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  • Themenübergreifende Untersuchungsprogramme des Bundes und der EU

    Lebensmittel-Monitoring

    Das Lebensmittel-Monitoring ist ein gemeinsam von Bund und Ländern seit 1995 durchgeführtes systematisches Mess- und Beobachtungsprogramm. Dabei werden Lebensmittel repräsentativ für Deutschland auf Gehalte an gesundheitlich unerwünschten Stoffen untersucht. Grundlage des jährlich durchgeführten Monitorings ist ein von Bund und Ländern aufgestellter Plan, der die Auswahl der Lebensmittel und der darin zu untersuchenden Stoffe detailliert festlegt. Das Untersuchungsspektrum kann folgende Stoffe, die als Rückstände oder Kontaminanten in dem Lebensmittel vorkommen können, umfassen:


    • Pflanzenschutzmittel-Rückstände
    • Rückstände von pharmakologisch wirksamen Stoffen
    • Elemente (zum Beispiel Schwermetalle)
    • Mykotoxine (zum Beispiel Aflatoxine, OTA , ZEA, DON, Fumonisine, Patulin)
    • Nitrat und Nitrit
    • organische Kontaminanten (zum Beispiel Dioxine, PCBs)
    • toxische Reaktionsprodukte (zum Beispiel Acrylamid, HMF, PAKs)

    Das Lebensmittel-Monitoring dient dem vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutz. Mit seiner Hilfe können mögliche gesundheitliche Risiken, wie beispielsweise Umweltschadstoffe, Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und andere unerwünschte Substanzen, frühzeitig erkannt und gegebenenfalls durch gezielte Maßnahmen abgestellt werden. Die Durchführung des Lebensmittel-Monitorings regeln §§ 50, 51 des Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuchs (LFGB).
    Das Lebensmittel-Monitoring wird als eigenständige gesetzliche Aufgabe im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung durchgeführt. Die Überwachungsbehörden der Länder sind zusätzlich zu ihren routinemäßigen Untersuchungsaufgaben damit beauftragt, Lebensmittelproben für das Monitoring zu ziehen und zu analysieren.

    Seit 2003 werden auch Proben im Rahmen des sogenannten Projekt-Monitorings hinsichtlich spezieller, aktueller stoff- bzw. lebensmittelbezogener Fragestellungen untersucht. Im Jahr 2007 war das LGL an folgenden Projekten beteiligt:

    • Pflanzenschutzmittelrückstände in exotischen Früchten
    • Pflanzenschutzmittelrückstände aus Einzelfruchtanalysen von Tafelweintrauben
    • Ochratoxin A (OTA) in Röstkaffee
    • Bor in Mineralwasser
    • Dioxine, Furane und dioxinähnliche PCBs in Lebensmitteln
    • Kupfer in ökologisch erzeugten Lebensmitteln
    • Nitrat in Kräutertee

    Im Rahmen des Lebensmittel-Monitorings wurden auch Untersuchungen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln durchgeführt, die die EU-Kommission in der "Empfehlung der Kommission betreffend ein koordiniertes gemeinschaftliches Überwachungsprogramm für 2007, mit dem die Einhaltung der Höchstgehalte an Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln in und auf Getreide und bestimmten anderen Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs gewährleistet werden soll" (KÜP) festgelegt hat.
    Im Jahr 2007 hat das LGL insgesamt 725 Proben untersucht. Die zu berücksichtigenden Lebensmittel und die Untersuchungsspektren sind in der Tabelle 1 zusammengestellt. Alle Untersuchungsergebnisse wurden an das Bundesamt für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gemeldet, das die Daten aus allen Bundesländern erfasst und auswertet. Die Ergebnisse des Monitorings werden vom BVL jährlich in einer Berichtsreihe publiziert (siehe www.bvl.bund.de --> Lebensmittel --> Sicherheit und Kontrollen --> Lebensmittel-Monitoring) ). Die am LGL gewonnenen Ergebnisse sind auch in die entsprechenden Auswertungen der einzelnen Untersuchungsrichtungen im vorliegenden Jahresbericht eingeflossen.

    Tabelle: Untersuchte Proben - Lebensmittelmonitoring 2007

    Lebensmittel / Projekt Anzahl Programm Untersuchung auf
    PSM Toxische Reaktions- produkte Organische Kontaminaten Pharmakologisch wirksame Stoffe natürliche Toxine (Mykotoxine) Elemente Nitrat
    Rind (Fleischteilstück) 30 W x
    Wildschwein (Fleischteilstück) 22 W x
    Wildschwein (Fettgewebe) 6 W x
    Schinken (gepökelt, luftgetrocknet, ungeräuchert) 22 W x x x
    Roggenkörner 18 K x x
    Cashewnuss 20 W x x
    Marone 22 W x x x
    Macadamianuss (geröstet, gesalzen) 18 W x x
    Spitzkohl 10 K x x x
    Wirsingkohl 15 K x x x
    Porree 28 K x
    Tomate 31 K x
    Rettich (schwarz, weiß und rot) 23 W x x x
    Radieschen 25 W x x x
    Pfirsich/Nektarine 30 K x
    getrocknete Aprikosen 15 W x x x x
    Hefeweizenbier (hell) 43 W x
    Vollbier Pils 19 W x
    Schwarzbier 34 W x
    Honige 20 W x x x x
    Paprikapulver 30 W x x x
    Muskatnuss (gemahlen) 15 W x x x
    PSM in exotischen Früchten 30 P x X
    PSM in Trauben (Einzelfrucht-analyse) 48 P x
    OTA in Röstkaffee 25 P x
    Bor in Mineralwasser 50 P x
    Dioxin und dioxin-ähnliche PCBs in verschiedenen Lebensmitteln 36 P x
    Kupfer in öko-logisch erzeugten Lebensmitteln 20 P x
    Nitrat in Kräutertee 20 P x
    Summe 725

    K: KÜP, P: Projekt, W: Warenkorb-Monitoring, PSM: Pflanzenschutzmittel-Rückstände

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