Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit


Festveranstaltung 20 Jahre Olivenöl-Sensorikpanel des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit am 2.4.2019

Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens seines Olivenöl-Sensorikpanels lud das LGL am 02.04.2019 zu einer Vortragsveranstaltung mit anschließender Olivenölverkostung in der Dienststelle Oberschleißheim ein. Die Vorträge behandelten aktuelle Themen bei der Bewertung von Olivenölen und boten einen Rückblick auf die erfolgreiche Tätigkeit und die Aufgaben des Olivenöl-Sensorikpanels.

Neben Teilnehmern aus dem LGL konnte Präsident Dr. Zapf u.a. Vertreter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sowie des bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, von Behörden anderer Bundesländer, der Bundeswehr, aus Handelslaboren und Verbänden begrüßen. Auch die Verantwortlichen für das zweite in Deutschland zugelassene und akkreditierte Sensorikpanel, das ebenfalls seit 20 Jahren besteht, waren nach Oberschleißheim gekommen.

Für die Vorträge konnte u.a. Frau Dr. Mercedes Fernández Albaladejo vom Internationalen Olivenrat IOC/ COI in Madrid gewonnen werden. Sie berichtete unter dem Titel
IOC’s activities in the field of olive oil concerning growing, trade, market and regulation
über die Aufgaben des Internationalen Olivenrats von der Gründung 1959 bis heute, und erläuterte dabei die Rolle des IOC bei der Verbesserung der Qualität des Olivenöls, bei der Erstellung von Standards und Entwicklung von Methoden sowie der Förderung der weltweiten Vermarktung.


Als Vertreterin des Max Rubner-Instituts in Detmold referierte Frau Dr. Ina Willenberg über
Arbeiten zur Authentizitätsbewertung von Olivenölen am Max Rubner Institut am Beispiel des Nachweises einer milden Desodorierung mittels NIR.
Hier stand das Thema Lebensmittelbetrug im Fokus, da geruchlich wahrnehmbare Fehlnoten von Olivenölen durch einen Desodorierungsschritt entfernt werden können. Dieser Behandlungsschritt eröffnet betrügerischen Erzeugern einen Weg, fehlerhaftes Öl als Öl der höchsten Qualitätsstufe zu vermarkten. Wie die Referentin an Modellversuchen zeigte, besteht über eine NIR-Analyse die Möglichkeit, derartige Verfälschungen aufzudecken.


Über verschiedene Optionen beim Einsatz der 1H-NMR-Spektroskopie am LGL zur Authentizitätsbestimmung von Olivenölen berichtete Frau Natalie Gerhardt vom LGL. Sie schilderte die Möglichkeiten, die Herkunft von Olivenöl mittels 1H-NMR-Spektroskopie zu bestimmen. Die Methode basiert auf einer statistischen Mustererkennung von Referenzproben und erfasst ein charakteristisches Signalmuster für ein typisches Merkmal einer Klasse, wie z.B. das Herkunftsland. Aktuell wurden Olivenöle aus den wichtigsten Herkunftsländern Italien, Spanien und Griechenland analysiert.


Zum Abschluss berichtete die langjährige Leiterin des Olivenöl-Sensorikpanels des LGL, Frau Dr. Gabriele-Zeiler-Hilgart, unter dem Titel 20 Jahre Olivenöl-Sensorikpanel am LGL -Rückblick und aktuelle Aufgaben über die Entstehung und Entwicklung des Panels sowie seine aktuellen Aufgaben. Sie beschrieb die Eigenschaften, die die Olivenölmerkmale-Verordnung für die sensorische Bewertung nativer Olivenöle extra definiert, und die Schritte bis zur endgültigen Beurteilung einer Probe. Einen besonderen Schwerpunkt legte die Referentin auf die mit den Jahren gestiegenen Anforderungen hinsichtlich der Qualitätssicherung, an die Schulung der Panelisten und die Berichts- und Dokumentationspflichten. Mit einem Überblick über die Beanstandungsquoten der vergangenen Jahre verdeutlichte sie die Bedeutung der Panel-Untersuchungen auch in der Zukunft, da bisher die denkbaren Screening-Methoden NIR- und NMR-Spektroskopie weder sichere Aussagen zur Qualität ermöglichen noch als Methoden nach der Olivenölmerkmale-Verordnung zugelassen sind.

Nach den interessanten Vorträgen nutzten die Teilnehmer gerne die Gelegenheit zur Verkostung von Olivenölen unter fachkundiger Anleitung.

Die Organisatoren durften sich über das Lob und Anerkennung für die Durchführung und die interessanten Vorträge freuen, die auch noch Tage nach der Veranstaltung eingingen.

 

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