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  • Mikrobiologische Untersuchung von Tee und teeähnlichen Erzeugnissen im Rahmen der amtlichen Überwachung 2006 bis Mitte 2008

    Allgemeines

    Gemäß der Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches für Tee und teeähnliche Erzeugnisse versteht man unter "Tee" die zubereiteten Blattknospen, jungen Blätter und jungen Triebe des Teestrauches (Camelia sinensis), die schwarzen oder grünen Tee liefern; unter "teeähnlichen Erzeugnissen" Kräutertee, das heißt trockene aromatische Teile von Pflanzen, wie zum Beispiel Blätter (Minze), Früchte (Apfel), Samen (Hagebutte) oder Wurzeln (Lakritze). Zur mikrobiologischen Qualität dieser Produkte gibt es derzeit keine rechtlich verbindlichen Kriterien.

    "Arzneimitteltees" werden definiert im Europäischen Arzneibuch (5.1.4 Mikrobiologische Qualität pharmazeutischer Zubereitungen, Kategorie 4 "Pflanzliche Arzneimittel, die lediglich aus einer pflanzlichen Droge oder aus mehreren pflanzlichen Drogen […] bestehen. A: Pflanzliche Arzneimittel, denen vor der Anwendung siedendes Wasser zugesetzt wird"). Hierbei werden folgende mikrobiologischen Kriterien gefordert:

    • mesophile aerobe Keimzahl <107 KbE/g
    • Schimmelpilze < 105 KbE/g

    Spezifische Mikroorganismen:

    • E. coli < 102 KbE/g

    Eine Freiheit von spezifischen Pathogenen wie Salmonellen, Shigellen, EHEC, Bacillus cereus und Clostridium perfringens wird nicht gefordert, da man sowohl bei bestimmten Arzneitees als auch bei Lebensmitteltee davon ausgeht, dass diese Produkte vor dem Verzehr mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen werden, wodurch eine Abtötung von pathogenen Mikroorganismen erreicht werden soll.

    Ergebnisse

    Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht jährlich im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung circa 100 Proben Tee und teeähnliche Erzeugnisse aus dem Groß- und Einzelhandel. Der Untersuchungsrahmen reicht – je nach Vorbericht – von der Ermittlung der Gesamtkeimzahl bis zur Bestimmung von spezifisch pathogenen Bakterien (Salmonellen, STEC/VTEC, Clostridium perfringens, Bacillus cereus).

    Nachweis von Salmonella spp. und STEC/VTEC in Tee und teeähnlichen Erzeugnissen in den Jahren 2006 bis Mitte 2008 (von 250 auf Salmonella spp. untersuchten Proben erwiesen sich 4 Proben als positiv, von 109 auf STEC/VTEC untersuchten Teeproben waren zwei Proben positiv)

    Abbildung 1: Nachweis von Salmonella spp. und STEC/VTEC in Tee und teeähnlichen Erzeugnissen in den Jahren 2006 bis Mitte 2008 (von 250 auf Salmonella spp. untersuchten Proben erwiesen sich 4 Proben als positiv, von 109 auf STEC/VTEC untersuchten Teeproben waren zwei Proben positiv)

    Nachweis einer Überschreitung der durch das Deutsche Arzneibuch vorgegebenen Grenzwerte für Escherichia coli, Schimmelpilze und der aeroben mesophilen Gesamtkeimzahl in den Jahren 2006 bis Mitte 2008

    Abbildung 2: Nachweis einer Überschreitung der durch das Deutsche Arzneibuch vorgegebenen Grenzwerte für Escherichia coli, Schimmelpilze und der aeroben mesophilen Gesamtkeimzahl in den Jahren 2006 bis Mitte 2008.

    Fazit

    Die dargestellten Ergebnisse zeigen deutlich, dass es sich bei Tee und teeähnlichen Erzeugnissen um Naturprodukte handelt, von denen nicht erwartet werden kann, dass sie steril beziehungsweise keimarm sind. Auch das Vorhandensein von Krankheitserregern wie zum Beispiel Salmonellen ist nicht gänzlich auszuschließen. Deshalb muss der Verbraucher grundsätzlich darauf achten, das Produkt mit sprudelnd kochendem Wasser zu überbrühen und gemäß der Herstellerangaben ziehen zu lassen, damit bei der Teezubereitung eine Keimreduzierung oder –abtötung erfolgen kann.

    Die Wirtschaftsvereinigung Kräuter- und Früchtetee hat auf diese Tatsache reagiert und ihren Mitgliedern empfohlen, Tee und Teeerzeugnisse mit entsprechenden Sicherheitshinweisen auszustatten, um eine ausreichende Information des Verbrauchers und dadurch das Inverkehrbringen sicherer Lebensmittel gewährleisten zu können.

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