Antibiotikarückstände in Shrimps aus Vietnam - Untersuchungsergebnisse 2017

Hintergrund

Shrimps werden häufig in intensiver Aquakultur mit hoher Besatzdichte gezüchtet. Um die Ausbreitung von Krankheiten und Parasiten in dieser Zuchtform zu verhindern, werden antibiotisch wirksame Substanzen eingesetzt. Diese verbleiben eventuell als Rückstand im Lebensmittel. Die LGL-Untersuchung von Shrimps aus Aquakultur im Jahr 2016 hat gezeigt, dass ein möglicher Zusammenhang zwischen der Belastung mit Antibiotikarückständen und dem Herkunftsland bestehen könnte. So stammten sieben von acht Proben mit Antibiotikarückständen aus Vietnam. Daher setzte das LGL das Untersuchungsprogramm 2017 fort um sicherzustellen, dass die Vorgaben für die Anwendung von zugelassenen Tierarzneimitteln eingehalten werden bzw. Verstöße durch die Anwendung von in VO (EU) Nr. 37/2010 für Shrimps nicht gelisteter oder verbotener Substanzen aufgedeckt werden.

Der Anforderungsschwerpunkt lag auf dem Herkunftsland Vietnam, 80 % der von der Lebensmittelüberwachung ans LGL gesandten Proben stammten von dort. Die restlichen Proben kamen in etwa gleichen Teilen aus Indien, Indonesien, Bangladesch, Honduras und Costa Rica (siehe Abbildung 1).
Das LGL setzt moderne LC-MS/MS-Systeme ein, mit denen ein Nachweis verschiedener zugelassener Antibiotika – wie etwa Tetrazykline, Sulfonamide, Makrolide und Chinolone – sowie verbotener Stoffe – zu diesen gehören Chloramphenicol und Nitrofurane – auch im Spurenbereich möglich ist.

Die Abbildung zeigt ein Balkendiagramm, das die Anzahl der Proben aus den verschiedenen Herkunftsländern wiedergibt. Bild vergrössern

Abbildung 1: Herkunft der Shrimpsproben nach Ländern sowie Unterteilung in Proben ohne Rückstände und Proben mit Rückständen


Rückstandssituation

Insgesamt identifizierte das LGL in 19 von 35 Proben (54 %) Rückstände von Antibiotika. Dabei war in 14 Proben (40 %) mehr als ein Rückstand nachweisbar (siehe Abbildung 2). Am häufigsten wies das LGL Rückstände der Substanzklasse der Tetrazykline nach: Oxytetrazyklin in zwölf Proben, Doxyzyklin in neun Proben und Chlortetrazyklin in einer Probe. Weiterhin wurden Chinolone (Enrofloxacin und Ciprofloxacin in sechs Proben sowie Flumequin in drei Proben), Sulfonamide (Sulfamethoxazol in fünf Proben sowie Sulfadimidin und Sulfadiazin in jeweils einer Probe) und Diaminopyrimidine (Trimethoprim und Baquiloprim in jeweils einer Probe) detektiert. Trotz der hohen Zahl an Rückstandsnachweisen waren nur zwei von 35 Proben nicht verkehrsfähig: In einer Probe wurde der Höchstgehalt an Sulfamethoxazol überschritten, in einer anderen Probe wies das LGL 3-Amino-2-oxazolidinon (AOZ) nach. AOZ ist ein Metabolit des bei lebensmittelliefernden Tieren verbotenen Nitrofuran-Antibiotikums Furazolidon. Die betroffene Charge wurde durch den Händler vom Markt zurückgerufen.

Die Abbildung zeigt zwei Tortendiagramme, die den Anteil der Proben mit Mehrfachrückständen wiedergeben. Bild vergrössern

Abbildung 2: Anteil von Mehrfachrückständen von Tierarzneimitteln in Shrimps 2017


 

Herkunftsland Vietnam bei Shrimps weiterhin im Blick

Der Anteil von Proben mit Antibiotikarückständen im Untersuchungszeitraum 2017 ist mit 54 % deutlich höher ausgefallen als im Vorjahr mit 25 %. Zudem bestätigte sich der bereits 2016 vermutete Trend: 57 % (16 von 28) der Proben aus Vietnam enthielten Antibiotikarückstände. Daneben wies das LGL auch in der Probe aus Indien und in den zwei Proben aus Indonesien Antibiotikarückstände nach. Während im Vorjahr alle Shrimpsproben verkehrsfähig waren, beanstandete das LGL 2017 zwei von 35 Proben. Diese beiden Proben stammten aus Vietnam. Insofern war die Schwerpunktsetzung auf das Herkunftsland Vietnam gerechtfertigt und wird auch 2018 weiterverfolgt. Der Probenumfang wird dabei jedoch deutlich erweitert und der Anforderungsschwerpunkt auf den gesamten asiatischen Raum ausgeweitet.