Innenraumluftbelastung durch Ethanolöfen

Das Projekt wird vom Sachgebiet Chemikaliensicherheit und Toxikologie in Zusammenarbeit mit der Geräteuntersuchungsstelle des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) durchgeführt.

Testaufbau für Ethanolöfen vor einem nicht brennbaren Schutzaufbau

Abbildung 1: Testaufbau für Ethanolöfen

Hintergrund

In der kalten Jahreszeit liefert ein Holzfeuer in einem Kaminofen nicht nur Wärme und Behaglichkeit, sondern unterstützt auch den Klimaschutz. Jedoch kann nicht jeder einen eigenen Kaminofen in der Wohnung betreiben. Als Alternative bietet sich die Anschaffung eines dekorativen Ethanolofens an.
In einer umfassenden Literaturrecherche über Feuerungsanlagen in Innenräumen und deren Einfluss auf die Raumluftqualität stellte sich heraus, dass gerade über die gesundheitlichen Auswirkungen von Ethanolöfen wenig bekannt ist. Andererseits unterliegen die mit Ethanol betriebenen Öfen nicht den Regelungen der ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BlmSchV). Diese regelt in Deutschland häusliche Feuerungsanlagen. Die Novelle der 1. BImSchV trat am 22. März 2010 in Kraft. Häusliche Feuerungsanlagen sind z.B. zentrale Heizungsanlagen (Öl, Gas, Holzpellets), Holzkaminöfen und offene Kamine.
Neben der möglichen Brand- und Unfallgefahr ist der Betrieb von Ethanolöfen in geschlossen Räumen aus Sicht des Gesundheitsschutzes zu beurteilen.

Zielsetzung und Projektdurchführung

Im Rahmen des Projektes soll der Einfluss auf die Innenraumluft durch die Verbrennung von Ethanol -in flüssiger Form oder als Gel - in Ethanolöfen bei unterschiedlichen Randbedingungen (u.a. keine und geringe Lüftung) getestet werden. Die Messungen der möglichen Emissionen werden in einem möblierten Raum mit ca. 50 m³ Raumvolumen durchgeführt. In einer ersten Versuchsreihe wird zunächst die Hintergrundbelastung des Untersuchungsraumes bestimmt und dann an einem Ethanolofen die Innenraumluftqualität beim Abbrennen von ca. 5 im Handel erhältliche Brenngele untersucht.
In der zweiten Phase werden die restlichen Öfen entsprechend den Angaben des Herstellers entweder mit der aus den Vorversuchen ausgewählten Gelsorte oder mit Brennspiritus betrieben. Dabei sollen die flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), Aldehyde, Kohlenstoffmonoxid (CO), Kohlenstoffdioxid (CO2), Stickstoffmonoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2), polyzyklische aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), Partikel (PM) und Raumklimaparameter sowie die Erwärmungstemperatur der Öfen während des Betriebs gemessen werden.

Foto eines brennenden Tischethanolofens

Abbildung 2: Beispiel für einen Tischethanolofen

Ergebnisse

Erste Ergebnisse über das Emissionsverhalten der Ethanolöfen zeigen, dass Brenngele geringere Konzentrationen an Stickoxiden und an Kohlendioxid als Brennspiritusse verursachen. Da die entstehenden Konzentrationen von der Raumgröße abhängen, können sie bei zu kleinen Räumen empfindliche Personen gefährden. Beim Stoßlüften des Raumes sanken die Konzentrationen in allen Fällen schnell wieder ab. Deshalb sollten Räume, in denen Ethanolöfen verwendet werden, immer wieder gut gelüftet werden. Die Ergebnisse des Projektes werden nach Abschluss veröffentlicht.

Weiterführende Literatur

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