meldepflicht nach §6 IfSG sowie für den direkten und indirekten Nachweis von SARS-CoV und SARS-CoV-2 eine Labor-Meldepflicht nach §7 IfSG, soweit die Nachweise auf eine akute Infektion hinweisen.

Über das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz (DEMIS) werden Erregernachweise von SARS-CoV-2 elektronisch an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet. Die elektronische Meldung soll eine weitere Beschleunigung des Meldeverfahrens ermöglichen.

Reisen ins Ausland

Die Ausbreitung von COVID-19 führt weiterhin in vielen Ländern zu teilweise drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens wie z.B. Ausgangssperren. Änderungen der Einreise- und Quarantänevorschriften erfolgen teilweise ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung. Einige Länder verlangen ein negatives PCR-Testresultat für die Einreise. Zahlreiche Reisende waren in mehreren Ländern betroffen und an der Weiter- oder Rückreise gehindert, einige saßen zeitweilig in entfernteren Ländern und Regionen fest.

Als Grundregel gilt dabei im Hinblick auf COVID-19:

Eine Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen gilt grundsätzlich weiterhin für alle Länder, die von der Bundesregierung als Risikogebiet eingestuft sind.

Für Länder, für die eine Einreise nur eingeschränkt möglich ist, eine Quarantäne nach Einreise vorgesehen ist oder die in einer Gesamtschau keinen uneingeschränkten Reiseverkehr zulassen, wird in der Regel von nicht notwendigen, touristischen Reisen abgeraten.

Für Länder, bei denen sowohl das Infektionsgeschehen gering ist als auch uneingeschränkte Reisemöglichkeiten bestehen und keine sonstigen Gründe dagegensprechen, wird die Reisewarnung aufgehoben und zu besonderer Vorsicht geraten.

Bitte informieren Sie sich vor Eintritt einer Reise auf den Seiten des Auswärtigen Amtes vorab über bestehende Reisewarnungen und Sicherheitshinweise!

Reiserückkehrer

Für Rückkehrer aus Risikogebieten gemäß der Einstufung des RKI besteht nach der Verordnung über Quarantänemaßnahmen für Einreisende zur Bekämpfung des Coronavirus (Einreise-Quarantäneverordnung (BayMBl. 2020 Nr. 630 - Verkündungsplattform Bayern (verkuendung-bayern.de) – EQV vom 05. 11.2020, zuletzt geändert in § 29a der Zehnten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (10. BaylfSMV) vom 8. Dezember 2020 (BayMBl. 2020 Nr. 711 - Verkündungsplattform Bayern (verkuendung-bayern.de)) die Verpflichtung

  • sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben,
  • und sich für einen Zeitraum von 10 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern

Es ist in diesem Zeitraum nicht gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht dem eigenen Hausstand angehören. Diese Personen sind darüber hinaus verpflichtet, unverzüglich die für sie zuständige Kreisverwaltungsbehörde zu kontaktieren und auf das Vorliegen der vorgenannten Verpflichtungen hinzuweisen.

Eine Verkürzung der Quarantänedauer kann durch einen negativen Coronatest frühestens nach fünf Tagen nach der Einreise erfolgen.
Die betroffenen Personen sind zudem verpflichtet, die jeweils zuständige Kreisverwaltungsbehörde zu kontaktieren und auf ihre Verpflichtung zur häuslichen Quarantäne hinzuweisen. Die Kontaktaufnahme soll dabei vorrangig durch die Digitale Einreiseanmeldung erfolgen.

Ausnahmen von der häuslichen Quarantäne regelt § 2 der Verordnung.

Gemäß §1 der Verordnung zur Testpflicht von Einreisenden aus Risikogebieten kann das zuständige Gesundheitsamt oder eine sonstige vom Land bestimmte Stelle bis zu 10 Tage nach Einreise von Personen, die auf dem Land-, See- oder Luftweg in die Bundesrepublik Deutschland einreisen und sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, die Vorlage eines Coronatests verlangen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Prävention durch die Behörden

Die bayerischen Gesundheitsbehörden beobachten die Entwicklung sehr genau. Sie stehen dabei in engem Kontakt mit dem Bund und den anderen Bundesländern. Koordiniert wird die Beobachtung der Lage in Deutschland durch das Robert Koch-Institut (RKI).

Alle bayerischen Gesundheitsämter werden laufend über das aktuelle Geschehen informiert und gebeten, auch die Ärzteschaft in den Kreisen, Städten und Gemeinden zu informieren.

Sowohl die WHO, die ECDC und das RKI als auch die für internationale Flughäfen zuständigen Landesgesundheitsbehörden in Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und deren örtlich zuständige Gesundheitsbehörden arbeiten sehr eng zusammen.

Die bayerischen Gesundheitsbehörden und Flughäfen sind für den Fall des Auftretens einer solchen Erkrankung im Flugreiseverkehr gut vorbereitet: Es existieren bewährte Alarmpläne, die im Ernstfall Anwendung finden. Genau geregelt ist zum Beispiel der Ablauf der Meldewege im Krankheitsverdachtsfall, die schnelle Betreuung von Patienten an Bord durch Ärzte und die Ermittlung von Kontaktpersonen.

In Bayern existiert eine 24-Stunden-/7-Tage-Rufbereitschaft der „Task Force Infektiologie Flughafen“ des LGL. Diese ist jederzeit einsatzbereit und mit eigenen Räumen am Flughafen München vertreten.