Umweltmedizinische Relevanz von Rückkühlwerken

In der Vergangenheit ist es immer wieder zu zum Teil tödlich verlaufenden Legionellenerkrankungen im Zusammenhang mit dem Austrag von kontaminierten Bioaerosolen aus Verdunstungsrückkühlwerken (VRKW), Luftwäscher, Kühltürme gekommen. In vielen Fällen konnte ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den Legionellenarten im Wasser eines Verdunstungsrückkühlwerks und den Legionellenarten, die von den Erkrankten isoliert wurden, hergestellt werden. Die Betroffenen wohnten zum Teil mehrere Kilometer von der Anlage entfernt.

Aus eigenen Voruntersuchungen (siehe Link "Untersuchung zur mikrobiologischen Belastung von Verdunstungskühlanlagen in Bayern LGL 2007" unten) ist bekannt, dass zahlreiche innerstädtisch betriebene Anlagen mikrobiologisch kontaminiert sind (Legionellen circa 13 % /Pseudomonaden, 36 %). Dabei ist zu berücksichtigen, dass Legionellen nicht kontinuierlich im Kühlwasser nachweisbar sind. Folglich findet auch keine kontinuierliche Freisetzung von legionellenhaltigen Bioaerosolen in die Luft statt.

Unklar ist, wann, durch welche Einflüsse und in welchem Ausmaß Legionellen freigesetzt werden und so zu der Verbreitung in der Umwelt führen. Auch ist bisher nicht bekannt, unter welchen Bedingungen (z.B. mangelhafte Anlagenhygiene, ungünstige Meteorologie (z.B. Inversionswetterlage) die Legionellen aus diesen Anlagen in die Umgebungsluft verfrachtet werden und in welchen Konzentrationen sie im Falle eines Legionelloseausbruchs in der Außenluft von Wohngebieten auftreten.