Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Forschungsprojekt: Untersuchung und Risikobewertung im Hinblick auf BSE bezüglich verschiedener Schlachtkörperteile und Fleischerzeugnisse vom Rind für die menschliche Ernährung

Kurzbeschreibung:

Bei Lebensmittel-Proben mit komplex zusammengesetzter Matrix, die viel Fett, Blut, Gewürze oder Fremdeiweiß enthalten und zudem häufig noch hitzebehandelt sind, gestaltet sich der Nachweis der verwendeten Tierarten mitunter problematisch. Zu den häufigsten Abweichungen zwischen zwei Nachweisverfahren kam es bei der Analyse der Tierart Rind. Hier stimmten nur 67 % der Untersuchungen mit PCRRFLP- Verfahren und Real Time-Verfahren überein. Bei weiteren 25 % blieb ein Ergebnis fraglich. Ein fragliches Ergebnis bedeutet, der Test war nicht eindeutig auszuwerten, da das Resultat entweder im Bereich des „Cut off“-Wertes des EIA bzw. der Real Time-PCR lag oder sich im PCR-RFLP-Verfahren schwache DANN Banden zeigten. Ähnlich verhielt es sich bei einem Vergleich zwischen PCR-RFLP Verfahren und EIA. Hier stimmten 61% der Ergebnisse überein und bei weiteren 31 % war das Ergebnis mindestens eines der drei Nachweisverfahren nicht eindeutig auswertbar.

Der Nachweis der Tierarten Schwein, Huhn und Pute bzw. Geflügel erbrachte eine deutlich höhere Übereinstimmung (> 90 %) der Ergebnisse der unterschiedlichen Nachweisverfahren. Außerdem gab es hier häufiger eindeutige Testergebnisse; es blieben deutlich weniger Resultate fraglich.

Aufgrund der so gewonnenen Analysedaten kann die Empfehlung ausgesprochen werden, den Nachweis der Tierart Rind bei Lebensmittelproben mit komplex zusammengesetzter Matrix möglichst immer mit Hilfe der Verwendung von zwei Nachweisverfahren abzusichern. Der Tierartennachweis mit Hilfe des PCR-RFLP Verfahrens bietet den Vorteil, dass zusätzlich zu den üblicherweise verwendeten Lebensmittel-liefernden Tierarten auch ungewöhnliche Spezies, wie zum Beispiel Pferd, erfasst werden. Die hier verwendeten EIA- und Real Time-PCR-Verfahren weisen nur die Tierarten Rind, Schaf, Huhn und Pute bzw. Geflügel nach. Beide Verfahren besitzen den Vorteil einer sehr niedrigen Nachweisgrenze, die deutlich unter einem Prozent liegt.

Laufzeit: 2004-2006