Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschungsprojekt:Optimierung und Validierung eines neuen Testsystems zum ZNS-Nachweis in Fleischerzeugnissen und Transfer zur Anwendung in der amtlichen Lebensmittelkontrolle

Kurzbeschreibung

An der Universität Erlangen wurde im Rahmen des Projektes Erl3 des Forschungsverbundes forprion ein Testsystem entwickelt, mit dem äußerst zuverlässig und empfindlich ZNS- (Gehirn und Rückenmark) Zumischungen und Kontaminationen in Fleisch und Wurst nachweisbar sind. ZNS-Gewebe infizierter Tiere gilt als wichtigster Übertragungsweg von BSE. Ziel des aktuellen Projektes war nun der Transfer der Methode von der Pilotanwendung in die amtliche Lebensmittelüberwachung. Dazu mussten die einzelnen Arbeitsschritte hinsichtlich Effizienz, Standardisierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Zeitaufwand optimiert werden, ohne dass dadurch Einbußen in Sensitivität und Selektivität entstehen. Wichtigste Schritte waren dabei die Modifizierung der Lösungsmittelextraktion, die Umstellung des polyklonalen auf einen monoklonalen Antikörper und die direkte Markierung der Antikörper. Im Verlauf des Projektes wurde eine bayernweite Feldstudie - teilweise mit Proben aus dem Kontrollplan des LGL - zur Verwendung von ZNS-Material in Wurstwaren durchgeführt. Der optimierte Test wurde anhand relevanter Parameter validiert und am Ende des Transferprojekts am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen etabliert. Die Ergebnisse wurden auf dem 37. Deutschen Lebensmittelchemikertag 2008 in Kaiserslautern und auf der 49. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes Lebensmittelhygiene der DVG in Garmisch-Partenkirchen vorgestellt.

Während der Projektlaufzeit wurde zunächst die Probenaufarbeitung soweit optimiert, dass sie vom Zeitaufwand und der Durchführung in der amtlichen Lebensmittelüberwachung einsetzbar ist. Weiterhin konnte aus einer Auswahl monoklonaler PLP-spezifischer Antikörper ein Klon ausgewählt und dessen Anwendbarkeit im Testsystem gezeigt werden. Der monoklonale Antikörper wurde nicht durch das Institut für Biochemie hergestellt, sondern von einem kommerziellen Anbieter. Dadurch ist sichergestellt, dass die Reagenzien für alle Anwender öffentlich und einfach zugänglich sind. Im Anschluss wurde die Sensitivität beider Testsysteme (polyklonaler und monoklonaler anti-PLP Antikörper) und der Einfluss von bei der Wurstherstellung üblichen Temperaturen auf die Nachweisgrenzen des Systems bestimmt. Mit dem Ziel, die Sensitivität des Tests mit monoklonalem Antikörper noch weiter zu erhöhen, wurden zwei Methoden zur Signalverstärkung getestet.

In einer Feldstudie konnten 102 Wurstproben, teilweise im Rahmen des Kontrollplans des LGL, auf ZNS-Kontaminationen hin untersucht werden. Die Ergebnisse sind bereits für die amtliche Bewertung herangezogen worden. Dabei konnte auch gezeigt werden, dass keine falsch positiven Testergebnisse durch Separatorenfleisch von der Pute zu erwarten sind.

Laufzeit: 2006-2008