Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

NMR in der pharmazeutischen Überwachung

Die NMR-Spektroskopie (Nuclear Magnetic Resonance) ist ein analytisches Verfahren, bei welchem Proben in einem starken homogenen Magnetfeld elektromagnetischen Wechselfeldern ausgesetzt werden. Damit ist es grundsätzlich möglich, sowohl die Struktur der in der Probe vorhandenen Substanzen zu ermitteln, als auch deren Konzentration.

Das LGL betreibt insgesamt vier NMR-Geräte. Ein 400 MHz Gerät in der Zweigstelle Würzburg und ein 400 MHz NMR sowie zwei 600 MHz NMR-Geräte am Standort Oberschleißheim.

Die beiden 400 MHz Geräte werden im Wesentlichen als „Food-Screener“ im Bereich der lebensmittelchemischen Analytik eingesetzt.

Die beiden 600 MHz NMR-Geräte sind mit unterschiedlichen Probenköpfen ausgestattet und für verschiedenste Experimente optimiert. Das 600 MHz HD NMR ist mit einem Cryoprobenkopf (CP TXO C/N-H-D) ausgestattet, mit welchem sich 13C Kernen mit hoher Empfindlichkeit messen lassen. Gleichzeitig bietet der Probenkopf eine vergleichsweise hohe Empfindlichkeit für 1H-Messungen. Das 600 MHz Neo NMR wird mit einem iProbe (BBO-BBF/H&F/D) betrieben, welcher die Messung von Protonen und Fluor mit hoher Empfindlichkeit ermöglicht, als Breitbandkopf aber auch die Messung einer Vielzahl weiterer Kerne ermöglicht. Beide NMR-Geräte können alternativ mit einem Invers-Probenkopf (TXI H-P/C-D) betrieben werden.

In der pharmazeutischen Analytik wird die NMR-Spektroskopie für unterschiedliche Anwendungen eingesetzt:

  • Screening unterschiedlichster Zubereitungen (Nahrungsergänzungsmittel, Zoll- und Kripoproben, Arzneimittel, Kosmetika, Biozide usw.) auf deren Inhaltsstoffe
  • Strukturaufklärung unbekannter Verbindungen z. B. in illegalen Arzneimitteln
  • Quantifizierung von Stoffen in Zubereitungen (Fertigarzneimittel, Rezepturen/Defekturen, Bioziden, stofflichen Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln …)
  • Vollautomatische Analyse (Identifikation, Quantifizierung) bestimmter Produkte wie z. B. Heparine, Biozide, Cannabis, e-Liquids

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