Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Tierartbestimmung bei Schafs- und Ziegenkäse - Untersuchungsergebnisse 2008

Foto eines Schafskäseblocks

Nach den Begriffsbestimmungen der Käseverordnung sind Käse frische oder in verschiedenen Graden der Reife befindliche Erzeugnisse, die aus dickgelegter Käsereimilch hergestellt sind.

Käsereimilch ist die zur Herstellung von Käse bestimmte Kuhmilch. Bei Verwendung von Milch anderer Tiere muss nach § 14 Abs. 2 Nr. 7 der Käseverordnung ein Hinweis auf die weitere Tierart gegeben werden.

Auf dem deutschen Markt sind das hauptsächlich Schafs- und Ziegenkäse.

Untersuchungsergebnisse

Um festzustellen, inwieweit die ausgewiesene Deklaration zutrifft, überprüfte das LGL im Laufe des Jahres 2008 103 Proben Schafs- und Ziegenkäse. Bei einem hohen Anteil dieser Proben wurde sogar mit der Angabe "100 % Schafskäse" bzw. "100 % Ziegenkäse" geworben. Dabei ergab sich, dass 9 % der Proben Kuhmilchanteile enthielten, die Angabe Schafskäse bzw. Ziegenkäse also nicht zutraf und somit eine Irreführung des Verbrauchers nach § 11 Abs. 1 Nr. 1 LFGB gegeben war.

Der festgestellte Anteil an Kuhmilch ist sehr unterschiedlich. Handelt es sich um sehr geringe Mengen, so kann davon ausgegangen werden, dass als Säurewecker zur Dicklegung der Milch Kuhmilch und nicht Schafs- oder Ziegenmilch verwendet wurde. Handelt es sich um größere Anteile oder gar um einen 100 %igen Kuhmilchkäse, muss von einer bewussten Verbrauchertäuschung ausgegangen werden.

So lagen zum Beispiel zwei Proben zur Untersuchung vor, die korrekt als Käse mit abgebildeter Kuh vom Hersteller bezeichnet wurden, aber dann in einer Gaststätte dem Gast als Schafskäse angeboten wurden.

Wird ein Käse aus Milch verschiedener Tierarten hergestellt, so ist dies unter entsprechender Deklaration möglich.

Untersuchungsmethode

Der Nachweis der Kuhmilchanteile erfolgt mit Hilfe der isoelektrischen Fokussierung der Proteine auf Polyacrylamidgel. Hierbei werden die Milchproteine nach ihren unterschiedlichen isoelektrischen Punkten getrennt und fokussiert. Für die Auswertung vergleicht man die gefärbten Proteinbandenmuster zwischen der zu bestimmenden Probe und den im selben Gel laufenden Referenzproben. Hierbei können noch 0,5 % Kuhmilchanteile festgestellt werden.

Auswirkungen auf den Verbraucher

Für den gesunden Verbraucher kommt es zu keinerlei gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wenn er einen mit Kuhmilch versetzten Schafs- und Ziegenkäse verzehrt. Bei Kuhmilchallergikern kann es unter Umständen allerdings zu schweren allergischen Reaktionen kommen.

Tabelle 1: Tabellarische Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse:
Produkt ohne Beanstandung mit Beanstandung
(Kuhmilchanteile festgestellt)
Schafskäse 31 5
Schafskäse mit Ziegenmilch hergestellt (deklariert) 5 0
Ziegenkäse 42 1
Feta*,
Schafskäse mit geringem Anteil Ziegenmilch hergestellt (deklariert)
17 2

* in Salzlake gereifter Käse, in Griechenland hergestellt

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