Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschungsprojekt: Herkunftsdifferenzierung von Fischen (Karpfen) aus Teichwirtschaften (Bayern-Oberpfalz, Tschechien)

Kurzbeschreibung:

In der Lebensmittelüberwachung wird am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei vielen Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Honig, Käse) die Stabilisotopenverhältnismassenspektrometrie (IRMS) zur Prüfung der geografischen Herkunft eingesetzt. Ziel der vorliegenden Untersuchungen war es zu prüfen, inwieweit die genannte Technik auch dafür geeignet ist, Karpfen aus unterschiedlichen Regionen zu unterscheiden.

Das Projekt sollte dazu genützt werden eine Methode für die Praxis zu entwickeln, damit der Lebensmittelüberwachung ein Instrument in die Hand gegeben wird, um eine ordnungsgemäße Fischetikettierung sicher zu stellen und den Verbraucher vor einer potentiellen Täuschung zu schützen.

Von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft wurden aus verschiedenen Gebieten Deutschlands, Tschechiens und Polens (2 Fische aus der Oberpfalz, 5 Fische aus dem Aischgrund, 3 Fische aus Sachsen, 4 Fische aus Tschechien und ein Fisch aus Polen) authentische Karpfen, d. h. direkt vom Teich, sowie deren Futter und Teichwasser als Proben gezogen und dem LGL zur Untersuchung eingeschickt.

Zunächst sollten die ? 18O-Werte im Saft des Fischmuskels und im entsprechenden Teichwasser gemessen werden. Zudem war die Bestimmung der Stabilisotopenverhältnisse der sog. Bioelemente Wasserstoff (H), Kohlenstoff (C), Stickstoff (N), Sauerstoff (O) und Schwefel (S) an der an der isolierten Matrix des Karpfen (d. h. im Fischprotein) und des Futters geplant. Abschließend sollte in den gleichen Matrices die Messung der Sr-Isotopenverhältnisse erfolgten.

Ergänzendes Element-Screening (ICP-MS-Analysen) und Versuche zur PCR-Analyse sollten den Lösungsansatz begleiten.

Als wesentliches Fazit dieser Untersuchung ergibt sich, dass Fische (bzw. daraus extrahierte Proteine) aus verschiedenen klimatisch und ökologisch nicht sehr verschiedenen Gebieten des östlichen Mitteleuropas (ähnliche ? 2H-, 13C- und 18O- Werte) anhand ihrer Stickstoff-, Schwefel- und vor allem Strontium-Isotopenverhältnisse unterschieden werden können. Ein weiteres Ergebnis ist, dass sich die Isotopenverhältnisse der Elemente Wasserstoff, Sauerstoff, Strontium und teilweise auch Kohlenstoff, sowie Konzentrationen von Kalzium und Strontium (bzw. das Verhältnis Ca/Sr) aus den Fremdfutterstoffen in den Proteinen der Zuchtfische (hier: Karpfen) nicht nachweisen lassen. Im Falle von Stickstoff könnte es sein, dass dieser erst über tierische "Zwischenspeicher" in die Karpfen gelangt. Demnach ist zu vermuten, dass die genannten Elemente aus den Futterstoffen von den Fischen gar nicht oder nur in geringem Maße verwertet werden.

Laufzeit: 2004 bis 2005.