Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschungsprojekt: Untersuchung mohntypischer Alkaloide in Mohn und Mohnprodukten sowie Untersuchungen zu ihrer Minimierung

Kurzbeschreibung:

Die reifen Samen des Schlafmohns (Papaver somniferum) werden als Lebensmittel zur Herstellung von Backwaren und Speiseölen verwendet. Das bekannteste Alkaloid des Mohns ist Morphin, das auch als Schmerztherapeutikum verwendet wird. Entgegen früheren Annahmen können auch Mohnsamen und Mohnkuchen in nennenswerten Umfang Morphin enthalten.

Im Rahmen des Projekts sollte eine Untersuchungsmethode für möglichst viele Alkaloide des Mohns entwickelt werden, um neben Angaben für Morphin und Codein eine Datenbasis für diese Alkaloide in Mohnsamen und Mohnprodukte schaffen zu können. Weiterhin waren erste Verfahrensschritte zu identifizieren, die die Morphinbelastung der Verbraucher minimieren können.

Für die Bestimmung von mohntypischen Alkaloiden in Mohn und Mohnprodukten konnte erfolgreich eine Methode optimiert und etabliert werden, mit der derzeit 14 Alkaloide erfassbar sind.

Ergebnisse von untersuchten Proben zeigen, dass vor allem Morphin in nennenswerten Mengen in Mohnsamen zu finden ist, aber auch Codein, Reticulin und Thebain quantitiav bedeutsam sind. Die restlichen Alkaloide wurden mit wesentlich geringen Mengen detektiert. Weiterhin wurde gezeigt, dass diese Alkaloide auch in Backmohnfüllungen und Mohnkuchen nachgewiesen werden können.

Durch Erhitzungsversuche von wässrigen Morphin-Lösungen konnte ein Abbau von Morphin durch Hitzeeinwirkung bei 121 °C nachgewiesen werden. Erste Abbauprodukte wurden detektiert, jedoch noch nicht identifiziert. Diese Abbauprodukte waren jedoch in den untersuchten Mohnkuchen nicht oder kaum vorhanden.

Es erscheint sinnvoll, die Erhitzungsversuche weiterzuführen, auch mit Mohnkuchen unterschiedlicher Rezeptur, um eventuelle Matrixbeeinflussungen für den Abbau zu erkennen und die daraus resultierenden Produkte zu identifizieren und quantifizieren. Dabei kann auch der Einfluss der Herstellungstemperatur im Kuchen unter verschiedenen Backbedingungen geprüft werden. Außerdem soll die Datenbasis für die mohntypischen Alkaloide in der Zukunft noch für verschiedene Produkte erweitert werden.
Möglicherweise bieten die Verwendung alkaloidarmer Mohnsorten und die thermische Behandlung von höher belasteten Mohnsamen am ehesten Wege, die Gesamtbelastung der Verbraucher durch Mohnprodukte zu verringern. Dies soll im Rahmen des Folgeprojekts in Zusammenarbeit mit Mohnsamenzüchtern und Bäckern geprüft werden.

Laufzeit: 2006-2007