Intensivierte Surveillance humaner Tularämie-Meldefälle in Bayern (TularSurv-Studie)

Kurzbeschreibung:

Die Tularämie ist eine durch das Bakterium Francisella tularensis verursachte, zoonotische Infektionskrankheit, die in Deutschland nur sporadisch auftritt, in den letzten Jahren jedoch eine massive Fallzahlzunahme erlebt hat. Umgangssprachlich wird die Tularämie auch als „Hasenpest“ bezeichnet. Aufgrund der vielfältigen Übertragungswege – unter anderem durch Kontakt mit Wildtieren, Insekten- und Zeckenstiche oder kontaminierte Umweltquellen – sowie die breitgefächerte Symptomatik, stellt die Tularämie eine diagnostische und epidemiologische Herausforderung dar. Für eine fundierte Risikobewertung und gezielte Präventionsmaßnahmen sind detaillierte Informationen zu den gemeldeten Krankheitsfällen erforderlich.


Logo Um mehr über die Krankheit und den beobachteten Anstieg der Fallzahlen zu erfahren, führt das LGL seit Januar 2026 unter humanen Tularämie-Meldefälle in Bayern eine intensivierte Surveillance (TularSurv-Studie) durch. Eingeladen zur Studie werden alle Tularämie-Fälle, die den Gesundheitsbehörden in Bayern seit 2016 gemeldet wurden und die zum Befragungszeitpunkt noch nicht als Alter von 90 Jahren oder älter erreicht haben.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie in den nachfolgenden FAQs.

FAQs

1. Was ist das Ziel der TularSurv-Studie?

Ziel der TularSurv-Studie ist es, neue Erkenntnisse zur Tularämie und dem seit 2016 beobachteten Anstieg der Erkrankungsfälle von Tularämie in Bayern zu gewinnen.
Dafür werden unter anderem Informationen zum Krankheitsverlauf, zu möglichen Risikofaktoren und Ansteckungswegen der Betroffenen gesammelt und ausgewertet.
In Zusammenschau mit den Meldedaten sollen so Risikogruppen, besonders betroffene Regionen sowie zeitliche und saisonale Muster erkannt werden.
Die Ergebnisse sollen dabei helfen, gezielte Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen für die Bevölkerung in Bayern zu entwickeln.

2. Wer führt die TularSurv-Studie durch?

Die Studie wird vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Kooperation mit der Technischen Universität München (TUM) und dem Gesundheitsamt München durchgeführt.

3. Warum wurden Sie zu der TularSurv-Studie eingeladen?

Wir haben Sie eingeladen, weil Sie in der Vergangenheit an Tularämie (Hasenpest) erkrankt waren. Da die Tularämie eine nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtige Erkrankung ist, liegen Daten zu Ihrer Person und Ihrer Erkrankung bei dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt vor.

4. Können auch Kinder und Jugendliche an der TularSurv-Studie teilnehmen?

Ja, auch Kinder und Jugendliche mit Wohnsitz in Bayern, die seit 2016 an Tularämie (Hasenpest) erkrankt waren, werden zur Studie eingeladen und können (ggf. mit Unterstützung eines Familienmitglieds) an der Studie teilnehmen.

5. Was ist bei der Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an der Studie zu beachten?

Kinder/Jugendliche im Alter von 0-13 Jahren: Bei Kindern dieser Altersgruppe füllen bitte die Eltern oder Erziehungsberechtigten den Fragebogen aus.

Jugendliche im Alter von 14-17 Jahren: Diese können selbst entscheiden, ob sie den Fragebogen eigenständig oder mit Hilfe ihrer Eltern/Erziehungsberechtigen ausfüllen möchten.

6. Warum sollte ich an der TularSurv-Studie teilnehmen?

Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, wertvolle Erkenntnisse zur Tularämie sowie über die aktuelle epidemiologische Situation in Bayern zu gewinnen.
Die Ergebnisse tragen dazu bei, Risikogruppen besser zu erkennen, mögliche Infektionsquellen und -wege zu identifizieren und evidenzbasierte Präventionsstrategien zu entwickeln. Auch das klinische Bild der Tularämie soll im Detail eruiert werden. Langfristig soll die Studie die Grundlage für gezielte Public-Health-Maßnahmen und eine verbesserte Aufklärung der Bevölkerung schaffen.

7. Wie läuft die TularSurv-Studie ab?

  1. Das für Sie zuständige Gesundheitsamt leitet Ihnen einen Brief mit allen Studienunterlagen weiter. Dieser enthält ein Anschreiben mit allen wichtigen Informationen, eine Einwilligungserklärung sowie einen Fragebogen.
  2. Sie können online oder schriftlich via Papier-Fragebogen an der Studie teilnehmen. Sollten Sie im Jahr 2025 oder später an Tularämie erkrankt sein, würden wir gerne mit Ihnen ein Telefoninterview zu Ihrer Erkrankung führen. Sollten Sie das nicht wünschen, können Sie alternativ auch online oder via Papier-Fragebogen teilnehmen.
  3. Sollte eine Teilnahme via Papier-Fragebogen erfolgen, schicken Sie bitte gemeinsam mit dem ausgefüllten Fragebogen auch die unterzeichnete Einwilligungserklärung an das LGL zurück.

8. Wer finanziert die TularSurv-Studie?

Die Studie wird vollständig aus internen Mitteln des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie der Kooperationspartner des TularSurv-Projektes finanziert.

9. Ist die TularSurv-Studie für mich kostenlos?

Ihnen entstehen keine Kosten durch die Teilnahme an der Studie.

10. Was passiert mit meinen Daten?

Für den Zweck der Studie werden erforderliche personenbezogene Daten, insbesondere Gesundheitsdaten, erhoben und für die Dauer der Studie pseudonymisiert aufgezeichnet und verarbeitet – auch auf elektronischen Datenträgern. Auf Basis des Infektionsschutzgesetzes erfolgt eine Fallmeldung der Tularämie-Erkrankung. Die für das LGL anonym abrufbaren Daten der Fallmeldungen (z.B. Symptome, Krankenhausaufenthalte, Laborangaben zum Nachweis einer Tularämie, Expositionen, Kreis des Wohnorts und Geburtsmonat und -jahr) werden für die Auswertung mit den Studiendaten verknüpft.

Dem Gesundheitsamt zusätzlich vorliegende Informationen zur Tularämie-Erkrankung (z.B. medizinische Unterlagen wie Arztbrief oder Entlassungsschreiben, die Aufschluss über Diagnostik, den Krankheitsverlauf und die Therapie geben) können nach Anonymisierung durch Schwärzung personenidentifizierender Informationen (Name, Geburtsdatum, Adresse) an das LGL übermittelt und ebenfalls zu Studienzwecken verwendet. Studiendaten können – falls erforderlich – in anonymer Form, die keinen Rückschluss auf die teilnehmende Person zulässt, an die Kooperationspartner der TularSurv-Studie übermittelt werden und die Studienergebnisse in anonymer Form in wissenschaftlichen Fachzeitungen veröffentlicht oder auf wissenschaftlichen Kongressen und Konferenzen vorgestellt werden.

Die Speicherdauer der für die Studie verwendeten Daten beträgt 10 Jahre.

Für Betroffene, die 2025 oder später an Tularämie erkrankt sind: hier wird das Studienteam im Falle einer Telefonbefragung telefonisch Kontakt aufnehmen. Kontaktinformationen (Telefonnummer und ggf. E-Mailadresse) werden zum Zweck der Befragung oder Beantwortung von Nachfragen verarbeitet. Eine Löschung der Daten erfolgt nach abgeschlossener Kontaktaufnahme seitens des Studienteams.

11. Welche Daten werden im Rahmen der TularSurv-Studie erhoben?

  • Demographische Angaben (Geschlecht, Alter)
  • Angaben zu Krankheitssymptomen
  • Angaben zur Therapie/Arztbesuchen
  • Angaben zu möglichen Expositionen und Infektionswegen
  • Angaben aus Arztbriefen, Entlassschreiben o.ä. die am zuständigen Gesundheitsamt vorliegen

12. Wo sind später die Ergebnisse der TularSurv-Studie zu finden?

Sobald die Ergebnisse der TularSurv-Studie vorliegen, werden diese hier auf Studienwebsite (www.lgl.bayern.de/tularsurv) verlinkt.

13. Wo finde ich weitere Informationen & wie kann ich das Studienteam kontaktieren?

Informationen zur Tularämie finden Sie unter:

Falls Sie noch Fragen oder Anregungen zur Studie haben, können Sie uns jederzeit per E-Mail tularaemie-studie@lgl.bayern.de oder von Mo-Fr telefonisch unter +49 9131 6808-5634 kontaktieren. Wir werden Ihnen schnellstmöglich antworten.

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