Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschungsprojekt:Phthalatbelastung im Rahmen der Ernährung von Säuglingen

Kurzbeschreibung

Die Gehalte an Phthalaten in Babynahrung und Muttermilch wurden 1998 bzw. 2000 in zwei deutschen Untersuchungen mit geringen Stichprobenumfängen bestimmt. Die aus dem maximalen DEHP-Gehalt (0,16 mg/kg Milch) resultierende worst case Exposition wurde mit 0,021 mg/kg Körpergewicht/Tag (Alter bis 3 Monate) bzw. 0,008 mg/kg Körpergewicht /Tag (Alter 3-12 Monate) errechnet. Aus diesen und aus den o.g. Angaben lässt sich abschätzen, dass der vom wissenschaftlichen Ausschuss für Lebensmittel der EU (SCF) gesetzte TDIWert für DEHP durch die Aufnahme von Lebensmitteln zu maximal 10 - 50% ausgeschöpft wird. Arbeiten der Universität Erlangen-Nürnberg führten zu der Frage, ob die Aufnahme des Weichmachers DEHP nicht höher als bisher angenommen war. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Arbeiten durchgeführt, die sich hinsichtlich der Phthalatgehalte in Muttermilch deutlich unterscheiden.

Projektziel war die Bestimmung von Phthalatgehalten in 80 Muttermilchproben mit Nachweisgrenzen im ppb-Bereich. Fast alle untersuchten Muttermilchproben lagen unterhalb der Bestimmungsgrenze für die Phthalate Dimethylphthalat, Diethylphthalat, Diallylphthalat, Dipropylphthalat, Di-isobutylphthalat, Dibutylphthalat, Benzylbutylphthalat, DEHP, Dicyclohexylphthalat, Dipheylphthalat, Di-ndecylphthalat sowie DEHA. Die Bestimmungsgrenzen wurde für jede Einzelprobe bestimmt und lag zwischen 0,005 und 0,080 mg / kg. Die Nachweisgrenzen für Di-iso-octylphthalat, Di-iso-nonylphthalat, Di-isodecylphthalat, Di-iso-undeylphthalat und DINCH waren deutlich höher und lagen bei 0,1 mg / kg. Di-isobutylphthalat, Dibutylphthalat und DEHP wurden mit einer verbesserten Nachweisgrenze von in der Regel unter 1 ppb nur in Spuren von 0,01 mg/kg nachgewiesen.

Die Frauenmilchproben wiesen nur nicht nachweisbare Gehalte oder Spuren an DBP, DIBP und DEHP von meist kleiner 0,01 mg/kg auf. Eine Akkumulation der Phthalsäureester im menschlichen Körper bzw. der Muttermilch scheint nicht stattzufinden.

Ausführliche Projektinformation:

Laufzeit: 2008