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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Bioaerosole

Bioaerosole sind alle im Luftraum befindlichen Ansammlungen von Partikeln, denen Pilze (Sporen, Konidien, Hyphenbruchstücke), Bakterien, Viren und/oder Pollen sowie deren Zellwandbestandteile und Stoffwechselprodukte (z. B. Endotoxine, Mykotoxine) anhaften bzw. diese beinhalten oder bilden (VDI 4253 Blatt 2).

Diese Mikroorganismen kommen überall in der Außenluft vor und können sehr unterschiedliche humanpathogene Wirkungen haben; so können sie nach inhalativer Aufnahme die Gesundheit des Menschen durch infektiöse, allergische oder toxische Wirkmechanismen beeinflussen. An bestimmten Arbeitsplätzen kann bei erhöhten Luftkonzentrationen insbesondere eine inhalative Belastung gegeben sein.

Erkenntnisse über ein gehäuftes Auftreten von Atemwegserkrankungen bei entsprechend exponierten Beschäftigten liegen aus der Arbeitsmedizin vor (Herr, Bittighofer et al. 1999; Radon and Nowak 2003; Bunger, Schappler-Scheele et al. 2007). Aus der Umweltmedizin sind beispielsweise auch Atemwegserkrankungen bei Anwohnern im Umfeld von Massentierhaltungsanlagen (Heederik et al., 2011) und Verdunstungsrückkühlanlagen bekannt. Bei letzteren kann eine Infektionsgefährdung durch Einatmen von Legionellen-haltigem Aerosol aus der Abluft solcher Anlagen gegeben sein.

Neben Atemwegserkrankungen kann es in Einzelfällen auch zu schweren systemischen Infektionen kommen wie beispielsweise bei einer als Berufskrankheit anerkannten Hantavirus-Infektion (Herr, Endrich et al. 2011).