Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschungsprojekt: Entwicklung eines Verfahrens zum Nachweis von gentechnisch verändertem und in der EU nicht zugelassenem Reis mittels der Polymerasekettenreaktion (PCR)

Kurzbeschreibung:

Im Frühjahr 2004 wurde in Bayern von der amtlichen Lebensmittelüberwachung erstmals in Europa ein nicht zugelassener gentechnisch veränderter Organismus (GVO) nachgewiesen. Ein solcher GVO (im konkreten Fall Papaya) ist in der EU nicht verkehrsfähig. Dieser Fall zeigt, dass die amtliche Überwachung hinsichtlich eines vorbeugenden Verbraucherschutzes in die Lage versetzt sein muss, auch in der EU nicht zugelassene GVO in Lebens- und Futtermitteln nachzuweisen.

Gentechnisch veränderter (gv) Reis ist in den USA, Kanada, Argentinien, Brasilien, Mexiko, Russland und Japan zugelassen. China hat angekündigt, gentechnisch veränderten Reis anzubauen. Reis ist ein bedeutendes und auch in Europa beliebtes Lebensmittel und wird in erheblichem Umfang in die EU importiert. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass im Zuge der Globalisierung der Märkte auch genveränderter Reis in die EU gelangt, ist das Entwickeln, Bereithalten und Anwenden eines Nachweises für nicht zugelassene Reissorten im Sinne eines prospektiven Vorgehens erforderlich.

Das Projekt dient zur Entwicklung eines qualitativen Nachweisverfahrens von in der EU nicht zugelassenen, gentechnisch veränderten Reissorten. In dem vorliegenden Forschungsprojekt wurde eine sensitive und zuverlässige Real-time PCR Methode zum event-spezifischen Nachweis der transgenen Bt Reislinie KMD1 entwickelt. Die beiden Reis-spezifischen Gene gos9 und RPD wurden verglichen und eigenen sich beide als Referenzgene für die Quantifizierung von KMD1-Spuren in DNA-Mischungen. Die Entwicklung von Hybridmolekülen bestehend aus den Zielsequenzen des Genkonstrukts und des Reis-Referenzgens gos9 stellt eine geeignete Alternative zu genomischem Referenzmaterial da. Die SiteFinding PCR erwies sich als eine erfolgreiche Methode zur Amplifizierung unbekannter DNA-Bereiche und zur Identifizierung der Integrationsstelle des Genkonstrukts in KMD1.

Laufzeit: 2006-2008