Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschungsprojekt: Lebensmittelsicherheit und Nanotechnologie (LENA)

Lebensmittelsicherheit beim Einsatz von Nanoprodukten und im Rahmen von nanotechnologischen Anwendungen - ein Schwerpunktprojekt für Bayern

Kurzbeschreibung

Die Einführung und teilweise rasant verlaufende Entwicklung der Nanowissenschaften und die Abschätzung der Chancen und möglicher Risiken dieser neuen, zukunftsweisenden Technologie werden auch im Bereich der Verbraucherschutzbehörden zu einer deutlich intensiveren und vertieften Beschäftigung mit diesem Gebiet führen müssen. Frühzeitiges Erkennen eventueller Gesundheitsgefährdungen und ihre Charakterisierung sind besonders wichtig, auch um rechtzeitig und gezielt handeln zu können. Obwohl von verschiedenen Institutionen erhebliche Expositionen vermutet und damit immer auch Risiken der Bevölkerung unterstellt werden, verneinen dies andere und sehen den Einsatz derzeit nur als begrenzt an. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass im Augenblick wirklich aussagekräftige Informationen zur tatsächlichen Exposition über den Lebensmittelpfad nicht verfügbar sind.

Nanotechnologie verspricht im Lebensmittelsektor vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Jedoch stehen Verbraucher gerade dem Einsatz der Nanotechnologie oder bestimmter Partikel in der Lebensmittelproduktion äußerst kritisch gegenüber. Allerdings stehen Verbraucher dem Einsatz von Nanotechnologieprodukten zur Verbesserung der Haltbarkeit von Lebensmittel und in Nahrungsergänzungsmitteln durchaus aufgeschlossener gegenüber. Konkret eingesetzt werden Nanomaterialien nach bisherigen Erkenntnissen wahrscheinlich erst in den Bereichen der Lebensmittelverpackungen und in Nahrungsergänzungsmitteln. Produkte aus diesen Bereichen werden auch aktiv mit den Begriffen „Nanotechnologie“ und „Nanopartikel“ beworben. Ob Nanopartikel aus Verpackungen in Lebensmittel übergehen, inwieweit Nanopartikel in Nahrungsergänzungsmitteln vorhanden sind und ob derartige Partikel in resorptionsverfügbarer Form vorliegen, ist nicht bekannt.

Vor diesem Hintergrund soll die Exposition der Verbraucher gegenüber Nanopartikeln im Bereich der Lebensmittel abgeschätzt werden. Ziel des anwendungs- und praxisbezogenen Forschungsprojektes ist es, erste Erkenntnisse zum Vorkommen von Nanopartikeln aus Verpackungsmaterialien zu erhalten und Daten zum Übergang in Lebensmittel zu gewinnen. Darüber hinaus sollen Nanopartikel in Nahrungsergänzungsmitteln und ggf. anderen Lebensmitteln charakterisiert und mit einem umfänglichen Equipment analysiert werden. Zudem soll modellhaft geprüft werden, wie sich Nanopartikel unter den Bedingungen des Magen-Darm-Traktes verändern und ob Aussagen zum Resorptionsrisiko getroffen werden können.

Laufzeit: 2009-2016